Arbeiten die Deutschen zu wenig? Drei Viertel sagen Nein
BERLIN (dpa-AFX) - Drei Viertel der Deutschen halten einer Umfrage zufolge Vorwürfe, die Beschäftigten arbeiteten hierzulande zu wenig, für nicht gerechtfertigt. Im neuen ZDF-"Politbarometer" meinten nur 20 Prozent, der Vorwurf treffe zu, 75 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Wenn es jedoch um die Ankurbelung der Wirtschaft geht, sehen es 48 Prozent der Befragten als sehr wichtig oder wichtig an, dass in Deutschland insgesamt mehr gearbeitet wird, 49 Prozent halten das für weniger oder gar nicht wichtig.
Den Zustand der Sozialversicherungen bewertet ein Großteil der Bürger kritisch. Für nur 9 Prozent ist da im Großen und Ganzen alles in Ordnung, für 57 Prozent gibt es hier größere Probleme und für 31 Prozent stehen die Sozialversicherungen kurz vor dem Zusammenbruch. Die Lösung der Finanzierungsprobleme bei diesen Versicherungen sieht eine Mehrheit von 58 Prozent hauptsächlich im Einsatz von mehr Steuergeldern. 15 Prozent ziehen Leistungskürzungen vor, 6 Prozent der Befragten sehen Beitragserhöhungen als primäre Lösung.
Die schwarz-rote Bundesregierung hat Reformkommissionen für die Renten-, Gesundheits- und Pflegeversicherung eingesetzt. Die Bürger haben allerdings Zweifel an der Lösungskompetenz der Regierung. Nur 25 Prozent gehen davon aus, dass Schwarz-Rot einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme bei den Sozialversicherungen leisten wird, 73 Prozent zweifeln daran.
Für das ZDF-"Politbarometer" befragte die Mannheimer Forschungsgruppe vom 3. bis 5. Februar 1.289 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte telefonisch und online. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland./shy/DP/stk
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