Die Bundesbürger sind die Ober-Pessimisten Europas. Die Zukunft, der Wandel - alles macht uns Angst. Ein durchaus rationaler Ausblick, wie das Ergebnis der rot-grünen Koalitionsverhandlungen zeigt.
"Die radikale Entscheidung ist meist die richtige. Die richtige Entscheidung ist meist die schwierigste. Und die schwierigste Entscheidung ist oft die unpopulärste. (...) Ich denke, man kann Politik auf einen Kampf zwischen Pessimismus und Hoffnung reduzieren. Denn Hoffnung bringt Veränderung."
Leider stammen diese Sätze nicht von einem deutschen Politiker. Tony Blair, der britische Premier, hat sie kürzlich seiner Labour Party zugerufen. Gerhard Schröder könnte von Freund Tony lernen. Wenn sich in Deutschland substanziell etwas ändern soll, dann müssen die Bürger wieder darauf hoffen können, dass Wandel Besserung bringt.
Zehn Jahre ökonomischer Niedergang haben sie dieser Hoffnung beraubt. Nur ein Fünftel der Befragten gibt regelmäßig bei den halbjährlichen "Eurobarometer"-Umfragen an, sie erwarteten, dass es ihnen in fünf Jahren besser gehe. Nirgends sonst in der EU sind die Bürger derart pessimistisch.
Reformen - nicht durchsetzbar
So wird der Niedergang zur selbsterfüllenden Prophezeiung: Wer nicht mit Verbesserungen rechnet, hält ängstlich an dem fest, was er hat. Wachstumsfördernde Reformen - nicht durchsetzbar.
Nun kann man Gerhard Schröder nicht vorwerfen, er sei ein Miesepeter. Als Gute-Laune-Kanzler ist er vor vier Jahren an- und bei "Wetten, dass..?" aufgetreten; im Wahlkampf hat er die angeblichen Miesmacher und Schlechtreder angeprangert. Nein, Schröder hat sich alle Mühe gegeben, die Stimmung zu heben. Aber wo sind die Reformen, die solchen Optimismus rechtfertigten?
Dies ist der Hauptgrund für den deutschen Pessimismus: Die Glaubwürdigkeit der Politik ist weitgehend aufgezehrt. Zu viele leere Versprechen haben Gerhard Schröder und sein Vorgänger Helmut Kohl gemacht. Die Sozialabgaben senken und die Arbeitslosigkeit abbauen, die Steuern vereinfachen und "blühende Landschaften" im Osten, solide Staatsfinanzen und Euro-kompatible Wirtschaftspolitik - gekommen ist es stets anders, nie besser.
So long,
Calexa
www.investorweb.de
"Die radikale Entscheidung ist meist die richtige. Die richtige Entscheidung ist meist die schwierigste. Und die schwierigste Entscheidung ist oft die unpopulärste. (...) Ich denke, man kann Politik auf einen Kampf zwischen Pessimismus und Hoffnung reduzieren. Denn Hoffnung bringt Veränderung."
Leider stammen diese Sätze nicht von einem deutschen Politiker. Tony Blair, der britische Premier, hat sie kürzlich seiner Labour Party zugerufen. Gerhard Schröder könnte von Freund Tony lernen. Wenn sich in Deutschland substanziell etwas ändern soll, dann müssen die Bürger wieder darauf hoffen können, dass Wandel Besserung bringt.
Zehn Jahre ökonomischer Niedergang haben sie dieser Hoffnung beraubt. Nur ein Fünftel der Befragten gibt regelmäßig bei den halbjährlichen "Eurobarometer"-Umfragen an, sie erwarteten, dass es ihnen in fünf Jahren besser gehe. Nirgends sonst in der EU sind die Bürger derart pessimistisch.
Reformen - nicht durchsetzbar
So wird der Niedergang zur selbsterfüllenden Prophezeiung: Wer nicht mit Verbesserungen rechnet, hält ängstlich an dem fest, was er hat. Wachstumsfördernde Reformen - nicht durchsetzbar.
Nun kann man Gerhard Schröder nicht vorwerfen, er sei ein Miesepeter. Als Gute-Laune-Kanzler ist er vor vier Jahren an- und bei "Wetten, dass..?" aufgetreten; im Wahlkampf hat er die angeblichen Miesmacher und Schlechtreder angeprangert. Nein, Schröder hat sich alle Mühe gegeben, die Stimmung zu heben. Aber wo sind die Reformen, die solchen Optimismus rechtfertigten?
Dies ist der Hauptgrund für den deutschen Pessimismus: Die Glaubwürdigkeit der Politik ist weitgehend aufgezehrt. Zu viele leere Versprechen haben Gerhard Schröder und sein Vorgänger Helmut Kohl gemacht. Die Sozialabgaben senken und die Arbeitslosigkeit abbauen, die Steuern vereinfachen und "blühende Landschaften" im Osten, solide Staatsfinanzen und Euro-kompatible Wirtschaftspolitik - gekommen ist es stets anders, nie besser.
So long,
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