gp_karite (Hoffe, es ist ok):
"Der Kursrückgang von gestern mag diverse Hintergründe haben – z.B. nimmt kurz vor der US-Wahl offenbar die Verunsicherung in der Biotech-Branche zu. Meines Erachtens gibt es jedoch ganz klar einen hauptbestimmenden Faktor für den Dämpfer bei Epi – und zwar die Enttäuschung über die Ergebnisse bei Exas. Ein schwaches Ergebnis in den Exas-Verkaufszahlen angesichts des immensen Marketingaufwands wird als Zeichen gesehen, dass die bisherigen Screening-Verweigerer nur schwer für die Vorsorge zu motivieren sind bzw. dass ein hoher Anteil davon durch grundsätzliches Desinteresse beratungsresistent ist. Und ich sage mal kritisch, dass dies teils zu Recht in Verbindung gebracht wird. Natürlich stehen die Resultate der Bemühungen von Exas in gewisser Korrelation zur Einsichtsfähigkeit der anvisierten Patientengruppe in Sachen Vorsorge. Bei einer differenzierten Betrachtung sind hingegen zwei entscheidende Unterschiede zwischen Exas und Epi zu berücksichtigen: Erstens hat Epi mit seiner disruptiven Technologie und dem benutzerfreundlichen Test wesentlich mehr Potential neue Screening-Teilnehmer anzusprechen und Wechsler zu gewinnen. Zweitens waren im Kurs von Exas bereits hohe Erwartungen eingepreist, was bei Epi nicht in diesem Ausmaß der Fall ist. Somit hat Epi auch bei mäßigem Verkaufserfolg noch Luft nach oben (hab´ in einem früheren Beitrag skizziert, wie selbst bei äußerst bescheidener Marktdurchdringung durch proColon deutliche Kurssteigerungen zu erwarten sind). Offen ist, in welchem Maß die Erwartungen an die Patienten-Compliance in der Praxis realisierbar sind. Niemand weiß, wie viele der Unscreened tatsächlich von der Art der bisherigen Testverfahren abgeschreckt wurden und welcher Anteil der Zielgruppe absolute Vorsorgemuffel sind, die evtl. nicht mal die allgemeinen Check-ups regelmäßig durchführen lassen. Die Hoffnung von Epi, dass genügend Personen zur ersten Gruppe gehören, ist zwar begründet, beruht aber bislang auf einer Theorie, deren Verifizierung noch aussteht, und in der Praxis ist noch nicht mal ein Trend, der diese Hoffnung nährt, zu erkennen. Dazu ist es einfach noch zu früh. Ich denke, DAS ist der Hauptgrund für die hier allseits als unbefriedigend kritisierte Kursentwicklung der letzten Monate. Unterbewertung hin oder her, die berechtigte Skepsis über die wahre Compliance-Fähigkeit der Unscreened für einen Bluttest deckelt den Kurs. Die Zweifel an einem möglichen Epi-Erfolg entzünden sich m.E. nicht vorrangig an der Frage, wie gut Epi in den USA aufgestellt ist bzw. wie erfolgsversprechend das Vertriebskonzept ist oder wie sich Epi gegen Widerstände durchsetzen kann. Im Kern besteht die kurslimitierende Unsicherheit aus Zweifeln an ausreichendem Potential für Bluttest-Kunden in der unscreened population. Einzig und allein eine gute Erstattung für proColon kann die Phantasie nochmals beflügeln. Selbst im Fall einer Teilerstattung bleibt meine Zuversicht aus den genannten Gründen ungebrochen."
EPIGENOMICS N Helden | wallstreet-online.de - Vollständige Diskussion unter:
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