Ich denke, dass man die Bereitwilligkeit der Banken zur Kreditvergabe nicht so pauschal betrachten sollte. Unabhängig davon, ob es sich um ältere Rentner oder jüngere Arbeitnehmer oder auch jüngere Arbeitslose handelt, geht es den Banken meiner Meinung nach nicht nach Alter, sondern ausschließlich allein darum, wie relativ groß die Wahrscheinlichkeit der Rückzahlung gegeben ist bzw. ob alternativ entsprechende Sicherheiten vorhanden sind. Das gilt ebenso für mittlere Jahrgänge.
So bin ich mir sicher, dass kein Rentner, egal, wie alt er ist, Schwierigkeiten bekommen könnte, einen Kredit aufzunehmen, wenn er der Bank im Gegenzug noch Sicherheiten in Form von beispielsweise Hypotheken oder Abtretungen von Lebensversicherungen, Bürgen etc. bieten könnte. Auch spielt natürlich die Höhe des Kredites bzw. der mtl. Raten darauf in der Relation zu seiner monatlichen Rente eine große Rolle.
Ebenso verhält es sich mit einem jungen arbeitslosen Menschen. Hat er eine gute Ausbildung, eine gute Chance, bald in Arbeit zu kommen? Hat er eine gute Perspektive, oder vielleicht vermögende Eltern, die ihm vielleicht schon eine Wohnung vorab überlassen haben oder noch überlassen könnten, oder wenigstens bürgen? Oder hat er gar nichts? Keine Ausbildung, keine vermögenden Eltern, keine besondere Perspektive? Dann bekommt er auch keinen Kredit. Obwohl er jung ist.
Selbst ein sehr junger Mensch, der zwar eine relativ gute Festanstellung innehat, aber noch keine Sicherheiten aufweisen kann, dürfte auch seine Schwierigkeiten bei einer Kreditaufnahme haben. Es kommt auch hier auf die Relation an: mtl. Kreditrate/mtl. Nettoeinkommen.
Und was die Diffamierung beim Autoverleih angeht, so wie es von Kicky angesprochen wurde, wird da natürlich auch zu stark pauschalisiert. Es gibt sicherlich Autofahrer, die auch mit 90 Jahren noch superfit und sicher durch den Straßenverkehr fahren, es gibt aber sicherlich auch sehr viele Autofahrer, die mit 75-80 Jahren den Straßenverkehr stark gefährden.
Das gibt es aber genau so bei sehr jungen Autofahrern. Diese haben wahrscheinlich auch Schwierigkeiten, wenn sie gerade erst seit vier Wochen ihren Führerschein haben, sich ein Auto zu leihen. Es gibt sicherlich 18-30- jährige, die sehr sicher und vorsichtig fahren, es gibt aber sicherlich auch sehr viele dieser Altersgruppe, die sich wie Rambos im Straßenverkehr aufführen - ob bewusst oder unbewusst. Das gilt natürlich auch für die Altersgruppe der
35-70-jährigen...
Das ist einfach insgesamt das Problem der "Verallgemeinerung". Auch wenn viele Ausnahmen immer wieder die Regel bestätigen: besonders junge und besonders alte Menschen werden besonders in Deutschland statistikmäßig und pauschal eben immer "besonders" behandelt. Und das leider meistens besonders abfällig. Man traut beiden Generationen nicht viel zu. Leider oft zu Unrecht. Aber manchmal trifft es eben auch zu. Und nach den Statistiken wahrscheinlich so häufig, dass sowohl Banken, Autoverleiher, Versicherer etc. sich in den meisten Fällen eher an dem puren Geburtsdatum orientieren statt an dem Menschen in seiner Gesamtheit. Das Schlimme ist auch, dass gerade Kleinkinder und sehr alte Menschen in unserer heutigen Gesellschaft fast auf eine Stufe gestellt werden. Beide bringen dem Sozialprodukt keinen "Gewinn", keine "Rendite". Um "beide" - um die Jüngsten und die Ältesten muss man sich aber "trotzdem" kümmern, sie hegen und pflegen. Und wie "danken" sie es? Sie krakeelen, meckern, machen Lärm und Arbeit und kosten außerdem noch Geld ohne Rendite - außer dass Kind wird Millionär und subventioniert die Eltern und die Oma und Opa haben noch was zu vererben... Ansonsten hat die "Gesellschaft" - wirtschaftlich gesehen- herzlich wenig von Kleinkindern und Rentnern aus ihrer Sicht, außer, dass sie dafür "zahlen" muss...(Kita, Bildung, Rente, Pflege etc.).
(Ich hoffe, dass es bei Euch so angekommen ist, wie ich es meine: Ich persönlich verabscheue diese Entwicklung zutiefst, nehme diese aber leider als ERKENNTNIS wahr, wie es in unserer heutigen Gesellschaft leider meistens abläuft...)
Das ist traurig, aber wahr. Jedenfalls hat das meiner Meinung nach grundsätzlich erst einmal nicht allzu viel mit dem "Alter" bzw. Geburtsdatum an sich zu tun, sondern eher damit, was "das Geburtsdatum" als Sicherheit zu hinterlegen hat, um einen Kredit zu erhalten oder auch um ein Auto geliehen zu bekommen. Grundsätzlich halten die sich alle erst einmal an ihre pauschalen Erkenntnisse, Statistiken etc. Aber durch "Reden" kann man manches manchmal noch relativieren und umkehren. Eben alles letztlich Betrachtungssache und relativ.
Denn Banken etc. betrachten ihre Geschäfte wahrscheinlich sehr nach der Relativitätstheorie. Und die ist eigentlich ganz einfach:
"Ein Haar in der Suppe ist relativ viel, ein Haar auf dem Kopf ist relativ wenig" ;-)
In diesem Sinne
Kosto