Es ist sogar vernünftig, so zu agieren, weil dadurch der Zusammenbruch des Systems verhindert wird, weil die finanziellen Lasten auf die Mittäter in allen Ländern verteilt werden und weil dadurch die Vermögenswerte international einigermassen "verursachergerecht" abgewertet werden. Leider zahlen aber am Ende -wie immer- die Falschen die Rechnung, nämlich die Bürger-und Bürgerinnen über direkte Vermögensverluste, Entschuldung aus dem Steuersäckel (die unverschämteste Äusserung der letzten Wochen kam ausgerechnet von der ehemaligen SPD-Politikerin Ingrid Mathäus-Meyer, dass kein Bürger durch die IKB-Krise direkt oder indirekt belastet würde!) und vor allem INFLATION. Die hohen Inflationsraten, die wir sicher am Ende sehen werden, sind das am wenigsten auffällige Mittel, der Wertanpassung überzogener Vermögenstitel; vulgo "Blasen" genannt.
Wenn man gehässig sein wollte, könnte man sagen: Der alte Marx hat doch recht. Der Kapitalismus wankt von einer Krise zur nächsten und die Ausbeutung der Massen erfolgt hier auf besonders subtile Weise. "Masse" ist hier übrigens definiert als 99 % der Bevölkerung, weil die restlichen 1% in der Regel Profiteure des Systems sind, dessen Zusammenbruch mit allen Mitteln verhindert werden soll. Dazu gehört auch das allabendliche Hochkaufen der Indizes.
Glaube jetz keiner ich sei Marxist. (Also, spart euch bitte alle Argumente wie, ach, das ist doch immer noch das beste aller schelchtesten Systeme...)Ja, aber darum geht`s nicht. Ich finde, man muss genau wissen, mit was und mit wem man es zu tun hat, wenn man als EINZELNER dem System ein Schnippchen schlagen will. Und deshalb stimmt es was uns die NEWS täglich suggerieren und das wir nach einer schlaflosen Nacht kaum mehr glauben wollen: ACHTUNG möglicher Systemzusammenbruch!
Wie die Jungs von der Großkapitalfraktion das allerdings bisher managen: Alle Achtung! Sie haben ihre Hilfstruppen von Heli-Ben über George Dabbelju bis zum Kassenbeamten Steinbrück auf eine Linie gebracht. Sie alle helfen mit den grossen Schlamassel zu verhindern, den die 1 % in ihrer unermesslichen Gier angerichtet haben.
Aber - und damit bin ich wieder beim Tagesgeshäft - es ist noch nicht vollends auszuschliessen, dass die Rettung durch einige Tricks wie Zeitgewinn, Lastenverteilung auf viele Schultern, Fluten des Systems mit Geld, Zinsen runter und Inflationierung gelingt. Und deshalb kann man auch keine Kurs-Prognosen über den Tag hinaus machen, sondern muss auf Sicht fahren.
Wie Stöffen (?) hier vor wenigen Tagen geschrieben hat: Es gibt 2 Szenarien: 1. Es scheppert gewaltig. Das heisst schneller Abbau der Werte-Illussion durch Crash; oder 2. Zinsen runter, Renditen im Eimer, Inflationierung und dadurch Werteanpassung.
Aber welches Stück am Ende gespielt wird ist noch (lange) nicht raus!

