FOKUS 3-FDA zeigt Bereitschaft Altana-Mittel Alvesco zuzulassen[26 Oct 2004 - 19:02]
(neu: Altana-Mitteilung, Sprecher)
Paris/Frankfurt, 26. Okt (Reuters) - Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat dem weltweit drittgrößten Pharmakonzern Sanofi-Aventis <SASY.PA>
grundsätzlich ihre Bereitschaft signalisiert, das Asthma-Mittel Alvesco des Bad Homburger Altana-Konzerns <ALTG.DE>
für den US-Markt zuzulassen.
"Wir haben einen Approvable Letter von der FDA für Alvesco bekommen", sagte eine Sanofi-Aventis-Sprecherin am Dienstag. Sanofi-Aventis ist der US-Partner von Altana für das Medikament, dem Spitzenumsätze von jährlich rund einer Milliarde Euro zugetraut werden. Nach Börsenschluss teilte Altana mit, die US-Gesundheitsbehörde habe um weitere klinische Daten nachgefragt. "Aventis arbeitet bereits eng mit der FDA zusammen, den in dem Approvable Letter angefragten klinischen Daten nachzukommen," hieß es in der Mitteilung der Bad Homburger. Dabei handelt es sich nach Auskunft eines Altana-Sprechers vor allem um klinische Daten aus einer Studie zum Auftreten von Linsentrübungen, die die ehemalige Aventis zum Zeitpunkt des Zulassungsantrags aufgelegt hatte.
Die Altana-Aktie schloss am Dienstag im Computerhandel Xetra kaum verändert bei 43,03 Euro.
Mit einem "Approvable Letter" teilt die US-Gesundheitsbehörde einem Unternehmen mit, dass sie grundsätzlich bereit ist, ein Medikament zur Vermarktung freizugeben. Zugleich werden darin die Bedingungen genannt, die für die endgültige Genehmigung noch erfüllt werden müssen. Altana und die ehemalige Aventis hatten 2001 vereinbart, Alvesco in den USA zusammen zu entwickeln und zu vermarkten. Ende Dezember 2003 hatten beide mitgeteilt, bei der FDA die Zulassung für Alvesco beantragt zu haben.
Zum Zeitpunkt des Antrags hatte Aventis eine zwölfmonatige Phase-IIIb-Studie aufgelegt, die die Sicherheit und Verträglichkeit von Alvesco bei erwachsenen Patienten mit mittlerem bis schwerem Asthma bei hoher Dosierung weiter belegen sollte. Die Studie sollte dem Auftreten von Linsentrübungen bei Patienten gelten, die mit hohen Dosen inhalativer Kortikosteroide behandelt werden, wie Altana und Aventis damals mitteilten. Alvesco gehört zu dieser Medikamentenklasse. Dies sei bei einer kleinen Zahl von Patienten während einer Phase-III-Alvesco-Studie beobachtet worden, hieß es damals. Diese zusätzliche Studie war aber keine Vorbedingung für die Antragstellung bei der US-Gesundheitsbehörde.
Alvesco ist neben dem ebenfalls mit hohen Umsatzerwartungen begleiteten Asthma- und Raucherlungemedikament Daxas einer der neuen Hoffnungsträger von Altana. Der US-Partner bei Daxas ist die Nummer Eins weltweit der Pharmabranche, der US-Konzern Pfizer <PFE.N>
. Für das Medikament soll Mitte 2005 der Zulassungsantrag bei der FDA gestellt werden. Mit beiden Medikamenten wollen sich die Bad Homburger zu einem breiter aufgestellten Pharmakonzern wandeln. Bislang erwirtschaftet die Pharmasparte von Altana noch den Löwenanteil ihrer Umsätze mit dem lukrativen Magenmittel Pantoprazol.
frs/fun
VW-Personalvorstand warnt vor massivem Stellenabbau [26 Oct 2004 - 19:17]
Frankfurt, 26. Okt (Reuters) - Der VW-Personalvorstand Peter Hartz hat vor einem massiven Personalabbau bei Europas größtem Autobauer gewarnt, wenn es nicht gelingen sollte, sich in den laufenden Tarifverhandlungen auf deutliche Kostensenkungen zu verständigen.
"Wenn wir unser Kostenkonzept nicht durchsetzen, wird unser Beschäftigungsvolumen in Deutschland in den nächsten Jahren dramatisch schrumpfen", sagte Hartz der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochausgabe) in einem am Dienstag vorab veröffentlichten Gespräch. "Wir sind dazu gezwungen, unsere Kosten in Ordnung zu bringen."
Der Wolfsburger Konzern will die Kosten bis 2011 um 30 Prozent oder zwei Milliarden Euro senken und will einen Verzicht der Beschäftigten auf Einkommenserhöhungen für zwei Jahre aushandeln. Hartz kündigte der Zeitung zufolge an, dass die Hälfte dieses Betrags in dieser Tarifrunde eingefahren werden soll. Wenn es jenseits von befristeten Warnstreiks erstmals in der Unternehmensgeschichte zu einem großen, per Urabstimmung legitimierten Streik käme, wäre das "sehr teuer. Nach wenigen Tagen stünde der Konzern still", sagte Hartz.
Hartz wollte sich ebenso wie Vorstandschef Bernd Pischetsrieder am Abend in Wolfsburg am Rande einer Veranstaltung nicht weiter zu den Aussagen äußern.
Die IG Metall verlangt in der laufenden Tarifrunde zweiprozentige Lohn- und Gehaltssteigerungen und will den Bestand der 103.000 Arbeitsplätze in den sechs betroffenen westdeutschen Werken gesichert wissen.
Der designierte Gesamtbetriebsratschef Bernd Osterloh sagte zu den Aussagen von Hartz, "wenn es für die IG Metall nicht ohne Schrammen abgeht, dann wird es für ihn (Hartz) auch nicht ohne Schrammen gehen". Er rechne jedoch mit einem Konsens in dem Tarifstreit. Am Donnerstag treffen sich die Tarifparteien in Hannover zu ihrer fünften Gesprächsrunde.
nro/jcs/fun
FOKUS 1-Ölpreis und Versicherer verhelfen US-Börsen zu Gewinnen [26 Oct 2004 - 19:52]
New York, 26. Okt (Reuters) - Eine leichte Entspannung am Ölmarkt und kräftige Kurssteigerungen von Versicherungswerten haben die Anleger am Dienstag zu neuen Käufen ermuntert und so der Wall Street zu Kursgewinnen verholfen. Standardwerte gewannen zeitweise mehr als ein Prozent. Im Technologiesektor bremsten jedoch deutliche Einbußen des Handy-Chip-Herstellers Qualcomm <QCOM.O>
nach einem negativen Analystenkommentar den Aufschwung.
Der Dow Jones Index <.DJI>
der Standardwerte gewann bis zum New Yorker Mittagshandel 0,97 Prozent auf rund 9844 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 <.SPX>
zog um 0,98 Prozent auf etwa 1105 Zähler an. Der Index der Technologiebörse Nasdaq <.IXIC>
legte 0,21 Prozent auf rund 1918 Punkte zu.
Die stärksten Impulse erhielt der Markt Händlern zufolge von Versicherungswerten, die während der vergangenen Geschäftstage durch die Ermittlungen der New Yorker Generalstaatsanwaltschaft stark unter Druck geraten waren. "Die große Angst war, dass gegen Marsh & McLennan ein Strafverfahren eingeleitet wird und American International als nächstes in die Schusslinie gerät," sagte Wayne Bopp von Fifth Third Investment Advisors. Der weltgrößte Versicherungsmakler Marsh & McLennan <MMC.N>
hatte am Montagabend den Rücktritt von Unternehmenschef Jeffrey Greenberg bekannt gegeben. Elf Tage zuvor hatte der New Yorker Generalstaatsanwalt Eliot Spitzer dem Unternehmen Wettbewerbsverstöße zu Lasten von Versicherungskunden vorgeworfen. Damit muss das Unternehmen laut der Generalstaatsanwaltschaft nicht mehr mit einer Strafanzeige rechnen. Der Markt honorierte dies mit einem kräftigen Plus von fast 8,55 Prozent auf 28,66 Dollar.
Auch die Ankündigung des am Markt gemessen weltgrößten Versicherers American International <AIG.N>
vom Vorabend, sich um "eine schnelle Lösung der anstehenden Fragen" von Seiten des US-Justizministeriums und der Aufsichtsbehörde zu bemühen, fand Gefallen bei den Anlegern. Die Dividendenpapiere des Konzerns sprangen um 6,6 Prozent auf 59,80 Dollar.
Unterstützung lieferten dem Dow zudem die Papiere des Rüstungskonzern Lockheed Martin <LMT.N>
. Diese gewannen mehr als 1,2 Prozent auf 54,16 Dollar, nachdem der Konzern im dritten Quartal mehr als von Analysten erwartet verdient hat. Keinen Gefallen fanden die Investoren auch an den Titeln des zweitgrößte US-Chemiekonzern DuPont <DD.N>
. Dieser hat zwar wieder einen Gewinn im dritten Quartal erwirtschaftet, aber vor wachstumsschädigenden Auswirkungen der hohen Energiepreise gewarnt. Die Anleger quittierten dies mit Verkäufen, worauf die Aktien mehr als zwei Prozent auf 41,31 Dollar verloren.
Eine Rückstufung der Aktien des Handy-Ausrüsters Qualcomm durch Morgan Stanley bescherte den Papieren des Konzerns ein sattes Minus von fast fünf Prozent auf 39,10 Dollar und trübte die Stimmung im Technologiesektor etwas ein.
Unterstützung lieferte der Wall Street Händlern zufolge auch die Entwicklung der Ölpreise. Diese verharrten im Geschäftsverlauf unter ihren jüngst erreichten Rekordständen, nachdem die norwegische Regierung am Montag gegen einen Streik in der Ölindustrie des weltweit drittgrößten Ölexporteurs eingegriffen hatte. Allerdings zogen die Preise später in Erwartung der US-Vorratsstatistiken am Mittwoch wieder an.
fgc/jas
Iraker fliehen vor erwarteter Erstürmung aus Falludscha [26 Oct 2004 - 21:21]
- von Fadel al-Badrani -
Falludscha, 26. Okt (Reuters) - Aus Furcht vor einer US-geführten Erstürmung Falludschas sind tausende irakische Frauen und Kinder aus der von Rebellen gehaltenen Stadt geflohen.
Die US-Armee sperrte am Dienstag alle Zugangsstraßen bis auf eine ab und bezog mit Panzern und gepanzerten Fahrzeugen Stellung. In der Nacht hatte die US-Luftwaffe weitere Ziele in der Stadt angriffen. Die irakische Regierung hat mit einer Groß-Offensive gedroht, sollten der Moslem-Extremist Abu Mussab al-Sarkaui und seine Anhänger nicht ausgeliefert werden. Vertreter der Stadt westliche von Bagdad haben dagegen erklärt, sie hätten keine Anhaltspunkte dafür, dass sich der Al-Kaida-Verbündete dort aufhalte.
"Dreiviertel der Leute, besonders Frauen und Kinder, sind in andere Städte geflüchtet, um den amerikanischen Luftangriffen zu entgehen", sagte der Lehrer Abdel Asis Ibrahim. "Ich bin geblieben, aber meine Familie ist in Bagdad, damit die Kinder in die Schule gehen können." Auch der Bankangestellte Mohammed al-Alwani sagte, die meisten Männer verbrächten den Fastenmonat Ramadan allein in der Stadt. "Meine Familie lebt jetzt in Basra. Ich habe meine Kinder seit zwei Monaten nicht gesehen", sagte er. "Ich denke ständig an sie."
Das als "Stadt der Moscheen" bekannte Falludscha hatte vor dem Krieg 300.000 Einwohner. Die USA hatten hier bereits im April eine Offensive gegen Aufständische gestartet. Die von den USA eingesetzte Falludscha-Brigarde, die die Kontrolle nach dem damaligen Abzug der US-Armee ausüben sollte, verlor bis Juli jedoch wieder die Kontrolle an Rebellengruppen. Al-Sarkaui gilt als einer der meistgesuchten Männer im Irak und wird für zahlreiche Anschläge und Entführungen verantwortlich gemacht.
sws/ast
Evans - US-Wirtschaft kann höhere Energiepreise verkraften [26 Oct 2004 - 22:56]
Washington, 26. Okt (Reuters) - US-Präsident George W. Bush ist den Worten seines Handelsminister Don Evans zufolge über die steigenden Energiekosten sehr besorgt. Die US-Wirtschaft könne die höheren Preise aber verkraften, fügte Evans am Dienstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters hinzu.
"Wir sehen die Ölpreise nicht gerne bei 50, 55 Dollar je Barrel", sagte Evans. "Das ist nicht günstig für die Wirtschaft. Das ist wie Gegenwind." Er teile jedoch die Einschätzung von US-Notenbank-Chef Alan Greenspan, "dass die Wirtschaft diese höheren Ölpreise weitgehend verkraften kann", setzte Evans hinzu.
Der Minister wies zugleich Überlegungen zurück, die strategische Ölreserve der USA zu nutzen, um die Marktpreise zu beeinflussen. "Sie wird nur unter absoluten Ausnahmebedingungen eingesetzt, wenn es zu einer größeren Unterbrechung der Lieferungen kommt, die durch Umstände außerhalb unserer Kontrolle verursacht wird."
fgc/ast
Adobe hebt Umsatz- und Gewinnausblick für das vierte Quartal [26 Oct 2004 - 23:38]
Los Angeles, 26. Okt (Reuters) - Der US-Softwarehersteller Adobe Systems <ADBE.O>
hat am Dienstag seinen Gewinnausblick für das laufende vierte Quartal angehoben.
Wegen eines stärkeren Umsatzes mit ihren Programmen für die Bildverarbeitung und Dokumentenverwaltung erwartet die Firma nun für das Quartal bis zum 3. Dezember einen Gewinn je Aktie zwischen 40 bis 43 Cent nach zuvor 38 bis 41 Cent. Auch beim Umsatz hob das Unternehmen seine Prognose nun auf 410 Millionen bis 425 Millionen Dollar nach 400 Millionen bis 415 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr 2005 erwartet Adobe einen Umsatz von 1,85 Milliarden bis 1,9 Milliarden Dollar.
sws/ast