Die Krise unserer modernen Zivilisation


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zit1:

Die Krise unserer modernen Zivilisation

 
28.05.02 13:11
Die Krise unserer modernen Zivilisation ist offensichtlich: Zunehmende soziale Ungerechtigkeiten, Staatsverdrossenheit, Korruption, Verfall des Wertesystems, soziale Kälte, Sinnkrise, Rezession, Dauerarbeitslosigkeit, die sich anbahnende ökologische Katastrophe und die wachsende Massenarmut in den Entwicklungsländern dokumentieren das Scheitern unserer Weltordnung.


Wirtschaft, Wissenschaft und Technik kann man nicht für die Krise unserer Zivilisation verantwortlich machen. Die derzeitige Krise ist eine Krise des Menschen, seiner Grundwerte, seiner Orientierung, seinem Selbstverständnis. Eine wirksame Strategie zur Lösung dieser Krise kann nur im Überwinden von selbstzerstörerischen Verhaltens- und Lebensmustern bestehen, also in der Schaffung eines weltweiten neuen Bewußtseins. Ein solches neues Bewußtsein kann aber nur entstehen, wenn der Mensch eine historische Vision besitzt, für die es sich zu leben lohnt und die die Grundlage seines Handelns ist.

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zit1:

Unser aller Krise - unser Ego

 
28.05.02 14:02
Eine starke, zielbewußte und erfolgreiche Persönlichkeit gilt in unserer Welt als erstrebenswertes Ziel. Doch dabei wird ein falsches Selbst aufgebaut, die wahre Individualität und das ursprüngliche Wesen werden unterdrückt.
Geld, Macht, Ruhm, Status, Luxus, sexuelle Ausschweifung und Konsum werden zum Ersatz für unsere wahren Bedürfnisse nach Liebe, Nähe, Lebendigkeit und Kreativität.


Das Ego ist das genaue Gegenteil von deinem wahren Selbst. Das Ego, das bist nicht du. Das Ego ist eine Täuschung, die dir von der Gesellschaft gegeben wurde, damit du ein Spielzeug hast, das dich beschäftigt hält und dich nie nach der Wahrheit fragen läßt. Ihr könnt erst erkennen, wer ihr wirklich seid, wenn ihr das Ego aufgebt.
Als du geboren wurdest, hattest du noch dein authentisches Selbst. Aber dann hat man angefangen, ein falsches Selbst in dir zu erzeugen: "Du bist ein Christ, ein Katholik, ein Jude, ein Weißer, ein Deutscher...! Du gehörst zu Gottes auserwähltem Volk! Du bist einer von denen, die über die Welt herrschen sollen!" - und so weiter und so fort. Man erzeugt eine falsche Vorstellung davon, wer du bist. Man gibt dir einen Namen und mit diesem Namen verknüpft man Ehrgeiz und alle möglichen anderen Konditionierungen.
Nach und nach, und darüber vergeht fast ein Drittel deines Lebens, wird so dein Ego aufgebaut: durch Schule, Kirche, Ausbildung, Universität. Und bis du dann endlich von der Universität kommst, hast du dein natürliches, unschuldiges Wesen völlig vergessen. Dann hast du dir ein überdimensionales Ego erworben, mit allen möglichen Titeln und Auszeichnungen. Jetzt bist du bereit, in die Welt hinauszugehen.

Dieses Ego enthält alle deine Wünsche und Ambitionen; es will bei allem immer an der Spitze sein. Dieses Ego beutet dich aus und gestattet dir nie auch nur einen flüchtigen Blick auf dein wahres, authentisches Selbst. Aber genau darin liegt dein wahres Leben, in deiner Echtheit.
So erzeugt diese Ego nichts als Unglück und Leid, Kampf und Frustration, Geistesverwirrung, Selbstmord, Mord, alle möglichen Verbrechen.
Wer die Wahrheit sucht, muß genau an diesem Punkt anfangen: Alles, was die Gesellschaft dir eingeredet hat, daß du seist - verwirf es! Das alles bist du mit Sicherheit nicht, denn außer dir kann niemand wissen, wer du bist - weder die Eltern noch die Lehrer noch die Priester. Außer dir hat niemand Zutritt zur Privatsphäre deines Wesens. Deshalb kann keiner wissen, wer du bist. Alles was man dir über dich erzählt hat, ist falsch.
Weise es von dir. Demontiere dieses ganze Ego! Und indem du dein Ego auseinander nimmst, wirst du dein wahres Sein entdecken. Diese Entdeckung ist die großartigste Entdeckung überhaupt, denn damit beginnt eine völlig neue Pilgerreise - zur höchsten Seligkeit, zum ewigen Leben.
Du kannst wählen: entweder Frustration, Leid, Unglück - dann halte an deinem Ego fest und gib ihm ständig Nahrung. Oder Frieden, Stille, Glückseligkeit - aber dafür mußt du deine Unschuld wieder entdecken.
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vega2000:

Viele Mahner, wenig Visionäre ,

 
28.05.02 14:17
keine Pragmatiker, die dem drohenden Verfall der Werte etwas entgegenzusetzen haben. Traurig, traurig, traurig....

Die wahre Bedeutung von Geld


Ganzheitliche Thesen von Bernard Lietaer, einem etablierten Banker, zum Thema Geld
Hintergrund von Bernard Lietaer
Bernard Lietaer war Präsident des elektronischen Zahlungssystems von Belgien. Eine seiner ersten Aufgaben bei der belgischen Zentralbank bestand in der Entwicklung und Einführung des ECU (European Currency Unit) Ende der Siebziger Jahre. Bernard Lietaer war zudem Direktor und Devisenhändler eines der größten und erfolgreichsten Offshore-Devisenfonds. Auf dem Gebiet der Währungspolitik bzw. -bewirtschaftung stand er einigen Entwicklungsländern beratend zur Seite. In seiner Geburtsstadt Leuven in Belgien lehrte Lietaer an der dortigen Universität "Internationale Finanzwirtschaft". Zur Zeit lebt Bernard Lietaer in Kalifornien und hält an der University of California in Berkeley eine Gastprofessur. Als einer von ganz Wenigen in der Finanzwelt kann Lietaer aus dem vollen Repertoire seiner praktischen Erfahrungen auf nahezu allen entscheidenen Gebieten des Themenkomplexes "Geld und Währungen" schöpfen. Gerade diese Eigenschaft macht Bernard Lietaer zu einem Wissenschaftler und Prakmatiker, bei dem es sich lohnt, zuzuhören.  
Gier und die Angst vor Knappheit

Während in Wirtschaftsfachbüchern behauptet wird, daß Menschen und Firmen für mehr Weltmarktanteile und Rohstoffe im Wettbewerb stehen, behauptet Bernard Lietaer, daß sie in Wirklichkeit für höhere Profite kämpfen und Weltmarktanteile und Rohstoffe nur dafür benutzen. Gier und die Angst vor Knappheit werden für Bernard Lietaer durch das jetzt praktizierte Geldsystem ständig erzeugt und vergrößert. Er führt als Beispiele an, daß man mehr als genug Nahrungsmittel für alle Menschen produzieren kann und es außerdem ganz ohne Zweifel genug Arbeit für jeden einzelnen gibt. Was wirklich knapp ist, ist das Geld, um dies alles zu bezahlen. Somit liegt die Knappheit nach Ansicht von Bernard Lietaer in den nationalen Währungen selbst. Tatsächlich ist es die Aufgabe der Zentralbanken, diese Geldknappheit zu produzieren und aufrechtzuerhalten. Die Folge ist, daß alle gegeneinander kämpfen müssen, um zu überleben. Geld wird geschaffen, wenn Banken es beschließen. Lietaer führt dazu folgendes Beispiel an: Wenn die Bank an einen Kunden einen Kredit von 100.000 Dollar gibt, ist dies nur der Teil, den der Kunde ausgibt und der dann in der Wirtschaft zirkuliert. Die Bank erwartet aber vom Kunden, daß er im Laufe der nächsten 20 Jahre für diesen Kredit 200.000 Dollar zurückzahlt, kreiert jedoch diese zweiten hunderttausen Dollar - die Zinsen - nicht selbst. Statt dessen schickt die Bank den Kunden in die feindliche Welt, um gegen jeden zu kämpfen, damit der Kunde die zweiten hunderttausend Dollar erarbeitet.  
"Es müssen die einen verlieren, damit andere gewinnen. Einige müssen Schulden machen, damit andere Zinsen erhalten".1

Wenn also Banken die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden überprüfen, prüfen sie in Wirklichkeit, ob die Kunden in der Lage sind, gegen andere Menschen zu kämpfen und den Wettbewerb zu gewinnen, ob sie es schaffen, die zweiten hunderttausend Dollar aufzutreiben, die nicht von der Bank geschaffen wurden. Und wenn die Kunden es nicht schaffen, verlieren sie ihr Haus oder was immer sie sonst an Sicherheit angegeben haben.  

Lietaer stellt folgende Frage: "Wollen Sie 100 Dollar jetzt oder in einem Jahr?" Die meisten Menschen würden sagen: "Jetzt", weil man dieses Geld risikolos auf die Bank bringen kann und dann etwas 110 Dollar ein Jahr später kassiert. Anders ausgedrückt: Wenn man jemandem 100 Dollar in einem Jahr anbieten würde, entspräche dies einem Barwert von etwa 90 Dollar heute. Das bedeutet, daß es bei dem jetzigen Geldsystem Sinn macht, Bäume zu fällen und das Geld auf die Bank zu bringen. Das Geld in der Bank "wächst" schneller als die Bäume. Es macht Sinn, schlecht isolierte Häuser zu bauen, weil die Kosten des zusätzlichen Energieverbrauchs niedriger sind als die bessere Isolierung. Man "spart" also Geld.  

Geld ist wie Dünger. Es ist nur gut, wenn es verteilt wird
Lietaer stellt ein Geldsystem mit gegenteiliger Wirkung vor. Es würde ein langfristigeres Denken und Handeln bewirken durch etwas, was Lietaer als "Vorhaltekosten" oder "Nutzungsgebühr" bezeichnet. Die Vorhaltegebühr ist ein Konzept, das Silvio Gesell vor etwa 100 Jahren entwickelt hat. Seine Idee war, daß Geld ein öffentliches Gut ist - wie das Telefon oder der Busverkehr - und daß für die Benutzung ein kleine Gebühr bezahlt werden muß. Mit anderen Worten, es wird eine negative statt positive Zinsrate geschaffen.
Lietaer stellt zur Erläuterung dieses Konzepts folgende Frage: "Wenn ich Ihnen 100 Dollar geben würde und Ihnen sagte, daß Sie am Ende eines Monats 1 Dollar bezahlen müßten, damit Ihr Geld gültig bleibt, was würden Sie tun?" Die Antwort wäre klar: Man würde versuchen, es irgendwo zu investieren. Für Lietaer ist Geld wie Dünger, es ist nur gut, wenn es verteilt wird. In dem System von Silvio Gesell würden Menschen Geld nur als Tauschmittel verwenden, aber nicht zur Anhäufung von Reichtümern. Dadurch würde Arbeit entstehen, weil es den Geldumlauf beschleunigen würde, und es würde den Anreiz für kurzfristige Investitionen umkehren. Anstatt Bäume zu fällen und das Geld in die Bank zu bringen, würde man das Geld lieber in Baumpflanzungen stecken und eine gute Isolierung in sein Haus einbauen lassen.  
Das Geld-System von Silvio Gesell in der Vergangenheit
Für die Vergangenheit führt Lietaer drei Epochen an, in denen ein System ähnlich dem von Silvio Gesell bereits vorherrschte: Das klassische Ägypten, etwa dreihundert Jahre im europäischen Mittelalter und einige wenige Jahre um 1930.
Im alten Ägypten bekam jemand, der Getreide lagerte, einen Gutschein, der eingetauscht werden konnte und damit eine Art Währung bildete. Wenn man nach einem Jahr mit zehn Gutscheinen zurückkehrte, bekam man nur Getreide im Wert von neun Gutscheinen, weil Ratten und Plünderung den Vorrat verringerten und weil die Wächter des Getreides bezahlt werden mußten. Dies wirkte wie eine Art Liegegeld. Ägypten war damals der Brotkorb der antiken Welt, denn anstelle der Aufbewahrung des Reichtums in Form von Geld, investierte jedermann in produktive Anlagen, die ihren Wert nicht verloren, - so wurden z. B. Leistungen wie Landverbesserung im großen Stil durchgeführt oder Bewässerungssysteme gebaut.
Der Beweis, daß dieses Geldsystem etwas mit dem Wohlstand zu tun hatte, liegt für Lietaer darin, daß alles sofort beendet war, als die Römer diese Getreidewährung mit ihrer eigenen römischen Geldwährung, bei der es positive Zinssätze gab, ersetzten. Ägypten hörte bald auf, die Kornkammer der Welt zu sein und wurde zu einem Entwicklungsland, wie so etwas heute genannt wird.
In Europa im Mittelalter vom 10. bis 13. Jahrhundert wurden lokale Währungen von den Fürsten ausgegeben und dann immer wieder eingezogen und, versehen mit einer Steuer, neu herausgegeben. Auch dies war eine Art von Liegegeld (Vorhaltegeld), so daß es unattrakiv war, Geldreichtum anzuhäufen. Das Ergebnis war ein Aufblühen der Kultur, ein allgemeiner Wohlstand, der genau in der Zeit herrschte, als lokale Währungen verwendet wurden. Praktisch alle Kathedralen wurden in dieser Zeit gebaut. Erzählungen aus dem 12. Jahrhundert berichten, daß z. B. die Wartung von Mühlen und anderen Produktionsstätten auf einem solch hohen Niveau stand, daß mit der Erneuerung von Teilen begonnen wurde, bevor sie kaputt gingen. Neueste Forschungen haben ergeben, daß die Lebensqualität für Handwerker in Europa im 12. und 13. Jahrhundert am höchsten war, wahrscheinlich sogar höher als heute. Wenn man keine Ersparnisse in Form von Geld bilden kann, investiert man es in etwas, das Werte in der Zukunft bildet. Lietaer führt diese Geldform als die Quelle des im Mittelalter vorherrschenden unglaublichen Wohlstands an.  

Lietaer erklärt das Wirtschaftsystem der lokalen Währungen im Mittelalter mit dem Archetypus der großzügigen Mutter. Interessanterweise erlangte gerade in dieser Zeit ein religiöses Symbol eine große Bedeutung: Die berühmte schwarze Madonna. Es gab hunderte von diesen Madonnen im 10. bis 13. Jahrhundert, die ursprünglich Statuen der Göttin Isis mit ihrem Sohn Horus im Schoß waren. Diese Figuren wurden von den ersten Kreuzrittern direkt aus Ägypten importiert. Ihr spezieller waagrechter Stuhl wurde cathedra genannt (daher kommt auch der Name Kathedrale) und interessanterweise war es gerade dieser Stuhl, der im alten Ägypten das Symbol für Isis war. Die Statuen der schwarzen Madonna wurden im Mittelalter auch identifiziert mit der Alma Mater, der "Großzügigen bzw. Großen Mutter"", ein Ausdruck, der auch heute noch in vielen Ländern für die Universität gebraucht wird. Die schwarzen Madonnen waren direkte Nachfolgerinnen der Großen Mutter in einer ihrer ältesten Formen. Sie symbolisierte Geburt und Fruchtbarkeit. Sie vertritt das Grundgefühl des Reichtums und des Überflusses, der Geborgenheit und Gewißheit, versorgt zu sein. Sie unterscheidet sich damit grundlegend von der durch Knappheit, Verlorenheit und Angst geprägten Stimmung des patriachalen Kapitalismus. Sie symbolisiert den Geist, der in der Materie inkarniert war, bevor die patriarchalen Gesellschaften die Materie und den Geist voneinander trennten.  
Für Lietaer gibt es hier eine direkte archetypische Verbindung zwischen zwei Kulturen, die beide ein Geldsystem mit Nutzungsgebühren verwendeten und damit einen ungewöhnlichen Wohlstand für alle Menschen erzeugten: das alte Ägypten und das Europa des 10. bis 13. Jahrhunderts. Die Verwendung dieses Geldystems korrespondiert nach Lietaers Ansicht genau mit der Verehrung des gleichen Archetyps.
Seiner Ansicht nach versetzte die Erfindung des Schießpulvers im frühen 14. Jahrhundert die Fürsten in die Lage, ihre Macht zu zentralisieren.Das erste, was sie taten, war das Monopol des Geldsystems durchzusetzen. Es wurden keine Kathedralen mehr gebaut, der Anreiz für langfristige Investitionen war verlorengegangen.  
Es ist paradox, daß genau in der Zeit des angeblichen Machthöhepunktes des Christentums in Europa, in der ja der Archetyp der Großen Mutter unterdrückt wurde, die Lebensqualität am höchsten war und die schwarze Madonna verehrt wurde. Neuere Geschichtsforschungen haben aber ergeben, daß das Mittelalter nicht dunkel und grausam war. Wie oben beschrieben war es eine wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. Interessanterweise ist es auch - entgegen der Meinung, die sich im Bewußtsein des Menschen heute festgesetzt hat - falsch, daß im Mittelalter die Kirche die Macht und somit das Sagen hatte. Die wahrhafte "Machtergreifung" der Kirche fand erst Anfang / Mitte des 14. Jahrhunderts statt - die gleiche Zeit, die Lietaer als Machtergreifung der Fürsten und somit den sozialen und kulturellen Niedergang angibt.
Wenn man sich die Mühe macht, bei mittelalterlichen Städten herauszufinden, welche Bauwerke den kulturellen Mittelpunkt darstellten, wird man feststellen, daß dies nicht unbedingt die Kirche war (oft erst ab Mitte des 14. Jahrhunderts), sondern meist eine (Ritter- oder Tempelritter) Burg, deren Platz später eine Kirche einnahm. Die Kathedralen, die in der Blütezeit des Mittelalters gebaut wurden, waren wahrscheinlich Werke von den aus Jerusalem heimkehrenden Tempelrittern. Sie wurden erst später von der Kirche "übernommen" (vgl. hierzu Dr. Sonja Klug: Die Kathedrale von Chartres und ihre Geheimnisse, Tattva Viveka Nr. 9). Die Städtegründungen wurden meist von Bürgern initiiert, Handwerker haben mehr verdient und weniger gearbeitet als es heute der Fall ist.
Das sogenannte "dunkle" Mittelalter existierte nicht im historischen Mittelalter, sondern fand ihren Anfang kurz vor Beginn der Renaissance, in welcher die Inquisition ihren Höhepunkt hatte.

Die Bedeutung des kollektiven Unterbewußten und die Unterdrückung der Archetypen
Lietaers Theorie der Knappheit als unerläßliche Bedingung für das weltweit existierende Wirtschaftssystem basiert auf C.G. Jungs Theorie der kollektiven Psychologie.  
Jung hatte bei seiner praktischen Arbeit festgestellt, daß bei seinen Patienten in den Sitzungen immer gleiche Inhalte und Verhaltensweisen im Unterbewußtsein verankert waren. Daraus schloß er, daß eine die individuelle Psyche überschreitende Dimension des Unterbewußten existierte - das "kollektive" Unterbewußte. Dabei tauchten wiederholt mythologische Motive auf, die unabhängig von Bildung und Erziehung des Einzelnen die gleichen waren - die sogenannten Archetypen.
Nach Jung können die Archetypen als Grundstrukturen menschlicher Erfahrung definiert werden, deren Wirkung sich analog zu den ihnen entsprechenden Situationen des menschlichen Lebens entfaltet. Wenn ein bestimmter Archetyp allerdings unterdrückt wird, tauchen zwei Schattenwesen auf, die Antipoden zueinander sind. Man kann es auch so formulieren: Ein Archetyp vereinigt alle Aspekte - die negativen wie die positiven - des Motives, welches er  repräsentiert.  
Im Falle des Archetyps der Großen Mutter sind die typischen Eigenschaften "(...) das Mütterliche schlechthin, die magische Autorität des Weiblichen; die Weisheit und die geistige Höhe jenseits des Verstandes; das Gütige, Hegende, Tragende, Wachstum, Fruchtbarkeit und Nahrung Spendende; die Sätte der magischen Verwandlung, der Wiedergeburt (...); das Geheime, Verborgene, das Finstere, der Abgrund, die Totenwelt, das Verschlingende, Verführende und Vergiftende, das Angsterregende und Unentrinnbare."2
Wenn also die Schatten des Unterbewußtseins nicht integriert werden, wenn nicht der Archetyp in seiner Ganzheit angenommen wird, manifestiert sich dieser Schatten - allerdings verzerrt, weil er gewaltsam unterdrückt und dadurch auch gewaltsam wieder erscheint - in der materiellen Welt.  

Nach Lietaers Auffassung ist genau dies auch der Fall. Der Archetyp der Großen Mutter wurde seit Beginn der bekannten Menschheitsgeschichte, seit 6000 Jahren, gewaltsam unterdrückt. Dies begann im Westen mit der indo-germanischen Völkerwanderung, verstärkt durch die Anti-Göttin-Haltung im Juden-und Christentum mit Höhepunkten in drei Jahrhunderten Hexenverfolgung bis hin zur Viktorianischen Epoche.
Der manifestierte Schatten in der Gesellschaft ist aufgrund des langen Zeitraums der Unterdrückung gewaltig. Die Schatten der Großen Mutter manifestieren sich nach Lietaers Theorie als Gier und Angst vor Knappheit (und nach meiner Auffassung auch noch als verzerrtes Extrem am anderen Ende der Achse der Eigenschaften des Archetyps der Großen Mutter: als materieller Überfluß, von dem man nahezu erstickt wird).
Jemand, der den Archetyp der Großen Mutter darstellt, d.h. ihn in seiner Persönlichkeit erkannt und integriert hat, der vertraut auf die Fülle des Universums; nur derjenige, der kein Vertrauen hat, braucht ein dickes Bankkonto.  

"Der erste Mensch, der damit begonnen hat, als Schutz gegen die Unwägbarkeiten der Zukunft eine Menge Güter anzuhäufen, mußte damit automatisch seinen Besitz gegen den Neid und die Bedürfnisse anderer Menschen verteidigen. Wenn eine Gesellschaft Angst vor Knappheit hat, wird sie eine Atmosphäre schaffen, in der die Ängste wohlbegründet sind. Es handelt sich hier um eine sich selbst erfüllende Prophezeiung."3

Der Vorwand für Kommunikation
Die Angst vor Mangel, die Folge unseres Geldsystems, erzeugt Gier und das Horten von Geld. Dadurch wird dem Geldkreislauf Geld entzogen, was wiederum Knappheit und somit Mangel nach sich zieht (siehe auch  Fließendes Geld und Heilung des sozialen Organismus). Dieser fatale Teufelskreis, der unermäßlichen Reichtum auf der einen und Armut auf der anderen (90% der Menschen betreffenden, siehe auch Die Kassen sind leer, wo ist das Geld?) Seite erzeugt, hat noch eine andere, zwischenmenschliche Folge. Es setzt neben dem Mangel an Geld auch der Mangel an Kommunikation ein.  
In einem Geldsystem, welches im Gegensatz dazu auf Fülle und Freigiebigkeit basiert, kann es somit kein Horten und keinen Mangel geben. Diese Idee des Gebens statt des Nehmens werden nach Lietaer in einer Gemeinschaft gelebt. Das Wort Gemeinschaft (communitiy) kommt aus dem Lateinischen. "munus" bedeutet "Geschenk" und "cum" bedeutet "zusammen, miteinander". Somit heißt Gemeinschaft im ureigensten Sinne "untereinander schenken".
Dies ist auch die Philosophie, die hinter dem Gedanken der lokalen Währungen steht: Sie erleichtern den Austausch von Geschenken.
Lokale Währungen wurden, wie oben beschrieben, initiiert, um Beschäftigung zu erzeugen, wohingegen nach Lietaers Beobachtungen heute auch lokale Währungen vor allem deswegen gegründet werden, um Gemeinschaft zu bilden.
"Zum Beispiel würde ich mir sehr sonderbar vorkommen, wenn ich einen Nachbarn am Ort anrufen und zu ihm sagen würde: Ich habe bemerkt, daß Sie viele Birnen an Ihren Bäumen haben. Kann ich sie holen? Ich hätte das Gefühl, daß ich eine Gegenleistung anbieten müßte. Doch wenn ich ihm meine knappen Dollars anbieten würde, könnte ich ebensogut gleich in den Supermarkt gehen; im Endeffekt würden seine Birnen nicht verwendet. Wenn ich aber eine lokale Währung habe, gibt es keine Knappheit im Tauschmittel; so gesehen sind die Birnen ein Vorwand, miteinander zu kommunizieren."4

Natürlich muß bei einer lokalen Währung gewährleistet sein, daß die menschlichen Grundbedürfnisse wie z.B. Nahrung und Unterkunft befriedigt werden können. Lietaer sieht in dieser Hinsicht keine Probleme. Denn es findet sich immer jemand, der gerne gärtnert und im normalen Wirtschaftssytem arbeitslos wäre. Seine Gartenprodukte würden mit lokaler Währung bezahlt werden, die der Käufer, durch Anbieten anderer Dienste, auch erwerben könnte. Hier zeigt  sich schon bald, was lokal ist und was nicht. Ein großer Supermarkt wird nur "Dollars" akzeptieren, der "Tante Emma-Laden" nimmt aber genausogerne lokale Währung an. Diese Währung kann genausogut in Stunden verrechnet werden, wie dies Tauschringe praktizieren.
In Frankreich gibt es beispielsweise etwa 300 Tauschringe, die "grain de sel" (Salzkorn) genannt werden. Sie wurden gegründet, als die Arbeitslosenquote bei 12% lag und erleichtern den Austausch von allen möglichen Dingen, von der Miete bis zu organischen Produkten (siehe auch Tauschringe). Alle zwei Wochen gibt es in Ariège, in Südwestfrankreich, ein großes Fest. Die Menschen kommen nicht nur deshalb zusammen, um mit Käse, Früchten oder Kuchen zu handeln, sondern auch um Stunden auszuhandeln für Klempnerarbeiten, Haarschnitte, Segel- oder Englischunterricht, die ausschließlich mit lokaler Währung zu bezahlen sind. Es gibt somit keinen Mangel an Geld und Arbeit, was nicht heißt, daß die Währung unbegrenzt ist. Niemand hat 500.000 Stunden zu vergeben. So gibt es eine natürliche Begrenzung, aber keine künstliche Knappheit. Anstatt im Wettbewerb gegeneinander zu kämpfen hilft dieses System zu kommunizieren und zu kooperieren.
Somit gewinnen kleine, lokale Einheiten wieder mehr wirtschaftliche Eigenständigkeit und so auch ihr kulturelles Leben zurück.  
Lietaer sieht lokale Währungen als ergänzende Währung im Geldsystem, die den Weg zur lokalen Nachhaltigkeit ebenen.

Lokale Währung als Pufferzonen gegen Instabilität das globale Währungssytem
Lietaer führt aus, daß die heutige Geldordnung kaum noch etwas mit der realen Wirtschaft zu tun hat. 1995 betrug der Tagesumsatz der ausgetauschten Währungen weltweit die Summe von 1,3 Billionen (1300 Mrd) US-Dollar, was 30 mal mehr als das tägliche Bruttosozialprodukt aller entwickelten Länder der Welt zusammen ist.
"Das jährliche Bruttosozialprodukt der USA wird auf den Finanzmärkten in drei Tagen erreicht. Von diesem Volumen werden nur zwei bis drei Prozent für die reale Wirtschaft (Handel, Investitionen usw.) benötigt. Der Rest wird verschwendet im Spekulationsgeschäft des globalen Cyber-Casinos. Die reale Wirtschaft wurde degradiert zu einer reinen Dekoration auf dem Spekulationskuchen."5

Desweiteren zeigt  Lietaer auf, daß die Regierungen keine Macht mehr haben und das wirtschaftliche wie politische Geschehen von den Finanzmärkten regiert wird. Wenn eine Regierung etwas beschließt, was den Finanzmäkten nicht gefällt, setzt einfach eine Finanzkrise in der betreffenden Währung ein wie 1991 bei den Briten, 1994 bei den Franzosen und 1995 bei den Mexikanern.

"Ein paar hundert Menschen, die weder gewählt wurden noch irgendeine kollektive Verantwortung tragen, entscheiden u.a., wie viel Ihr Pensionsfond wert ist."6

Eine 50/50 Chance sieht Lietaer, daß dieses labile Spekulationsgebäude in den nächsten fünf bis zehn Jahren einstürzen wird. Selbst wenn in dieser Krisensituation alle Zentralbanken beschlössen, zusammen zu arbeiten (was allerdings nie geschehen würde), und alle ihre Reserven einsetzten, um die Krise zu meistern, hätten sie doch nur Mittel in der Größenordnung der Hälfte des Tagesumsatzes der Finanzmärkte um die Währungen zu stabilisieren. Im Gegensatz dazu könnte sich der Tagesumsatz an einem Krisentag an den Finanzmärkten verdoppeln oder verdreifachen, so daß die Reserven sämtlicher OECD-Zentralbanken nur für zwei bis drei Stunden reichten.
Dabei würde es sich bei diesem Zusammenbruch nicht nur um eine Wirtschaftkrise, wie die z.B. von 1929, handeln. Die Tragweite wäre viel weitreichender. Lietaer führt als historisches Beispiel den Zusammenbruch des Römischen Reiches an, das auch die Römische Währung beendete. Allerdings dauerte es damals noch 150 Jahre, bis das ganze Römische Reich untergegangen war - heute würde es nur einige Stunden dauern.
Das Gute an lokalen Währungen ist, daß Menschen ihr eigenes Geldsystem schaffen ohne eingebauten Knappheitsfaktor. Sie brauchen kein Geld von irgendwoher, um Tauschhandeln mit dem Nachbarn zu treiben.
Gerade deshalb sind lokale Währungen so wichtig, denn sie stellen ein Bollwerk gegen eine Krise der globalen Wirtschaft dar und würden, wie oben erwähnt, Umweltschutz und Kultur fördern.
 
Ausblick
Lietaer sieht in den lokalen Währungen die Möglichkeit, die größten Probleme, die heute die Menschheit hat, zu lösen. Diese sind auf der einen Seite die Ungleichheit und auf der anderen Seite der Zusammenbruch sozialer Gemeinschaften. Denn diese Faktoren schaffen Spannungen, die sich in Gewalt und Kriegen entladen. Wenn bewußt Währungen geschaffen werden, die Gemeinschaft und Nachhaltigkeit fördern, kann man diese Problme in den Griff bekommen.  
Die Zeit ist dafür reif; in den vergangenen Jahrzehnten haben wir ein Wiedererwachen des weiblichen Archetyps erlebt, sowohl in der Frauenbewegung, als auch im Bereich der Ökologie, in den Bewegungen zur Integration von Geist und Materie. Der Paradigmenwechsel spiegelt sich auch in den neuen Technologien wieder, die erlauben, Hierachien durch Netzwerke wie z.B.das Internet, zu ersetzen.
Heute haben wir das erste Mal in der Menschheitsgeschichte die Möglichkeit, aufgrund von Produktionstechnologien, Überfluß schaffen zu können. Dies in Verbindung mit dem Wechsel des Archetyps - also einer eher matriachal ausgerichtete Gesellschaft - erlaubt uns, bewußt ein Geldsystem zu schaffen, welches für uns arbeitet, das Nachhaltigkeit zum Ziel hat und Gemeinschaft auf lokaler und globaler Ebene fördert. Nach Lietaer sind diese Ziele in weniger als einer Generation zu erreichen, "ob wir sie tatsächlich erleben, wird davon abhängen, inwieweit wir fähig sind, miteinander zu kooperieren, um unser Geldsystem neu zu erfinden."7  


holis.de
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zit1:

Hi vega!

 
28.05.02 17:35
Interessant, doch was hat das mit meinem Beitrag zu tun?
Wir leben in materiellen Reichtum und haben Zeit - Ideale Vorrausetzungen also für unser aller Glück und Begehren. Doch Alle sind unglücklich aufgrund der oben beschriebenen Fehlkonditionierungen und ihres Ego.  
Antworten
zit1:

Ohne Leben - Alexander der Große

 
30.05.02 10:21
Alexander der Große hatte enorme Probleme. Sein Ich wollte sich als Welteroberer sehen, und beinahe gelang es ihm auch, die Welt zu erobern. Ich sage beinahe, aus zwei Gründen: Erstens war damals die halbe Welt noch nicht bekannt, Amerika war noch unbekannt. Und zweitens kam er zwar bis Indien, konnte es aber nicht erobern; er musste an den Grenzen umkehren.
Er war noch nicht alt, erst dreiunddreißig Jahre, doch diese dreiunddreißig Jahre waren ein einziges Kämpfen und Kämpfen und Kämpfen. Er war krank geworden und all des Kämpfens und Tötens, des Mordens und Hinschlachtens müde. Jetzt wollte er nach Hause zurückkehren und sich ausruhen, aber das war ihm nicht vergönnt. Er kam nicht mehr bis in seine Heimatstadt Athen. Einen Tag, bevor er Athen erreichte, starb er; Athen war nur noch eine Tagesreise entfernt.
Nach der Erfahrung seines ganzen Lebens - immer reicher und größer, immer mächtiger und mächtiger zu werden - nun diese totale Hilflosigkeit zu erleben! Dass er nicht einmal in der Lage war, den Tod um vierundzwanzig Stunden hinauszuzögern! Er hatte seiner Mutter versprochen, wenn er die Welt erobert hätte, würde er zurückkommen und ihr die ganze Welt zu Füßen legen. Das hatte noch kein Sohn für seine Mutter getan; was er vorhatte, war noch nie da gewesen!

Doch nun, umringt von den allerbesten Ärzten, fühlte er seine Ohnmacht. Sie sagten ihm: "Du wirst es nicht überleben. Diese vierundzwanzigstündige Reise wäre dein Ende! Es ist besser, du ruhst dich hier aus, dann hast du vielleicht eine Chance. Aber du solltest nicht weiterziehen. Und selbst wenn du hier bleibst, haben wir nicht allzuviel Hoffnung - du bist ein Ertrinkender. Du kommst immer näher - aber nicht der Heimat, sondern dem Tod, nicht der Heimat, sondern dem Grab. Und wir können überhaupt nichts tun. Krankheiten können wir heilen, aber den Tod können wir nicht heilen. Und es ist keine Krankheit; du bist wie ausgebrannt. In diesen dreiunddreißig Jahren hast du deine ganze Lebensenergie aufgebraucht im Kampf gegen diese und jenes Volk. Du hast dein Leben verschwendet. Es ist keine Krankheit. Du hast nur deine Lebensenergie verausgabt, sinnlos verausgabt."
Alexander war ein intelligenter Mensch, Schüler des Großen Logikers und Philosophen Aristoteles, der sein Privatlehrer war. Und er starb bevor er die Hauptstadt erreichte. Bevor er starb, sagte er zu seinem Feldmarshall: "Dies ist mein letzter Wunsch, und ihr müsst ihn mir erfüllen." Was war sein letzter Wunsch?


WAS WAR DER LETZTE WUNSCH ALEXANDER DES GROßEN, UND WARUM WOLLTE ER AUSGERECHNET DIESEN LETZTEN WUNSCH ERFÜLLT HABEN?
Kennt jemand die Antwort?
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zit1:

Kennt ihr den letzten Wunsch von Alexander d.G.? o.T.

 
30.05.02 12:30
Antworten
zit1:

Der letzte Wunsch Alexander des Großen

 
30.05.02 19:42

Ein sonderbarer Wunsch. Er lautete:" Wenn mein Sarg zu Grabe getragen wird, lasst meine Hände aus dem Sarg heraushängen."
Sein Feldmarschall sagte: "Was soll das für ein Wunsch sein? Man lässt die Hände immer im Sarg. Wer hätte je davon gehört, dass man einen Sarg zu Grabe trug, bei dem die Hände heraushingen!"
Alexander sagte: "Mein Atem reicht nicht mehr, es dir zu erklären, also kurz: Ich will der Welt zeigen, dass ich mit leeren Händen gehe. Ich hatte erwartet, immer größer und größer, reicher und reicher zu werden, aber tatsächlich wurde ich immer ärmer und ärmer. Als ich geboren wurde, kam ich mit geschlossenen Fäusten, als hielte ich etwas fest. Aber im Angesicht des Todes kann ich nicht mit geschlossenen Fäusten gehen."
Für geschlossene Fäuste braucht man Leben, Energie. Kein Mensch stirbt je mit geschlossenen Fäusten. Wer ist da, um sie zu schließen? Ein Toter ist nicht mehr da. Die ganze Energie hat ihn verlassen, und die Hände öffnen sich von selbst.
"Lass es alle wissen: Alexander der Große stirbt mit leeren Händen wie ein Bettler."
Antworten
vega2000:

@Zit Die Verbindung ist doch eindeutig!

 
30.05.02 21:43
Geld regiert die Welt & ist die Ursache allen übels, -das gewachsene Ego ist nur die Folge von wirtschaftlichen & sozialen Fehlentwicklungen.
Antworten
zit1:

Das Ego

 
30.05.02 21:46
Soviel ich sehen kann, hat neimand etwas daraus gelernt. Die Menschen, die nach Alexander gekommen sind, haben es genauso gemacht wie er, auf ihre Weise.
Das Ego des Menschen ist der Ursprung all seiner Probleme, aller Kriege, aller Konflikte, aller Eifersucht und allen Neides, aller Ängst un Depressionen. Sich selbst als Versager zu fühlen und sich ständig mit anderen zu vergleichen - das schmerzt jeden. Und es tut furchtbar weh, denn du kannst nicht alles haben.
Jemand ist schöner als du - das tut weh. Jemand hat mehr Wissen als du - das tut weh. Da gibt es Millionen Dinge, die dir wehtun. Aber du erkennst nie, dass es gar nicht diese Dinge sind, die dir wehtun - denn mir tun diese Dinge nicht weh. Dir tun sie weh wegen deines Egos.
Das Ego zittert ständig vor Angst, weil es ganz genau weiß, dass es bloß ein Kunstprodukt ist - ein künstlich geschaffenes Mittel der Gesellschaft, dich auf Trab zu halten und dich hinter Schatten herlaufen zu lassen.
Dieses Spiel des Egos, immer höher und höher hinauszugelangen, ist Politik.
Das Ego und all seine Spiele... Die Ehe ist ein solches Spiel, Geld ist solch ein Spiel, Macht ist solch ein Spiel. All diese Spiele sind Egospiele. Die ganze Gesellschaft hat bisher immer nur diese Spiele gespielt; auf der ganzen Welt spielt sich ein ständiger olympischer Wettkampf ab. Alle erkämpfen sich ihren Weg nach oben, und jeder versucht, dem anderen ein Bein zu stellen, denn auf dem Gipfel des Mount Everest ist nicht genug Platz für alle.

Es ist ein halsbrecherisches Wettrennen. Und es wird von solcher Wichtigkeit für dich, dass du total vergisst, dass dir dieses Ego von der Gesellschaft, von all deinen Lehrmeistern eingeimpft wurde. Von der Krabbelstube bis zur Universität sind alle fortwährend damit beschäftigt, dein Ego zu stärken! Und je mehr Titel du deinem Ego voran stellen kannst, umso größer und bedeutender und wichtiger fühlst du dich.
Das Ego ist die größte Lüge. Aber du hast sie als Wahrheit akzeptiert.
Doch das liegt ganz im Interesse derjenigen, die an der Macht sind, denn wenn sich jeder bewußt würde, dass er auch ohne Ego sein kann, würde dieses olympische Gerangel auf der ganzen Welt zum Stillstand kommen. Dann würde niemand mehr den Mount Everest bezwingen wollen; jeder wäre mit dem Platz zufrieden, an dem er sich befindet. Und die Menschen würden sich freuen.
Das Ego hält dich auf Warteposition: Ja, morgen, wenn du erfolgreich bist, wirst du dich freuen! Aber jetzt musst du natürlich erst leiden, du musst ein Opfer bringen. Wenn du morgen Erfolg haben willst, musst du heute dafür Opfer bringen. Du musst dir den Erfolg erst verdienen. Und dafür bist du zu allen möglichen Verrenkungen bereit. Es ist nur eine Frage einer kurzen Zeit des Leidens, und dann wirst du jubilieren. Aber das Morgen trifft nie ein; es ist noch nie eingetroffen.
Morgen bedeutet nichts anderes als das, was nie eintrifft. Es bedeutet, das Leben aufzuschieben. Es ist eine fantastische Strategie, um dein Leiden fortzusetzen.
Das Ego kann sich nicht in der Gegenwart freuen. Es kann überhaupt nicht in der Gegenwart existieren; es kann nur in der Zukunft, in der Vergangenheit existieren - in dem, was nicht ist. Die Vergangenheit ist nicht mehr, die Zukunft ist noch nicht. Beides existiert nicht. Das Ego kann nur in dem existieren, was nicht existiert, weil es selbst nicht existiert.
Im reinen Augenblick der Gegenwart wirst du kein Ego in dir finden - nur eine stille Freude, ein stilles, reines Nichts.

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vega2000:

@Zit: Du meinst den Verstand

 
30.05.02 21:56
Da gebe ich dir recht, -der Verstand ist das Übel all unserer Probleme, -deine weiteren Ausführungen zielen aber mehr auf die Psyche, das Unterbewusstsein & die ist bekannter massen von Erziehung & Herkunft geprägt.
Ich sag dir was: Die Vertreibung aus dem Paradies hat schon begonnen !
Antworten
SoLaR:

Oscho - das Buch vom Ego

 
30.05.02 22:25
"Von der Illusion des Ichs zur Freiheit des Seins"

oder ganz kurz :

Das Ego ist ein Eisberg
Lass ihn schmelzen.
Lass ihn dahinschmelzen
in tiefer Libe,
sodass er sich auflöst
und du eins wirst
mit dem Ozean

@ Zit
und wie findest Du das Buch ?

SoLaR
Antworten
vega2000:

@Solar

 
30.05.02 22:27
Kannst du mich bitte mal aufklären ? Was willst du uns mit deinem Posting sagen ? Gleich erschiessen oder bis nach der Fussball-WM warten ?
Antworten
SoLaR:

@Vega

 
30.05.02 22:31
die Texte von Zit stammen aus diesem Buch.

Ich erschiesse mich vielleicht vor dem Ende der WM.

SoLaR
Antworten
zit1:

Hi vega!

 
30.05.02 22:51
Der Verstand kommt aus dem Kopf.
Emotionen kommen ebenfalls aus dem Kopf.
Bewusstsein ist nicht im Kopf.
Der Kopf ist im Bewusstsein!
Bewußtsein ist unendlich.
Emotionen, Gefühle und Gedanken - die ganze Ausstraffierung unserer Köpfe - kommen von außen, werden von außen manipuliert.
Alle Dinge, mit denen unsere Köpfe vollgestopft sind, haben nichts mit uns zu tun. Auch das Ego hat nichts mit uns zu tun...
Fast alle Menschen suchen ihr ganzes Leben etwas, das sie niemals finden, ihr wahres ICH.
Antworten
vega2000:

Falsch Zit

 
30.05.02 23:00
dem Irrglauben erliegen die meisten Menschen, das Emotionen aus dem Kopf kommen, -mit dem Kopf kannst du sie lediglich beschreiben, erkennen, -das Gefühl kommt aus dem Unterbewusstsein & das liegt bekanntlicher Weise tiefer. Den weiteren Ausführungen von dir kann ich nicht folgen .....?
Antworten
zit1:

Hi solar,

 
30.05.02 23:02
ich finde das Buch schlichtweg genial. Und wie findest du es?

Wieso wollt ihr euch erschießen, und was hat die WM damit zu tun? Hülfähhhh, Selbstmörder!  


Antworten
SoLaR:

@Zit

 
30.05.02 23:09
finde das Buch ebenfalls sehr gut. Bisschen chaotisch geschrieben, liegt wohl daran, dass sie aus seinen Vorträgen zusammen gelegt wurde.

SoLaR

Antworten
zit1:

vega

 
30.05.02 23:11
Sorry, Emotionen kommen aus dem Kopf.
Du kannst es selber prüfen.

Antworten
vega2000:

Lass dir das von einem Psychologen sagen zit !

 
30.05.02 23:14
Gefühle kommen nicht aus dem Kopf, -du sprichst von Gedanken, in dem Augenblick, wo du das "Gefühlte" beschreiben kannst (mit dem Kopf), ist es schon ein Gedanke!
Antworten
zit1:

vega

 
30.05.02 23:21
Was ist z.B. Wut? Eine Emotion!
Woher kommt die Wut? Aus deinem Kopf!
Könntest du wütend sein ohne Kopf?

PS: Ich liebe Psycholog-en/-innen! :-)  
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