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Gazprom ADR 2022 - Wie geht's weiter?


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Gazprom ADR kein aktueller Kurs verfügbar
 
EarlMobileh:

Gazprom ADR 2022 - Wie geht's weiter?

12
08.04.22 21:10
Liebe Mitinvestoren,

da der "normale" Gazprom-Thread mittlerweile fast unleserlich geworden ist, hier neuer Vesuch, um sich zu der Gazprom-ADR-Sanktions-Problematik auszutauschen.

Mein bisheriger Wissensstand zum Thema (OHNE GEWÄHR!):

1.: Jeder/s ADR verbrieft das Recht auf 2 Original-Gazprom-Aktien. Die ADR werden von der Bank of New York Mellon (BNY, nicht gerade eine kleine "Zockerbude"...) herausgegeben.

2.: Das Recht auf Übertrag der jeweils 2 "Original-Aktien" pro ADR kann bei BNY beantragt werden, ist mit einer gewissen (eher sehr geringen) Gebühr verbunden und kann aber offenbar aktuell wegen Sanktionen nicht ausgeübt werden.

3.a): Bewohnern eines von RUS so benannten "unfreundlichen Staates" (womit u. a. die gesamte EU + CH + USA gemeint sind), sind Aktienverkäufe (+käufe?) russischer Aktien derzeit untersagt.

3.b)...auf der anderen Seite wickeln die Clearing-Stellen in der EU (Clearstream in LUX) gerade wegen EU-Sanktionen keinen Umtausch von ADR in russische Aktien ab.

4.: BNY hat das ADR-Programm Ende März 2022 gecancelt

5.: Die Depotbanken (z. B. Consors, DiBa, Sparkasse...) haben keinen Durchblick oder/und wenig Interesse, ihre Kunden mit sachdienlichen Informationen zu dem Thema zu versorgen.

6. Der "rein mathematische" Kurs eines Gazprom-ADRs liegt aktuell bei knapp 5,50 € pro ADR. (2 x MOEX-Rubelkurs in Euro).

7.: Manche Forenteilnehmer berichten neuerdings von "Horrorabfindungen" im Gegenzug für ausgebuchte Anteile an Gazprom-ADRs, obwohl dies niemals von ihnen autorisiert wurde.


Jetzt stellt sich die Frage - was tun?
Diverse Szenarien wurden schon vorgeschlagen:


A: Gar nichts tun und warten, bis sich die Depotbank meldet oder irgendwas macht.

B: Nichts machen außer der Depotbank mitzuteilen, dass man in der Sache "Gazprom ADR" nichts ohne eine/n klare Einwilligung/Auftrag/Weisung akzeptieren wird.

C: Einen Broker nutzen (oder dort ein neues Depot-Konto eröffnen), der den Handel an der MOEX für Nicht-Russen "in Friedenszeiten" ermöglicht und versuchen, die ADR dorthin zu transferieren (was offenbar gerade auch nicht möglich ist). Als Beispiel kursiert immer wieder "InteractiveBrokers",  wobei auch dieser Broker angeblich gerade keine ADR in russ. Aktien tauscht bzw.  tauschen kann.

D: Ausübungsantrag an die BNY stellen und sich die "Originalaktien" auf sein eigenes russisches Depotkonto (wenn man (auch) russischer Staatsbürger ist) oder die eines russischen Freundes buchen lassen. Hielte ich für eine interessante Option, geht aber wschl. auch nicht.

Also, was tun? Ich schwanke zwischen den von mir genannten Optionen A + B.  Ich glaube, bis jetzt, hat niemand einen Plan, was gerade vor sich gilt in dieser Sache und vielleicht ist "Abwarten" wirklich die beste Option. Einen Vorteil durch einen Broker, "der auch MOEX kann", sehe ich nicht. Denn augenscheinlich sind die ADR gerade "nirgendwohin wandelbar" und (aus russischer Sicht) "Ausländer bleibt Ausländer" - egal bei welchem Broker.

Ich selber werde mich jetzt weiter informieren über die Rolle der Clearing-Stellen bei der ganzen Thematik, denn hier scheint mir der bisher juristisch fragwürdigste Punkt bei der ganzen Geschichte zu liegen.

Würde mich freuen, wenn die nächsten paar Beiträge zum Thema beitrügen.

Danke und viel Glück allen!
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29.10.26 20:45
Russland will sie, soll sie alleine bezahlen und China will nicht mehr zahlen als das was russische Haushalte berappen, also fast geschenkt. Europa hat Marktpreise gezahlt, finde den Fehler. Ebenso die 6 Milliarden für den Bau muss Russland alleine stemmen, guter Deal? Ich bezweifle es nmM
Antworten
time watch:

Faktencheck

 
29.10.26 22:02
Mich interessieren nur Zahlen. Deutschland zahlte ca.15€ für die MWH über Nordstream. Heute zahlen wir ca. 96€ ohne Nordstream. Das ist Faktor 6! Gazprom erzielte einen Gewinn von ca.  170Mrd. Rubel im Jahr 2020. Aufgrund des Krieg stieg der Gewinn 2022 auf über 2000Mrd. Rubel. Das konnte uns aber damals egal sein, da wird Lieferverträge incl. Preisfestsetzung hatten. 2023 brach das Geschäft ein und erholte sich 2023 stetig. Heute verdient Gazprom ca. 1400Mrd Rubel mit einer stetigen Steigerung des Gewinns und Förderung von 5-7% pro Jahr. Das heißt somit, dass im Jahr 2029/30 mindestens das alte Niveau, und das war damals ein Rekordjahr, wieder erreicht wird. Wo fließt das Gas hin? Ganz einfach, in die Anderen geopolitischen Koordinaten. Aus West wird Ost. Die offene Frage ist, wessen Wirtschaft lässt mit diesem Experiment die meisten Federn  
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Silberruecken:

Melden können die viel! ;-))

 
30.10.26 07:44
Die amtlichen Wirtschaftsdaten aus Russland sind nach Einschätzung westlicher Geheimdienste und Ökonomen stark verzerrt, selektiv und teilweise gezielt geschönt. Seit Beginn des Angriffs auf die Ukraine hält der Kreml entscheidende Kennzahlen (wie Außenhandelsdaten, Details zu Kapitalflüssen und genaue Produktionsmengen im Energiesektor) komplett unter Verschluss. Internationale Institutionen sind daher gezwungen, sich auf die offiziellen Angaben der russischen Statistikbehörde Rosstat zu verlassen, die jedoch als politisch kontrolliert gilt.


www.zdfheute.de/politik/ausland/...en-krieg-russland-100.html
Antworten
Paul Paulo:

Denkfalle !

 
30.10.26 09:54
Es tappen einige in eine Denkfall in blinder Wut - es wird darüber lamentiert, wie sehr die Sanktionen Russland schaden, dass sie ihr Gas nicht mehr nach Europa verkaufen, nur noch wenig Geld für ihr Gas bekommen - mag sein. ABER -wie sehr schadet sich Europa damit, Energie derart zu verteuern, wirtschaftliche Stärke zu verlieren, den Sozialstaat früher oder später aufzugeben ? Die ersten Unruhen haben wir gesehen. Wie wird sich alles weiter entwicklen - erst kommt das Fressen, dann die Moral, meinte Brecht - die EU will es ihren Bürgern andersrum indoktrinieren. Nur zu !
Antworten
Silberruecken:

Egal, ab 2027 ist Schluss!

 
30.10.26 10:38
Die Deutsche Wirtschaft wächst!

Das regelt sich alles wieder ein! ;-))

www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/...nd-rekord-100.html
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time watch:

Wirtschaftswachtum

3
30.10.26 18:13
Wirtschaftswachtum entsteht aus dem inneren Kern. Zum Beispiel aus dem verarbeitenden Gewerbe, Techologie, Innovatioen,  Dienstleistungen usw.. Investitionen des Staats über Sonderschulden verzerren diese Auswertung.  Das führt am Ende des Tages zu steigender Inflation, wie es die letzten Montate auch geschehen ist. Die Eurozone weisst eine Inflation von 3,8% im September aus, das Ergebniss war zu erwarten, genau wie auch die steigende Arbeitslosenzahl dazu zu erwarten war. Durch Bürokratie und hauptsächlich hohe Energiekosten wandern deutsche Unternehmen ab. Das ist nicht nur die Automobilindustie, die erheblich dadurch getroffen wird, sonders auch Siemens, BASF usw.. Zum Schluss bleibt nur der Konzernsitz in Deutschland und die Arbeitsplätze gehen Richtung China, USA und was weiß ich wohin noch. Eins steht aber fest, wir haben 15% Leistung verloren die letzten 5 Jahre, nicht Wachstum sondern Wirtschaftsleistung! Das Experiment ist gescheitert, viele machen Deals und wir sitzen am Katzentisch. Das Gute daran ist, wenn die Kohle knapp wird, werden alle nervös. Oder wie es mal eine berümte Politikerrinn aus UK gesagt hat. "Das Problem des Sozialismus ist, dass einem irgentwann das Geld anderer Leute ausgeht". Stimmt irgendwie...
Antworten
Paul Paulo:

Nie wieder :)

 
02.11.26 10:44
www.berliner-zeitung.de/article/...r-trotz-eu-verbot-10554057
Berliner Zeitung heute:

ie USA drängen auf eine schnelle Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen durch die Ukraine nach Europa. Der Vorschlag soll Teil einer Energiewaffenruhe zwischen Moskau und Kiew werden und noch vor dem Winter Bewegung in die Verhandlungen bringen. Das berichtet das Wall Street Journal (WSJ) exklusiv unter Berufung auf amerikanische, europäische und ukrainische Regierungsvertreter.

Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner brachten die Idee demnach bereits im September bei Gesprächen in Moskau und Kiew vor. Nun werden Details dazu bekannt, wie Washington das Geschäft trotz des europäischen Verbots russischer Gasimporte abwickeln will.

Ein amerikanischer Vermittler soll das Gas in Russland kaufen und anschließend über die ukrainischen Pipelines nach Europa verkaufen. Nach Darstellung von Teilnehmern der Gespräche könnte das auch  
Antworten
fenfir123:

n-tv

 
02.11.26 11:51
www.n-tv.de/politik/...isches-Gas-fuer-Europa-id31483789.html
Antworten
Seefürst:

@fenfir

 
02.11.26 14:54
das ist für Russland weder Fisch noch Fleisch.
Sie gesehen davon aus,dass billigere Rohstoffe die Wirtschaft in der EU wettbewerbsfähiger machen und damit auch den militärisch-industriellen Komplex stärken,deren Erzeugnisse sich gegen Russland  richten.
Ein weitreichender Friedensvertrag unter Aufhebung aller ! Sanktionen wäre die Lösung.
Jedoch spielen die EU und die Ukraine auf Zeit und warten auf die Zwischenwahlen in den USA und längerfristig auf eine Regierungsübernahme der Demokraten in 2 Jahren.
Die Geopolitische Lage ist zunehmend unvorhersehbar.
Nutznießer ist der gelbe Drache,der seine wirtschaftliche und militärische Entwicklung ausbauen wird und die Zeit dafür hat und nutzt.Denn er ist sich  sicher,falls die derzeitigen primären Konfliktherde irgendwann bereinigt werden,ist er das Ziel einer mächtigen Bedrohung auf allen Ebenen.Die EU hängt dazwischen fest und verliert ihre  diplomatischen,wirtschaftlichen und militärischen Einflüsse.
Aus den Gründen versuchen die USA auf die Ressourcen Russlands zuzugreifen und deren derzeit  bescheidene russisch- chinesische Zusammenarbeit zu spalten.
Jeder  verfolgt seine Interessen auf Kosten der eigenen Bevölkerung .
Das mal nur ein kurzer und unvollständiger Vergleich der Hegemonie der Machtzentren.

Antworten
Silberruecken:

Träumt weiter, 2027 ist Schluss!

 
02.11.26 17:04
Unter diesem Russland wird es kein Handel mehr geben!

Die Europäische Union hat den vollständigen Ausstieg aus russischen Erdgas-Importen (Flüssiggas und Pipeline-Gas) spätestens für Ende 2027 beschlossen.



Die USA, also Trump drängt.....

Trump ist auch bald Geschichte!

www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/...herbst-2027,V9PAd5h
Antworten
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#10773

time watch:

Moral muss man sich leisten können

 
04.11.26 09:55
Mal schauen wie lange noch… www.wallstreet-online.de/nachricht/...-energiekrise-verdienen
Antworten
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#10775

Silberruecken:

Hier wird wieder ein Blödsinn verbreitet!

 
04.11.26 14:57
2. Strompreise
Beim Strom ist Europa im weltweiten Vergleich ebenfalls sehr teuer, die Spanne liegt aber weit unter dem Zehnfache.
Die Strompreise für die Industrie sowie für private Haushalte sind in Europa im Schnitt etwa doppelt so hoch wie in den USA, China oder Indien

1. Erdgas (Der Kern des „Zehn-Fach“-Vergleichs)
Der Vergleich zum zehnfachen Preis trifft vor allem auf den Großhandelsmarkt für Erdgas zwischen Europa und den USA zu.

Grund: Die USA fördern gigantische Mengen billiges Schiefergas im eigenen Land. Europa muss teures Flüssiggas (LNG) per Schiff importieren, was durch globale Krisen und Blockaden von Seewegen (wie der Straße von Hormus) extrem verteuert wird.


Antworten
Silberruecken:

Muss man eben verstehen!

 
04.11.26 14:58
1. Erdgas (Der Kern des „Zehn-Fach“-Vergleichs)
Der Vergleich zum zehnfachen Preis trifft vor allem auf den Großhandelsmarkt für Erdgas zwischen Europa und den USA zu.
Antworten
Silberruecken:

Man muss sich nur ein wenig schlau machen!

 
04.11.26 15:04
Eine Kilowattstunde (kWh) Gas kostet in Deutschland aktuell im Schnitt etwa 12,5 bis 14 Cent (inklusive Grundpreis und Steuern).
Die genauen Preise hängen von der Kundengruppe und dem gewählten Tarif ab:
Neukunden: ca. 12,60 bis 14 Cent pro kWh (je nach Portal und Region, u. a. beeinflusst durch Entwicklungen im Großhandel).
Bestandskunden: ca. 11,8 Cent pro kWh (Durchschnittswert).
Grundversorgung: ca. 13,60 Cent pro kWh (oft teurer durch kurze Kündigungsfristen).

Außerhalb Europas kostet eine Kilowattstunde (kWh) Erdgas für Haushaltskunden im weltweiten Durchschnitt ca. 0,082 USD (rund 7,6 Euro-Cent). Die Preise variieren jedoch extrem stark je nach eigener Gasförderung und staatlichen Subventionen. Während Verbraucher in den USA oder in arabischen Ländern von sehr günstigen Preisen profitieren, zahlt man in einigen asiatischen oder südamerikanischen Ländern ähnlich viel wie in Europa.
Antworten
Silberruecken:

Preise.....

 
04.11.26 15:21
Russland:
Die wichtigsten Werte vor Kriegsbeginn (2021) im Überblick:
Privathaushalte (Endkundenpreis inkl. Steuern, Abgaben und Mehrwertsteuer):
Im 1. Halbjahr 2021 zahlten Haushalte im Schnitt 6,41 Cent pro kWh.
Im 2. Halbjahr 2021 lag der Durchschnittspreis bei 6,83 Cent pro kWh.

Norwegen:
Der Preis für Erdgas im europäischen Großhandel lag Anfang November 2026 bei rund 93 bis 94 Euro pro Megawattstunde (MWh) (bzw. ca. 9,3 bis 9,4 Cent pro Kilowattstunde),

Antworten
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#10780

time watch:

Das Teil war richtig gut, Sondersperrung.

 
04.11.26 20:06
Kassiere ich locker ein. Das ist es mir wert, weil es so ist, war richtig.  
Antworten
Silberruecken:

Was ist eigentlich dein Problem?

 
04.11.26 20:14
Das Du deine Kohle verloren hast?
Man sollte schon ein wenig von der Materie verstehen, wenn man mitreden möchte!





Antworten
Silberruecken:

Jetzt aber Mal was lustiges ;-)

 
04.11.26 20:17
Hast Du schon deine Dividende in Empfang nehmen dürfen? ;-))
Wie sieht es denn allgemein mit den ADRs aus?
Gibt's Neuigkeiten?

www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/...-weg-20334575.html


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#10784

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#10785

Seefürst:

Und nun?

 
05.11.26 16:07
ch habe den Artikel des Wall Street Journal übersetzt, damit Sie sich ein eigenes Bild davon machen können.
Beginn der Übersetzung:
DIE USA DRÄNGEN AUF WIEDERAUFNAHME RUSSISCHER GASLIEFERUNGEN ÜBER DIE UKRAINE NACH EUROPA
Die Idee soll einen „Energie-Waffenstillstand“ zwischen Moskau und Kiew ermöglichen, aber sie stößt in europäischen Hauptstädten auf Widerstand.
Wie US-amerikanische, europäische und ukrainische Regierungsvertreter berichten, setzen sich die USA für eine rasche Wiederaufnahme russischer Erdgaslieferungen nach Europa durch Pipelines ein, die durch die Ukraine, Moskaus Kriegsgegner, verlaufen. Das ist Teil von Verhandlungen, die einen „Energie-Waffenstillstand“ für den kommenden Winter erreichen sollen.
Die Idee, die die US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff im September bei Besuchen in Moskau und Kiew zur Sprache gebracht haben, sieht vor, russisches Gas über einen US-Vermittler zu verkaufen, um so die europäischen Sanktionen zu umgehen. Laut Teilnehmern der Gespräche könnte das zudem eine lukrative Gelegenheit für amerikanische Investoren eröffnen.
Nach geltendem EU-Recht müssen sämtliche Käufe von russischem Erdgas bis Ende 2027 eingestellt werden. Die Staats- und Regierungschefs der größten europäischen Nationen haben bereits klargestellt, dass sie kein Interesse daran haben, die Abhängigkeit von Energieimporten aus einem Land wiederherzustellen, das sie als ihre größte strategische Bedrohung betrachten.

Der Plan trat im vergangenen Monat in den Hintergrund, nachdem die Ukraine auf Druck von Präsident Trump einseitig ihre Angriffe auf russische Raffinerien eingestellt hatte. Kiew setzte diese Angriffe für fast zwei Wochen aus, während Russland weiterhin die ukrainische Energieinfrastruktur bombardierte und zudem begann, Diesel in die USA zu liefern. Die USA verlagerten daraufhin ihren Fokus auf die Möglichkeit eines umfassenderen Friedensabkommens.
Am Freitag nahm Kiew seine Luftangriffe jedoch wieder auf und führte in den vergangenen drei Tagen Attacken auf drei große russische Raffinerien durch. Das verleiht dem Bestreben nach einem umfassenderen „Energie-Waffenstillstand“ neue Dringlichkeit, insbesondere im Hinblick auf die für Mitte November in Abu Dhabi geplanten Friedensgespräche zwischen den USA, Russland und der Ukraine. Bislang hat Russland amerikanische Versuche, eine solche Vereinbarung zu treffen, zurückgewiesen.
Nach Ansicht der US-Unterhändler könnte eine Rückkehr Russlands auf den europäischen Erdgasmarkt einen starken Anreiz für Präsident Wladimir Putin schaffen, einer solchen Einigung zuzustimmen. Die Nutzung des aus der Sowjetzeit stammenden Pipelinenetzes, das von den Urengoi-Gasfeldern in Sibirien über die Ukraine nach Europa verläuft, würde Kiew zudem dringend benötigte Einnahmen aus Transitgebühren verschaffen.
Wie ein hochrangiger US-Regierungsvertreter mitteilte, haben die Vertreter des Weißen Hauses vorgeschlagen, dass Russland die Erlöse aus diesen Gasverkäufen nach Europa auf ein Treuhandkonto in einem Drittstaat einzahlen solle, damit der Kreml das Geld nicht zur Finanzierung seines Krieges verwenden kann. Sie versuchten, den europäischen Staats- und Regierungschefs diese Idee im Vorfeld eines Winters, in dem die europäischen Gasreserven den niedrigsten saisonalen Stand seit Jahren erreicht haben, als Mittel zur Senkung der Energiepreise schmackhaft zu machen.
Ein solcher Druck stellt eine komplette Kehrtwende gegenüber der ersten Amtszeit von Donald Trump dar. Damals kritisierte Trump wiederholt die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel für den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 aus Russland. Er warnte, Nord Stream 2 würde Deutschland „in die Abhängigkeit von Russland“ treiben, und verhängte Ende 2019 Sanktionen gegen das Projekt.
Nur etwas mehr als zwei Jahre später marschierte Russland – dessen Militär durch Einnahmen aus Energieexporten finanziert wird – in die Ukraine ein. Moskau setzte dabei darauf, dass Europa aufgrund seiner starken wirtschaftlichen Abhängigkeit nicht reagieren würde.
Der Krieg hat die Europäer jedoch dazu veranlasst, die Abhängigkeit von russischem Erdgas als strategische Verwundbarkeit gegenüber einer feindseligen Macht zu betrachten, der sie nicht mehr vertrauen. Die EU hat Gesetze verabschiedet, die die Importe von russischem Gas drastisch einschränken und bis Ende nächsten Jahres vollständig untersagen. Die derzeitige offizielle Position der EU lautet, dass sie auch nach einem umfassenden Friedensabkommen mit Russland keine russischen Gasimporte mehr aufnehmen wird – geschweige denn im Rahmen eines brüchigen „Energie-Waffenstillstands“, der es Putin ermöglichen würde, den Krieg fortzusetzen und sein Militär zu finanzieren.
EU-Energiekommissar Dan Jørgensen erklärte im Oktober in einem von seinem Büro offiziell bestätigten Interview mit einer ungarischen Zeitung, dass das Verbot russischer Gasimporte dauerhaft sein sollte. „Ich würde Russland ganz sicher nicht vertrauen. Selbst wenn es morgen Frieden gäbe, was wir uns alle wünschen“, sagte er.
Die Regierung Trump setzt darauf, dass sich der europäische Widerstand als weniger unnachgiebig erweisen könnte, als es den Anschein hat.
Hinter verschlossenen Türen äußern sich einige hochrangige europäische Vertreter jedoch direkter. Ein hochrangiger Vertreter aus einem nordischen Land erklärte, die Idee, russische Gasimporte wieder aufzunehmen, widerspreche allem, wofür die Europäer stünden. Ein hochrangiger Beamter aus einem großen europäischen Staat verglich das sogar mit dem Vorgehen des ehemaligen britischen Premierministers Neville Chamberlain, der die Tschechoslowakei im Austausch für wirtschaftliche Vereinbarungen an Hitler opferte.
Die USA ihrerseits betrachten eine mögliche Wiederinbetriebnahme von Nord Stream inzwischen als potenziell wichtigen Bestandteil eines umfassenderen Abkommens, nicht nur, um den Krieg in der Ukraine zu beenden, sondern auch, um die langjährigen Spannungen zwischen Russland und den europäischen Verbündeten der USA beizulegen. Ein hochrangiger US-Vertreter merkte an, Merkels Fehler habe darin bestanden, das Pipeline-Projekt voranzutreiben, ohne zuvor auf eine breitere Sicherheitsvereinbarung mit Russland hinzuarbeiten, mit der auch Moskau hätte leben können.
Russland und Deutschland haben die erste Nord-Stream-Pipeline im Jahr 2011 gebaut, um die über die Ukraine verlaufenden Leitungsnetze zu umgehen. Nord Stream 1, die Lieferungen wurden im August 2022 eingestellt, und Nord Stream 2, die nie in Betrieb genommen wurde, wurden im September 2022 bei Unterwasserexplosionen, für die die Ukraine verantwortlich gemacht wird, schwer beschädigt. Eine Wiederinbetriebnahme würde erhebliche Zeit in Anspruch nehmen, selbst wenn es gelänge, die politischen und regulatorischen Hürden aus dem Weg zu räumen.
Ein US-Vertreter erklärte, dass die Verhandlungsführer im Laufe der Gespräche verschiedene wirtschaftliche Vorschläge erörtert hätten. Die Europäer haben Interesse an einem Vorschlag bekundet, der die Gaspreise auf dem gesamten Kontinent drastisch senken würde, so der Beamte. Er fügte hinzu, dass derartige wirtschaftliche Vereinbarungen Teil eines umfassenden Friedensabkommens wären.
Im Gegensatz dazu könnte das Pipelinenetz, das durch die Ukraine verläuft – mit Anbindungen an die Slowakei sowie weiter nach Österreich und Deutschland – nahezu sofort wieder in Betrieb genommen werden. Bis zur Stilllegung im Januar 2025 – also bereits während des umfassenden Krieg zwischen Russland und der Ukraine – flossen weiterhin begrenzte Gasmengen durch dieses Netz.
Heute stammen nur noch 11 Prozent des in Europa verbrauchten Erdgases aus Russland, vor Kriegsbeginn waren es noch 45 Prozent. Flüssigerdgas (LNG) aus den USA deckt 30 Prozent des europäischen Verbrauchs, während russisches Gas entweder per LNG-Tanker oder über die TurkStream-Pipelines importiert wird, die Ungarn und die Slowakei versorgen.
Europäische Vertreter räumen ein, dass die Folgen von Trumps Krieg gegen den Iran den Widerstand Europas untergraben könnten. Die Flüssiggaslieferungen aus Katar sitzen weiterhin im Persischen Golf fest und die weltweiten Energiepreise sind trotz eines gestiegenen Öltransports durch die Straße von Hormus weiter angestiegen. Nach Angaben der EU hat Europa infolge des Krieges mit dem Iran bereits 100 Milliarden Euro, umgerechnet etwa 112 Milliarden US-Dollar, zusätzlich für Energie ausgegeben.
Wie die Energieregulierungsbehörden der EU mitteilen, sind die europäischen Erdgasspeicher derzeit zu etwa 75 Prozent gefüllt, der Kontinent wird also mit Vorräten in den kommenden Winter gehen, die unter dem Durchschnitt der letzten neun Jahre liegen.
Die wichtigste Oppositionspartei in Deutschland, die rechtsextreme Alternative für Deutschland (AfD), hat die Wiederaufnahme günstiger Erdgasimporte aus Russland bereits zu einem zentralen Bestandteil ihres Wahlkampfs für die für 2028 angesetzten Bundestagswahlen gemacht.
Diplomaten zufolge wäre es für Europa einfacher, seine Position zu ändern, wenn Kiew den Gasverkäufen im Rahmen eines Waffenstillstands zustimmen würde, der Stromausfälle und eine mögliche humanitäre Katastrophe in ukrainischen Großstädten verhindern könnte, welche in den kommenden Monaten eine neue Flüchtlingswelle auslösen könnte. Das gilt umso mehr, als die Ukraine kaum noch Luftabwehrkapazitäten hat, denn die USA haben die Lieferung von Patriot-Abfangraketen eingeschränkt, da daran ein durch den Krieg gegen den Iran verursachter weltweiter Mangel herrscht.
Ende der Übersetzung
Antworten
Silberruecken:

Ich denke nicht, dass unter Putin/unter diesem

 
05.11.26 17:26
System jemals wieder Gas/Ölgeschäfte gemacht werden!

Sollte in Russland ein politischer Wandel stattfinden (keine Bedrohung), gerne wieder!

Bis dahin bleiben die Röhren leer ;-))

Es ist praktisch sicher, dass die Europäische Union und Deutschland dauerhaft kein Gas mehr aus Russland beziehen werden.
Die wichtigsten Fakten dazu:
• Verbindlicher EU-Ausstiegsbeschluss: EU-Parlament und der EU-Ministerrat haben ein dauerhaftes, gesetzlich verankertes Verbot beschlossen. Spätestens zum 1. November 2027 wird der Import von russischem Gas (sowohl per Pipeline als auch als Flüssiggas / LNG) vollständig beendet.
• Schrittweises Verbot bereits im Gang: Im Januar 2026 hat der Rat eine Verordnung verabschiedet, die Importe schrittweise kappt und den Ausstieg für bestehende Verträge vorgibt.


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