Die WTC-Verschwörungstheorie (Teil 26 bis ...)


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Schnorrer:

Synchronizität? o.T.

 
25.02.02 21:31
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Die größte Heroin-Regierung aller Zeiten

 
03.03.02 14:57
Die WTC-Verschwörungstheorie (Teil 26 bis ...) 596636 Teil 26

Der Aufstieg der britischen "East India Company" zum weltumspannenden Finanzkonzern des Empires im 18. und 19. Jahrhundert verdankte sich in erster Linie dem illegalen Opiumgeschäft mit China, dessen Fortbestand in zwei Opiumkriegen mit militärischer Gewalt gesichert wurde. Dabei pflegte sich die ehrenwerte Kaufmannsgesellschaft in London immer dann besonders heftig über den menschenverachtenden Opiumhandel zu empören, wenn sie in China zur Sicherung und Ausweitung ihres Monopols gerade mal wieder einen Krieg anzettelte. George W. Bush setzt diese klassische Tradition mit seiner jetzt angekündigten Offensive im "war in drugs" fort.

Einer der wesentlichen Gründe, warum die Vorgänge um den 11. September ihrer Aufklärung harren, liegt darin, dass die Hintergründe in Tabubereiche führen, deren Aufdeckung unerwünscht ist. Eines dieser Tabus ist die direkte und indirekte Finanzierung der US-Außenpolitik durch das Geschäft mit illegalen Drogen. So wurde die "Heroinisierung" Pakistans seit 1979 nicht nur als unvermeidlicher Kollateralschaden im Kampf gegen den Kommunismus angesehen, nach Ende des Kalten Kriegs wurde sie weiter akzeptiert, um das Land zahlungsfähig zu halten, für Waffenkäufe und die Bedienung der IWF-Kredite. Ende der 90er Jahre lagen dann die Einkünfte aus der  Schattenökonomie des Heroingeschäfts 30% über dem Staatshaushalt von 11. Mrd. $.

Im  Oktober hatten wir prognostiziert, dass das vom pakistanischen Geheimdienst ISI - dem wichtigsten CIA-Partner der Region - kontrollierte Heroin-Geschäft nach einem Einmarsch der USA in Afghanistan weiter blühen wird. Dafür wurde jetzt mit der Berufung des Generals und Drogenbarons Rachid Dostum in das neue afghanische Kabinett Sorge getragen, mit der - so Adam Porter im  Guerilla News Network, "die größte Heroin-Regierung aller Zeiten zementiert wurde".

Auch außerhalb der Regierung sind die Warlords und Drogenhändler  back in business, die Nord-Allianz, die anders als die Taliban den Opiumanbau nie eindämmte, kontrolliert weite Teile des Landes, Pakistan hat einen der großen Schmuggelkönige der Khyber-Pass-Region wieder aus der Haft entlassen und in Kabul wurde die "High Commision on Drug Control" von der neuen Regierung einfach vor die Tür gesetzt, ihre Autos und Telefone beschlagnahmt: "Nicht einmal ein Fahrrad haben sie uns gelassen", beklagt der Leiter der Behörde, der nun in einem Zimmer im Außenministerium  unterkriechen musste.

Gleichzeitig  melden die Agenturen, dass jetzt Spezialeinheiten der USA die Shops in der Opium-Lane von Kandahar regelmäßig besuchen und die Aufforderung "Change your Business" hinterlassen - pro forma und für die bunten Seiten weltweit also wirklich etwas tun gegen den Opiumhandel. De facto freilich wären die Volksökonomien von Afghanistan und Pakistan auf der Stelle ruiniert, sollte das Opium- und Heroingeschäft zum Erliegen kommen.

Dass dies auf keinen Fall geschieht, dafür hat sich jetzt George W.Bush an der Heimatfront ins Zeug gelegt. Seine  Ankündigung der Verschärfung des "war on drugs" und einer saftigen Etaterhöhung für Eindämmung und Verfolgung bedeutet Balsam für die seit Kriegsbeginn in den Keller gefallenen Preise für Roh-Opium und Heroin: "Jetzt werden wir reich", bekundete denn auch ein  junger Opiumhändler gegenüber der "New York Times". Während der Preis für ein Kilo Opium im August noch 300 $ betrug, war er zwischenzeitlich auf 150 $ gefallen.

"Wenn wir den Krieg gegen Drogen führen, führen wir Krieg gegen Terror", hatte Präsident Bush, dem Alkohol- und Kokainmissbrauch nachgesagt werden, im Rahmen seiner "Nationalen Drogenkontrollstrategie" verkündet - und ließ die Dumpfbotschaft in den  teuersten Werbespots, die je eine US-Regierung bei einer TV-Übertragung schaltete, unters Volk bringen. Während des "Superbowl" Football-Finales wurden so in zwei 30 Sekundenspots 3,2 Millionen Dollar Steuergelder verbraten - und quasi die direkte Verbindung von Drogenkonsum und Usama Bin Ladin hergestellt. "This is your brain on terror"  kommentierte der Mediendienst "PR Watch" die Propagandaspots - unter Anspielung auf die berüchtigten Spiegeleier-Plakate ("This is your brain on drugs") , mit denen seinerzeit unter Reagan/Bush der Drogenkrieg an der Heimatfront angeheizt wurde (und die Margen im neu installierten Heroin-Geschäft an der pakistanisch-afghanischen Grenze gepusht.) .

Wer es nicht glauben möchte, dass die CIA und weitere US-Geheimdienste in den Drogenhandel involviert sind, braucht nur ihren eigenen  Report darüber zu lesen, der zumindest die Spitze dieses Eisbergs lüftet. Dan Russell beschreibt in  Drugwar die Logik dieses Zusammenhangs:

"Die Machtzentren, die für den Drogenhandel verantwortlich sind, sind dieselben Machtzentren, die die künstliche Hysterie schüren, die für die fortgesetzte Kriminalisierung nötig ist. Das hält die Verkaufspreise hundertfach höher als der natürliche Wert und den Handel exklusiv in den Händen des Muskelprotzes. Ein anderes Wort für Muskelprotz ist militärischer Geheimdienst. (...)
Verdeckte Regierung durch den militärisch-industriellen Komplex bedeutet korrupte Eroberungskriege und Regierung durch Drogenhändler. Als die traditionellen Rauschpflanzen der Welt zu illegalen Güter wurden, bekamen sie einen Wert wie Edelmetall, das angebaut und geerntet werden konnte. Einzig durch ihren künstlichen, durch die Prohibition geschaffenen Wert wurden illegale Drogen überall dort zur Basis der militärischen Macht, wo sie angebaut und in Mengen geliefert werden konnten. Bis heute sind die amerikanischen Rüstungsunternehmen insofern die größten Drogengeldwäscher der Welt."

 
Da wundert es dann eigentlich nicht mehr, dass die Vereinigten Staaten die Einrichtung des Internationalen Strafgerichtshofs hartnäckig boykottierten, und auch jede Reform der Drogenpolitik blockieren und das Prohibitions- und Repressionsdogma hochhalten - nur so kann das verdeckte Geschäft lukrativ und in den Händen des "Muskelprotzes" bleiben. In einer  Studie des UN-Drogenkontrollprogramms UNDCP wurde untersucht, wie viel Umsatz in verschiedenen Ländern mit welchen Drogen gemacht wird und welchen Einfluss der Grad der Prohibition auf diesen Umsatz hat. Ergebnis: harte Repression fördert den Umsatz von harten Drogen:
 
"Die Vereinigten Staaten liefern ein gutes Beispiel: Obwohl 78% aller Konsumenten illegaler Drogen Cannabis nutzen (1995-1996), betrugen die geschätzten Ausgaben für Cannabis nur 12% sämtlicher Ausgaben für illegale Drogen. (..) Die Niederlande sind einer der wenigen Fälle in entwickelten Ländern, in denen der Markt für Cannabis (0,5 Milliarden $ 1995) deutlich größer ist als die Heroin- und Kokain-Märkte (0,26 Mrd. $)."  
 
Laut UNDCP überwiegt in den USA der Umsatzanteil harter Drogen im Verhältnis 7:1, während es in den Niederlanden weiche Drogen sind, deren Umsatz 3:2 überwiegt. Diese Zahlen der Vereinten Nationen zeigen, dass die pragmatische, schadensreduzierende Politik der Holländer sehr viel besser geeignet ist als die repressive Linie der USA, um die Einnahmequellen von Terroristen trockenzulegen. Da Drogengeld die wichtigste Finanzquelle des internationalen Terrorismus darstellt, wäre ein Frieden im "war on drugs", ein neuer Pragmatismus in der Drogenpolitik, einer der wichtigsten Schritt im Kampf gegen den Terror überhaupt. Es geht um 500 Milliarden Dollar oder sogar mehr, die per anno weltweit mit Produkten von Mohn-, Coca- und Hanfpflanzen umgesetzt werden - den größten globalen Schwarzmarkt überhaupt.

Ginge es wirklich um eine Kontrolle dieses Markts, könnte diese durch legalen Anbau und regulierte Abgabe dieser Substanzen leicht erreicht werden. Aber wer finanziert dann in Zukunft die inoffizielle amerikanische Außenpolitik, die "Contras" in Nicaragua, die "Djihad"-Lager in Afghanistan, die Todesschwadronen in Salvador und Kolumbien, die UCK im Kosovo? Wer hält unverzichtbare Verbündete wie die Heroin-Regierungen in Kabul und Pakistan am Leben ? Wie soll die islamistische Destabilisierung Zentralasiens und Russlands finanziert werden? -

Nicht nur Mafia, Militärdiktatoren und Terroristen hängen am Drogentropf, auch die amerikanische Geo-Politik kommt ohne diesen Krokodilfonds nicht aus. Dank Bushs Offensive im Drogenkrieg werden die Gelder weiter üppig fließen ...
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Happy End:

Die Kosher Conspiracy

 
03.03.02 15:00
Die WTC-Verschwörungstheorie (Teil 26 bis ...) 596638 Teil 27

Nachdem das linksliberale politische Magazin  The New Statesman Anfang Februar unter der Schlagzeile "The Kosher Conspiracy" eine Titelgeschichte über die unkritische Unterstützung der Politik Sharons durch die britische Regierung veröffentlicht hatte, hagelte ein Sturm von Antisemitismus-Vorwürfen auf das Blatt. Dass einer der Autoren, der renommierte australische Journalist John Pilger, für seine investigativen Reportagen über Menschenrechtsverletzungen wie den Genozid in Ost-Timor mehrfach ausgezeichnet wurde, rettete ihn nicht vor der Holocaust-Keule. Die trifft derzeit jeden Nicht-Juden, der Israel und seine Unterstützer öffentlich kritisiert - die 20.000 jüdischen Demonstranten dagegen, die kürzlich in New York gegen Sharons Terrorpolitik protestierten, tauchten in den Mainstream-Nachrichten kaum auf...

"Cui bono?" - bezieht man knapp ein halbes Jahr nach den Anschlägen diese Frage auf die Länder und Regierungen, denen sie genützt haben, bleiben nur zwei: USA und George Bush sowie Israel und Ariel Sharon. Nun wäre es wahrlich ein zu kurzer Schluss , diesen beiden schon deswegen eine Mittäterschaft zu unterstellen, weil sie die Hauptprofiteure sind. Bei der Frage nach einem Motiv für die Tat jedoch, die für jeden Kriminalisten bei der Erstellung von Täterprofilen zentral ist, müssten Bush und Sharon auf der Liste der Verdächtigen mittlerweile ziemlich oben stehen.

Wenn in einem Krimi jemand ermordet wird und der (unschuldige) Gärtner, als Haupterbe, in strengen Verdacht gerät, hätte er das allergrößte Interesse an einer zügigen und umfassenden Ermittlung des eigentlichen Täters. Was wäre da von einem Gärtner zu halten, der die Polizei auffordert, ihre Fahndung einzustellen und sich lieber auf die Verhinderung weiterer Morde zu konzentrieren ? Eben dies haben Präsident Bush und sein Vize Cheney Ende Januar getan: Sie forderten den demokratischen Fraktionschef Tom Daschle auf, keine tiefgehende Kogress-Untersuchung der Vorgänge vom 11.9. anzustellen. Dies würde, so Cheney, "Ressourcen und Personal von den Anstrengungen im "war on terror" abziehen.

Somit liegt nunmehr auch eine offizielle Bestätigung für die Vertuschung und Vernebelung der Hintergründe des 11.9. durch die US-Regierung vor. Die Einrichtung eines Desinformations- und Propagandabüros (  Rumsfeld: Pentagon lügt nicht), das mittlerweile allerdings wieder geschlossen werden soll, zur Fortsetzung dieser Vernebelung scheint da ebenso konsequent, wie mit Admiral Pointdexter einen der  Top-Verschwörer des Iran-Contra-Deals zum Leiter einer neuen Schnüffelbehörde, dem "Information Awarness Office", zu bestellen. Wenn Sie wissen wollen, was diese Behörde tut, dann denken Sie einfach an "Big Brother", meint der Kolumnist des britischen "Guardian", und fügt hinzu: "Schicken Sie einfach mal eine Email an einen amerikanischen Freund: 'Bmb ok, Allah gr8'."

Bei soviel Offensive im Überwachungs- und Propagandasektor dürfte auch der brisante Spionagefall weiter unter der Decke bleiben, der von den amerikanischen Medien seit Monaten wie eine heiße Kartoffel behandelt wird, obwohl es sich um den größten Abhörskandal der US-Geschichte handelt. Diese Nichtbeachtung hat zwei Gründe: Zum einen werden die knapp hundert inhaftierten Verdächtigen mit den Vorgängen um den 11.9. in Verbindung gebracht, und zum anderen handelt sich um  Israelis. Aufgebracht wurde der Fall Ende Dezember durch den bush-freundlichen Murdoch-Sender  Fox News ("We report - you decide") , der das Skript der vierteiligen Serie mittlerweile aber von seiner Website  verbannt hat (Kopien u.a.  hier).

"Es stellt sich heraus, dass Israel seit Jahren über eine potenzielle Abhörmöglichkeit für jedes amerikanische Telefon verfügt, sowie die Möglichkeit besitzt festzustellen und aufzuzeichnen, wen irgendeine Person irgendwo in Amerika anruft. Informationen von großem Wert, selbst wenn man die Gespräche selbst nicht mithört. Amdocs Inc., die Rechnungsstellungs - und Verbindungsdienste für Telefongesellschaften rund um die Welt ausführt, darunter 90% der US-Telefongesellschaften, gehört israelischen Besitzern. Eine andere israelische Firma, Comverse Infosys (sie liefert nahezu die gesamte Abhörtechnik für US-Behörden und Geheimdienste), wird verdächtigt, eine Hintertür in die installierten Abhöranlagen eingebaut zu haben, die es ihr erlaubt, jedes Telefongespräch in den USA mitzuhören."  
 
Aus FBI-Kreisen erfuhr Fox-Reporter Carl Cameron, dass es sich bei den verhafteten Spionageverdächtigen zum Teil um Angehörige dieser Telefonfirmen handelt - die freilich jeden  Verdacht von sich weisen. Weiter heißt es in Camerons Bericht:

"Die Fahnder haben den Verdacht, dass die Israelis Informationen über die Attacken gesammelt und nicht weitergegeben haben. Ein hochrangiger Untersuchungsbeamter sagte, dass es 'Verbindungen' gäbe. Aber gefragt nach Einzelheiten verweigerte er weitere Auskünfte und sagte, 'die Beweise über die Verbindung dieser Israelis zum 11.9. seien klassifiziert. Ich kann über die Beweise die zusammengetragen wurden keine Auskunft geben, das sind geheime Informationen.'"  
 
Kaum geheim sind freilich die engen Verbindungen der Abhörspezialisten von "Comverse Infosys" zu israelischen Behörden und dem Geheimdienst Mossad, der so möglicherweise seit Jahren Zugang zu jedem US-Telefon hatte -  auch zu dem im Oval Office des Weißen Hauses. In den Vernehmungen zu Clintons "Monicagate" hatte Frau Lewinsky eine Bemerkung des Präsidenten erwähnt, dass ihre Gespräche möglicherweise von einem "fremden Dienst" abgehört würden. Nachdem seine Affäre mit Lewinsky aufgeflogen war, ließ Clinton die auf Hochtouren laufende Fahndung nach dem Lauscher im Weißen Haus merkwürdigerweise einstellen. Der kleine Warnschuss hat offenbar gereicht, denn man kann sich unschwer vorstellen, was dieser "fremde Dienst" dank langjähriger, flächendeckender Horchaktionen an kompromittierendem Material ansonsten noch im Köcher haben dürfte. Unerwünschte Nachrichten aus den Medien zu halten ist da ein Kinderspiel, selbst wenn es sich um einen Spionageskandal von enron-ähnlichem Ausmaß handelt.

Auf diesem Hintergrund wird auch eine  Äußerung von Ministerpräsidenten Sharon gegenüber seinem Außenminister Peres verständlich, der ihn Anfang Oktober wegen seiner aggressiven Politik kritisiert hatte:
 
"Jedes Mal wenn wir etwas tun, erzählst Du mir Amerika wird dies oder das tun ... Ich will Dir etwas sehr klar sagen: Mach dir keine Sorgen über amerikanischen Druck auf Israel. Wir, die jüdischen Leute, kontrollieren Amerika, und die Amerikaner wissen es."  
 
Dieses, von Sharons Sprecher später im Wortlaut nicht bestätigte  Zitat, das in einer Radiodebatte am 8.Oktober gefallen sein soll, gibt Wasser auf die klassische Mühle der "jüdischen Weltverschwörung" und der im muslimischem wie im westlich-rechtsradikalen Spektrum nach wie vor laufenden Propaganda der "Protokolle der Weisen von Zion".

Doch eingedenk des Hinweises von Hannah Arendt, dass Hitler letztlich zu einem "Schüler" der von ihm als Propagandainstrument eingesetzten Verschwörungstheorie wurde - "Die Nazis begannen mit einer ideologischen Fiktion einer Weltverschwörung und organisierten sich mehr oder weniger bewusst nach dem Modell der fiktiven Geheimgesellschaft der Weisen von Zion. (siehe dazu:  Alles unter Kontrolle) - können wir auch die Politik Sharons besser verstehen, die er "mehr oder weniger bewusst" nach dem Modell von Hitler durchzuziehen scheint.

Als Präsident Bush Sharon Ende September ermahnte, die Offensive gegen die Palästinenser einzustellen, verglich er ihn mit Chamberlain, der Hitlers Einvernahme der Tschecholowakei tatenlos zugesehen hätte - als ob die Okkupation des hochgerüsteten Israel durch palästinensische Demonstranten mit Steinen und Molotowcocktails unmittelbar bevorstünde. De facto behandelt Sharon das Osloer Abkommen nicht anders als Adolf das von Versailles:: Es ist für ihn ein "Schandvertrag", der nur mit Krieg aus der Welt geschafft werden kann.

Dass solch ein Politiker als  Kriegsverbrecher vor ein Gericht gehört - und dies wegen des  Massakers von Sabra und Chatila eigentlich schon seit 19 Jahren - wäre eine ziemlich verständliche und mehrheitlich wohl leicht durchzusetzende Forderung, käme er aus Afghanistan , Jugoslawien, Irak oder sonst woher. Weil er aber aus Israel kommt, braucht er nur die "wildcard" Antisemitismus zu zücken - und schon hat er Ruhe.

In der Folge über die braune Vergangenheit der Präsidenten-Familie (  Skulls, Bones & Bush) hatte ich es auf die tendenziell antijüdischen Traditionen des Bush-Clans zurückgeführt, dass Sharon sich nach den Anschlägen einen Teufel um die strengen Friedensermahnungen aus Amerika scherte. Der im Untergrund schlummernde Abhörskandal könnte allerdings nicht nur das Vorauswissen der Anschläge erklären - und hängt möglicherweise auch mit den unaufgeklärt begrabenen Spekulationsgeschäften um den 11.9. zusammen -, er verdeutlicht auch, woher Sharon die Chuzpe für seine Aggressivität nimmt. Er verfügt offenbar tatsächlich über geeignete Daumenschrauben, den großen Bruder USA jederzeit beizubiegen.

Sollte man Überlegungen wie diese besser nicht anstellen, weil sie dem Feind - Neo-Faschisten und dem fundamentalistischen Islam, denen die Theorie der jüdischen Weltverschwörung als wichtiges Propagandainstrument dient - in die Hände zu spielen? Ich denke, das Gegenteil ist richtig - solange Verschwörungen wie dieser Abhörskandal vernebelt und vertuscht werden, nährt das den Verdacht eine "Kosher Conspiracy" eher, als dass es ihn ausräumt - denn das Schweigen darüber bringt die Gerüchte nicht zum Verstummen.

Eine Debatte darüber ist freilich nicht zu erwarten. Wer heute auf die faschistischen Tendenzen der USA aufmerksam macht, wird als "Anti-Amerikaner" ins Abseits gestellt wird, und wer Israels Bruch des Völkerrechts kritisiert, erhält als "Antisemit" umgehend die rote Karte. Das Meinungsklima, es ist ganz ähnlich wie in Deutschland nach 1933, als Kritiker des Faschismus wegen "undeutscher Umtriebe" aus dem Verkehr gezogen wurden. Solange diese Nazi-Spielregeln gelten - und die neu eingerichteten US-Büros für Propaganda und "Information Awarness" werden sie eher verschärfen und als abschaffen -, solange verkommen Prinzipien wie "Meinungsfreiheit", "Mediendemokratie" oder "politische Willensbildung" weiter zu traurigen Floskeln.  
Antworten
Schnorrer:

Hmmm, HE: Nummerierung absolut in line.

 
03.03.02 15:12
Schöpfen wir etwa aus demselben Brunnen?

Übrigens, was hältst Du von meiner "Amis eigentlich gegen Israel und deshalb Irak bombardieren"-Theorie? Die ist von mir selbst.
Antworten
Happy End:

Oazapft is ;-))

 
03.03.02 15:18
Deine Theorie bewahrheitet sich hoffentlich nicht....oder doch!?
Antworten
zit1:

Gute Infos, Danke!

 
03.03.02 20:02
schnorrer: Deine Israel/Irak-Theorie halte ich für völlig abwegig. Ein gewisses US-Establishment würde dies niemals zulassen. Permanentes Suchen nach Verschwörungstheorien führt oft in Abstrakte (siehe La Rouche).
Gruß, Zit  
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Kicky:

@Happy End and to whom it concerns

 
03.03.02 20:48
falls Ihr Langeweile habt oder Euch auch nur mal informieren wollt:
www.copvcia.com/stories/dec_2001/death_profits_pt1.html
www.copvcia.com/free/ww3/02_11_02_lucy.html
www.copvcia.com/index.html#arch
www.copvcia.com/links.html
www.cia.gov/cia/publications/cocaine/index.html
www.globalresearch.ca/articles/STE203A.html
www.globalresearch.ca/
Antworten
Schnorrer:

Hallo Kicky. 2 Dinge.

 
03.03.02 20:57
1. Danke für die Links.

2. Wenn ich dieses Zeugs lese, werde ich dann von einer der 24 nicht öffentlich bekannten Geheimdiensten aus US verfolgt? Falls ja, gib mir bitte Bescheid, ich besitze noch ein Leberkäsmesser, das ich dann demnächst statt in der Küchenschublade in der Tasche tragen werde. So wie ich es auch tue, wenn ich einmal im Jahr in die Stadtmitte muß zur Bank, vorbei am Stadtpark und an den analphabetischen Türkenhorden mit ihrem Pseudomachogehabe.

3. (ungefragt) so ein paar Bomben auf die Araber und die Muselmänner würden wohl kaum zum Nachteil für unsere Zukunft gereichen.
Antworten
FunMan2001:

@schnorrer

 
03.03.02 21:12
Punkt 3 klingt nach Pauschalisierung und ne Menge
Vorurteile. Mir geht es genauso, ich kann z.B.
Schnorrer nicht leiden, denn die nehmen immer und
geben nie. Aber solch ein Vorurteil dürfte ich nicht
haben, denn ich kenne Dich persönlich gar ja nicht !
Oder kennst Du "die Araber und die Muselmänner" etwa
näher ?

Viele Grüsse an den Bombenwerfer ;-)
FunMan
Antworten
Schnorrer:

Re FunMan2001: es ist doch ganz einfach:

 
03.03.02 21:19
die Geschichte wird von den Siegern geschrieben.

Wenn man Probleme mit der Ausbeutung von Sklaven hatte, wurden Skalven erschossen.

Wenn man Probleme mit der Ausbeutung von Kolonien hatte, wurden in den Kolonien Massenmorde veranstaltet.

Und wenn man heute Probleme mit dem kostenlosen Zugang zu Rohstoffen hat, dann wird er eben errichtet. Das Richtfest heißt z. B.: Sieg über den Terrorismus.

Und weil man als schnorrer immer MIT den Mächtigen läuft, hat man eben solche Meinungen ...
Antworten
TK-ONE:

Gewalt

 
03.03.02 21:39
Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus ?

Der Staat steht in direkter Konkurrenz zum Volk.
Ziel des Staates ist Steuern zu kassieren und einen Teil davon wieder auszuschütten. Der Grossteil sind "Provisionen" für die "ausschüttende Gewalt"
So wie bei jeder Drückerkolonne, Firma, Mafia, Diktatur und auch bei der sogenannten "Demokratischen" Diktatur.

Gegner werden gejagt und eingesperrt....in manchen Ländern zum Tode verurteilt.
Ein Todesurteil ist genauso legal wie ein Attentat. Eigentlich ist es das selbe.

Wer austeilt bekommt eben auch mal selbst eins aufs Zifferblatt.

Das Leben ist hart und ungerecht....ich bin es auch.


Sanfte Grüsse
TK
Antworten
Kicky:

Warning #1: Under the new police state

 
03.03.02 23:56
-- uh, I mean
the new anti-terrorism laws -- accessing this site
automatically opens a file for you at FBI headquarters.
This warning, of course, comes too late. Sorry about
that.
www.zmag.org/ForeignPol/aboutblum.htm
members.aol.com/superogue/homepage.htm
members.aol.com/superogue/sorry.htm

Whiteout: The CIA, Drugs and the Press A mind-numbing account of the CIA's 50-year long association with drug lords across the world, from Marseilles and Sicily, to Burma, Laos and Vietnam, to Latin America and Afghanistan. Read how the CIA's backing of the opium lords in Afghanistan helped give rise to the Taliban and Osama bin Laden's al-Qaeda terror network. Price $13
www.easycarts.net/ecarts/CounterPunch/...erPunch_Bookshop.html

www.williamcooper.com/vnsexclusivesarchives.html
www.williamcooper.com/ciasrole.html
www.sierratimes.com/archive/files/nov/06/arwc110601.htm
www.rense.com/general16/coop.htm
Antworten
AlanG.:

@HE + schnorrer

 
04.03.02 13:12
Warum sagt Ihr den Leuten hier nicht , dass die WTC-Conspiracy von Matthias Bröcker ist.
Wer sich ein bisschen mit Verschw.-Th. auskennt, kennt auch ihn.

Wie natürlich auch die Weisen von Zion.

Antworten
Spitfire33:

Info

 
17.03.02 10:48
Mathias Bröckers
Über die Mitverantwortung der USA

Mathias Bröckers über seine aktuelle Telepolis-Reihe "The WTC Conspiracy" und die jüngsten Polemiken von Henryk M. Broder.

KriT: In der Artikelreihe "The WTC Conspiracy" (siehe unten) lenken Sie den Blick auf Hintergründe, Argumente und Zusammenhänge, die den Anschlag in das Licht einer Verschwörung von Rechtsextremen aus Industrie, Politik und Geheimdiensten stellt. Wie heißt die Kernthese und was sind Ihre wichtigsten Argumente?

Mathias Bröckers: Im Unterschied zum mainstream der Medien habe ich gerade keine Verschwörungstheorie, sondern versuche, mit meinen Anmerkungen die Wahrnehmung des Falls realistisch und offen zu halten. Deshalb die Hinweise auf historische Verschwörungsbeispiele - wie z.B. Kennedy oder Pearl Harbor und die Ungereimtheiten in Sachen Saddam & Golfkrieg - und die traditionelle "Hurensohn"-Strategie der US-Außenpolitik.

Auch Hitler gehört dazu, wobei mir an einer Geschichtsverdrehung, gar an einer Entschuldung des deutschen Faschismus in keiner Weise gelegen ist , auch nicht an plattem Anti-Amerikanismus. Doch wenn man sich die Zusammenhänge von DuPont, StandardOil und der IG Farben - dem wichtigsten Industrieunternehmen Hitlers, u.a. Bauherr von Auschwitz (Kohleabbau zwecks Nutzung des DuPont-Patents zur Benzinherstellung) - anschauen, dann wird sehr wohl deutlich, dass ohne diese massiven Investments ein Aufrüstung Deutschlands in den 30er Jahren nicht möglich gewesen wäre. Das gesamte Vermögen der Bush-Familie wurde von einem US-Gericht 1942 deswegen beschlagnahmt, DuPont wurde u.a. verurteilt, weil er ein Schwarzes Korps nach Vorbild der SS in den USA finanzierte, Henry Fords Bild hing in Hitlers Arbeitszimmer, nach einem Finanzkontrakt von Goebbels & Hearst 1934 schaltete der "Readers Digest" auf nazi-freundliche Berichterstattung um usw. usw. Wenn man diese Hintergründe betrachtet - das erwähnte Buch von Seldon enthält noch mehr haarsträubende Fakten über die Aktivitäten von Top-US-Industriellen - dann wird m.E. ziemlich deutlich, dass es sich auch bei Hitler um einen außenpolitischen "Hurensohn" der USA handelte, installiert und mit vielen Milliarden gepusht, gegen die "sozialistischen" Tendenzen der Weimarer Republik, und dann - wie Saddam und Bin Laden - aus dem Ruder gelaufen...

Natürlich sind deshalb nicht die USA für den Nazi-Terror verantwortlich zu machen, aber eine Mitverantwortung scheint mir hier genauso deutlich wie bei Saddam Hussein und Bin Laden - ohne die ökonomische Aufrüstung wären diese "Monster" nie zu der Bedrohung geworden, die sie heute sind. Nicht mehr, aber auch nicht weniger, wollte ich mit meinen Anmerkungen ausdrücken.

KriT: Welche Quellen benutzen Sie?

Mathias Bröckers: Alle mir zugänglichen. Als Herausgeber des Lexikons der Verschwörungstheorien von Robert Anton Wilson (Eichborn-Verlag, 2000) habe ich mich intensiv mit dem Thema Konspiration beschäftigt und in einem längeren Essay dazu einige meta-theoretische Überlegungen zur Konspirologie angestellt.

KriT: Wie ist die Resonanz auf "The WTC Conspiracy"?

Mathias Bröckers: Von Begeisterung und Zustimmung bis zu völligem Entsetzen, wobei die positive Resonanz überwiegt, weil die Leute schon dankbar sind, dass überhaupt noch jemand einen anderen Blick auf die Dinge wagt.

KriT: Nehmen wir utopischerweise an, die deutsche Regierung würde Ihre Texte ernstnehmen. Welche politischen Konsequenzen wären für Europa und Deutschland nötig?

Mathias Bröckers: Dem amerikanischen Patienten klar zu machen, dass er sein "Geschwür" jetzt zwar in einer großen Operation entfernen kann, dies aber nur neue terroristische Metastatsen produziert, dass Heilung also nur möglich ist, wenn der Patient seine Lebensweise ändert.

KriT: Viele Menschen im Netz sind in Sorge und haben Angst, das erlebe ich jetzt täglich. Müssen wir eine Eskalation der Gewalt, einen neuen Weltkrieg befürchten?

Mathias Bröckers: Wir müssen das befürchten, wenn die Gleichschaltung der Medien weiterhin die simplizistische Verschwörungstheorie - böse Mullahs gegen gute Zivilisation - aufrechterhält. Es geht nicht darum, Verständnis für so einen perversen Anschlag aufzubringen, sondern seine Gründe und Ursachen nüchtern zu analysieren

KriT: H.M. Broder sieht einen Kampf der Kulturen und wirft uns pauschal Hass gegen die Amerikaner vor. Wie interpretieren Sie das? Ist das Demagogie, berechnete Polemik, Rechtfertigung eines Krieges gegen die arabische Welt mit allen Mitteln? Verantwortungslos?

Mathias Bröckers: Schon im Golfkrieg hat sich Broder, einst strammer Anti-Zionist und Linker, als Jubelteutone aufgeplustert und jeden Zweifel an der Operation Wüstensturm als anti-semitisch und anti-zivilisatorisch abgemeiert. Jetzt spricht er schon wieder Denkverbote aus und bezeichnet jeden, der nicht auf seiner Linie ist als "krank" - ein klassicher intellektueller Stahlhelmträger, der eher in der Tradition ein Goebbels steht, als in der eines kritischen, aufgeklärten Kosmopolitimsus.

KriT: H.M. Broder wünscht Ihnen auf seiner Website, dass Sie als Fettfleck an einer Hochhauswand enden. Was macht ihn so agressiv gegen Sie und wie gehen Sie persönlich damit um?

Mathias Bröckers: Ich habe mich in einer mail gegen die Unterstellung, dass ich einen Fettfleck hinterlassen würde, verwahrt. Anders als bei dem kleinen Fettsack Broder bliebe nämlich bei mir (178 cm, 63 kg) kaum etwas hängen. Ansonsten habe ich Verständnis für seine Wut geäußert: dass es dummerweise nicht Arafat, sondern seine Kumpels von CIA waren, die Milliarden in Bin Ladens Laden gesteckt haben, bringt Broders Argumentation natürlich höllisch ins Schleudern. Da muß jeder, der in dies Richtung auch nur fragt, als pathologsich abgestempelt und mundtot gemacht werden. Aber den Gefallen werde ich ihm nicht tun.

KriT: Woher nehmen sie den Mut, so unmissverständlich gegen den Mainstream der Meinungen und den Opportunismus einer journalistischen Elite anzuschreiben?

Mathias Bröckers: Ich habe mich schon vor 20 Jahren gegen eine Karriere in den mainstream Medien entschieden und lieber die taz mit aufgebaut, wo ich von 1980-1990 das Feuilleton geleitet habe. Insofern finde ich es auch jetzt nicht besonders mutig, gegen den Strich zu denken, sondern eigentlich selbstverständlich. Bedauerlich ist nur, dass das Gros der schreibenden und sendenden Kollegen sich so unumwunden und hemmunslos gleichschalten läßt. Um der Wahrheit willen darf sich niemand zu schade sein, auch in der Jauchegrube zu suchen. Ich bin in Sachen WTC da nur als erster runtergeklettert, es werden aber noch viele folgen, da bin ich mir ziemlich sicher.

KriT: Vielen Dank für das Interview

Serie "The WTC Conspiracy", erschienen in Telepolis
01. The WTC Conspiracy
02. Usama Ibn Ladin
03. Überraschung durch hausgemachte Schurken
04. Don't trust authorities! Think for yourself!
05. Die netten Hursensöhne der USA
06. Primatenpolitik und Denkverbote
07. Sündenböcke, Menschenopfer und die neue Pax Americana
08. Zero Evidence on Ground Zero
09. Skulls, Bones & Bush
10. Führt die Spur nach Deutschland?
11. Banken, Börsen, Berlusconi
12. Die Assassinen sind wieder da!
13. Jihad Inc. - Made in USA
14. Uncle Sam's Junk: Heroin, Taliban, Pakistan
15. Controlled Demolition
16. Die Spur des Geldes
17. Manus Manum Lavat - Money Money Lavamat
Antworten
Spitfire33:

Info

 
17.03.02 14:39
H. M. Broder, Spiegel 38/2001

Ein Regisseur hätte es nicht perfekter planen können: die ganze Welt sah im Fernsehen zu, wie wenige Minuten nach dem ersten Flugzeug das zweite Flugzeug in den noch unversehrten Turm des World Trade Center krachte, wie Menschen sich in ihrer Verzweiflung aus Hunderten von Metern Höhe auf die Straße stürzten, wie die Türme kurz danach einstürzten und unter Beton und Stahl mehr als sechstausend Menschen begruben. Zeitgleich wurde das bestbewachte Gebäude, das Pentagon, von einem weiteren Flugzeug getroffen, eine vierte Maschine stürzte ab, bevor sie ihr Ziel erreichte. Passagiere, die in dieser Maschine versuchten, die Entführer zu überwältigen, haben dadurch wahrscheinlich Schlimmeres verhindert.

In das Entsetzen über diesen Terroranschlag mischten sich schnell auch andere Stimmen. Solche, die Angst vor einer Eskalation, vor einem schnellen Militärschlag der Amerikaner hatten. Solche, die den Opfern des Anschlags zwar sagten, man bedauere ihr Schicksal, aber - sorry - selbst schuld, das musste ja bei der amerikanischen Politik mal so kommen. Und solche, die mehr oder weniger klammheimlich oder sogar offen, ihre Genugtuung über diesen Anschlag zum Ausdruck brachten. Wie z. B. Saddam Hussein, der es den "Cowboys" gönnte bis hin zu solchen Leuten wie der NPD  bei uns, die vom Beginn des Befreiungskampfes der Völker der Welt gegen den "amerikanischen Imperialismus" schwafeln. Oder Horst Mahler -   Ex-Terrorist der Roten Armee Fraktion und inzwischen  NPD-Mitglied - der diesen "militärischen Angriff" für "rechtens" hält.

Und man hört Stimmen, dass die USA auf gar keinen Fall militärisch reagieren dürften, nur politische Lösungen kämen jetzt in Frage. Keine Vergeltung. Sozialpädagogen nach Afghanistan? Ein mit Steuergeldern finanzierter Abenteuerurlaub für Bin Laden in der Hoffnung, dass er danach geläutert zurück kehrt und seinem Fanatismus abschwört? Derartige Rezepte versagten an anderer Stelle auch schon: mit Jugendzentren sollte in den neuen Bundesländern der Rechtsextremismus bekämpft werden. Es gibt inzwischen mehr Jugendzentren, mehr Sozialarbeiter und mehr Rechtsextremisten, die den Ton angeben in diesen Jugendzentren.

Aber es muss etwas geschehen als Antwort auf diesen feigen Anschlag. Wenn keine Antwort erfolgt, wird die Gefahr für uns alle nach diesem Erfolg für die Terroristen noch größer. Sie werden sich neue Ziele suchen und sie werden Zulauf bekommen, allein schon aus der Logik heraus, dass es immer Menschen gibt, die auf der Seite des Stärkeren, des Siegers dabei sein wollen. Sie werden es als ihren Sieg, als Schwäche des in ihren Augen "dekadenten" Westens interpretieren, wenn nichts geschieht. Es muss eine Antwort sein, die die Täter und ihre Hintermänner erwischt, sie zur Verantwortung zieht. Deshalb ist ein Bündel von Maßnahmen erforderlich, das zwangsläufig auch militärische Optionen mit einschließt.
Denn die Terroraktionen, die sich jederzeit wiederholen könnten, unterliegen keiner politischen Logik. Egal, was geschieht, ob z. B. Israel und die Palästinenser einen Friedensvertrag abschließen oder nicht, ob die USA sich irgendwo in irgendwelche Konflikte einmischen oder nicht, die Vereinigten Staaten bleiben für diese Terroristen - ebenso wie der gesamte Westen, jede offene Gesellschaft - der große "Satan". Die Täter waren keine "Unterprivilegierten", die aus lauter Verzweiflung über ihr Schicksal den Kampf aufgenommen haben für eine vielleicht gerechtere Welt. Nein: die Täter stammen aus den Eliten ihrer - wie Saudi-Arabien, die Emirate - nicht gerade armen Länder. Sie waren gut mit Geld ausgestattet, studierten an den besten Universitäten und waren anscheinend auch nicht besonders fromm. Bis zu dem Tag, an dem sie ihre politische, ihre religiöse "Erleuchtung" erfuhren. Und sie wollen mit ihrem Kampf keine Staaten, keine Regierungen erpressen wie das noch zu Zeiten der Roten Armee Fraktion der Fall war: lasst ihr unsere gefangenen Mitstreiter frei, dann lassen wir die Passagiere des entführten Flugzeugs laufen. Nein, diese neuen Terroristen wollen töten. Sie verfolgen keine politischen Ziele wie die RAF es tat, wie es die IRA in Nordirland tat oder die ETA im Baskenland es - leider - immer noch tut. Sie haben kein politisches Programm, ihre Tarnung als ganz normale unauffällige Menschen ist perfekt, ihr Netzwerk des Terrors ist flexibel und nur locker miteinander verknüpft. Und dies alles für ihr einziges Ziel, die offene Gesellschaft zu zerstören.

Reaktion der USA
Wer nach dem Anschlag erwartet hatte, dass die USA, dass Präsident Bush unüberlegt, zu schnell und planlos reagieren, wurde inzwischen enttäuscht. Es gelang Bush und seinen Ministern, ein weltweites, breites Bündnis gegen den Terrorismus auf die Beine zu stellen: von China über Russland bis Europa. Die Taliban bekamen ausreichend Gelegenheit, Bin Laden und seine Gefolgsleute auszuliefern, seine Trainingslager aufzulösen - wie es auch bereits in mehreren UNO-Resolutionen gefordert wird. Wenn sie dies nicht tun, müssen sie - auch militärisch - die Konsequenzen tragen, ebenso wie andere Staaten, die Terroristen unterstützen, die Ausbildungslager auf ihrem Territorium dulden. Konsequenzen, wie sie in der Resolution Nr. 1368 vom 12.09.01 des UNO-Sicherheitsrates einstimmig zum Ausdruck gebracht wurden. Ebenso wie im Beschluss der NATO vom 12.09.01, in dem der Bündnisfall festgestellt wird: denn immerhin handelt es sich um einen Angriff von außen auf einen Staat. Nicht "eigene" terroristische Gruppen waren dafür verantwortlich, sondern "fremde" Gruppen, die eventuell sogar mit der Unterstützung anderer Regierungen gehandelt haben.

Und die Kraft des Bündnisses gegen den Terrorismus muss jetzt zielgerichtet eingesetzt werden, um Terroristen vom Schlage eines Bin Laden daran zu hindern, weiter zu machen. Potenzielle Täter müssen auf allen Ebenen, politisch, wirtschaftlich und - soweit erforderlich - auch militärisch, kampfunfähig gemacht werden.

Sicherheit ist die Voraussetzung für Freiheit
Die Tatsache, dass Deutschland offensichtlich Ruheraum und Planungsbasis für die Terroristen war, muss auch hier zu Konsequenzen führen. Ganz abgesehen davon, dass auch uns ein solcher Anschlag treffen kann. Ein Flugzeug in die Hochhäuser des Potsdamer Platzes in Berlin oder ins Bankenviertel von Frankfurt? Oder gar auf ein Atomkraftwerk, die nach aktuellen Angaben dafür nicht ausgelegt sind? Mit dann Tausenden Toten und noch viel mehr verstrahlten Menschen? Welche "Freiheit" hätten wir in einem solchen Fall noch?

Bessere Kontrollen auf Flugplätzen, Abgleich der sowieso vorhandenen Daten durch Verfassungsschutz, BKA und Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge, um eventuell Terroristen eher auf die Spur kommen zu können, Verbot radikal-islamitischer Vereine, die bisher noch unter dem Schutz des Religionsprivilegs ihren Hass predigen können, schränkt das die Freiheit ein? Oder schützt es nicht gerade die Freiheit? Klar, es wird nie eine absolute Sicherheit geben. Aber warum soll man nicht wenigstens den Versuch unternehmen, etwas mehr Sicherheit zu bekommen? Auch während der Jahre, in denen die RAF-Terroristen um Mahler und Meinhof aktiv waren, sind Gesetze geändert worden, um mehr Sicherheit zu erreichen. Ist Deutschland deswegen undemokratischer geworden seit dieser Zeit? Haben wir seit dieser Zeit etwa keine Pressefreiheit, keine Freiheit der Meinungsäußerung, keine freien Wahlen mehr? Ist die Bewegungsfreiheit der Menschen eingeschränkt worden? Nein! Sicher - alle Maßnahmen müssen dahingehend geprüft werden, ob die Einschränkungen, die sie zur Folge haben, in einem vernünftigen Verhältnis zum gewünschten Erfolg stehen. Sicher - wir alle werden aufpassen müssen, dass erhöhte Vorsicht nicht zu Hysterie führt. Dass wir nicht selbst die offene Gesellschaft, in der wir leben, demontieren.

Zum Schluss
Es geht hier nicht um einen Kampf zwischen Kulturen, und es geht schon gar nicht gegen den Islam. Es geht um einen weltweiten Kampf gegen einen fanatischen Terrorismus, der sich unter einem pseudoreligiösen islamischen Deckmantel versteckt. Der aber tatsächlich nichts mit den Lehren des Koran zu tun hat. Es geht um Terroristen, die glauben, dass sie ins Paradies einziehen, wenn sie sich opfern. Und die deshalb vor nichts zurückschrecken.

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