Gegenfrage und tlw. Gegenargumentation zu # 486: Warum sollte die Coba eigene Aktien kaufen ? maddin ist nicht in erster linie den aktionären für einen möglichst guten kurs verantwortlich, sondern wie jeder CEO der nachhaltigen stärkung des unternehmens. maddin hat speziell die aufgabe, die coba weiter zu sanieren und gesund zu schrumpfen - alles andere ist zweitrangig. maddin hat zwei fetische: hartes kernkapital und cash - freie mittel, die er als sonstige kapitalrücklagen verbuchen kann, ohne bilanzielle bindung durch die vorgaben von basel 3, als speckschicht für katastrophenszenarien oder evtl. für eine shopping - tour, sobald das zukaufverbot der EU-Kommission ausgelaufen ist oder evtl. für ablöse von stillen einlagen usw.
Ich sehe nicht so recht, wie ein ankauf eigener aktien durch die coba zu maddins beiden fetischen paßt - er müßte dafür cash rausrücken, cash will er aber horten. das harte kernkapital stärkt er damit auch nicht, ich wüßte zumindest nicht, wie das durch den Erwerb eigener Aktien gehen soll. Im Gegenteil, es geht cash aus den freien kaitalrücklagen dafür weg, es wäre also insgesamt sogar eine Reduzierung des Eigenkapitals insgesamt. Wie paßt das zu einer unternehmenspolitik, bei der für so einen pups wie die Bedienung von variablen gehaltsbestandteilen von mitarbeitern die ermächtigung zur KE trotz eines miesen kurses gezogen wird ?
Zu den Gründen für den Erwerb eigener Aktien siehe v.a. den ersten link am ende des postings.
Der Erwerb eigener Aktien läuft zumindest im Rahmen eines geordneten Rückkaufsprogramms über die Börse, da werden dann nicht bestimmte Aktien eines Aktionärs, sondern irgendwelche Aktien gekauft. Es gibt wohl auch die Möglichkeit, dass die Coba aufgrund eines individuellen deals speziell Aktien des SoFFin kauft und damit die staatsquote reduziert (ohne den Segen der HV geht das sicher nicht, ich habe allerdings die Hausnummer dafür auch in § 71 AktG nicht gefunden, und im Aktienrecht ist eigentlich alles verboten, was nicht ausdrücklich erlaubt ist ...), aber auch hier: was bringt es in puncto kernkapital und cash, mal abgesehen davon, dass die SoFFin wohl etwa mehr sehen will als 1,25 pro share - sagen wir mal 3 + x, genau weiß es keiner. maddin soll also an den SoFFin 3,-- + x pro share zahlen, der börsenkurs steht bei sagen wir mal 1,25 bis 1,50, wenn er zuschlägt und das finden die sonstigen aktionäre dann gut und segnen es in der HV ab ? naja, nur dafür, dass man "den Staat" los ist ? also ich hab nix gegen Sozialismus light mit 25 % Staatsquote, solange die Coba in der Sanierungsphase steckt.
Alles in allem: Für die coba liegt das Thema eher auf Wiedervorlage, wenn es um die Tagesordnung für die nächste HV geht (d´accord mit rpm1974) - in 2012 ist da außer bei notfällen im Sinne von § 71 Abs. 1 Nr. 1 AktG nichts zu erwarten. Die dann in 2013 möglicherweise durch die HV zu erteilende ermächtigung nach § 71 Abs. 1 Nr. 8 AktG ist aber auch gedeckelt (... Anteil am Grundkapital, der 10 % nicht übersteigen darf).
Hier noch ein paar links zu Gründen / Hintergründen für den Erwerb eigener Aktien durch ein Unternehmen (ältere Sachen, aber Hintergründe / Begründungen bleiben aktuell):
joergfleischer2000.de/Publikationen/...urchAktienr_ckk_ufe.pdf
www.faz.net/aktuell/finanzen/fonds-mehr/...eppelt-1260438.html
www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/.../gruende_aid_13538.html
Ferner eine ausführliche Diskussion mit interessanten posts beim aktienboard:
www.aktienboard.com/forum/f23/wozu-aktienrueckkauf-t105480/