EZB bemängelt Bilanzregeln von Unternehmen
Die Europäische Zentralbank (EZB) bemängelt, dass zahlreiche Unternehmen mit eigenen Regeln ihren operativen Gewinn berechnen. Auf diese Weise würden sich bestimmte Firmen reicher machen, als sie tatsächlich sind.
Dies ist das Ergebnis einer Analyse, welche die EZB mit ihrem jüngsten Monatsbericht veröffentlicht hat. Die Beobachtung hat Konsequenzen für die Beurteilung des Bewertungsniveaus von Aktien amerikanischer Firmen.
Die EZB weist darauf hin, dass der Unterschied zwischen den nach den allgemeinen Bilanzierungsregeln (GAAP) angegebenen Gewinnen und den von Unternehmen nach eigenen Regeln berechneten operativen Gewinnen inzwischen so groß ist wie noch nie. Bei Technologiewerten sei dies besonders ausgeprägt.
Mit ihrer Analyse verschärft die EZB die Diskussion um die Zuverlässigkeit von Bilanzen, insbesondere amerikanischer Unternehmen. Der Zweifel an der Buchführung zahlreicher Konzerne war im Dezember vergangenen Jahres aufgekommen, nachdem der Energiekonzerns Enron pleite ging. Das Unternehmen hatte seine katastrophale finanzielle Situation lange Zeit mit Bilanztricksereien verschleiern können.