Die Situation in Griechenland gibt Anlass zur Sorge und ein griechischer Zahlungsausfall könnte Ansteckungseffekte haben, sagt Klaas Knot, Mitglied im Rat der Europäischen Zentralbank und...
Von Corina Ruhe,Anchalee Worrachate
(Bloomberg) -- Die Situation in Griechenland gibt Anlass zur Sorge und ein griechischer Zahlungsausfall könnte Ansteckungseffekte haben, sagt Klaas Knot, Mitglied im Rat der Europäischen Zentralbank und Gouverneur der niederländischen Notenbank.
"Die bereits angeschlagene Liquiditätsposition griechischer Banken wird sich verschlechtern, wenn Einlagen weiterhin abgezogen werden", schreibt Knot im halbjährlichen Finanzstabilitätsbericht der niederländischen Zentralbank am Dienstag. "Ein nicht erhoffter Zahlungsausfall des Landes würde die griechische Wirtschaft ziemlich aus der Bahn werfen und die Auswirkung eines solchen Ereignisses auf andere Länder im Euroraum ist weiterhin ungewiss."
Griechenland, der am stärksten verschuldete Staat im Euroraum, verhandelt mit den Partnerländern aus der Währungsunion und dem Internationalen Währungsfonds über die Konditionen der Hilfsgelder in Höhe von 240 Mrd. Euro. Die Situation ist festgefahren, so dass Griechenland von Notfall- Liquiditätshilfen abhängig ist, die die griechische Notenbank gewährt. Die Gefahr besteht, dass der Stillstand innerhalb weniger Wochen zu einem Zahlungsausfall und dem möglichen Ausstieg des Landes aus dem Euroraum führen könnte.
Trotz der griechischen Turbulenzen sind die Bondkurse anderer überschuldeter Euroraum-Länder dank des 1,1 Billionen Euro schweren Bondkaufplans der EZB gestiegen, wobei die Renditen von Papieren aus Italien, Spanien, Portugal und Irland auf Rekordtiefs gefallen sind. Das steht in krassem Gegensatz zur Schuldenkrise, als die Fremdkapitalkosten all jener Länder auf Euro-Ära-Hochs kletterten wegen der Besorgnis, dass ein Ausscheiden Griechenlands einen Domino-Effekt auslösen und zu einem Auseinanderbrechen des Währungsblocks führen könnte.
"Das quantitative Lockerungsprogramm der EZB verschleiert die Risiken von Kreditereignissen, beispielsweise, was mit Griechenland passieren könnte", sagt Steven Major, weltweiter Leiter Analyse Festverzinsliche bei HSBC Holdings Plc. "Zwar haben Banken ihr Engagement bei griechischen Anleihen wohl reduziert, aber diese Positionen könnten verschoben oder woanders versteckt sein. Und wie in jeder Krise entwickeln sich die Dinge nicht gradlinig."
Griechenland muss die Wirtschaftsreformen fortsetzen und die Vereinbarungen in seinem Rettungsprogramm erfüllen, sagt Knot. "Das ist wichtig für die Stabilität Griechenlands und die Stabilität der Währungsunion."
Griechenland strebt die Freigabe von weiteren Hilfen in Höhe von etwa 7 Mrd. Euro aus dem bestehenden Rettungsprogramm an. Das Land muss monatlich etwa 1,5 Mrd. Euro für Pensionen und Gehälter zahlen und peilt die Sitzung der Euroraum- Finanzminister am 24. April als letztmöglichen Termin für die Genehmigung neuer Gelder an.
--Mit Hilfe von David Goodman.
www.welt.de/newsticker/bloomberg/...ckungsgefahr-Knot-EZB.html