Eine volle Woche für die US-Notenbank


Thema
abonnieren
Beitrag: 1
Zugriffe: 304 / Heute: 2
tom68:

Eine volle Woche für die US-Notenbank

 
13.08.01 19:11
Eine volle Woche für die US-Notenbank
 
Wichtige Konjunkturdaten Schlag auf Schlag vor der nächsten Sitzung der Fed
 
Der Chef der US-Notenbank Alan Greenspan wird in dieser Woche nicht viel Schlaf bekommen. Vor dem nächsten Treffen der Fed am 21. August gibt es eine wahre Flut von wichtigen Konjunkturdaten, die Beachtung verlangen. Vor allem Einzelhandelsumsätze, Industrieproduktion, Verbrauchervertrauen und –preise sowie die Geschäftslagerbestände stehen im Vordergrund.

Von besonderer Bedeutung sind dabei die Einzelhandelsumsätze für Juli. Die Ausgabefreudigkeit der US-Bürger ist die letzte Stütze der Wirtschaft, doch auch sie droht wegzubrechen. Die Einzelhandelsumsätze machen ungefähr die Hälfte der Verbraucherausgaben aus, die wiederum zwei Drittel der Umsätze der Wirtschaft darstellen. Wirtschaftsexperten erwarten für Juli einen Rückgang um 0,1 Prozent nach einem Anstieg um 0,2 Prozent im Juni. Ohne die volatilen Zahlen aus dem Auto-Sektor liegt die Konsensschätzung bei plus 0,2 Prozent gegenüber einem Rückgang um 0,2 Prozent im Juni.

Das wäre der erste Rückgang seit März und würde einen schwachen Start in das dritte Quartal bedeuten. Und das so genannte Beige Book der Notenbank verheißt nichts Gutes. Der Bericht weist darauf hin, dass die Umsätze im Einzelhandel im Juni und Juli eher schwach waren. Die Frage ist, in wieweit sich die Steuerrückzahlungen der US-Regierung in Höhe von 38 Mrd. Dollar auswirkt. Die Ökonomen von Lehman Brothers gehen davon aus, dass die Verbraucher rund die Hälfte der Rückzahlung ausgeben, was ausreiche, um das Wachstum im dritten Quartal um einen vollen Prozentpunkt anzuheben. Bis die Auswirkungen wirklich klar sind, wird es aber noch dauern.

Die Einzelhandels-Zahlen könnten das einzige sein, das die Notenbanker zu einem Zinsschritt um mehr als 25 Basispunkte nach untern bewegen könnte. Von einer solchen Zinssenkung geht derzeit die Mehrzahl der Ökonomen aus. Sollten die Zahlen aber enttäuschen, könnten auch 50 Basispunkte drin sein.

Der Schwachpunkt der US-Wirtschaft ist aber das produzierende Gewerbe, dessen Schwäche sich auch auf andere Sektoren auszuwirken beginnt. Am Mittwoch meldet die Fed Zahlen zur Industrieproduktion im Juli. Im Mittel rechnen Experten mit einem Minus von 0,2 Prozent und einem Rückgang der Kapazitätsauslastung auf 76,7 Prozent, den tiefsten Stand seit 18 Jahren. Die Industrie Produktion ist seit September jeden Monat gefallen und liegt über diesen Zeitraum nun 4,6 Prozent in den Miesen.

Hinzu kommen noch die Zahlen zu den Geschäftslagerbeständen im Juni. Basierend auf dem Abbau der Läger in den US-Fabriken um 0,7 Prozent und einem Rückgang der Lagerbestände des Großhandels um 0,2 Prozent gehen Wirtschaftsexperten von einem Abbau der Lagerbestände insgesamt um 0,3 Prozent aus.

Am Donnerstag kommt dann noch der so genannte Phildelphia-Fed-Index, der die Aktivität des produzierenden Gewerbes misst, und der vorläufige Verbrauchervertrauens-Index der Universität von Michigan heraus. Hauptsächlich auf Grund der gesunkenen Aktienkurse erwarten Ökonomen hier einen Rückgang von 93,7 auf 92,5 Indexpunkte. Viel Arbeit für Alan Greenspan und Co. also vor dem Treffen des Offenmarktausschusses der Fed in der nächsten Woche.

Autor: Björn Junker, 17:52 13.08.01
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.


Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
--button_text--