Aus der FTD vom 27.1.2003
Optionsscheine: Investoren setzen zunehmend auf fallende Aktienmärkte
Von Michael Neuhaus
Verkaufsoptionsscheine auf Aktienindizes standen in der vergangenen Woche erneut auf den Kauflisten der Anleger. Vor allem beim Dax, Dow Jones und S&P 500 waren die Umsätze hoch.
Anleger, die sich gegen den derzeit negativen Trend stellen wollten, hatten nur mit kurzfristigen Strategien Erfolg, erlitten aber gerade beim Einsatz von Knock-out-Calls oder Turbo-Produkten des öfteren einen Totalverlust. Geringere Absatzzahlen drückten bei Porsche auf den Aktienkurs. Dies lockte vor allem Put-Investoren an. Gefragt waren Basiswerte von 350 und 450 Euro. Wer aber damit rechnet, dass ein risikoloser Gewinn am Montag möglich ist, da die Aktie mit einem Dividenden- und Bonusabschlag von insgesamt 17 Euro gehandelt wird, sollte wissen, dass der Bonusabschlag eine Angleichung des Basispreises und des Bezugsverhältnisses zur Folge hat.
Durch die zunehmenden Eindeckungen von Puts auf den Bund-Future scheinen einige Anleger mit einem Ende der Kursrally am Rentenmarkt zu rechnen. Gefragt waren Basispreise im Bereich von 113 bis 116 Punkten. Mit dem Erreichen eines Höchststands von 115,52 Punkten, sorgte dies zwar für Verluste. Im Vergleich zum wertlosen Verfall der Knock-out-Puts mit Basispreisen von 114 und 115 Punkten, könnten die klassischen Puts bei einer Börsenerholung aber durchaus wieder die Gewinnzone erreichen.
Auch der Euro legte wieder um einige Prozent oder US-Cent zu. Die Call-Umsätze hielten sich weiterhin auf hohem Niveau. Hohe Zuwächse brachte nicht nur der Verkauf älterer Depotpositionen ein. Auch das kurzfristige Trading sorgte im Wochenvergleich für Gewinne von nahezu 50 Prozent im umsatzstärksten Call mit einem Basispreis von 1,05 $.
Michael Neuhaus ist Optionsscheinhändler bei der Euwax Broker AG.
© 2003 Financial Times Deutschland