Techs kontern
12. Juli 2001 Techs kontern
Technologieaktien dürften am Donnerstag zum Kontern ansetzen und aus der Defensive ausbrechen. Die Quartalsergebnisse von Motorola und Yahoo haben die Prognosen getroffen. Zwar haben die Unternehmen verhaltene Ausblicke gegeben, aber auch nicht direkt vor weiteren Rückschlägen gewarnt. Zudem gab sich Microsoft nachbörslich zuversichtlich, die Prognosen für das zweite Quartal zu treffen. Die Börse in Tokio feiert die beruhigenden Worte aus Amerika. Auch der Dax sollte sich dieser Tendenz anschließen.
Euro im Fernen Osten behauptet
Der Euro hat sich am Donnerstag an den Märkten des Fernen Ostens behauptet nahe seiner letzten Kurse am Vorabend in New York präsentiert. Händlern zufolge profitierte die Gemeinschaftswährung gemeinsam mit dem Yen von den Problemen einiger Schwellenländer wie Argentinien. Diese hätten entgegen der sonst üblichen Entwicklung zu Dollar-Verkäufen zu Gunsten des Euro geführt. Zahlreiche Investoren hätten offenbar Engagements in Schwellenländern zu Gunsten des Euro aufgegeben. Händler begründeten dies teilweise mit wachsender Sorge am Markt, dass der starke Dollar den US-Exporten schade und Inflationsgefahren für die Euro-Zone heraufbeschwöre. Gegen 7.30 Uhr geht der Euro zu 0,8575 Dollar um.
Euro, Schwellenländer und Daten bestimmen Euro-Renten
Die europäischen Zinsfutures werden am Donnerstag nach Einschätzung von Analysten weiterhin von der Entwicklung des Euro und Sorgen über die Situation in einigen Schwellenländern wie Argentinien und Singapur bestimmt werden. Darüber hinaus werde aber auch weiterhin die Entwicklung der Aktienmärkte die Aufmerksamkeit der Investoren auf sich ziehen, sagten Experten. Aus technischer Sicht könnte der Bund-Future im Tagesverlauf die psychologische Marke von 107,00 Punkten überwinden und bis auf 107,20 Zähler anziehen. Allerdings müsse dazu zunächst die Widerstandsmarke bei 106,82 Punkten überwunden werden, hieß es.
Tokioter Aktie sehr fest
In Tokio erhöht sich der Nikkei Index 225 bis gegen 7.30 Uhr um 2,5 Prozent auf 12.307 Yen. Die anziehenden Nasdaq-Futures sowie günstige Unternehmensmeldungen nach US-Börsenschluss begünstigen das Marktgeschehen. Getrieben wird der Index vor allem durch Hochtechnologiewerte. Zu den Gewinnern im High-Tech-Bereich gehörten Sony mit einem Plus von 4,3 Prozent und Tokyo Electron mit einem Kursaufschlag von 6,9 Prozent.
Aktien Hongkong tendieren am Mittag fester - TMT-Werte erholen sich
Mit einer festeren Tendenz präsentieren sich die Aktienkurse in Hongkong am Donnerstagmittag (Ortszeit). Bis zum Ende der ersten Sitzungshälfte gewinnt der Hang-Seng-Index 0,9 Prozent auf 12.640,87 Punkte. Händler berichten von einer Erholung der Aktien aus den Bereichen Telekom, Medien und Technologie (TMT). Die leichten Zuwächse an der Nasdaq am Vortag hätten zu der Erholung in Hongkong geführt. Das Volumen sei jedoch zu gering, und es werde nicht mit einem deutlichen, weiteren Anstieg gerechnet, heißt. es. Legend sind einer der größten Gewinner und legen um 4,2 Prozent zu.
Nachrichten und Kursbewegungen nach Börsenschluss
Motorola und Yahoo legten nachbörslich zu, nachdem sie ihre Quartalszahlen vorgelegt haben. Microsoft stiegen 1,09 Dollar auf 70,59 Dollar. Der Software-Hersteller zeigte sich zuversichtlich im zweiten Quartals die Umsatzschätzungen der Analysten zu übertreffen. Yahoo stiegen auf 19,37 Dollar, nachdem die Aktie den regulären Handel mit 17,03 Dollar beendet hat. Die Zahlen für das zweite Quartal haben die Prognosen übertroffen. Auch Motorola konnte die durch Gewinnwarnungen gestutzten Verlustschätzungen überbieten. Die Aktie kletterte nachbörslich von 28,06 auf 29,57 Dollar.
Wall Street schließt im Plus
Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Mittwoch mit leichten Gewinnen geschlossen. Zu Beginn der Sitzung waren noch insbesondere die Technologiewerte wegen den jüngsten Gewinnwarnungen unter anderem des Software-Herstellers Comverse Technology unter Druck geraten. Anleger hätten jedoch nach billigen Titeln Ausschau gehalten, hieß es am Markt. Die Umsatz- und Gewinnwarnung des Computerkonzerns Compaq sei zudem nicht von allen Marktteilnehmern negativ bewertet worden.
Der Dow Jones notierte bei Handelsschluss 0,64 Prozent fester auf 10.241,09 Zählern. Dei Nasdaq schloss 0,47 Prozent höher bei 1972,04 Zählern.
Obwohl Compaq am Dienstag seinen Umsatz- und Gewinnausblick für das zweite Quartal gesenkt hatte stiegen die Titel um 5,01 Prozent auf 14,45 Dollar. Saftige Verluste mussten dagegen Comverse hinnehmen, nachdem sie die Gewinnprognosen um ein Drittel gesenkt hatten. Die Aktien verloren 33,50 Prozent auf 25,95 Dollar. Auch die Titel des Softwareherstellers Openwave fielen um 16,16 Prozent auf 20,24 Dollar.
Der Dow unter anderem durch Titel wie Johnson&Johnson ins Plus gehoben, die 1,89 Prozent fester bei 53,49 Dollar notierten und General Motors, die ein Plus von 4,35 Prozent auf 65,47 Dollar verzeichneten. Bankenwerte seien indes auf Grund von Sorgen über die Finanzlage in Argentinien und Lateinamerika belastet worden, hieß es. Citigroup notierten 3,09 Prozent schwächer bei 47,60 Dollar.
Eine Gewinnwarnung kam am Mittwoch von Emerson Electric. Die Titel brachen 13,81 Prozent auf 52,93 Dollar ein. Deutliche Kurseinbußen musste auch der Fotokonzern Polaroid hinnehmen, nachdem am Markt Befürchtungen aufkamen, das Unternehmen stehe kurz vor dem Konkurs. Polaroid teilte später mit, es hätten positive Gespräche mit Banken über eine Verlängerung der Kreditrückzahlungsfristen stattgefunden. Der Kurs des Polaroid-Papiers fiel um 31,11 Prozent auf 1,86 Dollar.
Zu den Gewinnern gehörte dagegen die Pepsi Bottling Group mit einem Kursplus von 3,57 Prozent auf 43,53 Dollar, nachdem der größte Pepsi-Abfüller positive Geschäftszahlen für sein zweites Quartal mitgeteilt hatte.
US-Anleihen schließen etwas leichter
Mit etwas leichteren Notierungen haben US-Anleihen am Mittwoch geschlossen. Zehnjährige Papiere mit einem Kupon von fünf Prozent sanken um 4/32 auf 97-29/32 und rentierten mit 5,276 Prozent. Der 5,375-prozentige Longbond verlor 13/32 auf 95-18/32 zu. Dadurch stieg die Rendite auf 5,684 Prozent. Händler begründeten die moderaten Verluste mit der relativen Stärke des Aktienmarktes. Belastet worden sei der Anleihemarkt auch von Befürchtungen um die Emerging Markets, insbesondere Argentinien.
Medienschau
12. Juli 2001
Unternehmensnachrichten
Microsoft hebt trotz Investmentverlust Umsatzziel an
Microsoft erwartet nach eigenen Angaben im vierten Quartal hohe Investmentverluste, rechnet aber mit einem Umsatz über den bisherigen Prognosen. Microsoft kündigte am Mittwoch nach US-Börsenschluss an, im Schlussquartal Investmentverluste von 2,6 Milliarden Dollar zu verbuchen. Beim Umsatz rechne das Unternehmen nun mit 6,5 bis 6,6 Milliarden Dollar. Bisher war Microsoft von Umsätzen zwischen 6,3 und 6,5 Milliarden Dollar für das am 30. Juni endende Quartal ausgegangen. Der weltgrößte Softwarehersteller teilte außerdem mit, das operative Ergebnis werde im Rahmen der Analystenschätzungen ausfallen. (Reuters)
Motorola schlägt Schätzungen
Motorola hat im zweiten Quartal einen Verlust von elf Cents je Aktie erwirtschaftet. Analysten waren von zwölf Cents ausgegangen. Der Umsatz blieb mit 7,5 Milliarden Dollar jedoch leicht hinter den Erwartungen zurück. Im dritten Quartal rechnet Motorola mit einem Anstieg der Nachfrage. (vwd)
Yahoo übertrifft Erwartungen
Yahoo! hat im zweiten Quartal 2001 auf pro forma Basis einen Cent Gewinn je Aktie erwirtschaftet. Analysten waren von einem ausgeglichenen Ergebnis ausgegangen. (Reuters)
Neue Infineon-Aktien finden doch genug Käufer
Die neuen Aktien der Infineon finden nun doch genug Käufer. In einem Kraftakt sei es dem Chipkonzern offenbar gelungen, seine Kapitalerhöhung zu platzieren. Der Preis der Aktien sei noch offen. Trotz des schwierigen Börsenumfelds sei die Aktie bereits überzeichnet, heißt es in Finanzkreisen. Damit gelte es als sicher, dass Infineon demnächst neue Eigenmittel in der Größenordnung von 1,5 Milliarden Euro erhalten wird. (HB, S. 1)