Die goldenen Zeiten des Mobilfunks kommen erst

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Die goldenen Zeiten des Mobilfunks kommen erst

 
01.02.01 10:10
SZ-Interview mit France-Télécom-Chef Michel Bon

„Die goldenen Zeiten des Mobilfunks kommen erst“

Frankreichs teuerster Konzern will sich in Spanien stärken / Interesse der Privatanleger an Orange „normal“ / Der Bruch mit der Deutschen Telekom

(SZ) Nach Ansicht von France-Télécom-Chef Michel Bon war der Bruch des Bündnisses mit der Deutschen Telekom aus heutiger Sicht unvermeidlich und wäre wegen der unterschiedlichen Strategien über kurz oder lang sowieso gekommen. Bon glaubt an ein riesiges Potenzial vor allem im Mobilfunk. Dass es in Frankreich nur zwei Bewerber für die vier UMTS-Lizenzen gibt, hat nach seiner Ansicht eher positive Auswirkungen auf sein Unternehmen. Sollten in Spanien neue Lizenzen für die dritte Mobilfunkgeneration ausgeschrieben werden, wolle er sich auch darum bewerben.

SZ: Monsieur Bon, vor eineinhalb Jahren hat die Deutsche Telekom das Bündnis mit Ihnen aufgekündigt. Haben Sie heute angesichts der Probleme der Telekom Triumphgefühle?

Bon: Es wäre gefährlich, wenn ich mich als Manager von Gefühlen leiten ließe. Mich interessiert, ob das, was wir machen, durchführbar ist und den Aktionären Mehrwert bringt. Jeder konnte sehen, dass diese Partnerschaft keine großartigen Ergebnisse hervorgebracht hat. Außerdem haben beide Unternehmen ganz unterschiedliche Strategien für das internationale Geschäft. Die Deutsche Telekom setzt stark auf die USA, während wir uns zunächst vor allem auf Europa konzentrieren, wo wir unseren Heimatmarkt sehen. Diese unterschiedlichen Strategien sind seit dem Ende der Kooperation auch öffentlich zu Tage getreten. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ein Bruch irgendwann ohnehin unvermeidlich gewesen wäre.

SZ: Wie sehen Ihre Ziele konkret aus?

Bon: Unser Hauptziel ist es, ein führendes paneuropäisches Unternehmen zu werden. Um das zu erreichen, konzentrieren wir uns vor allem auf die drei Segmente der Telekommunikation mit den größten Wachstumsperspektiven. Das heißt konkret Mobilfunk, wo wir außer in Spanien in allen großen und den meisten kleinen europäischen Ländern präsent sind. Auf diesem Gebiet sind wir hinter Vodafone Nummer zwei in Europa.

SZ: Ist das Thema Internet zurzeit nicht viel interessanter?

Bon: Das ist unser zweiter Schwerpunkt. Unsere Filiale Wanadoo ist Nummer eins in Frankreich und Großbritannien und hat starke Positionen in den Niederlanden, Belgien, Dänemark und Spanien. Wir sind Nummer zwei oder drei in Europa, hinter T-Online, das aber sehr auf Deutschland konzentriert ist. Wir sind die Einzigen, die in zwei großen europäischen Ländern, nämlich in Frankreich und Großbritannien Marktführer sind. Außerdem haben wir starke Positionen mit Mobilcom in Deutschland und Wind und Infostrada in Italien.

SZ: Und der dritte Schwerpunkt?

Bon: Dritter Sektor sind unsere Dienste für Geschäftskunden. Wir haben Global One mit Equant vereinigt, um daraus den Weltmarktführer auf diesem Gebiet zu machen. Auf allen diesen Gebieten nehmen wir eine führende Rolle ein.

SZ: Sie haben enorme Summen ausgegeben für Unternehmen, als alle Werte dieses Sektors auf sehr hohem Niveau waren. Haben Sie nicht in zu großer Hast gehandelt?

Bon: Hätten wir nicht zugegriffen, hätte jemand anderes gekauft. Wir wären dann nicht die Nummer zwei in Europa im Mobilfunkgeschäft. Wir haben zu dem Preis gekauft, zu dem die Unternehmen zu haben waren.

SZ: Beunruhigt Sie die Verschuldung in Höhe von 60 Milliarden Euro nicht?

Bon: Die Frage ist, ob diese Verschuldung finanzierbar ist und im Fall der France Télécom ist die Antwort positiv. Wir haben Käufe im Umfang von 60 Milliarden Euro getätigt. Unser Ziel ist es, diese Verschuldung bis Mitte 2002 auf die Hälfte zu reduzieren. Der Börsengang von Orange ist eine erste Etappe. Wir haben auch vor, unsere nicht-strategischen Beteiligungen bei ST Microelectronics und Sprint zu verkaufen. Das sind sehr klassische Finanzierungsmethoden.

SZ: Haben Sie nicht einen schlechten Zeitpunkt für den Orange-Börsengang gewählt?

Bon: Nein. Wir bringen zehn bis 15 Prozent an die Börse. Wenn der Kurs steigt, profitieren wir, aber auch die Aktionäre. Die Aktionäre habe die Möglichkeit, zu einem sehr günstigen Preis einen Wert mit einem sehr großen Wachstumspotenzial zu erwerben. Für die Aktionäre ist der Zeitpunkt ideal. Und was gibt es für einen Manager besseres, als glückliche Anteilseigner zu haben?

SZ: Wie groß ist bisher das Interesse der privaten und institutionellen Investoren?

Bon: Die Privatanleger werden sehr stark von der allgemeinen Stimmung geleitet – und die war an der Börse schon einmal besser. Das Interesse ist normal, aber es gibt nicht den selben Enthusiasmus wie zu Beginn des letzten Jahres. Die Institutionellen handeln nach rationaleren Gesichtspunkten. Sie sehen, dass der Preis sehr günstig ist. Ihre Nachfrage ist sehr gut. Ich bin aber zuversichtlich, auch was den Erfolg bei den privaten Anlegern betrifft. Wir streben etwa eine Million Aktionäre an.

SZ: Der Rückzug mehrerer Bewerber um eine französische UMTS-Lizenz und die damit verbundenen Zweifel an der Rentabilität dieser Investition werden keine negativen Folgen für den Börsengang haben?

Bon: Es gibt zumindest zwei Bewerber für die vier Lizenzen. Ich sehe darin keine negativen Folgen. Die Regierung wird in ein oder zwei Jahren die zwei verbliebenen Lizenzen noch einmal anbieten. Würde dies zu gleichen Bedingungen wie heute geschehen, hätten wir gegenüber neuen Konkurrenten einen Vorsprung von zwei Jahren. Das wäre ein Vorteil für uns. Oder aber die Regierung setzt den Preis herab. Dann müssten wir einen Rabatt erhalten.

SZ: Wie lange dauert es, bis sich die Investition rentiert?

Bon: Es wird zwischen vier und sieben Jahre dauern, je nach Land. In Ländern wie Frankreich, wo wir Marktführer sind, oder Großbritannien, wo wir nicht weit davon entfernt liegen, starten wir in die dritte Generation des Mobilfunks mit einer bedeutenden Kundenbasis. Wenn UMTS in Frankreich beginnt, werden wir viel mehr Mobilfunk-Kunden haben. In Deutschland haben wir mit Mobilcom eine Kundenbasis von vier Millionen Abonnenten. Mit solchen Kundenzahlen werden wir die Investitionen für die Nutzung neuer Dienste viel schneller amortisieren als in Ländern in denen die Kundenzahlen geringer sind und in denen wir eine Infrastruktur erst errichten müssen. Je stärker die Kundenbasis, desto schneller die Amortisierung.

SZ: Viele haben Zweifel am Bedarf der Kunden für die zusätzlichen Dienste, die Sie über das Mobiltelefon anbieten wollen.

Bon: Jeder kann schon unter den heutigen Bedingungen sehen, dass es eine enorme zusätzliche Nachfrage gibt, die noch vor wenigen Jahren selbst die Kühnsten nicht erwartet hatten. Die Möglichkeiten, Daten zu übertragen, werden völlig neue Nutzungsmöglichkeiten schaffen. Bei jedem Menschen gibt es Zeiten, in denen er nicht weiß, was er tun soll. Sie werden künftig in ihrer Tasche ein Gerät haben, das diese Zeiten ausfüllt, indem sie sich informieren, Spiele machen etc. Das ist ein riesiger Markt allein für die privaten Nutzer, die die große Masse ausmachen. Für die Geschäftskunden ist es ein ideales Arbeitsmittel.

SZ: Sie bringen Orange auch deshalb an die Börse, weil sie „Tauschwährung“ für weitere Akquisitionen brauchen. Was haben Sie vor?

Bon: Wenn wir vom Mobilfunk sprechen, dann ist Spanien unser Schwachpunkt. Dort sind wir nicht vertreten und dort ist derzeit auch keine Akquisition möglich.

SZ: Also, was tun Sie?

Bon: Die spanische Regierung hat erklärt, dass sie die Konkurrenz fördern wolle im Mobilfunkgeschäft, indem sie neue UMTS-Lizenzen anbietet. Das wäre für uns von großem Interesse. Wir wollen in Spanien präsent sein und würden uns um eine Lizenz bewerben.

SZ: In Deutschland hat man den Eindruck, dass Ihr Verhältnis zu Mobilcom-Chef Gerhard Schmid nicht immer sehr einfach ist. Was haben Sie in Deutschland vor?

Bon: Gerhard Schmid ist Mehrheitsaktionär, wir haben 28,5 Prozent. Es ist normal, dass er die Geschäftspolitik bestimmt. Wir waren bisher in allen wichtigen Entscheidungen, die das Mobilfunkgeschäft betreffen, vor allem die Bewerbung um eine UMTS-Lizenz, auf einer Wellenlänge. Den einzigen Dissens gibt es über seine Filiale Freenet. Er hatte Vorstellungen über ihren Preis, die mit meinen nicht übereinstimmten. Was zählt ist, dass Mobilcom und seine Filialen von der Kooperation mit der Gruppe France Télécom profitieren können.

SZ: Unter welchen Bedingungen werden Sie die Option auf die Mehrheit bei Mobilcom wahrnehmen?

Bon: Die Option kann zwischen 2003 und 2006 wahrgenommen werden. Wenn wir sie nutzen sollten, was wir noch nicht wissen, heißt das nicht, dass wir die Strategie ändern.

SZ: Die Marke Orange soll aber in Deutschland vorerst nicht lanciert werden?

Bon: Mobilcom ist eine sehr starke Marke und das ist für das Unternehmen ein Plus, das wir nicht in Frage stellen. In Zukunft könnte Orange vielleicht einen Zusatznutzen bringen. Schmid muss entscheiden, ob er von den Vorteilen dieser paneuropäischen Marke profitieren will.

SZ: Wenn man Sie neben Orange-Chef Hans Snook sieht, dann fragt man sich, wie das klappen soll. France Télécom ist ein mehrheitlich staatliches Unternehmen, während Snook einen exemplarischen Privatunternehmer abgibt. Außerdem kommen beide Unternehmen aus Ländern mit unterschiedlicher Kultur.

Bon: Das war von Anfang an unsere Hauptsorge. Die Kulturen sind so unterschiedlich, dass ich darüber von Anfang an besonders aufmerksam gewacht habe. Wir haben alles so organisiert, dass unsere Erfolgs-Chancen so groß wie möglich sind. Der Sitz von Orange bleibt in London und es gibt eine echte Kontinuität im Management. Wir haben sehr darauf geachtet, dass die Orange-Kultur nicht verschwindet. Außerdem ergänzen sich die beiden Kulturen hervorragend. France Télécom hat sich in den letzten zehn Jahren von einer öffentlichen Verwaltung zu einem dynamischen Unternehmen entwickelt.

SZ: Es ist aber nach wie vor ein mehrheitlich staatliches Unternehmen und Sie haben davon in Form von Privilegien profitiert, die auf einigen Gebieten fortbestehen. Ist heute nicht ein Rückzug des Staates wünschenswert?

Bon: Frankreich und Deutschland waren in der gleichen Situation als das Monopol fiel. Heute hält der deutsche Staat 57 Prozent an der Deutschen Telekom und der französische Staat 54 Prozent an unserem Unternehmen. Ich interessiere mich nicht für die großen Ankündigungen, sondern für die Realität.

SZ: Sie haben die Aktivitäten mit den größten Wachstumspotenzialen an die Börse gebracht. Hat es nicht einen negativen Effekt auf den Wert France Télécom, wenn diese Aktivitäten separat an der Börse notiert sind?

Bon: Nein. France Télécom konsolidiert die Zahlen von Orange, Wanadoo und Global One/Equant, also alle Aktivitäten. Das heißt, die Dynamik dieser Sektoren spiegelt sich in den Zahlen von France Télécom wider. Das ergibt ein sehr attraktives Gebilde. Ich füge hinzu, dass alle unsere Aktivitäten Hand in Hand gehen. Es sind viele Synergien zu realisieren, die jeden Teil der Gruppe stärken. Der Kunde hat nur ein Bedürfnis: Telekommunikation. Und das bietet France Télécom aus einer Hand an.
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