Wirtschaftsräume in der EU, so hat das nichts mit deutscher Kleinstaaterei zu tun. So sind z.B. die BeNeLux einer unserer wichtigster Wirtschaftspartner, wichtiger und mit größeren Handelsströmen als mit Frankreich oder den USA. Daran ist die Bundesrepublik aber nicht gleichgewichtig beteiligt. Hauptsächlich betrifft es NRW, RP und Saar. Gewachsen sind diese Beziehungen schon sehr früh (Deutscher Zollverein, ...) und haben sich seit dem 2. Weltkrieg stark verdichtet. Heute sind diese Nachbarn für diese Bundesländer wirtschaftlich wichtiger als die neuen Bundesländer.
Im Alpenraum (Alpe-Adria) gab es eine ähnliche Entwicklung. Bayern, Österreich, Norditalien und inzwischen auch Slowenien sind stark verwoben. Für Bayern ist dieser Raum wesentlich wichtiger als z.B. Sachsen, Brandenburg, ... . Und dann gibt es noch etliche zusätzliche Beispiele.
Das alles spricht nicht gegen die neuen Bundesländer. Die Fakten der Geschichte haben eben diese Entwicklung gefördert. Die alte Bundesrepublik hat eben zwangsweise stark nach Westen und Süden geblickt, im Osten gab es den dichten Vorhang. Und es gibt nichts mühsameres und teures als längerfristig gewachsene Strukturen zu ändern. Die angesprochenen Staaten haben zum Teil wieder ähnliche Beziehungen zu anderen Staaten. Europa ist eben keine Illusion sonder eine Tatsache. Und einer der hingeht und dieses stark schädigt (z.B. Austritt der Bundesrepublik) hat sich isoliert. Wäre nicht das erste mal in unserer Geschichte. Da geht es dann nicht mehr um popelige Ausgleichszahlungen bei denen die Bundesrepublik bei den Nettozahlern (je Kopf) im unteren Drittel liegt.
Die Welt ist eben etwas komplizierter als sie manchem Monetaristen erscheint. Viele sind dabei geistig überfordert und plappern fleißig die angelsächsische Propaganda nach.
Das alles bedeutet nicht, dass wir auf alle Wünsche eingehen sollen und unmögliche Haftungen übernehmen sollten. Wir müssen uns eben zusammen raufen, im wirklichen Sinne des Wortes. Ist in den besten Familien so. Und dabei liegt der Lösungsansatz auch nicht bei einer Notenbank oder irgendwelchen Finanzkonstrukten, die primär dazu dienen sollen die aufgeblähte Finanzwirtschaft zu erhalten. Es sind Taten der Politik notwendig, sowohl was die Regulierung und Reduzierung der Finanzbranche und der Organisation einer Bankenunion und einer Fiskalunion angeht. Dabei ist nicht primär der Grad der Integration wichtig sondern Organisationsstrukturen die funktionieren können.