Aktuelle Aussagen des Gazprom Chefs Miller:
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Gazprom, das den LNG-Boom lange übersehen und bagatellisiert hat, liefert sein Gas gemäß einer fixen Preisformel über Pipelines. Miller sprach gestern zwar auch von den Veränderungen auf dem globalen Gasmarkt, belächelte aber Europas "Spot-Bewusstsein", wie er es nannte. "Nun haben sie, wofür sie kämpften", meinte er in Anspielung darauf, dass Europa sich für mehr LNG-Gas starkmachte und nun so wenig kauft wie seit Jahren nicht mehr, weil der größte LNG-Exporteur Katar seinen Exportstrom auf den stark nachfragenden Asienmarkt umgelenkt hat.
Im Jahrhundert des Gases falle Europa aus der Reihe, weil – derzeit durch billigen Kohleimport – der Verbrauch im Unterschied zu anderen Teilen der Welt zurückgehe, wie Experten betonen. Gazprom freilich bleibe in Bereitschaft, so Miller: Russland könne mit seinen Ressourcen trotz der Eroberung des chinesischen Marktes auch künftig so viel nach Europa liefern, wie Europa wolle.
Das derzeitige Hauptproblem: Die Lösung des Gaskonfliktes mit der Ukraine, die ihre Gasschulden nicht begleicht und deshalb künftig Gas nur noch gegen Vorauszahlung erhalten soll. Darüber wird am Montag wieder auf der Ebene der Energieminister verhandelt: Die Preisverhandlungen bewegten sich dem Vernehmen nach zuletzt im Korridor zwischen 350 und 380 Dollar je 1000 Kubikmeter. Es müsse eher die obere Grenze sein, so eine Quelle des russischen Energieministeriums zur "Presse". Das wäre der Durchschnittspreis, den auch Westeuropa zahlt.
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