1984 ist jetzt
e.multi digitale Dienste AG:
Verdacht auf Insidervergehen, Strafanzeige wegen Verdacht der Kursmanipulation und Anfechtungsklage
Bei der am Neuen Markt notierten e.multi Digitale Dienste AG, Ettlingen, mehren sich die Ungereimtheiten.
Nachdem die SdK bereits Anfechtungsklage gegen einen HV-Beschluss erhoben und Strafanzeige wegen Verdachts der Kursmanipulation gestellt hat, steht nun der
Verdacht von Insidervergehen im Raum.
e.multi meldete am Freitag, 11. 10. 2002, um ca. 18.00 Uhr deutlich verspätet den Erhalt einer Anfechtungsklage. Gleichzeitig gab sie bekannt, dass eine
Großaktionärin, die Firma firmenmarkt.com AG, ihre Aktien „aufgrund der Anfechtungsklage“ veräußert habe.
Aus Sicht der SdK ist es erstaunlich, dass der Aktienverkauf bereits vor Meldung der Insidertatsache (Vorliegen einer Anfechtungsklage) erfolgt sein soll.
Noch erstaunlicher ist der Umstand, dass die firmenmarkt.com AG unter der Privatanschrift von Herrn Raber domiziliert, der als Investor
Relations-Verantwortlicher die Ad-hoc-Meldung erstellt hat und nunmehr in den e.multi-Vorstand berufen worden sein soll. Bei der Firma firmenmarkt.com AG
handelt es sich offensichtlich nicht – wie früher von e.multi gemeldet – um einen unabhängigen neuen Investor.
e.multi ist seit mehreren Monaten nur noch eine Mantelgesellschaft ohne Mitarbeiter. Durch Einbringung einer Tochtergesellschaft der nicht börsennotierten
Eurotip AG im Wege der Sacheinlage wollte diese Firma die Aktienmehrheit bei e.multi erlangen. Nach Handelsregisterauskünften handelt es sich bei der
einzubringenden Tochtergesellschaft allerdings um eine englische „Briefkastenfirma“ mit einem Grundkapital von lediglich £ 2,-. Die SdK hat daher auf der
Hauptversammlung am 30. August Widerspruch gegen die entsprechenden Beschlüsse zu Protokoll gegeben, Anfechtungsklage angekündigt und inzwischen auch
fristgerecht erhoben.
Zeitgleich hat die SdK gegen Verantwortliche der e.multi Strafanzeige wegen des Verdachts der Kursmanipulation gestellt. Nach Auffassung der SdK wurde der
Kurs der am Neuen Markt notierten Firma durch falsche Ad-hoc-Meldungen manipuliert, so dass er zwischen Juli und August dieses Jahres von ca. EUR 0,20 auf
über EUR 1,20 anstieg.
Frankfurt am Main, 16. 10. 2002