Kursziele um 14,- Euro rum halte ich aktuell auch für völlig unrealistisch.
Was die Beteiligungserträge und deren Anteil am Jahresüberschuss sehe ich das ganze weniger skeptisch. Zum einen muss man mal festhalten, dass es ja zweifellos nach der langen Durststrecke auch schon positiv ist wenn überhaupt solche Erträge erwirtschaftet werden (selbst wenn ich die Beteiligungserträge mal nicht berücksichtige) und zum anderen erklärt sich ein Großteil ja von selbst. Die Erträge der Auslandstöchter sind im Jahresabschluss ja aufgelistet. Diese wurden über die GuV ermittelt.
Aber der Ausblick ist doch insgesamt schon recht positiv. Der Vorstand würde doch nicht solche Aussagen treffen wenn er hinterher nicht liefern könnte. Damit wäre dann nämlich endgültig alles Vertrauen verspielt.
Besonders Auffällig sind folgende Aussagen:
"In den ersten 2 Monaten 2016 war die Ertrags- und Umsatzlage des Konzerns über dem Niveau des Vorjahres."
Man bedenke, dass das Weihnachtsgeschäft zu diesem Zeitpunkt ja gelaufen war. Trotzdem konnte man die Zahlen steigern. Nun mag es im Vorjahr in diesen Monaten vielleicht auch nicht gut gelaufen sein - aber immerhin lief es in diesem Jahr besser.
"Die Verkäufe des Fahrschulsimulators sind weiterhin leicht steigend und werden auch in 2016 für stabile Einkünfte sorgen."
So eine präzise Aussage kann man ja eigentlich nur treffen wenn man schon feste Bestellungen in den Büchern hat. Eine Stabilisierung der Erträge in diesem Bereich wäre ja schon positiv gewesen - aber offenbar kann man hier sogar noch eine leichte Steigerung erreichen.
Hinzu kommt die zu erwartende Steigerung aufgrund der Neueinführung der Produkte im eigentlichen Kernsegment von Endor. Insgesamt gibt es also ein deutliches Wachstumspotential. Ob dies wirklich komplett abgeschöpft werden kann weiss heute noch keiner - aber wir wissen zumindest, dass der Start ins Jahr schon mal besser verlief als im Vorjahr.
Ich gehöre nun wirklich nicht zu denen die alles positiv sehen und die immer sofort an Kurssprünge glauben. Aber das Risiko mit einem Einstieg bei Endor etwas falsch zu machen ist aus meiner Sicht heute deutlich geringer als vor einem oder zwei Jahren. Ich glaube sogar, dass es heute wesentlich weniger Verlustrisiko gibt wenn man zu 6,- Euro einsteigt als wenn man damals zu 2,- Euro eingestiegen wäre. Endor steht längst nicht mehr so mit dem Rücken zur Wand wie damals. Wenn man aufgrund der Finanzlage flexibler wird sind weitere Sparpotentiale vorhanden. Ich möchte z.B. gar nicht wissen zu welchen Zinsen Endor sich finanzieren mussten. Ich bin mir z.B. auch nicht sicher ob Endor immer alle Rechnungen mit Skonto zahlen konnte. Vielleicht geht das zukünftig. Und die Verhandlungsposition gegenüber Banken ist ja auch eine ganz andere wenn die Zahlen stimmen. Zwar scheint es im vergangenen Jahr keine Mittel mehr über Kreditinstitute gegeben zu haben - aber vielleicht bekommt man dort zukünftig wieder Geld und dies zu besseren Konditionen als aktuell.