Griechenland hat einen gigantischen Schuldenberg, ein Haushaltsdefizit von voraussichtlich 9,5 Prozent in diesem Jahr und eine Arbeitslosenquote von 16 Prozent - aber gut 300 Sonnentage im Jahr. Um die griechische Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen und dringend benötigte ausländische Investitionen ins Land zu holen, wollen die Griechen den Deutschen daher jetzt im großen Stil Solarstrom verkaufen.
"Wirtschaftlich absolut Sinn"
Helios - wie der Sonnengott - heißt das Zauberwort, das in Athen Politiker und Wirtschaftsvertreter gleichermaßen hoffen lässt. Das Projekt ergebe "wirtschaftlich absolut Sinn", schwärmt etwa Umwelt-und Energieminister Giorgos Papakonstantinou. Die Idee: Griechenland und Deutschland sorgen zusammen für die nötigen Investitionen und haben am Ende beide etwas davon: Nach Griechenland fließt in der Wirtschaftskrise endlich wieder ausländisches Geld. Und Deutschland komme seinem Ziel "bedeutend näher", bis 2020 20 Prozent des Energieverbrauchs durch erneuerbare Energien zu decken, wie Papakonstantinou sagt.
Mit dem Helios-Projekt soll die griechische Jahresproduktion an Solarstrom bis 2020 auf 2,2 Gigawatt und bis 2050 sogar auf zehn Gigawatt gesteigert werden. Bei einer Sonnenstrom-Produktion von derzeit gerade einmal 270 Megawatt wäre das ein gigantisches Plus. Um das Projekt anzuschieben, hat Athen bereits Investitionen von mehr als 1,1 Mrd. Euro für den Bau großflächiger Photovoltaik-Anlagen zugesagt. Die Solarkraftwerke sollen auf rund 200 Quadratkilometern Land entstehen, das dem griechischen Staat gehört.
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