Hier finden Sie alle aktuellen Nachrichten zu verschiedenen Themen zeitlich sortiert.
News - 24.09.04 22:36
US-Börsen: Amerikanische Chipwerte rutschen ab
Während viele Standardwerte Kursgewinne verbucht haben, sind die Technologietitel unter Druck geraten. Positive Konjunkturdaten belebten die US-Aktienmärkte nur zeitweise.
Die amerikanischen Aktienmärkte haben am Freitag uneinheitlich geschlossen. Der 30 Standardwerte umfassende Dow Jones gewann 0,2 Prozent. Der breite S&P 500 legte um 0,1 Prozent zu. Der technologielastige Index Nasdaq Composite verlor jedoch 0,4 Prozent.
Die klassischen Branchen profitierten von der unerwartet starken Nachfrage nach amerikanischen Gebrauchsgütern. Die Standardwerte wurden zudem gestützt, weil viele Anleger beim niedrigeren Kursniveau zukauften. Händlern zufolge erholten sich vor allem die Papiere, die während der vergangenen Tage unter starken Verkaufsdruck geraten waren. Die US-Börsen hatten seit letztem Dienstag größtenteils Kursverluste verbucht.
Gute Konjunkturdaten helfen den Märkten nur vorübergehend
Die guten Konjunkturdaten zum Auftragseingang für Verbrauchsgüter belebten den Handel allerdings auch am Freitag nur zeitweise. Unter Herausrechnung des Transportsektors stiegen die Bestellungen den Angaben des US-Handelsministeriums zufolge um 2,3 Prozent, was die Erwartungen übertraf. Die Daten seien aber nicht positiv genug, um die Anleger in größerem Umfang zu Engagements zu bewegen, sagten Börsianer.
Dämpfend wirkte auch der Ölpreis, der weiter deutlich über der Marke von 48 $ notierte und sich bei Handelsschluss an der Wall Street sogar in Richtung 49 $ bewegte. Ein Barrel US-Rohöl zur Lieferung im November kostete zuletzt 48,90 $.
Titel der Halbleiterbranche verbilligen sich
Kursaufschläge verzeichneten mehrere Konsumtitel. McDonalds kletterten um 1,4 Prozent und waren damit stärkster Wert im Dow Jones. Wal-Mart legten um 0,6 Prozent zu. Aufwärts ging es auch für Boeing . Die Titel zogen um 0,3 Prozent an, nachdem sie zunächst gefallen waren. Der Flugzeugbauer rechnet mit einer langsameren Erholung des krisengeschüttelten Marktes als sein europäischer Erzrivale Airbus. Die Europäer hatten 2003 erstmals mehr Maschinen ausgeliefert als der US-Konzern und erwarten in den nächsten Jahren einen spürbaren Aufschwung. "Der Markt erholt sich ziemlich gut, aber wir gehen nicht von einer so schnellen Belebung aus wie Airbus", sagte Boeing-Chef Harry Stonecipher.
Unter Druck gerieten zahlreiche Technologieaktien. Vor allem Halbleiterwerte, die am Vortag noch zu den Gewinnern zählten, büßten ein. Der Branchenindex fiel um 2,9 Prozent. Belastetet wurde der Sektor, weil der niederländische Elektronikkonzern Philips den Ausblick für seine Chipsparte gesenkt hatte. Die Papiere des Branchenführers Intel verloren 1,4 Prozent. Kurz nach Handelsstart hatten sie noch klar im Plus notiert. National Semiconductor verbilligten sich um 4,3 Prozent. Texas Instruments gaben 3,4 Prozent ab, und Altera rutschten um fast fünf Prozent ab.
Peoplesoft legen zu
Einen Kurssprung von vier Prozent machten die Aktien des Softwarekonzerns Peoplesoft , nachdem aus informierten Kreisen verlautet war, die EU-Kommission werde voraussichtlich eine Übernahme durch den Erzrivalen Oracle genehmigen. Oracle-Aktien kosteten 0,4 Prozent weniger.
Belastend auf den Markt wirkte sich Händlern zufolge weiterhin die Situation beim größten US-Immobilienfinanzierer Fannie Mae aus. Die Papiere verloren knapp 0,8 Prozent, nachdem das Unternehmen den Netto-Gewinn des Jahres 2003 nach unten korrigiert hatte.
(mit Agenturen)
Quelle: Financial Times Deutschland