News - 13.06.07 09:36
FXdirekt Bank Kolumne: Eine Trendumkehr sieht anders aus
KREFELD (FXdirekt Bank) - So wie eine Schwalbe bekanntlich noch keinen Sommer macht, geht die Welt der Konjunkturoptimisten auch noch nicht unter, wenn eine schlechte Nachricht kommt. Die Industrieproduktion in Deutschland ist im April um 2,3 Prozent gegenüber dem März gesunken. Einen ähnlich starken Rückgang gab es zuletzt im Sommer 2001. Der Aufschwung geht trotzdem weiter. Zu dieser Einschätzung neigte in der vergangenen Woche jedenfalls die Mehrheit der Konjunkturexperten.
Ihrer Meinung zufolge hätten Sondereinflüsse die Aprildaten gedrückt. So nahmen viele Arbeitnehmer Ende April einen Brückentag über den 1. Mai und haben so die Produktion geschmälert. Dies ist in der Saisonbereinigung nicht berücksichtigt. Auch ist die übliche Frühjahrsbelebung im Baugewerbe aufgrund des milden Winters ausgeblieben. Deshalb messen die Volkswirte der Aprilzahl keine allzu große Bedeutung bei und gehen von einer Belebung in den nächsten Monaten aus. Ähnlich dürften sie dann auch den voraussichtlichen Einbruch der Industrieproduktion in der Eurozone bewerten.
Damit sollte der Wachstumsrückgang der vergangenen Monate nur eine Episode gewesen sein. Im ersten Quartal hatte sich der Anstieg des BIP von 3,3 auf 3,0 Prozent verlangsamt. Angesichts derart guter Wachstumszahlen und hoher Kapazitätsauslastung haben etliche Volkswirte nun ihre Inflationsprognosen für die Eurozone nach oben gesetzt. Zugleich gehen mehr Ökonomen davon aus, dass die straffere Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) noch eine Weile anhält. Einige sorgen sich bereits, dass die EZB aufgrund von Inflationsängsten die Zinsen zu hoch setzt und es 2009 zu einer scharfen Wachstumsverlangsamung kommen könnte.
Den jüngsten Kursrückschlag des Währungspaares EUR/USD um mehr als zwei Cent auf rund 1,33 US-Dollar sollten Anleger daher nicht überwerten. Vielmehr dürfte es mit den stark schwankenden Aktien- und Anleihemärkten der vergangenen Woche zur Auflösung von Carry Trades gekommen sein, was den Euro nur kurzfristig belasten sollte. Eine Trendumkehr zugunsten des Greenback sieht jedenfalls anders aus.
Carsten Stern ibas AG FXdirekt
Für den Inhalt der Kolumne ist allein FXdirekt Bank AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.
Quelle: dpa-AFX
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FXdirekt Bank Kolumne: Eine Trendumkehr sieht anders aus
KREFELD (FXdirekt Bank) - So wie eine Schwalbe bekanntlich noch keinen Sommer macht, geht die Welt der Konjunkturoptimisten auch noch nicht unter, wenn eine schlechte Nachricht kommt. Die Industrieproduktion in Deutschland ist im April um 2,3 Prozent gegenüber dem März gesunken. Einen ähnlich starken Rückgang gab es zuletzt im Sommer 2001. Der Aufschwung geht trotzdem weiter. Zu dieser Einschätzung neigte in der vergangenen Woche jedenfalls die Mehrheit der Konjunkturexperten.
Ihrer Meinung zufolge hätten Sondereinflüsse die Aprildaten gedrückt. So nahmen viele Arbeitnehmer Ende April einen Brückentag über den 1. Mai und haben so die Produktion geschmälert. Dies ist in der Saisonbereinigung nicht berücksichtigt. Auch ist die übliche Frühjahrsbelebung im Baugewerbe aufgrund des milden Winters ausgeblieben. Deshalb messen die Volkswirte der Aprilzahl keine allzu große Bedeutung bei und gehen von einer Belebung in den nächsten Monaten aus. Ähnlich dürften sie dann auch den voraussichtlichen Einbruch der Industrieproduktion in der Eurozone bewerten.
Damit sollte der Wachstumsrückgang der vergangenen Monate nur eine Episode gewesen sein. Im ersten Quartal hatte sich der Anstieg des BIP von 3,3 auf 3,0 Prozent verlangsamt. Angesichts derart guter Wachstumszahlen und hoher Kapazitätsauslastung haben etliche Volkswirte nun ihre Inflationsprognosen für die Eurozone nach oben gesetzt. Zugleich gehen mehr Ökonomen davon aus, dass die straffere Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) noch eine Weile anhält. Einige sorgen sich bereits, dass die EZB aufgrund von Inflationsängsten die Zinsen zu hoch setzt und es 2009 zu einer scharfen Wachstumsverlangsamung kommen könnte.
Den jüngsten Kursrückschlag des Währungspaares EUR/USD um mehr als zwei Cent auf rund 1,33 US-Dollar sollten Anleger daher nicht überwerten. Vielmehr dürfte es mit den stark schwankenden Aktien- und Anleihemärkten der vergangenen Woche zur Auflösung von Carry Trades gekommen sein, was den Euro nur kurzfristig belasten sollte. Eine Trendumkehr zugunsten des Greenback sieht jedenfalls anders aus.
Carsten Stern ibas AG FXdirekt
Für den Inhalt der Kolumne ist allein FXdirekt Bank AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.
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