Die Deutschen sind die Ober-Pessimisten Europas


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calexa:

Die Deutschen sind die Ober-Pessimisten Europas

 
17.10.02 15:21
Die Bundesbürger sind die Ober-Pessimisten Europas. Die Zukunft, der Wandel - alles macht uns Angst. Ein durchaus rationaler Ausblick, wie das Ergebnis der rot-grünen Koalitionsverhandlungen zeigt.

"Die radikale Entscheidung ist meist die richtige. Die richtige Entscheidung ist meist die schwierigste. Und die schwierigste Entscheidung ist oft die unpopulärste. (...) Ich denke, man kann Politik auf einen Kampf zwischen Pessimismus und Hoffnung reduzieren. Denn Hoffnung bringt Veränderung."

Leider stammen diese Sätze nicht von einem deutschen Politiker. Tony Blair, der britische Premier, hat sie kürzlich seiner Labour Party zugerufen. Gerhard Schröder könnte von Freund Tony lernen. Wenn sich in Deutschland substanziell etwas ändern soll, dann müssen die Bürger wieder darauf hoffen können, dass Wandel Besserung bringt.

Zehn Jahre ökonomischer Niedergang haben sie dieser Hoffnung beraubt. Nur ein Fünftel der Befragten gibt regelmäßig bei den halbjährlichen "Eurobarometer"-Umfragen an, sie erwarteten, dass es ihnen in fünf Jahren besser gehe. Nirgends sonst in der EU sind die Bürger derart pessimistisch.

Reformen - nicht durchsetzbar

So wird der Niedergang zur selbsterfüllenden Prophezeiung: Wer nicht mit Verbesserungen rechnet, hält ängstlich an dem fest, was er hat. Wachstumsfördernde Reformen - nicht durchsetzbar.

Nun kann man Gerhard Schröder nicht vorwerfen, er sei ein Miesepeter. Als Gute-Laune-Kanzler ist er vor vier Jahren an- und bei "Wetten, dass..?" aufgetreten; im Wahlkampf hat er die angeblichen Miesmacher und Schlechtreder angeprangert. Nein, Schröder hat sich alle Mühe gegeben, die Stimmung zu heben. Aber wo sind die Reformen, die solchen Optimismus rechtfertigten?

Dies ist der Hauptgrund für den deutschen Pessimismus: Die Glaubwürdigkeit der Politik ist weitgehend aufgezehrt. Zu viele leere Versprechen haben Gerhard Schröder und sein Vorgänger Helmut Kohl gemacht. Die Sozialabgaben senken und die Arbeitslosigkeit abbauen, die Steuern vereinfachen und "blühende Landschaften" im Osten, solide Staatsfinanzen und Euro-kompatible Wirtschaftspolitik - gekommen ist es stets anders, nie besser.

So long,
Calexa
www.investorweb.de
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calexa:

Teil 2

 
17.10.02 15:22
In seiner zweiten Amtszeit hätte Schröder jetzt die Chance, ein Stück Glaubwürdigkeit zurückzugewinnen. Mehr als ein Unions-Regierungschef es gegen eine SPD-Gewerkschafts-Opposition könnte, wäre der sozialdemokratische Medienkanzler in der Lage, wirklich etwas zu bewegen. Über Lagergrenzen hinweg könnte er breiten Bevölkerungsmehrheiten die Hoffnung vermitteln, dass ein Zurückstutzen des Sozialstaats ihr Leben zum Besseren wenden kann. Vorbilder gibt es in unseren Nachbarländern genug (siehe: "Was die neue Regierung ändern muss").

Bürger und Wirtschaft brauchen endlich Gewissheit. Wer spart und wer investiert, wer sich aus- und weiterbildet, trifft Entscheidungen für lange Zeiträume. Er braucht größtmögliche Sicherheit über die künftigen Rahmendaten, über Steuern, Abgaben und staatliche Leistungen. Gewissheit? In Deutschland steht alles zur Disposition.

... und Deutschlands Tragik

Renten- und Krankenversicherung droht der Kollaps. Finanzierungslöcher werden durch immer höhere Beiträge gestopft und, falls das nicht reicht, durch höhere "Öko"-, Mehrwert- oder sonstige Steuern.

Wer erfolgreich selbst vorsorgt - wozu Schröders Regierung die Bürger aufgefordert hat ("Riester-Rente") -, wird mit "Spekulations"- und Vermögensteuer bedroht. Die heraufziehenden Megaprobleme einer alternden Bevölkerung? Kein Thema. Die Herausforderungen der EU-Osterweiterung? Nicht erkannt.

Der Mangel an Hoffnung, den die Umfragen zeigen, fußt auf rationalen Erwartungen. Im "Kampf zwischen Pessimismus und Hoffnung" gibt es nur eine Waffe: Glaubwürdigkeit. Dass Schröder dies nicht begreift, darin liegt seine - und Deutschlands - Tragik.
(Quelle: www.manager-magazin.de)

So long,
Calexa
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Stox Dude:

Pessimismus ist den Deutschen in die Wiege

 
17.10.02 15:23
gelegt worden, jedenfalls den meisten.
Den Deutschen kann man "nichts" recht machen, an allem haben sie
was auszusetzen !
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calexa:

Schröder hat begriffen, er ist ja schließlich

 
17.10.02 15:28
nicht blind. Aber unfähig in der Umsetzung, weil er auf zu viele Gruppierungen achten muß.....

So long,
Calexa
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Ding:

Und wie war das mit BASTA ? o.T.

 
17.10.02 15:33
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mod:

calexa,

 
17.10.02 15:35
früher hiess es immer:
Helmut Schmidt ist nur der falschen Partei.
Analog.

Viele Grüsse
m.
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Ding:

Wer als Politiker

 
17.10.02 15:37
den Arbeitslosen den (teilweise) notwendigen Tritt in den Hintern gibt
muß sich auch darum kümmern, daß sie irgendwohin (auf einen
Arbeitsplatz) fallen können.
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calexa:

Lohnnebenkosten senken

 
17.10.02 15:42
dann rentiert sich in Deutschland wieder einfache Arbeit für nicht so hoch Qualifizierte. Und dann die soziale Sicherung absenken.

So long,
Calexa
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mod:

Aber, aber, es gibt (@Ding u. calexa)

 
17.10.02 15:47
teilweise überhaupt keine Arbeit für
(dh. der Markt will sie nicht)

- Behinderte,
- Frauen,
- ältere Arbeitnehmer,
- Langzeitarbeitslose,
- mangels Intelligenz Unqualifizierte,
- ältere Arbeitnehmer (ab ca. 45) usw.

- im Osten usw.

Macht Ihr Euch Euer Urteil nicht zu einfach?
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MaMoe:

Der Witz: mit dem Wahlspruch der Roten: Wer

 
17.10.02 15:48
CDU-wählt, wählt die Leute von gestern ...

Schröder ist mit 58 Jahren einer der Jüngsten im Kabinett ... Schily; Stolpe; Struck; ... zurück in die Steinzeit ...

Volksverarsche auf Rot-Grün ... aber da kommen ja gleich die ehernen Diskussionsbeiträge der Roten: "aber die Alten haben doch Erfahrung ..."

Schade, dass man sich dauernd widerspricht ...

Aber vielleicht raffts ja den einen oder anderen innerhalb der 4 Jahr dahin ... alt genüg wären die meisten dafür ja ... hoffe, der Bundestag hat einen Kühlraum ...
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