Deutsche Analysten geben die besten Tipps


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EinsamerSam.:

Deutsche Analysten geben die besten Tipps

 
21.10.05 08:59
Exklusiv-Studie: M.M. Warburg und DZ Bank bei Dax-Werten am treffsichersten

Deutsche Analysten geben die besten Tipps

Die Nähe zum heimischen Markt schlägt sich in den Prognosen der deutschen Analysten positiv wider. Kein ausländisches Investmenthaus kommt bei der Treffergenauigkeit mit. Besonders gut schneidet eine Genossenschaftsbank ab.

FRANKFURT. In den Ranglisten der besten Broker für deutsche Aktien, ermittelt vom US-Researchunternehmen Starmine, findet sich in allen Kategorien jeweils auf dem ersten Platz ein deutsches Institut. Das Ranking liegt dem Handelsblatt exklusiv vor. Bei den besten Aktienempfehlungen für Werte aus dem Deutschen Aktienindex liegen die Analysten von M. M. Warburg vorn. Hinter SG Securities folgt bereits auf Platz drei mit Oppenheim Research die nächste deutsche Bank.

Die genauesten Schätzungen der Gewinne je Aktie der Dax-Unternehmen haben die Researchexperten von der DZ Bank abgegeben. Etwas weniger treffsicher sind die Analysten von der Landesbank Baden-Württemberg. Erst auf dem dritten Platz erscheint mit der UBS die erste ausländische Bank.

Für das Starmine-Ranking analysiert das Researchhaus für einzelne Investmenthäuser zum einen die Qualität ihrer Aktienempfehlungen für Titel aus Dax, MDax, SDax und TecDax, zum anderen ihrer Gewinnschätzungen in den vergangenen zwölf Monaten.

Tabelle: Broker mit den besten Gewinnprognosen

Tabelle: Broker mit den besten Kaufempfehlungen

Im Vergleich zum ersten Starmine-Ranking vor einem Jahr haben sich deutsche Broker unter den Top Ten weiter nach vorn geschoben. „Die Qualität des deutschen Researchs hat sich deutlich verbessert“, sagte Stuart McLean von Starmine. Zur Ermittlung der Ranglisten hat das US-Researchunternehmen die Güte der Aktienempfehlungen und Gewinnschätzungen für Werte aus Dax, MDax, SDax und TecDax in den vergangenen zwölf Monaten untersucht.

„Interessant ist das bessere Abschneiden deutscher Häuser in diesem Jahr vor allem bei Dax-Werten“, sagt McLean. Denn beim deutschen Leitindex gebe es eine im Vergleich zu anderen Ländern starke Präsenz globaler Broker. „Die internationalen Häuser beobachten über die Ländergrenzen hinweg die Firmen mit hoher Marktkapitalisierung“, sagt er. „Die mittelgroßen und kleineren Firmen aus MDax, SDax und TecDax schauen sich die lokalen Banken intensiver an.“ Doch eine Vorliebe internationaler Banken scheint es für den TecDax zu geben; unter den Top Ten der besten Broker finden sich hier vergleichsweise viele ausländische Adressen.

Auffällig ist auch das insgesamt gute Abschneiden der DZ Bank. Sie hatte nicht nur bei den Gewinnschätzungen der Dax-Werte die höchste Treffgenauigkeit. Sie lieferte auch die besten Aktienempfehlungen für MDax- und SDax-Werte. Die genauesten Gewinnschätzungen lieferten die Hypo-Vereinsbank (HVB) für MDax-Titel und Oppenheim für Dividendenwerte aus dem SDax. Bei den Technologie-Aktien des TecDax wiesen die Analysten des Bankhauses Metzler die besten Aktien-Tipps vor. Die Experten von Equinet trafen in dem Segment die realistischsten Gewinnschätzungen.

Die ersten Ränge liegen bei den Indizes für Mid- und Small-Caps fest in der Hand deutscher Häuser. Bereits vor einem Jahr, als Starmine diese Hitliste der besten Broker für deutsche Aktien erstmals ermittelte, belegten deutsche Banken die vordersten Plätze. Für die besten Aktienempfehlungen für MDax-Werte zeichnete Starmine 2004 die Bayerische Landesbank aus, für die treffsichersten Gewinnschätzungen die DZ Bank.

Vergleicht man die Platzierungen mit denjenigen des Vorjahrs, so gibt es relativ viel Bewegung in der Kategorie Aktienempfehlungen und etwas mehr Stabilität bei den Gewinnschätzungen. „Die Aktientipps hängen überwiegend von Faktoren des Marktes und des Sektors ab“, begründet McLean die Schwankungen. „Gute Gewinnschätzungen stehen und fallen hingegen mit dem Researchsystem einer Bank.“ Die Kunst der Empfehlung sei es, auf Basis von Fundamentaldaten Diskrepanzen zur Marktbewertung zu finden, sagt Sven Dopke, Leiter Aktienresearch bei M.M. Warburg. Aus seinem Haus gab es die besten Dax-Aktientipps.

Die Qualität der Analysen hat offenbar etwas mit Konzentration und Kontinuität zu tun. Zumindest begründen die Chefs des Aktienresearchs der besten Häuser über alle Indizes hinweg damit ihr Abschneiden. „Wir fokussieren uns als Deutschland-Spezialist. Unsere Analysten stellen aber ihre Sektoren mindestens in einen europaweiten Zusammenhang“, sagt Lothar Weniger, Leiter Aktienresearch bei der DZ Bank. Die DZ-Analysten zählen bei Starmine in sieben der acht Kategorien zu den Top Ten. „Seit 1998 haben wir dieses Konzept aufgebaut“, sagt er. Interessant ist, dass die DZ Bank ihr Research nicht, wie viele andere Broker, veröffentlicht. Die Bank erstellt es für ihre Verbundpartner, die Volks- und Raiffeisenbanken, die dafür zahlen.

Zum Erfolgsrezept der Aktienanalysten der HVB zählt ebenfalls die Konzentration auf Deutschland. „Seit Anfang 2003 setzen wir wieder voll auf unsere Stärke, Deutschland, und haben unseren Europa-Fokus aufgegeben“, sagt Georg Stürzer, Leiter Aktienresearch bei der HVB. Eine Folge dieser Fokussierung sei der gute, enge Kontakt der Aktienanalysten zu den Unternehmen im Land, nennt Stürzer eine weitere Voraussetzung für erfolgreiches Research. Förderlich dafür sei außerdem die Stabilität im Team und der Mix aus erfahrenen und jungen Kollegen. Die HVB gehört wie Oppenheim in sechs Kategorien zu den besten Brokern für deutsche Aktien.

Quelle: HANDELSBLATT, Freitag, 21. Oktober 2005, 07:57 Uhr

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