Le pacte des loups (F 2001)
Genre: Fantasy-Action
Regie: Christophe Gans
Darsteller: Samuel Le Bihan, Mark Dacascos, Emilie Dequenne, Vincent Cassel, Monica Belluci
Historienepos trifft Horrorthriller und man verträgt sich!
Domain Der Pakt der Wölfe
Start: 14. Februar 2002
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Porträt Mark Dacascos
Zwei ungewöhnliche Abenteurer, drei schöne Frauen,
ein ganzes Rudel intriganter Aristrokaten und eine geheimnisvolle Bestie sind die Zutaten zu einem rauschhaft schönen Horror-Kostümfest aus Frankreich.
Hofschönheit: Wer diesen Augen traut, ist verloren
Frankreich zur Mitte des 18. Jahrhunderts. In der ländlichen Provinz fallen immer wieder Menschen dem geheimnisvollen „Ungeheuer von Gevaudan“ zum Opfer. Bereits in die hunderte geht die Zahl der Opfer, als der König einen Abgesandten auf das Land schickt, der als Experte für wilde Tiere dem Phantom gewachsen sein sollte: Gregoire de Fronsac (Typ Brendan Fraser: Samuel Le Bihan), Philosoph und Naturforscher im Auftrag seiner Majestät, ist eben erst frisch aus der Neuen Welt zurück gekehrt, wo er neben seltenen Tier- und Pflanzenarten auch einen indianischen Blutsbruder (Mark Dacascos) für sich gefunden hat. Der hört auf den Namen Mani, beeindruckt die höfischen Kurtisanen mit prachtvollen Tätowierungen bzw. die einheimischen Raufbolde mit ebensolcher Kampfkunst und scheint ansonsten über einen direkten Draht zu Mutter Natur zu verfügen. Im Schloss des Provinzfürsten de Morangais und seiner schönen Tochter Emilie wird beiden schnell klar, dass nicht die allseits als Hauptschuldige verfemten Wölfe und mutmaßlich auch kein phantastisches Gruselmonster das Hauptproblem dieses gottverlassenen Landstrichs sind ...
... ... im Kampf gegen den unsichtbaren Feind
Es muss nicht immer Amélie sein. Frankreichs Kino steckt voller Überraschungen, und zu den größten zählt dieses märchenhafte Gruselabenteuer zwischen prachtvollem Ausstattungsepos und effektvollem Fantasyschokker. Christophe Gans, Schöpfer der hochgelobten Manga-Adaption „Crying Freeman“, gelingt es meisterhaft, historischen Anspruch und sogar feine Satire mit den Elementen des modernen Action- und Fantasykinos zu verquicken, ohne dass etwa Spannung, Balance oder Handlungsfluss darunter litten. „Pakt der Wölfe“ entführt den geneigten Betrachter in eine perfekt rekonstruierte Welt des Rokoko, wo hinter schillernden Kulissen dekadente Aristrokraten ihre Intrigen spinnen und schöne Frauen mit unschönen Hintergedanken auf allzu naive Opfer lauern, während der einfache Landmann draußen im Regen mit der Scholle verschmilzt und dem Adeligen kaum mehr gilt als die Kartoffel unter seinen Füßen.
Dem Grauen auf den Fersen: de Fronsac (Samuel Le Bihan)
In dieser Welt der krassen Gegensätze, in der die große Revolution und der damit verbundene Blutzoll bereits ihre Schatten voraus werfen, versucht ein Duo wie Lederstrumpf und Chingachgook klaren Kopf zu bewahren und die Hintergründe eines schier unfassbaren Verbrechens zu entschlüsseln. Kriminalroman trifft Tierhorror im Historiengewand, und für spektakuläre Kampfeinlagen sorgt einer der versiertesten Martial-Arts-Könner unserer Tage. Schillernder, eleganter und faszinierender ist eine (übrigens auf historischen Fakten beruhende!) Gruselgeschichte selten erzählt worden.
von Thomas Abel
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