aber charttechnisch ein ausgezeichnetes Chance-Risiko-Verhältnis.
Hebelpapiere sind gute Instrumente, um das Depot mit einem zusätzlichen Performance-Kick zu würzen. Es gibt allerdings auch Aktien, bei denen Derivate nahezu überflüssig sind, weil die Volatilität ohnehin schon sehr stark ist. Ein Blick auf den Chart von Drillisch ist ein gutes Beispiel.
Als die Blase am Neuen Markt platzte, rauschte ging es für Drillisch ganz tief in den Keller. Von mehr als sechs Euro gab der Kurs auf bis zu 0,50 Euro nach – ein saftiger Verlust von rund 90 Prozent. Doch der Pennystock erholte sich wieder und kletterte bis Anfang 2007 auf bis zu neun Euro. Wie gewonnen, so zerronnen – wer bereits von zweistelligen Notierungen träumte, wurde bitter enttäuscht. Zwei Jahre später gab es die Drillisch-Papiere erneut für weniger als einen Euro. Allerdings nur für kurze Zeit. Innerhalb von nur neun Monaten schoss die Notiz von 0,90 Euro auf bis zu fünf Euro – wer mutig war, konnte mehr als 400 Prozent einstreichen. Den bisher letzten Schock gab es im November 2011: Die Aktie verlor an nur einem Tag mehr als 40 Prozent. Vorwürfe wegen des Betrugs im Zusammenhang mit Mobilfunkverträgen sorgten für einen kurzzeitigen Ausverkauf. Inzwischen wurde auch dieser Rücksetzer wieder komplett aufgekauft und die Börsenampel steht wider auf Grün.
Entscheidend war in den vergangenen Tagen der Durchbruch im Bereich um 8,50 / 8,90 Euro. Auf diesem Niveau kam es in der ersten Jahreshälfte 2007 sowie mehrfach im vergangenen Jahr zu einem Überhang beim Angebot und somit Gewinnmitnahmen. Im März wurde dieser Bereich mit einer langen weißen Kerze auf Wochenbasis nach oben hin aufgelöst und damit ein deutliches Kaufsignal aktiviert. Sollte der Wert nun auch in dieser Woche das erhöhte Niveau verteidigen und oberhalb von 8,90 Euro die Woche beenden, wäre dies als eine Bestätigung vom Markt zu werten.
Im recht wahrscheinlichen Fall einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung steht als nächstes die runde Schwelle von zehn Euro auf der Agenda. Hier könnte es durchaus zu kleineren Gewinnmitnahmen kommen. Ein entsprechender Pullback bis an Bereich um 8,85 Euro, der sich von einem Widerstand in eine wichtige Unterstützung gewandelt hat, ist auf jeden Fall einzuplanen.
Verteidigt die Aktie auch nach einer gesunden Konsolidierung Kurse oberhalb von 8,50 Euro, winken sogar deutlich größere Gewinne. Durch Projektion der Höhe der 2011er-Seitwärtsbewegung auf das Ausbruchsniveau bei 8,85 Euro ergibt sich ein Kurspotenzial von gut 50 Prozent und damit eine Zielregion im Bereich knapp oberhalb von 13 Euro. Auch wenn der Einfluss inzwischen nicht mehr gegeben ist – bereits 1999 endete eine technische Gegenbewegung auf diesem Niveau.
Stoppkurse können je nach Positionsgröße und Risikoempfinden gestaffelt bei 8,40 Euro und 7,90 Euro platziert werden. Das Risiko pro Aktie liegt somit zwischen 0,70 bis 1,20 Euro. Richtung Norden können bis zur runden Schwelle von zehn Euro knapp 0,90 Euro pro Papier verdient werden. Das zumindest derzeit noch sehr ehrgeizige Zielniveau von 13 Euro würde sogar Gewinne von 3,90 Aktie je Aktie und damit einem Chance-Risiko-Verhältnis von 3,2 eröffnen.
Link mit Chart:
www.boerse-online.de/aktie/chartanalyse/...bel/636235.html?p=1