Telekom brütet angeblich über Alternativen zum Kabelverkauf
Kabelnetze sollen demnach mit Minimalinvestitionen weiter betrieben werden
Auch wenn die Deutsche Telekom sich offiziell immer noch um ein Zustandekommen des Kabelnetzverkaufs an das US-Unternehmen Liberty Media bemüht, so gibt es doch nach einem Bericht der „Financial Times Deutschland (FTD)“ bereits interne Pläne für die Zeit nach einem möglichen Scheitern des Geschäfts. Demnach ist die schnelle Suche nach einem neuen Interessenten nicht vorgesehen, sondern es sollen die Kabelnetze zunächst weiterbetrieben werden, wenn auch mit einem minimalen Investitionsaufwand.
Wie es aus Unternehmenskreisen heißt, sei die schnelle Suche nach einem Ersatz für Liberty Media gar nicht so erstrebenswert, wie bislang kommuniziert. Ein möglicher alternativer Interessent könnte nämlich durch die Aufrüstung des Kabels der Telekom Konkurrenz auf dem Gebiet der schnellen Internetzugänge und sogar gegebenenfalls im Bereich Sprachtelefonie machen. Solche Pläne verfolgt Liberty nicht, sodass sich die US-Kabelgesellschaft aus Sicht der Telekom optimal als Käufer eignet.
Bedenken gegen den Kabelverkauf an Liberty gibt es von Seiten der Regulierungsbehörde aber nicht nur auf Grund einer Vormachtstellung der Amerikaner im Bereich der Fernsehkanalgestaltung, sondern auch deswegen, weil das US-Unternehmen sich nicht bereit zeigt, den Wettbewerb mit der Telekom aufzunehmen.
Wie die FTD berichtet, habe Vorstandsmitglied Max Hirschberger bereits Pläne erarbeitet, die einen vorläufigen Weiterbetrieb der Netze unter Regie des Bonner Telekommunikationsriesen vorsehen. Die Investitionen in die Netze sollen sich allerdings lediglich auf Wartung und Reparaturen beschränken, von schnellen Multimedianetzen also keine Rede mehr. Stattdessen sollen die Netze als eine Art Cash-Cow dienen, die jährlich konstante Erträge erwirtschaftet.