Schwächer tendieren dürften am Mittwoch die deutschen Aktien, nachdem Gerüchte um die Pleite eines amerikanischen Hedge Fonds am Dienstag die amerikanischen Börsen nach unten gezogen hatten. Damit werde ein großes Maß an Unsicherheit ausgelöst, so ein Beobachter, da der ”Supergau” des Zusammenbruchs des LTCM-Hedge Fonds Ende der 90er Jahre noch nicht vergessen sei.
Rentenmarkt fest erwartet
Nachdem der richtungweisende Bund-Future am Dienstag im Tagesverlauf ein Allzeithoch von 121,23 Punkte erreicht hat, wird der Rentenmarkt auch am Mittwoch fester erwartet. Solange die Gerüchte um den möglichen Konkurs eines amerikanischen Hedge Fonds nicht aus der Welt sind, werden die Anleger auf Nummer Sicher gehen, heißt es bei Händlern.
Euro unverändert erwartet
Im Vorfeld der Veröffentlichung der amerikanischen Handelsbilanz wird der Euro am Mittwoch auf Vortagsniveau erwartet. Anleger dürften mit Engagements vor Bekanntgabe der Zahlen zurückhaltend ageieren, sagen Händler. Im fernöstlichen Devisenhandel hatte sich die Gemeinschaftswährung kaum verändert präsentiert und wurde bei 1,2875 Dollar gehandelt.
Aktien Tokio im Verlauf im Sog schwacher Vorgaben aus Wall Street leichter
Die schwachen Vorgaben der amerikanischen Börsen ziehen am Mittwoch die Börse in Tokio mit nach unten. Der Nikkei-225 verliert gegen 13.15 Uhr Ortszeit 0,6 Prozent auf 11.088 Punkte, nachdem er zum Auftakt des Handels mit 0,9 Prozent im Minus gelegen hatte. Der Topix sinkt um 0,6 Prozent auf 1.142 Zähler. „Jetzt haben die Amerikaner eine weitere große Sorge - Hedge Fonds”, sagt ein Beobachter, nachdem die Märkte in Amerika aufgrund der angeblichen Schieflage eines Hedge Fonds unter Druck geraten waren. Händler berichten von anhaltenden Verkäufen ausländischer Anleger. Nach unten scheine der Markt aber abgesichert angesichts von Schnäppchenkäufen privater Anleger insbesondere bei Unternehmen, die gute Geschäftszahlen berichtet hatten. Der Index dürfte sich damit über 11.000 Punkten halten, glauben Händler.
Auf der Verliererseite stehen unterdessen Toyota, nach dem am Vortag bekanntgewordenen Rückgang des Gewinns in den ersten drei Monaten 2005. Auch NTT DoCoMo, Technologietitel und Bankenpapiere stünden auf den Verkaufslisten, heißt es.
Aktien Hongkong mittags leichter
Im Sog schwacher Vorgaben der Wall Street tendiert die Börse in Hongkong am Mittwoch zum Ende der ersten Sitzungshälfte leichter. Der Hang Seng Index verliert 0,6 Prozent auf 13.933 Punkte. Unter den schwer gewichteten Titeln bilden China Mobile mit einem Kursverlust von 1,4 Prozent auf 27,30 Hongkong-Dollar das Schlußlicht. Bei den Nebenwerten verlieren Wheelock 1,7 Prozent auf 11,70 Hongkong-Dollar und Denway Motors 1,9 Prozent auf 2,65 Hongkong-Dollar, was Teilnehmer unter anderem mit Sorgen um einen möglichen Abstieg der Aktie aus dem Hang Seng begründen. (Dow Jones-VWD)
Neuigkeiten und Kursbewegungen nach Börsenschluß
Die amerikanischen Aktien gaben am Dienstag nach Schluß des offiziellen Handels weiter nach. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator sank nachbörslich um 0,55 Prozent auf 1449,81 Punkte.
Unter den Einzelwerten zeigten sich Cisco Systems nach Bekanntgabe der Zahlen für das dritte Quartal nur wenig bewegt. Das Unternehmen hatte einen Gewinn je Aktie von 0,21 Dollar bekannt gegeben und damit knapp unter der Prognose der Analysten von 0,22 Dollar gelegen. Der Umsatz stieg dagegen mit 6,19 Milliarden Dollar etwas stärker als die erwarteten 6,16 Milliarden Dollar. Die Aktien legte um 0,2 Prozent auf 18,24 Dollar zu.
Dreamworks Animation brachen um 15,5 Prozent auf 30,79 Dollar ein. Das Unternehmen hatte für das erste Quartal einen Gewinn je Aktie von 0,44 Dollar bekannt gegeben und lag damit weit unter den Prognosen von 0,58 Dollar. Zur Begründung wurde auf den hinter den Erwartungen zurückgebliebenen Absatz der „Shrek 2”-DVD verwiesen. Für das Gesamtjahr rechnet Dreamworks mit einem Gewinn je Aktie zwischen einem und 1,25 Dollar und bleibt damit deutlich hinter der Schätzung der Analysten von 1,88 Dollar zurück
Dagegen legten Asyst Technologies um 6,7 Prozent auf 3,65 Dollar zu. Die Zahlen für das vierte Quartal hatten über den Erwartungen der Analysten gelegen. (Dow Jones VWD)
Ölpreis und AIG-Abgaben belasten Wall Street
Belastet von der Aussicht auf einen weiterhin steigenden Ölpreis und den deutlichen Abschlägen bei AIG hat die Wall Street am Dienstag schwächer geschlossen. Zudem gab es Gerüchte, denen zufolge ein amerikanischer Hedge Fonds in eine Schieflage geraten sein soll. Dieser soll sich vor allem bei Geschäften mit Anleihen und Aktie von General Motors verspekuliert haben. Dies belastete die Werte aus dem Finanzsektor. Der Dow Jones Index für 30 Industriewerte fiel um ein Prozent auf 10.281 Punkte, nachdem er im Sitzungsverlauf ein Tief von 10.250 Zählern erreicht hatte. Der S&P 500 verzeichnete ein Minus von 1,1 Prozent und schloß bei 1.166 Punkten. Der Nasdaq-Composite verlor 0,9 Prozent auf 1.963 Zähler.
Am Markt hieß es zudem, die Anleger hätten sich im Vorfeld der Bekanntgabe der Quartalsergebnisse von Cisco Systems nach Sitzungsende zurückgehalten. ”Der Markt wartete auf neue Konjunkturdaten, die Rohöllagerbestände am Mittwoch und weitere Quartalszahlen”, so ein Händler. ”Es war das perfekte Umfeld für ein neues, unbestätigtes Gerücht”, fügte er unter Verweis auf die möglichen Probleme des Hedge Fonds hinzu. J.P. Morgan fielen vor diesem Hintergrund um 2,3 Prozent auf 35,14 Dollar, Morgan Stanley gaben um 2,6 Prozent auf 49,42 Dollar nach.
AIG verzeichneten einen Abschlag von 2,4 Prozent auf 53,27 Dollar. Zur Begründung wurde auf einen Bericht verwisen, wonach mehr Mitarbeiter als bislang bekannt in die umstrittenen Bilanzierungspraktiken des Versicherers eingeweiht waren. Boeing legten als einer der wenigen Gewinner im Dow Jones um 0,8 Prozent auf 61,04 Dollar zu. Die Aktie profitierte von einem Bericht, wonach Boeing jeweils 30 Maschinen vom Typ 787 und 737-800 im Wert von 5,3 Milliarden Dollar an Japan Airlines liefern wird. Der Luftfahrtsektor wurde insgesamt allerdings von negativen Aussagen von Delta Airlines belastet. Die Fluggesellschaft gab eine Gewinnwarnung ab und zeigte sich besorgt in Bezug auf einen weiter steigenden Ölpreis. Die Aktie brach um zehn Prozent auf 2,97 Dollar ein. Im Gefolge fielen AMR um 3,2 Prozent auf 11,02 Dollar, die Titel von Southwest reduzierten sich um 2,8 Prozent auf 14,95 Dollar und Northwest Airlines gaben um 4,5 Prozent auf 4,47 Dollar nach. Cisco schlossen vor der Bekanntgabe der Ergebnisse für das dritte Quartal unverändert bei 18,21 Dollar.
Mit einem deutlichen Aufschlag von 19,8 Prozent auf 13,40 Dollar zeigten sich die Titel von Vertex Pharmaceuticals. Hier half eine Meldung über gute Ergebnisse eines Hepatitis-C-Präparats im klinischen Test, hieß es von einem Händler.
Amerikanische Anleihen etwas fester
Mit einer etwas festeren Tendenz haben sich die amerikanischen Anleihen am Dienstag gezeigt. Nach anfänglichen Abgaben hätte der positive Verlauf der Auktion dreijähriger Titel im Volumen von 22 Milliarden Dollar die Notierungen beflügelt, so ein Teilnehmer. Bei der Auktion der Titel mit einem Zinskupon von 3-3/4 Prozent durch das amerikanische Schatzamt hat sich eine High-Rate von 3,821 Prozent ergeben. Ausländische Investoren hätten rund vierzig Prozent des Volumens gekauft und damit Befürchtungen über einen deutlichen Rückgang der ausländischen Investitionen entkräftet, hieß es weiter.
Zehnjährige Titel mit einem Kupon von 4,000 Prozent erhöhten sich um 15/32 auf 98 8/32 und rentierten mit 4,22 Prozent. Der mit 5,375 Prozent verzinste Longbond stieg um 20/32 auf 111 31/32. Seine Rendite stand bei 4,58 Prozent. Die Anleger hätten sich aber im Vorfeld weiterer amerikanischer Konjunkturdaten im Laufe der Woche deutlich zurückhalten, so ein Beobachter. Am Berichtstag standen keine Daten auf der Agenda.
Nach den deutlichen Abgaben als Folge der besser als erwarteten Arbeitsmarktdaten am Freitag bis zur Bekanntgabe weiterer Daten bestimme das Schließen von Leerverkaufspositionen den Markt, hieß es. An Konjunkturdaten stehen am Mittwoch die amerikanische Handelsbilanz für den Monat März, am Donnerstag die Einzelhandelsumsätze April und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie am Freitag die Import- und Exportpreise für April auf dem Terminkalender.
Quellen: FAZ.NET, vwd, dpa, AP, AFP, Bloomberg, Reuters.
Der Dax
2 Tageschart, Candlestick-5-Minuten
