4investors-Kolumne: e-m-s new media - Der DVD-Profiteur
Weihnachtszeit, Geschenkezeit. Wer in der Presse nach den diesjährigen Umsatzrennern im Einzelhandel sucht, findet immer wieder das Stichwort Unterhaltungselektronik. Neben Computer & Co. gehört hier der Sektor DVD zu den großen Wachstumsmotoren.
Der Boom bei den Digital Versatile Discs, wie die DVD ausgeschrieben bezeichnet wird, ist für e-m-s new media ein Segen, denn in diesem Bereich erwirtschaftet das Dortmunder Unternehmen den Löwenanteil seiner Umsätze. e-m-s veredelt Filme durch Digitalisierung sowie grafische Aufbereitung und erstellt mit Zusatzfeatures ein Komplett (Oslo: KOM.OL - Nachrichten) -Unterhaltungsangebot. Mehr als 450 Produktionen durchliefen bislang die Studios des Unternehmens. Dessen Struktur ruht auf vier Säulen: Dem Vertrieb von DVD-Spielfilmen und -Musikprodukten, Studiodienstleistungen, dem Vertrieb von Edutainment-Produkten auf DVD und der Lizenzvermarktung für Kino und TV.
Sinkende Preise im DVD-Segment werden dabei von der deutlich steigenden Menge der verkauften DVDs mehr als kompensiert. Für das laufende Jahr erwartet e-m-s-Chef Werner Wirsing einen Umsatz von 20 Mio. Euro, der im kommenden Jahr auf 25 bis 30 Mio. Euro wachsen dürfte. Das EBIT-Ziel von 3 Mio. Euro für das laufende Jahr dürfte zu konservativ gerechnet sein - und das, obwohl die Pipeline des Unternehmens im vierten Quartal um vier Filme schmaler als geplant ausfallen wird. Independent Research rechnet derzeit mit 3,8 Mio. Euro EBIT-Plus, was unseres Erachtens nach näher an der Realität liegen dürfte. Bereits nach neun Monaten 2004 weisen die Dortmunder einen EBIT-Gewinn von 2,5 Mio. Euro aus, wobei das vierte Quartal aufgrund des Weihnachtsgeschäftes stark verlaufen sollte.
Ebenso konservativ ist daher die Gewinnschätzung von 10 Cent, die für das Folgejahr mit 18 Cent deutlich höher liegt. Auch hier sind positive Überraschungen zu erwarten, sodass insgesamt für die kommenden Wochen und Monate mit einem positiven Nachrichtenfluss gerechnet werden darf. Der trifft auf eine fundamental günstige Bewertung: Das KGV für 2005 liegt auf Basis der oben genannten Gewinnschätzung bei 9,7, weshalb sich das KUV 2005 von 1,4 aufgrund der guten Gewinnmargen relativiert.
Das Thema Kapitalerhöhung ist dagegen erst einmal vom Tisch. Die Ausgabe junger Aktien oder einer Wandelanleihe zur Stärkung der Finanzbasis ist nicht mehr geplant, weil mittlerweile angesichts steigender und positiver Cash-Flows nach Einschätzung des Vorstands nicht mehr nötig. Lediglich zur Hereinnahme eines strategischen Investors wird eine Kapitalerhöhung erwogen.
Fazit: Die Aktie ist trotz der schon erreichten Gewinne seit dem Tief interessant. Da sich seither auch die Risiken des Papiers verringert haben, besteht aktuell ein günstiges Chance-Risiko-Verhältnis für risikobereite Investoren. Wir nehmen einen ersten Bestand von 6.000 e-m-s-Aktien in unser Musterdepot auf. Den Stop-Loss setzen wir zunächst auf 1,55 Euro und ziehen diesen im Rahmen einer Aufwärtsbewegung nach.
Michael Barck ist Chefredakteur des Börsenbriefs "4investors weekly", der tägliche Analysen, Kommentare und Nachrichten zu den weltweiten Aktienmärkten bietet. Weitere Informationen unter www.4investors.de.