Der Aktionär, Heft 40/09 vom 23. September 2009, Seite 28
Einmal im Ganzen, bitte
An der Freenet-Tochter Strato sind gleich mehrere Konzerne interessiert. Aber auch die Mutter soll im Visier eines Käufers stehen. Für Freenet-Aktionäre eine gute Nachricht.
Ziel: 14,00 €
Stopp: 7,90 €
Die letzte Woche hatte es aus Sicht der Anteilseigner von Freenet in sich. Indem das Handelsblatt Mitte der Woche berichtete, dass sich mittlerweile auch die Deutsche Te l e kom in die Riege der Interessenten für die Freenet-Tochter Strato eingereiht habe, bekamen die zuvor schon im Markt befindlichen Spekulationen über einen möglichen Bieterkampf um Strato neues Futter. Die Notierung von Freenet stieg im Anschluss deutlich und übersprang dabei sogar die Marke von zehn Euro.
Ausländer am Gesamtkonzern dran
Während man bei Freenet bereits an der Lis te derjenigen Kaufinteressenten arbeitet, die bald einen Blick in die Strato-Bücher werfen dürfen, nehmen einige Experten den Einstieg der Telekom in den Bieterstreit um Strato zum Anlass, um über den Preis für den Webhosting-Spezialisten zu streiten. Dabei scheinen sie vor lauter Eifer allerdings zu übersehen, dass alles doch noch ganz anders kommen könnte. Denn wie Der Aktionär ebenfalls in der vergangenen Woche aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr, gibt es sogar Interessenten für den gesamten Freenet-Konzern: Ausländische Unternehmen soll ihre Finger nach den Hamburgern ausstrecken – wohlgemerkt inklusive Strato.
Einige Indizien
Generell spricht einiges für eine solche Entwicklung. Denn die zehn Millionen Freenet-Anteile, für die United Internet Ende August für 8,70 Euro pro Stück problemlos einen Käufer gefunden hatte, wird jemand nicht nur zu dem Zweck gekauft haben, eine einfache strategische Beteiligung einzugehen. Und ein nicht-europäischer Konzern wäre als Interessent durchaus denkbar. Denn dass ein Käufer nicht unter den scheinbar naheliegen den Playern am deutschen Mobilfunkmarkt – die Deutsche Telekom würde sich auf den ersten
Blick ebenso anbieten wie ihr britischer Wettbewerber Vodafone – zu finden sein wird, dürfte schon aus kartellrechtlichen Gründen auf der Hand liegen. Auch der Zeitraum, in dem ein Kauf stattfinden könnte, lässt sich bereits eingrenzen. Er müsste nämlich schon bald stattfinden. Denn wie ebenfalls zu vernehmen war, ist die zweite Runde des Strato-Verkaufs für Oktober anvisiert. Ein Kauf des kompletten Pakets sollte also noch vorher über die Bühne gehen.
Freenet bleibt ein Kauf
Neben dem Strato-Verkauf bietet die Freenet-Aktie dank der Fantasie einer Übernahme des gesamten Konzerns nach wie vor noch Kurspotenzial. Der Aktionär sieht das Kursziel
bei 14,00 Euro.
"Das Mitbringen von Dosen, ...Tieren, Nazis, ...pyrotechnischen Erzeugnissen ist untersagt."