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Unter dem Strich nachteiligen Vorgaben sieht sich der deutsche Aktienmarkt gegenüber. An der Walll Street sind die Kurse wegen wieder stärker gewordener Inflations- und Zinsängste auf breiter Front um durchschnittlich mehr als 0,55 Prozent gefallen, während Öl etwas teurer geworden ist. Dagegen dürfte die leicht freundliche Tendenz an der Tokioter Börse verblassen. Auch vom Euro kommt keine Hilfe für den Aktienmarkt. Auf die zumeist kleinen Gewinne vom Vortag dürften deshalb im Handelsverlauf zunächst Abgaben folgen..
Rentenmarkt wartet auf weitere Konjunkturdaten
Der deutsche Rentenmarkt dürfte wie der Aktienmarkt am Mittwoch Rückenwind vermissen, nachdem er den Dienstag mit ordentlichen Kursgewinnen beendet hatte. Der wegweisende Terminkontrakt Bund-Future stieg um 54 Ticks auf 117,79 Prozent. Händler verwiesen auf die Daten zu den amerikanischen Einzelhandelsumsätzen für Februar. Diese seien mit plus 0,4 Prozent (ohne Kfz) schwächer als erwartet ausgefallen, hieß es. Das habe die Anleihemärkte gestützt. Der deutsche Rentenmarkt hat sich am Dienstag nicht mehr von den Abgaben bei amerikanischen Terminkontrakten, die unter einer schlechten Stimmung um Zinstitel und wieder aufgekeimte Inflationsängste leiden, beeinflussen lassen. Dies könnte sich aber zur Wochenmitte ändern und zu fallenden Kursen führen, zumindest bis zur Bekanntgabe neuer Konjunkturdaten aus Amerika zur Leistungsbilanz und zu Baubeginnen.
Euro kaum verändert
Der Dollar hat am Mittwoch im asiatischen Handel seine am Vortag in Amerika und Europa erzielten Kursgewinne halten können. Die europäische Währung notierte mit 1,3294 Dollar kaum verändert zu ihrem in New York erzielten Wochenhoch. Der Dollar lag bei 104,44 Yen ebenfalls wenig verändert. Zur Schweizer Währung notierten der Dollar mit 1,1663 Franken und der Euro mit 1,5505 Franken. Ein über den Erwartungen liegender Nettokapitalzufluß in Amerika hatte dem Dollar wieder Auftrieb gegeben. Die Zahlen dämpften Befürchtungen, die Vereinigten Staaten könnten das hohe Defizit aus der Handelsbilanz nicht finanzieren. Im Laufe des Tages wurden die Zahlen zur amerikanischen Leistungsbilanz für das vierte Quartal erwartet.
Autowerte belasten Tokioter Börse
Die Tokioter Börse hat am Dienstag nach anfänglichen Kursgewinnen im Minus geschlossen. Zu den Verlierern gehörten insbesondere die Aktien von Automobilherstellern wie Toyota Motor und Nissan Motor. Die Titel seien angesichts der Sorge um steigende Stahlpreise unter Druck geraten, sagten Händler. Der Nikkei-Index der 225 führenden japanischen Werte fiel um 0,25 Prozent und schloß bei 11.821 Punkten. Der breiter gefaßte Topix-Index verlor 0,22 Prozent auf 1.192 Zähler. Die Zeitung „Nihon Keizai” hatte berichtet, daß Stahlkonzerne wie Nippon Steel Preiserhöhungen planten. Händler sagten, an den Märkten werde davon ausgegangen, dass die höheren Materialkosten an die Kunden weitergegeben würden. Toyota-Aktien verloren rund ein Prozent, Nissan-Titel gaben 1,17 Prozent nach. Die Aktien der Stahlhersteller legten hingegen zu. So verbuchten etwa Nippon Steel-Titel ein Plus von 0,7 Prozent.
Aktienmarkt Hongkong im Minus
Die Titel von HSBC und SHK Properties werden ex Dividende gehandelt und ziehen den Aktienmarkt in Hongkong am Mittwochmittag (Ortszeit) ins Minus. Der HSI sinkt um 0,4 Prozent oder 50 Punkte auf 13.767. Die Blue Chips präsentieren sich uneinheitlich. Im Blick der Anleger stehen Übernahmegerüchte hinsichtlich Air China und Cathay Pacific. Cathay Pacific legen 4,9 Prozent auf 15 Hong Kong Dollar zu. Die Muttergesellschaft Swire steigen 1,2 Prozent auf 65,75 Hong Kong Dollar. CITIC Pacific, die Anteile sowohl an Cathay und Dragonair halten, verteuern sich um 1,1 Prozent auf 23,20 Hong Kong Dollar. Aussagen zum Haushalt von Hongkong werden am Nachmittag erwartet. Allerdings dürften sie nach Ansicht von Beobachtern kaum Einfluss auf das Marktgeschehen haben. Es würden keine wesentlichen Veränmderungen in der Politik der Sonderverwaltungszone erwartet.
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluß
Etwas höher zeigten sich die amerikanischen Aktien am Dienstag nach dem Schluß des offiziellen Handels. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator legte 0,03 Prozent auf 1.502,5 Punkte.
Tweeter Home Entertainment Group haben sich am Dienstag nachbörslich leichter gezeigt, nachdem der Rücktritt des President und CEO Jeffrey Stone mitgeteilt worden war. Der Kurs verringerte sich auf der Handelsplattform nasdaq.com um 1,5 Prozent auf 5,41 Dollar. Opnet Technologies sprangen bis 17.52 Uhr (Ortszeit) um 14,7 Prozent auf 8,25 Dollar, nachdem das Unternehmen eine weltweite Vertriebsvereinbarung mit Cisco Systems abgeschlossen hat. Saflink steigerten sich bis 16.20 Uhr um 4,5 Prozent auf 2,10 Dollar, nachdem das Unternehmen im 4. Quartal einen Verlust von 0,08 Dollar je Aktie ausgewiesen hat. Im Vorjahr hat Saflink noch einen Verlust von 0,11 Dollar je Titel verbucht.
Wall Street schließt leichter
Die Sorgen wegen des Ölpreises und der steigenden Anleiherenditen sind am Dienstag an die Wall Street zurückgekehrt und haben für Abgaben gesorgt. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte (DJIA) fiel um 0,6 Prozent oder 59 Punkte auf 10.745. Der S&P-Index gab um 0,8 Prozent oder 9 auf 1.198 Punkte ab und der Nasdaq-Composite verlor ebenfalls 0,8 Prozent oder 16 Punkte auf 2.035.
Abermals zeigte sich der Markt anfällig für Zins- und Inflationsfurcht. Teilnehmer sagten, der Ölpreis habe die Aktien unter Druck gebracht. Der Preis für den Aprilkontrakt auf Light Sweet Crude war an der Nymex über 55 Dollar je Barrel geklettert. Am Ölmarkt gehen nach Auskunft von Händlern die Investoren davon aus, daß die Opec-Sitzung am Mittwoch keine Erhöhung der Fördermenge in ausreichendem Maß erbringen wird. Auch die steigenden Anleiherenditen hätten wieder belastet. Die Rendite der besonders beacheteten zehnjährige Titel stieg im späten New Yorker Handel auf 4,55 Prozent. Kaum nachhaltige Beachtung fanden die Konjunkturdaten des Tages. Die Einzelhandelsumsätze wuchsen im Januar etwas weniger stark als erwartet; der Empire State Manufacturing Index lag dagegen über den Erwartungen.
Zu den berichtenden Unternehmen gehörte Lehman Brothers, die den Markt mit guten Zahlen überraschte. Der Kurs steigerte sich um 3,1 Prozent auf 96,19 Dollar. Die Titel von Goldman Sachs zogen nach und legten um 0,5 Prozent auf 110,54 Dollar zu. Dagegen gaben Morgan Stanley 0,3 Prozent auf 58,85 Dollar ab. Die beiden Letztgenannten werden im Verlauf der Woche ebenfalls noch Zahlen ausweisen.
Bei den Dow-Werten spielten die Investoren nochmals einige Vortagsmeldungen. So verloren AIG am zweiten Tag in Folge deutlich und schlossen bei minus 3 Prozent auf 61,92 Dollar. Am Montag war der Rücktritt von CEO Maurice Greenberg mitgeteilt worden. Kreditratingagenturen setzten das Unternehmen herab oder auf Beobachtung für eine mögliche Abstufung. Dagegen profitierten Disney am zweiten Tag in Folge vom Wechsel der Führungsspitze. Der Titel war Tagessieger im Dow mit einem Zugewinn von 2,1 Prozent auf 28,60 Dollar.
Eine schwache Performance boten Halbleiterwerte. Merrill Lynch hatte sich zurückhaltend zu den Werten der Branche geäußert. Es sei damit zu rechnen, daß der Hableiterindex SOX im laufenden Jahr lediglich seitwärts tendieren werde. Fundamentale Gründe für einen stärkere Kursgewinne seien nicht in Sicht, so die Experten. Im Dow büßten Intel 1,6 Prozent auf 32,43 Dollar ein.
Amerikanische Anleihen schließen leichter
Technisch bedingter Druck hat am Dienstag zu leichteren Notierungen bei den amerikanischen Anleihen geführt. Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 4,000 Prozent verloren 7/32 auf 95-21/32 und rentierten mit 4,55 Prozent nach 4,51 Prozent. Der mit 5,375 Prozent verzinste 30jährige Treasury gab um 23/32 ab auf 108-2/32. Die Rendite stieg auf 4,83 Prozent nach 4,78 Prozent. Der Markt werde von technischen Vorgaben diktiert, beobachtete ein Händler. Es gebe ein zugrunde liegendes stark „bearishes” Sentiment, das jegliche Kursgewinne zunichte mache. Am Markt sei eine ungewöhnlich große Zahl von Teilnehmern „short” investiert. Zwar bewegten sich die Notierungen noch in derselben Range wie in der Vorwoche, ergänzte ein Händler von Nomura. Doch erscheine der Markt angesichts der gegenwärtigen Stimmung eher für weitere Rückschläge anfällig. Im frühen Handel hatten sich die Notierungen noch fester gezeigt, nachdem Einzelhandelsdaten für Februar etwas schlechter ausgefallen waren als erwartet.
Mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent statt der erwarteten 0,6 Prozent sei der Zuwachs aber immer noch beachtlich, sagten Volkswirte. Diese Erkenntnis habe wohl auch dazu geführt, dass die Zugewinne nicht gehalten werden konnten. Weniger beachtet wurde der Empire State Manufacturing Index, der unerwartet deutlich zulegte. Unerwartet hohe Zahlen wiesen auch die ausländischen Wertpapierkäufe auf. Ausländische Investoren haben im Januar in Amerika Wertpapiere für netto 91,5 Milliarden Dollar gekauft. Für den Vormonat revidierte das Finanzministerium am Dienstag die Käufe auf 60,7 Milliarden Dollar leicht nach unten.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
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