Russische ADRs: Clearstream ermöglicht Umtausch in russische Aktien
Dienstag, 11.10.2022 12:00 von wallstreet:online Zentralredaktion - Aufrufe: 2392
Nach monatelangem Umtausch-Stopps für Hinterlegungsscheine von russischen Aktien gibt Clearstream jetzt grünes Licht. Unter bestimmten Voraussetzungen ist ein Umtausch temporär möglich.
Die Sanktionen gegen Russland betreffen auch hiesige Anleger: seit Anfang März ist der Handel mit Hinterlegungsscheinen russischer Aktien ausgesetzt. Heißt: wer in sogenannte Depository Receipts (DR) – Zertifikate, die an ausländischen Börsen stellvertretend für die eigentlichen Aktien gehandelt werden – von Unternehmen wie Gazprom, Lukoil oder Sberbank investiert hat, kommt nicht mehr an sein darin angelegtes Geld. Die einzige Möglichkeit, die Anleger seither hatten, war, ein Depot in Russland zu eröffnen, und ihre DRs darüber in Aktien zu tauschen. Eine Option, die für das Gros kaum in Frage kam und bei vielen die Sorge vor einem Totalverlust ihrer Gelder schürte.
Doch jetzt ist ein Hoffnungsschimmer in Sicht. Denn die europäische Abwicklungs- und Verwahrgesellschaft Clearstream hat Ende letzter Woche angekündigt, dass sie für DRs von Gazprom und Sberbank wieder Umwandlungsanträge in Originalpapiere annehmen will. Allerdings ist dieses Angebot an zwei Bedingungen geknüpft: Erstens, muss ein entsprechender DR-Agent den Umtausch unterstützen. Dabei handelt es sich in der Regel um amerikanische Banken, welche die Originalaktien verwahren und stattdessen ADRs ausgeben – American Depository Receipts. Zudem muss der Umtausch bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein, da die russische Zentralverwahrstelle NSD andernfalls wieder Gebühren für die Übertragung russischer Aktien auf/von DR-Agenten-Depots erheben könnte. Derzeit sind diese ausgesetzt.
Ob Anleger sich auf das Umtausch-Angebot einlassen möchten, bleibt ihnen überlassen. Aber langfristig werden sie ihre Hinterlegungsscheine ungeachtet dessen wohl nicht halten können, wie das Handelsblatt schreibt. Demnach müssen Inhaber ihre (A)DRs binnen eines Jahres in Originalaktien tauschen, um einen Zwangsverkauf zu verhindern, den die Banken, welche die Hinterlegungsscheine ausgegeben haben, ansonsten tätigen könnten. Zwar würden Investoren die Erträge daraus gutgeschrieben werden, allerdings sind die dann geltenden Konditionen eine Unbekannte.
Unklar ist, wie viele deutsche Anleger ADRs von russischen Aktien in ihren Depots halten und jetzt um ihre Anteile bangen. Die Bundesbank, das Finanzministerium und das Gros der Depotbanken hat hier angeblich keinen Einblick oder hält sich bewusst zurück. Schätzungen gehen aber von einer mindestens 5-stelligen Zahl aus.
https://www.ariva.de/news/...ermglicht-umtausch-in-russische-10368118
Dienstag, 11.10.2022 12:00 von wallstreet:online Zentralredaktion - Aufrufe: 2392
Nach monatelangem Umtausch-Stopps für Hinterlegungsscheine von russischen Aktien gibt Clearstream jetzt grünes Licht. Unter bestimmten Voraussetzungen ist ein Umtausch temporär möglich.
Die Sanktionen gegen Russland betreffen auch hiesige Anleger: seit Anfang März ist der Handel mit Hinterlegungsscheinen russischer Aktien ausgesetzt. Heißt: wer in sogenannte Depository Receipts (DR) – Zertifikate, die an ausländischen Börsen stellvertretend für die eigentlichen Aktien gehandelt werden – von Unternehmen wie Gazprom, Lukoil oder Sberbank investiert hat, kommt nicht mehr an sein darin angelegtes Geld. Die einzige Möglichkeit, die Anleger seither hatten, war, ein Depot in Russland zu eröffnen, und ihre DRs darüber in Aktien zu tauschen. Eine Option, die für das Gros kaum in Frage kam und bei vielen die Sorge vor einem Totalverlust ihrer Gelder schürte.
Doch jetzt ist ein Hoffnungsschimmer in Sicht. Denn die europäische Abwicklungs- und Verwahrgesellschaft Clearstream hat Ende letzter Woche angekündigt, dass sie für DRs von Gazprom und Sberbank wieder Umwandlungsanträge in Originalpapiere annehmen will. Allerdings ist dieses Angebot an zwei Bedingungen geknüpft: Erstens, muss ein entsprechender DR-Agent den Umtausch unterstützen. Dabei handelt es sich in der Regel um amerikanische Banken, welche die Originalaktien verwahren und stattdessen ADRs ausgeben – American Depository Receipts. Zudem muss der Umtausch bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein, da die russische Zentralverwahrstelle NSD andernfalls wieder Gebühren für die Übertragung russischer Aktien auf/von DR-Agenten-Depots erheben könnte. Derzeit sind diese ausgesetzt.
Ob Anleger sich auf das Umtausch-Angebot einlassen möchten, bleibt ihnen überlassen. Aber langfristig werden sie ihre Hinterlegungsscheine ungeachtet dessen wohl nicht halten können, wie das Handelsblatt schreibt. Demnach müssen Inhaber ihre (A)DRs binnen eines Jahres in Originalaktien tauschen, um einen Zwangsverkauf zu verhindern, den die Banken, welche die Hinterlegungsscheine ausgegeben haben, ansonsten tätigen könnten. Zwar würden Investoren die Erträge daraus gutgeschrieben werden, allerdings sind die dann geltenden Konditionen eine Unbekannte.
Unklar ist, wie viele deutsche Anleger ADRs von russischen Aktien in ihren Depots halten und jetzt um ihre Anteile bangen. Die Bundesbank, das Finanzministerium und das Gros der Depotbanken hat hier angeblich keinen Einblick oder hält sich bewusst zurück. Schätzungen gehen aber von einer mindestens 5-stelligen Zahl aus.
https://www.ariva.de/news/...ermglicht-umtausch-in-russische-10368118