Zeitpunkt: 14.06.21 12:33
Kommentar: Regelverstoß - unbelegte Aussage
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Zwischen der Sowjetunion und den Staaten des Ostblocks wurde im Juni 1974 in Sofia auf der 28. Tagung des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) die Lieferung von Gas und Erdöl gegen Bauleistung an der Erdgasleitung vereinbart. Ziel war es, die Erdgaslagerstätte bei Orenburg zu erschließen und eine Erdgasleitung nach Uschgorod an der sowjetischen Westgrenze zu errichten.
Während der Konstruktion von 1974 bis 1978 erhielten die beteiligten RGW-Länder in der Reihenfolge Bulgarien, Tschechoslowakei, Polen, DDR und Ungarn je einen etwa 550 Kilometer langen Bauabschnitt. Der Bauabschnitt der DDR verlief durch die Ukraine von Krementschug am Dnepr bis nach Bar in der Westukraine. Es war die größte Investitionsbeteiligung der DDR. Die Standorte der Baustellen waren Krementschug, Alexandrowka, Talnoje, Gaisin, Bar und Tscherkassy (am Dnepr), wo die Baustellendirektion ihren Sitz hatte....
https://de.wikipedia.org/wiki/Druschba-Trasse#Geschichte
Die Ukrainer haben die Leitung "geerbt". Seit Jahrzehnten scheffeln sie Transitgebühren. Für die Instandhaltung haben sie kaum etwas getan. Ihre heutigen Forderungen sind impertinent und an Zynismus kaum zu überbieten.
In den 1970er- und 1980er-Jahren errichtet die DDR in der UdSSR zwei gewaltige Gas-Trassen. Trotz großer Propaganda haben sie sich kaum rentiert.
August 1976: Montage riesiger Rohre der Erdgasleitung - Druschba Trasse - bei Iwano Frankowsk durch den VEB Industriemontage Bildrechte: imago/Ulrich Hässler
Alles beginnt 1974. Damals vereinbaren die DDR, Ungarn, die CSSR, Bulgarien und Polen mit der UdSSR, gemeinsam die längste Erdgasleitung der Welt zu bauen. Jedes der teilnehmenden Länder soll etwa 550 Kilometer der insgesamt 2.750 Kilometer langen Trasse in Eigenregie- und Finanzierung erstellen. Im Gegenzug sollen die Bruderländer von der UdSSR einen Teil des geförderten Erdgases kostenlos geliefert bekommen. Der DDR wird der Bauabschnitt von Krementschug am Dnepr bis nach Bar in der Westukraine übergeben.
Der Bau der Erdgastrasse ist tatsächlich ein Projekt der Superlative. Und mit Superlativen arbeitet auch die DDR-Propaganda: Vom "Jahrhundertbauwerk" und einem "Schritt ins nächste Jahrtausend" ist die Rede und natürlich von der "unverbrüchlichen Freundschaft zur Sowjetunion". Dementsprechend wird die Trasse auch "Drushba-Trasse" ("Trasse der Freundschaft") getauft. Dabei geht es dem großen Bruder in Moskau weniger um Freundschaft, denn um nüchterne ökonomische Erwägungen: Allein kann man das gigantische Bauvorhaben nicht realisieren und der größte Teil des Erdgases soll ohnehin in den Westen fließen. Gas gegen Devisen, lautet der Deal.
Die Ausführung des Bauvorhabens überträgt die SED der FDJ. Nach einem halben Jahr Vorbereitungszeit machen sich im April 1975 die ersten "Freundschaftsbrigaden" auf den Weg in Richtung Osten. Von der DDR-Propaganda werden sie als "Revolutionäre im Blauhemd" und "Helden der Arbeit" gefeiert. Die jungen Leute freilich sind weniger von der Parteipropaganda als von der Aussicht auf überdurchschnittlich gute Bezahlung und der Chance, ein Abenteuer zu erleben, angezogen. "Endlich mal raus aus der DDR!", heißt es bei vielen von ihnen.
Doch die romantischen Vorstellungen von Exotik und Abenteuer werden schnell von der rauen und entbehrungsreichen Wirklichkeit eingeholt.
Gearbeitet wird an der Trasse zwölf bis vierzehn Stunden am Tag, sechs Tage die Woche. Heimaturlaub gibt es alle drei, vier Monate, vorausgesetzt, die Planziele stimmen. Gewöhnen müssen sich die "Trassniks" aber auch an die extremen Witterungsbedingungen: Im Sommer klettert das Thermometer nicht selten auf 40 Grad, im Winter sinkt es auf minus 40 Grad. Bis minus 35 Grad wird gearbeitet. Die Fahrzeugmotoren laufen ohne Unterlass, weil sie sonst nicht wieder anspringen.
Die DDR gerät durch den Trassenbau an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit, denn die Baukosten sind ungeheuerlich. In Westeuropa und Japan muss für hunderte Millionen kostbarer Devisen schwere Technik einkauft werden: Raupen, Rohrlegekräne, Spezialtechnik. Zudem muss alles, was für den Bau gebraucht wird, per Luftbrücke in die Sowjetunion transportiert werden: Rohre, Werkzeuge und die Verpflegung für die Trassenbauer.
Außerdem hat sich die DDR im Regierungsabkommen mit der UdSSR auch verpflichtet, den Bau von Wohnungen, Schulen, Kindergärten, Straßen und Kläranlagen längs der Trasse zu übernehmen. "Auf eigene Kosten natürlich", sagt Joachim Reinsch, Chef des zweiten Erdgastrassenprojekts. Und jedes Teil, vom Nagel über Scheuerleisten bis zum Fensterglas - alles wird aus der DDR herangeschafft.

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Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Neben der Trasse: Plattenbau made in GDR
Nachdem 1979 die "Drushba-Trasse" fertig gestellt ist, wagt sich die DDR nur vier Jahre später an ein neues Trassen-Vorhaben in der UdSSR.
Diesmal soll eine Gaspipeline von Nowy Urengoi im Nordwesten Sibiriens bis nach Westeuropa gebaut werden. Es ist alles genauso wie bei der ersten Trasse, nur dass die Witterungsbedingungen noch rauer sind und die Planvorgaben aus Moskau verschärfter. Einmal droht das Projekt gar zu scheitern: Die DDR-Bauleute können die Planvorgaben nicht einhalten und die UdSSR droht, den Regierungsvertrag zu kündigen. Propagandistisches Gerassel gibt es jetzt nicht mehr. Das Projekt heißt einfach nur noch "Erdgastrasse". Vollendet wird es erst 1993, drei Jahre nach dem Ende der DDR.
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