Die Geheimnisse des Nachmittags-Handels
Fast an allen Nachmittagen ergibt sich ein größerer Trend.Dieser hat den Vorteil,daß er wesentlich glatter ist als die Trends am Vormittag und daher leichter auszunutzen.
Gab es am Morgen eine größere Bewegung,dann wird es am Nachmittag auch eine größere in dieselbe Richtung geben,es sei denn,es sind wichtige News herausgekommen,die den Markt in die andere Richtung drücken.Der Grund ist das Herdenverhalten der Fond-Manager,die nach Gewinnen der Konkurrenten am Vormittag jetzt auch noch in dieselbe Richtung handeln wollen.
Es braucht einige Erfahrung,den Beginn des Nachmittags-Trends festzustellen.Denn der Beginn variiert zeitlich stark.Er kann schon kurz nach der Mittagspause auftreten gegen 14.00 Uhr oder sogar 13.30 Uhr.
Meist wird er aber auch erst auftreten,wenn die Bonds schließen,am häufigsten tritt er kurz nach 15.10 Uhr auf,also schon relativ spät,wenn die Märkte sich auf den Close zubewegen.
So gut wie nie vor 13.00 Uhr,alles in New Yorker Zeit.In jedem Fall aber wird es vorher noch eine Gegenbewegung in die falsche Richtung geben,was ein wichtiges Indiz ist.
Normalerweise ist der Nachmittagstrend zeitlich kürzer als der am Vormittag,häufig die Hälfte.Bei einem Trendtag wird er normalerweise in dieselbe Richtung gehen,es sei denn,es sind neue News hereingekommen.Auf jeden Fall ist der Trend am Nachmittag reiner und daher einfacher zu traden,was dem Trader Gelegenheit gibt,eventuelle Verluste am Vormittag auszugleichen.
Abwärtsbewegungen am Nachmittag haben eine starke Tendenz,sich fortzusetzen. Aufwärtsbewegungen nach einer scharfen Abwärtsbewegung sind daher günstige Short-Gelegenheiten.Ist der Markt dagegen am Vormittag oder zu Mittag auf den Nachmittag hin gesunken,dann tritt meist eine Erholung am späteren Nachmittag auf.
90% aller Trends am Nachmittag dauern zwischen 15 Minuten und einer Stunde.Gelegentlich gibt es sehr schnelle Trends von zehn Minuten,die dann fast immer sehr steil sind.Trends von mehr als einer Stunde kommen nur an ausgesprochenen Trend-Tagen vor.
Der Nachmittags-Trend kommt im Schnitt an drei von fünf Trading-Tagen vor.Man muß also entscheiden,wann man nicht tradet,dies ist aber meist relativ einfach,da man eben dem Trend, wenn er erscheint,hier trauen darf.Man kann auch mit Trendindikatoren arbeiten.
Ursachen des Nachmittags-Trends
Die Hauptursache liegt darind,daß der Index in erster Linie von den Institutionellen bewegt wird.Diese sind angestellt und dürfen sich nicht dabei erwischen lassen,daß sie Kasse halten,während der Markt steigt,oder daß sie sich nicht absichern,wenn er fällt.Nehmen wir also an,der Dow sei am Vormittag um 50 Punkte gestiegen,dann sind sie praktisch gezwungen,falls nicht irgendeine wichtige Neuigkeit kommt,am Nachmittag zu kaufen,falls sie dies am Vormittag noch nicht taten,um sich nicht sagen zu lassen,daß sie den Tagestrend verschlafen haben,und bei 6000 Funds,vielen Banken und Brokern,usw.,ganz zu schweigen von den Versicherungen,gibt es immer viele,die den Vormittagstrend verschlafen.
Ein weiterer Punkt ist der,daß der Index,also das Aktientraden,um 16.00 Uhr Ostküstenzeit schließt,wohingegen der Future erst um 16.15 Uhr schließt.Diejenigen Fundsmanager,die nicht gekauft haben,weil ihre Limit - Orders nicht ausgeführt wurden,sind jetzt gezwungen,in diesen 15 Minuten im Futuremarkt abzusichern,d.h. long zu gehen für den Fall,daß die Kurse weitersteigen,und es gibt am nächsten Tag im Normalfall einen Follow Through,da über Nacht viele Leerverkäufer sich entschließen,die Position glattzustellen.
In der letzten Stunde kommt es verstärkt zur Arbitrage zwischen Futures und Index. Dies ist der Hauptgrund dafür,daß sich Trends,die sich in den ersten 20 Minuten der letzten Stunde entwickeln,meist gegen 15.30 Uhr drehen.Dies ist sehr wichtig,da die meisten Börsenbeobachter den Fehler begehen,sich auf die Zeit zwischen 15.00 Uhr und 15.50 Uhr zu konzentrieren und annehmen,daß Bewegungen hier bis zum Schluß weitergehen werden.