Magazin: EM.TV-Vorstand Haffa hält Klagen für möglich
München (vwd) - Thomas Haffa, Vorstandsvorsitzender der EM.TV & Merchandising AG, München, rechnet mit rechtlichen Schritten seiner Aktionäre. "Ich halte Klagen von Aktionären für möglich", sagte Haffa in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin "Focus-Money". Bisher seien aber noch keine eingegangen. Haffa räumte ein, bei den Verhandlungen um den Einstieg eines Partners unter Druck gestanden zu haben. Von Mai 2001 an habe Bernie Ecclestone eine Verkaufsoption auf seine Formel-1-Anteile an EM.TV. "Wir konnten uns bei der Börsenentwicklung nicht erlauben, mit einer Put-Option da zu stehen, die wir nicht hätten finanzieren können", wird Haffa zitiert.
In Kürze erwartet der Vorstand bei seinem Internet-Projekt Junior-Web den Abschluss mit einem großen Partner. Die Verhandlungen mit der Automobilindustrie über einen Einstieg in die Formel 1 verlaufen laut Haffa positiv. Mit dem Erlös erwäge er, Schulden aus der EM.TV-Wandelanleihe vorzeitig zu tilgen.
Wie aus einem Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Mittwochausgabe) hervor geht, prüft der Münchner Rechtsanwalt Klaus Rotter bereits im Auftrag mehrerer Privatanleger eine Klage gegen EM.TV wegen vorsätzlicher Täuschung der Aktionäre. Seine Kanzlei versuche, den Vorstandsmitgliedern nachzuweisen, dass sie Kenntnis von geschönten Zahlen hätten. Der Nachweis sei aber schwierig, räumte Rotter ein. Auch die Kanzlei Tilp und Kälberer in Kirchentellinsfurt bei Tübingen prüft dem Bericht zufolge Klagen auf Schadenersatz gegen EM.TV. Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz DSW halte Klagen von Privatanlegern für wenig aussichtsreich, heißt es ergänzend.