Die Märkte am Dienstag: Crash verzögert sich


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BRAD PIT:

Die Märkte am Dienstag: Crash verzögert sich

 
28.10.03 08:38
Ausblick: Die Märkte am Dienstag    28.10.2003
08:30

Zum Wochenstart konnten die deutschen Standardwerte erfreuliche Zugewinne verbuchen. Dabei konnte das wichtigste deutsche Börsenbarometer über der wichtigen charttechnischen Marke von 3.500 Zählern schließen. Einziger Wert mit negativen Vorzeichen waren die Papiere von Schering (-1,1 Prozent). Top-Gewinner waren die Aktien der HypoVereinsabank (+4,6 Prozent), gefolgt von der Deutschen Post (+3,7 Prozent) und SAP (+2,9 Prozent).
Heute steht aus konjunktureller Sicht das bedeutendste heimische Ereignis in dieser Woche an: Um 10:00 Uhr veröffentlicht das Münchner Ifo-Institut sein Konjunkturbarometer für Oktober. Dieser vielbeachtete Indikator spiegelt die Erwartungen der Unternehmen hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung der folgenden Monate wider. Viele Ökonomen bezweifeln, dass der Index im Oktober zum sechsten Mal in Folge steigen wird. Denn der hohe Ölpreis und der starke Euro dürften die zukünftigen Geschäftserwartungen der Unternehmen belasten.

Weiter wird aus Frankfurt von der Europäischen Zentralbank die Geldmenge M3 für September für die Länder der Euro-Zone veröffentlicht. Ferner findet in der Main-Metropole die Fortsetzung der Fachmesse European Banking & Insurance Fair der Messe Frankfurt GmbH statt. Ebenso steht in Frankfurt die Herbst-Pressekonferenz der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland (AmCham) zum Thema "Ist Deutschland noch interessant für Investoren" auf dem Programm. In Berlin findet die Euroforum-Konferenz zum Thema "Erfolgreicher Umgang mit Unternehmensimmobilien. Bestandsaufnahme - Management - Verwertung", bis 29.10.03 statt. In Dortmund wird die Internationale Fachmesse für die Finanz- und Versicherungswirtschaft "DKM" eröffnet, die ihre Pforten bis zum 30.10.03 geöffnet hat.

Aus Washington werden der Auftragseingang langlebiger Güter für September, das Verbrauchervertrauen für Oktober und die Geldpolitische Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank (Fed), mit dem Zinsentscheid um 20:15 Uhr erwartet. In Tokio stehen die Einzelhandelsumsätze für September auf der Agenda. Aus Paris und Rom werden die Erzeugerpreise jeweils für September erwartet.

Quartalszahlen werden heute von der ABB Ltd., Air Liquide S.A., Avon Products Inc., Ball Corp., barnesandnoble.com Inc., Biogen Inc., BP Plc., British American Tobacco Plc., Education Management Corp., Elisa Communications Oyj, ESEC Holding S.A., Estee Lauder Cos. Inc., Genmab A/S, King Pharmaceuticals Inc., Lockheed Martin Corp., Manhattan Associates Inc., Matsushita Electric Industrial Co. Ltd., Merck KgaA, Metro-Goldwyn-Mayer Inc., Monster Worldwide Inc., Moody´s Corp., Pinnacle Systems Inc., R.J. Reynolds Tobacco Holdings Inc., Sun Life Financial Services of Canada Inc., syzygy AG, Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. Ltd. (TSMC), Time Warner Telecom Inc., Unaxis Holding AG (N), United Community Banks Inc., Universal Corp., Verizon Communications Inc., Wavecom S.A. und der Whitbread Holdings PLC erwartet.

Die Banken und Handelshäuser sehen den deutschen Aktienindex mit Kursgewinnen in den Dienstag-Handel starten. Die Citibank erwartet eine DAX-Eröffnung bei 3.528 Zählern, Lang & Schwarz sieht den wichtigsten heimischen Börsenindex gegen Handelsbeginn bei 3.526 Punkten.

Nach dem freundlichen Börsenschluss in den USA signalisieren die Terminkontrakte der wichtigsten US-Indizes Gewinne gegenüber dem Montag. Gegen 08:00 Uhr tendierte der NASDAQ-Future mit einem Plus von 0,3 Prozent bei 1.318 Punkten, der S&P-Future markierte ebenso einen Aufschlag von 0,2 Prozent bei 1.033 Zählern.

Die deutschen Aktienmärkte beendeten den Handel am Montag mit Kursgewinnen. Der DAX verteuerte sich am Ende um 1,9 Prozent auf 3.517 Zähler, der MDAX konnte ebenso einen Aufschlag von 0,9 Prozent auf 4.222 Punkte verzeichnen. Der TecDAX stieg um 2,0 Prozent auf 531 Zähler.

Der Energiekonzern E.ON AG meldete, dass die französische Bouygues S.A. eine im Januar 2003 mit E.ON vereinbarte Call-Option zur Übernahme der verbleibenden 10,1 Prozent-Beteiligung an Bouygues Telecom mit Wirkung zum Jahresende 2003 ausübt. Der Preis liegt bei rund 700 Mio. Euro inklusive aufgelaufener Zinsen und Gesellschafterdarlehen. Die Abgabe der ursprünglich knapp 16-prozentigen Bouygues Telecom-Beteiligung an Bouygues für insgesamt rund 1,1 Mrd. Euro war zum Jahresbeginn in zwei Schritten vereinbart worden. Bereits im Januar hatte E.ON in einem ersten Schritt 5,8 Prozent an dem drittgrößten Mobilfunkunternehmen Frankreichs für rund 400 Mio. Euro an Bouygues abgegeben. Für die Ausübung der zweiten Tranche hatten E.ON und Bouygues eine Call-Option mit einer Laufzeit von April 2003 bis Oktober 2005 fixiert.

Der Paketdienstleister DHL, eine Tochter der Deutsche Post AG, gab bekannt, dass er gemeinsam mit seinem chinesischen Partner Sinotrans Ltd. in den nächsten fünf Jahren 200 Mio. Dollar investieren wird, um seine Position im stark wachsenden Markt in China weiter auszubauen. Der Zustelldienst DHL Express, der mit den US-Konzernen United Parcel Service Inc. (UPS) und FedEx Corp. konkurriert, hat seit 2000 fast 1 Mrd. Dollar in Asien investiert. Mit Sinotrans, so DHL-CEO Uwe Dörken, kontrolliert man 37-38 Prozent aller Express-Lieferungen in China. Man will nun in China 1.200 zusätzliche Fahrzeuge kaufen, 2.100 weitere Arbeitsplätze schaffen sowie 14 neue Zweigstellen installieren. Zudem will man die Abfertigungskapazitäten in drei seiner vier Umschlagplätze (Shanghai, Beijing, Guangzhou und Shenzhen) erhöhen.

Die beiden Leitindizes der US-Börsen haben gestern mit grünen Vorzeichen geschlossen. Während der Dow Jones einen Aufschlag von 0,3 Prozent bei 9.608 Punkten verzeichnen konnte, verteuerte sich der NASDAQ Composite-Index um 0,9 Prozent und schloss bei 1.883 Zählern den Handel.

Die American Express Co., ein Anbieter von Kreditkarten und Reiseservices, gab die Zahlen für das vergangene Quartal bekannt. Den Angaben des Unternehmens aus New York zufolge konnte ein Gewinn von 770 Mio. Dollar oder 59 Cents je Aktie erzielt werden. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 687 Mio. Dollar oder 52 Mio. Dollar. Analysten hatten im Vorfeld einen Gewinn von 58 Cents je Aktie erwartet. Beim Umsatz legte AMEX von 5,9 Mrd. Dollar auf 6,4 Mrd. Dollar zu. Analysten hatten zuvor mit 6,1 Mrd. Dollar gerechnet. Einen Ausblick auf das aktuelle Quartal gab das Management bislang nicht. Analysten erwarten jedoch einen Gewinn von 59 Cents je Aktie bei Erlösen von 6,3 Mrd. Dollar.

Der amerikanische Daten-Speicher-Spezialist Adaptec Inc. meldete die Ergebnisse für das vergangene Quartal. Den Angaben des Unternehmens zufolge konnte der Umsatz um 27 Prozent von 85 Mio. Dollar auf 109 Mio. Dollar gesteigert werden. Gleichzeitig fiel ein Gewinn von 0,3 Mio. Dollar oder 0 Cents je Aktie an. Im Vorjahreszeitraum waren es noch -10 Cents je Aktie. Im Vorfeld hatten Analysten mit einem Gewinn von 2 Cents je Aktie und Erlösen von 102 Mio. Dollar gerechnet. Für das aktuelle Quartal wird ein Gewinn von 4 Cents je Aktie bei einem Umsatz von 110 Mio. Dollar erwartet.

Die Electronic Data Systems Corp. (EDS), ein führender Anbieter von IT-Dienstleistungen, wird nach US-Börsenschluss die Zahlen für das vergangene Quartal bekannt geben. Analysten erwarten einen Gewinn von 32 Cents je Aktie nach einem Vorjahresprofit von 18 Cents je Aktie. Der Umsatz wird nach Schätzungen von Analysten leicht auf 5,3 Prozent zurückgehen. Im Vorjahreszeitraum erlöste EDS noch 5,4 Mrd. Dollar. Ursprünglich hätten die Zahlen bereits in der letzten Woche veröffentlicht werden sollen. Jedoch führte EDS rückwirkend zum 1. Januar diesen Jahres neue Bilanzierungsrichtlinien ein und verschob deshalb die Veröffentlichung um eine Woche. Konzernangaben zufolge verbuchte man im Zuge der Umstellung auf die neuen Bilanzierungsrichtlinien Sonderbelastungen in Höhe von 2,24 Mrd. Dollar im ersten Quartal.



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