Ergebnis einer Übernahmeschlacht
Drillisch verliert bei Freenet Millionen
Der Ausverkauf der Freenet-Aktie beschert dem Anteilseigner Drillisch rote Zahlen. Der Mobilfunkbetreiber will dennoch an seiner Beteiligung festhalten und hofft auf den neuen Freenet Vorstandschef.
Im vergangenen Jahr seien auf die Freenet-Beteiligung 202,4 Mio. Euro abgeschrieben worden - allein im vierten Quartal waren es 51,3 Mio. Euro, teilte Drillisch mit. Die Freenet-Aktie notierte aktuell bei 3,18 Euro, vor genau einem Jahr war sie noch 13,05 Euro wert. Dadurch machte Drillisch 2008 einen Verlust vor Steuern von 172,4 Mio. Euro, obwohl der Vorsteuergewinn aus dem operativen Geschäft um acht Prozent auf 30,0 Mio. Euro gestiegen war. Der Umsatz sank trotz gestiegener Kundenzahl um 3,1 Prozent auf 350,1 Mio. Euro.
Drillisch hält zusammen mit dem Internet-Dienstleister United Internet (1&1) knapp zehn Prozent an Freenet, weitere 7,5 Prozent liegen bei Drillisch selbst. Die beiden Unternehmen waren bei Freenet eingestiegen, weil sie auf eine Aufspaltung des norddeutschen Unternehmens in das Mobilfunk- und das DSL-Geschäft spekuliert hatten, das sie anschließend unter sich aufteilen wollten.
Freenet will das Geschäft mit den schnellen Internet-Verbindungen abgeben. Allerdings stockt der Verkauf schon seit längerem. Unter anderem deswegen war Vorstandschef Eckhard Spoerr kurz vor Weihnachten zurückgetreten. Mit dem Verkaufserlös will der Konzern einen Teil der Schulden aus der Übernahme von Debitel tilgen. Damit wollte sich Freenet vor einer feindlichen Übernahme durch Drillisch und United Internet schützen. Freenet erhofft sich durch die Übernahme von Debitel ab 2010 Synergien von jährlich bis zu 100 Mio. Euro.
Drillisch macht sich wegen der hohen Abschreibungen bislang keine Existenzsorgen. Man halte an der Beteiligung fest, sagte ein Sprecher, und warte zunächst ab, welche Weichen die neue Freenet-Führung unter Joachim Preisig stellen werde. Drillisch hatte kurz vor dem Jahresende vier Tochterfirmen verschmolzen und damit 140 Mio. Euro an stillen Reserven gehoben.
www.ftd.de/technik/it_telekommunikation/...llionen/481897.html