Die Fonds für den Bärenmarkt
Boston, 20. März (Bloomberg) - Viele Anleger suchen Aktienfonds, die sich auch in schlechten Börsenzeiten behaupten. Das Researchunternehmen Morningstar Inc. aus Chicago hat ein Ranking-System entwickelt, das solche Fonds herausfiltert. Seit 1995 bewertet Morningstar US-Fonds danach, wie sie in turbulenten Perioden an der Börse abschneiden, und kennzeichnet Fonds, die trotz allgemeiner Kurseinbrüche einen Wertzuwachs verbuchen. ,Wir wollen die Leute daran erinnern, dass es auch Baisse Zeiten gibt, und ihnen zumindest einen Hinweis geben, wie ihr Fonds dann abschneiden dürfte", erklärt Susan Dziubinski von Morningstar.
Ein durchschnittlicher US-Aktienfonds hat in den 12 Monaten bis zum Februar 9,9 Prozent verloren, der Standard & Poor's 500 Index ist um 11 Prozent eingebrochen. Vor allem Technologiefonds haben noch wesentlich schlechter abgeschnitten und bis zu 80 Prozent ihres Wertes verloren. Die Fonds, die bei Morningstars ,Bärentest" die beste Note erzielt haben, konnten in dem Zeitraum ein Plus von 14 Prozent verbuchen und damit 64 Prozent ihrer Konkurrenten schlagen. Die Fonds, die im Bärentest nur auf Platz 10 kamen, verloren im Schnitt 36 Prozent. Morningstar bewertet die Fonds danach, wie sie innerhalb der letzten fünf Jahre in den Monaten abgeschnitten haben, in denen der S&P um mehr als drei Prozent eingebrochen ist. Zwischen 1995 und 2000 gab es acht solcher Monate.
Einer der am besten bewerteten Fonds ist der 1,44 Mrd. Dollar schwere Clipper Fund. Der Fonds kauft Aktien günstig ein und zögert auch nicht, Anleihen oder Bargeld zu halten, wenn es keine Aktienschnäppchen gibt. Im Februar 2000 kam der Fonds auf die Bärennote ,1" von Morningstar. ,Historisch betrachtet, haben wir immer dann gut abgeschnitten, wenn das Marktumfeld schlecht war. Das liegt daran, dass wir immer in Gesellschaften investieren, deren Aktien im Vergleich zu den Vermögenswerten des Unternehmens billig sind", erläutert Bruce Veaco, der den Fonds mitverwaltet. ,Wenn eine Kursblase platzt, werden die Kurse der Aktien, die wir halten, von den zugrunde liegenden Vermögenswerten gestützt." Die Strategie des Fonds habe dazu geführt, dass er im letzten Jahr sämtlichen Technologiewerten fern geblieben sei, sagt Veaco. ,Dadurch, dass wir dieses Marktsegment gemieden haben, mussten wir einfach besser abschneiden als der Markt."
Es gibt noch mehr Fonds, die sich in schwierigen Börsenzeiten bewährt haben. Der American Century Equity Income konnte im letzten Jahr 23 Prozent zulegen, während der Longleaf Partners Small-Cap Fund 24 Prozent gewonnen hat. American Century erwirbt vor allem Stamm- und Vorzugsaktien mit hoher Dividendenrendite, während Longleaf sich auf kleine und mittlere Unternehmen spezialisiert hat. Beide werden mit der besten Bärennote bewertet. In den letzten fünf Jahren haben Clipper, American Century und Longleaf Small-Cap einen Wertzuwachs von jeweils 19, 15 und 16 Prozent erzielt.
Die Fonds mit den besten Bärennoten verfolgen meist eine konservative Anlagestrategie und investieren in ,Substanzwerte". Morningstar definiert diese als Unternehmen mit einem unterdurchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis. Fonds, sowohl in preiswerte ,Substanzwertaktien" als auch in teure ,Wachstumsaktien" investieren, kommen ebenfalls gut weg. 28 Prozent der Fonds, die vor einem Jahr Bestnoten erzielten, investierten in Wachstums- und Substanzwertaktien kleiner Unternehmen. Fonds, die in kleine bzw. große Unternehmen mit Substanzwert investierten, machten jeweils 19 Prozent aus. Schlechte Noten erhielten vor allem Wachstumsfonds, von denen 41 Prozent in kleine Unternehmen und 25 Prozent in große Unternehmen investieren.
Manchmal schneide ein gut benoteter Fonds schlecht ab, weil die Sektoren, die sich in früheren Baissen gut gehalten hätten, bei zukünftigen Kurseinbrüchen auch nicht verschont blieben, erklärt Dziubinski. Goldaktien beispielsweise hätten bei früheren Baissen immer gut abgeschnitten, aber beim Kurseinbruch im Herbst 1998 seien sie ,ein Alptraum" gewesen, erinnert sie sich.
Auch die Titel, die ein Fonds im Portefeuille hält, können sich ändern. "Die Performance eines Fonds hängt von den Aktien ab, die er jetzt hält, nicht von denen, die er vor vier Jahren gehalten hat", warnt Dziubinski. Investoren sollten sich bei der Auswahl ihre Fonds daher nicht ausschließlich von der Bärenbewertung leiten lassen, empfiehlt sie. Ein Fonds mit einem Technologieanteil von 60 Prozent im Portfolio kann eine gute Bärennote haben, weil er in der Vergangenheit gut abgeschnitten hat, ,aber der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass er in einem Markt, in dem Aktien mit einem hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis abgestraft werden, schlechte Karten hat."
Boston, 20. März (Bloomberg) - Viele Anleger suchen Aktienfonds, die sich auch in schlechten Börsenzeiten behaupten. Das Researchunternehmen Morningstar Inc. aus Chicago hat ein Ranking-System entwickelt, das solche Fonds herausfiltert. Seit 1995 bewertet Morningstar US-Fonds danach, wie sie in turbulenten Perioden an der Börse abschneiden, und kennzeichnet Fonds, die trotz allgemeiner Kurseinbrüche einen Wertzuwachs verbuchen. ,Wir wollen die Leute daran erinnern, dass es auch Baisse Zeiten gibt, und ihnen zumindest einen Hinweis geben, wie ihr Fonds dann abschneiden dürfte", erklärt Susan Dziubinski von Morningstar.
Ein durchschnittlicher US-Aktienfonds hat in den 12 Monaten bis zum Februar 9,9 Prozent verloren, der Standard & Poor's 500 Index ist um 11 Prozent eingebrochen. Vor allem Technologiefonds haben noch wesentlich schlechter abgeschnitten und bis zu 80 Prozent ihres Wertes verloren. Die Fonds, die bei Morningstars ,Bärentest" die beste Note erzielt haben, konnten in dem Zeitraum ein Plus von 14 Prozent verbuchen und damit 64 Prozent ihrer Konkurrenten schlagen. Die Fonds, die im Bärentest nur auf Platz 10 kamen, verloren im Schnitt 36 Prozent. Morningstar bewertet die Fonds danach, wie sie innerhalb der letzten fünf Jahre in den Monaten abgeschnitten haben, in denen der S&P um mehr als drei Prozent eingebrochen ist. Zwischen 1995 und 2000 gab es acht solcher Monate.
Einer der am besten bewerteten Fonds ist der 1,44 Mrd. Dollar schwere Clipper Fund. Der Fonds kauft Aktien günstig ein und zögert auch nicht, Anleihen oder Bargeld zu halten, wenn es keine Aktienschnäppchen gibt. Im Februar 2000 kam der Fonds auf die Bärennote ,1" von Morningstar. ,Historisch betrachtet, haben wir immer dann gut abgeschnitten, wenn das Marktumfeld schlecht war. Das liegt daran, dass wir immer in Gesellschaften investieren, deren Aktien im Vergleich zu den Vermögenswerten des Unternehmens billig sind", erläutert Bruce Veaco, der den Fonds mitverwaltet. ,Wenn eine Kursblase platzt, werden die Kurse der Aktien, die wir halten, von den zugrunde liegenden Vermögenswerten gestützt." Die Strategie des Fonds habe dazu geführt, dass er im letzten Jahr sämtlichen Technologiewerten fern geblieben sei, sagt Veaco. ,Dadurch, dass wir dieses Marktsegment gemieden haben, mussten wir einfach besser abschneiden als der Markt."
Es gibt noch mehr Fonds, die sich in schwierigen Börsenzeiten bewährt haben. Der American Century Equity Income konnte im letzten Jahr 23 Prozent zulegen, während der Longleaf Partners Small-Cap Fund 24 Prozent gewonnen hat. American Century erwirbt vor allem Stamm- und Vorzugsaktien mit hoher Dividendenrendite, während Longleaf sich auf kleine und mittlere Unternehmen spezialisiert hat. Beide werden mit der besten Bärennote bewertet. In den letzten fünf Jahren haben Clipper, American Century und Longleaf Small-Cap einen Wertzuwachs von jeweils 19, 15 und 16 Prozent erzielt.
Die Fonds mit den besten Bärennoten verfolgen meist eine konservative Anlagestrategie und investieren in ,Substanzwerte". Morningstar definiert diese als Unternehmen mit einem unterdurchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis. Fonds, sowohl in preiswerte ,Substanzwertaktien" als auch in teure ,Wachstumsaktien" investieren, kommen ebenfalls gut weg. 28 Prozent der Fonds, die vor einem Jahr Bestnoten erzielten, investierten in Wachstums- und Substanzwertaktien kleiner Unternehmen. Fonds, die in kleine bzw. große Unternehmen mit Substanzwert investierten, machten jeweils 19 Prozent aus. Schlechte Noten erhielten vor allem Wachstumsfonds, von denen 41 Prozent in kleine Unternehmen und 25 Prozent in große Unternehmen investieren.
Manchmal schneide ein gut benoteter Fonds schlecht ab, weil die Sektoren, die sich in früheren Baissen gut gehalten hätten, bei zukünftigen Kurseinbrüchen auch nicht verschont blieben, erklärt Dziubinski. Goldaktien beispielsweise hätten bei früheren Baissen immer gut abgeschnitten, aber beim Kurseinbruch im Herbst 1998 seien sie ,ein Alptraum" gewesen, erinnert sie sich.
Auch die Titel, die ein Fonds im Portefeuille hält, können sich ändern. "Die Performance eines Fonds hängt von den Aktien ab, die er jetzt hält, nicht von denen, die er vor vier Jahren gehalten hat", warnt Dziubinski. Investoren sollten sich bei der Auswahl ihre Fonds daher nicht ausschließlich von der Bärenbewertung leiten lassen, empfiehlt sie. Ein Fonds mit einem Technologieanteil von 60 Prozent im Portfolio kann eine gute Bärennote haben, weil er in der Vergangenheit gut abgeschnitten hat, ,aber der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass er in einem Markt, in dem Aktien mit einem hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis abgestraft werden, schlechte Karten hat."