Fondsmanager wollen die Rückschläge nutzen
Erstaunlich positiv äußern sich laut einer Umfrage die Fondsmanager aus dem europäischen Raum.
LONDON. Laut einer Umfrage der US-Investmentbank Merrill Lynch beurteilen 32 Prozent der befragten 282 Geldverwalter aus aller Welt die Aussichten für steigende amerikanische Aktienkurse als "negativ". Vor allem die Europäer wollen derzeit von Engagements an der Wall Street nichts wissen. 88 Prozent vertrauen lieber auf die soliden Gewinnsteigerungen europäischer Unternehmen. Für die nächsten 12 Monaten gehen sie bei diesen von einer Zunahme von immerhin 10,5 Prozent aus.
Selbst über die weitere Zinspolitik im Euroraum geben sich die Befragten gelassen. Die Mehrheit ist überzeugt davon, daß die Volkswirtschaften der EU an Kraft gewinnen. Trotz der Misere an vielen Märkten will die große Mehrheit weiterhin Aktien den Vorzug gegenüber Festverzinslichen geben und Kursrückgänge dazu nutzen, zuzukaufen. Per Saldo würden selbst dann noch 76 Prozent zukaufen, falls die Kurse in den kommenden drei Monaten um weitere zehn Prozent fallen sollten. Kurssteigerungen von zehn Prozent würde dagegen nur eine kleine Mehrheit zu Verkäufen und Gewinnmitnahmen nutzen.
Wo legen die Fondsmanager derzeit ihr Geld an? An erster Stelle ihrer Favoritenliste stehen die Schwellenländer, dann folgt die Eurozone. Die stärkste Verschiebung in den regionalen Portefeuilles hat sich indessen im Mai zugunsten Japans ergeben. Dort sind die Investoren erstmals seit langem wieder übergewichtet, also stärker engagiert, als es der Gewichtung Japans in internationalen Indizes entspräche.
Und welche Sektoren sind derzeit in? Die große Mehrheit der Anleger ist in Rohstoffen übergewichtet, dicht gefolgt von Industrieaktien und Finanzwerten. Um Telekomwerte machen die Männer des Geldes nach wie vor einen großen Bogen. Von Versorger- und Technologieaktien wollen sie vorläufig ebenfalls nichts wissen.
Kritik an Merrill Lynch
NEW YORK (bloomberg.) Indes ist die Merrill Lynch aus einem anderen Grund erneut unter Beschuß. Knapp ein Monat ist es her, seit die US-Investmentbank einen Vergleich mit dem New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer geschlossen hat, um den Verdacht auszuräumen, daß ihre Analysten von den Kollegen der Investmentbank-Abteilung beeinflußt wurden. Nun wurden Analystenurteile für zwei Unternehmen abgegeben, deren Börsengänge die Bank vor wenigen Wochen begleitet hat. Netflix Inc. und Liquidmetal Technologies fahren beide Verluste ein, werden aber von dem Wertpapierhaus mit "strong buy" bewertet.
Erstaunlich positiv äußern sich laut einer Umfrage die Fondsmanager aus dem europäischen Raum.
LONDON. Laut einer Umfrage der US-Investmentbank Merrill Lynch beurteilen 32 Prozent der befragten 282 Geldverwalter aus aller Welt die Aussichten für steigende amerikanische Aktienkurse als "negativ". Vor allem die Europäer wollen derzeit von Engagements an der Wall Street nichts wissen. 88 Prozent vertrauen lieber auf die soliden Gewinnsteigerungen europäischer Unternehmen. Für die nächsten 12 Monaten gehen sie bei diesen von einer Zunahme von immerhin 10,5 Prozent aus.
Selbst über die weitere Zinspolitik im Euroraum geben sich die Befragten gelassen. Die Mehrheit ist überzeugt davon, daß die Volkswirtschaften der EU an Kraft gewinnen. Trotz der Misere an vielen Märkten will die große Mehrheit weiterhin Aktien den Vorzug gegenüber Festverzinslichen geben und Kursrückgänge dazu nutzen, zuzukaufen. Per Saldo würden selbst dann noch 76 Prozent zukaufen, falls die Kurse in den kommenden drei Monaten um weitere zehn Prozent fallen sollten. Kurssteigerungen von zehn Prozent würde dagegen nur eine kleine Mehrheit zu Verkäufen und Gewinnmitnahmen nutzen.
Wo legen die Fondsmanager derzeit ihr Geld an? An erster Stelle ihrer Favoritenliste stehen die Schwellenländer, dann folgt die Eurozone. Die stärkste Verschiebung in den regionalen Portefeuilles hat sich indessen im Mai zugunsten Japans ergeben. Dort sind die Investoren erstmals seit langem wieder übergewichtet, also stärker engagiert, als es der Gewichtung Japans in internationalen Indizes entspräche.
Und welche Sektoren sind derzeit in? Die große Mehrheit der Anleger ist in Rohstoffen übergewichtet, dicht gefolgt von Industrieaktien und Finanzwerten. Um Telekomwerte machen die Männer des Geldes nach wie vor einen großen Bogen. Von Versorger- und Technologieaktien wollen sie vorläufig ebenfalls nichts wissen.
Kritik an Merrill Lynch
NEW YORK (bloomberg.) Indes ist die Merrill Lynch aus einem anderen Grund erneut unter Beschuß. Knapp ein Monat ist es her, seit die US-Investmentbank einen Vergleich mit dem New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer geschlossen hat, um den Verdacht auszuräumen, daß ihre Analysten von den Kollegen der Investmentbank-Abteilung beeinflußt wurden. Nun wurden Analystenurteile für zwei Unternehmen abgegeben, deren Börsengänge die Bank vor wenigen Wochen begleitet hat. Netflix Inc. und Liquidmetal Technologies fahren beide Verluste ein, werden aber von dem Wertpapierhaus mit "strong buy" bewertet.