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Der USA Bären-Thread


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Kicky:

The NYT jumps the CDS shark

3
07.03.10 08:42
Felix Salmon zerpflückt die Rolle der CDS bei den Griechenlandproblemen und den Artikel von Gretchen Morgenson
blogs.reuters.com/felix-salmon/2010/03/07/...ps-the-cds-shark/

If Paul Krugman and others want the New York Times to be the paper of record, especially when it comes to matters economic, they’re going to have to do better than this:......
......As for the NYT’s idea of the “purpose” of a CDS, all I can say is that I have no idea whatsoever where they got that one from. At least on the CDS/Greece connection, you can see how various European politicians love to be able to blame Goldman Sachs rather than themselves for their woes. But this just makes no sense at all. What “complex debt securities”, exactly, can banks issue more easily if CDS reduce the risk to purchasers? Presumably we’re not talking about simple bonds and loans here, since they’re not complex at all. Is the idea that banks somehow help companies issue debt bundled with CDS insurance? I’ve seen a few monoline wraps in my time, but nothing like that.

In any case, by putting all this garbage on its Times Topics pages, the NYT has pretty much given up any hope of having the tiniest bit of credibility in the debate over CDS. The WSJ might be sensationalist, but I haven’t ever seen it go this bad.
und hier der fragliche Artikel der NYT

www.nytimes.com/2010/03/07/business/07gret.html?
NYT Gretchen Morgenson: AS more details surface about how derivatives helped Greece and perhaps other countries mask their debt loads, let’s not forget that the wonders of these complex products aren’t on display only overseas. Across our very own country, municipalities, school districts, sewer systems and other tax-exempt debt issuers are ensnared in the derivatives mess. Like the credit default swaps  that hid Greece’s obligations, the instruments weighing on our municipalities were brought to us by the creative minds of Wall Street. The rocket scientists crafting the products got backup from swap advisers, a group of conflicted promoters who consulted municipalities and other issuers. Both of these camps peddled swaps as a way for tax-exempt debt issuers to reduce their financing costs.

Now, however, the promised benefits of these swaps have mutated into enormous, and sometimes smothering, expenses. Making matters worse, issuers who want out of the arrangements — swap contracts typically run for 30 years — must pay up in order to escape.
That’s right. Issuers are essentially paying twice for flawed deals that bestowed great riches on the bankers and advisers who sold them. Taxpayers should be outraged, but to be angry you have to be informed — and few taxpayers may even know that the complicated arrangements exist. ......

der Artikel geht noch 2 Seiten weiter über die Probleme ,die den Städten wie New York und Jefferson County dadurch entstanden

.....WHAT is especially maddening to many in the municipal securities market is that issuers are now relying on the same investment banks that put them into swaps-embedded debt to restructure their obligations. According to those who travel this world, issuers are afraid to upset their relationships with their bankers and are not holding them accountable for placing them in these costly trades.

“We need transparency where Wall Street discloses not only the risks but also calculates the potential costs associated with those risks,” said Joseph Fichera, chief executive at Saber Partners, an advisory firm. “If you just ask issuers to disclose, even in a footnote, the maximum possible loss or gain from the swap they probably wouldn’t do it. And if they did that, then investors and taxpayers would know what the risks are, in plain English.”
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Kicky:

ups da waren es schon 4 Banken

5
07.03.10 08:46
www.huffingtonpost.com/2010/03/06/...ur-banks-ba_n_488449.html
Regulators on Friday shuttered banks in Florida, Illinois, Maryland and Utah, boosting to 26 the number of bank failures in the U.S. so far this year following the 140 brought down in 2009 by mounting loan defaults and the recession.The Federal Deposit Insurance Corp. took over Sun American Bank, based in Boca Raton, Fla., with $535.7 million in assets and $443.5 million in deposits. Also seized were Bank of Illinois of Normal, Ill., with $211.7 million in assets and $198.5 million in deposits; Waterfield Bank in Germantown, Md., with $155.6 million in assets and $156.4 million in deposits; and Centennial Bank in Ogden, Utah, with $215.2 million in assets and $205.1 million in deposits.........
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Malko07:

fkuebler (#58615), so weit ich die

9
07.03.10 09:42
Geschichte überblicke, stimmt die Aussage, dass eine Abwertung einfacher durchzuführen wäre als die Ausgaben zu kürzen und damit soziale Unruhen vermieden würden, nicht. Eine schleichende Abwertung einhergehend mit einer schleichenden Inflation wird akzeptiert. Die haben wir aber schon in der Eurozone. Dazu bedarf es keines Austrittes. In einer derartigen Lage befindet sich Griechenland aber nicht. Es müsste schon eine radikale Abwertung sein. In einem derartigen Abwertungsprozess könnten sie nur Fremdwährungsanleihen auflegen. Sogar wenn diese abgekauft würden, würde das das sichere Ende bedeuten. Auch fördert eine importierte Inflation die Preisentwicklung von einheimischen Produkten. Man tritt damit voll die Inflationsspirale los. Wesentlich kleiner als hier angesprochen hatten wir eine derartige Lage in den 70-ziger in Deutschland (Ölkrise). Das friedliche Deutschland erlebte im Zusammenhang mit dieser Inflation die größten Streiks in der Nachkriegsgeschichte. Es gab große Umverteilungskämpfe die der  RAF mit ihren Attentaten Zulauf beschert  hat.  

Es gibt in der Geschichte kein einziges Beispiel, bei der eine Griechenlands dann bevorstehende Inflation nicht mit massiven sozialen Unruhen abgegangen wäre. Das Gegenteil behaupten immer nur Monetaristen, die glauben über derartige Manipulationen alles steuern zu können. Würde man denen ernsthaft glauben, müssten auch die überschuldeten Bundesländer aus der Bundesrepublik und der Eurozone aussteigen. Das Endergebnis wären Mini-Wirtschaftsräume wie im Mittelalter. Die Abwertung löst nämlich kein einziges Problem. Es dämmt in Griechenland auch nicht die Korruption ein, eher das Gegenteil und führt auch nicht zu größerer Steuerehrlichkeit und funktionierenden staatlichen Strukturen. Es würde das Ende von Griechenland bedeuten. Sie haben nur noch eine Wahl: Den Gürtel enger schnallen, die Probleme angehen oder untergehen.
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fkuebler:

Lieber Malko #628, du bist heute wohl im ...

4
07.03.10 11:31

"so weit ich die Geschichte überblicke, stimmt die Aussage, dass eine Abwertung einfacher durchzuführen wäre als die Ausgaben zu kürzen und damit soziale Unruhen vermieden würden, nicht"

... Hochleistungs-Widerspruchs-Modus, aber am faulen Sonntag (nach dem ich ja erst noch so schrecklich lange auf die faulen Mo/Di/Mi/Do/Fr/Sa warten muss :-) werde ich nicht die Energie eines zähen Guerilla-Argumentations-Kriegs auf mich nehmen wollen. Deshalb nur ein Quickie:

"Eine schleichende Abwertung einhergehend mit einer schleichenden Inflation wird akzeptiert"

Genau davon hatte ich gesprochen. Die Griechen würden die mit der Drachme auch selbst adjustieren können bzw. sie würde sich selbst adjustieren. Und es würde nicht so sehr inländisch identifizierbare "Schuldige" geben, so dass ein relativer (mehr ist bei auf's Hirn knallender Sonne sowieso nicht drin :-) Friede erhalten bleiben könnte.

"Die haben wir aber schon in der Eurozone. Dazu bedarf es keines Austrittes"

Das ist einfach rabulistischer Quatsch. Der Unterschied zwischen der Eurozone und Griechenland ist gross.

In Summe: Eine höhere Abwertung und Inflation führen zu automatischen realen Ausgabenkürzungen, erleichtern politisch also einen solchen Kurs.

"Die Abwertung löst nämlich kein einziges Problem. Es dämmt in Griechenland auch nicht die Korruption ein, eher das Gegenteil und führt auch nicht zu größerer Steuerehrlichkeit und funktionierenden staatlichen Strukturen. Es würde das Ende von Griechenland bedeuten. Sie haben nur noch eine Wahl: Den Gürtel enger schnallen, die Probleme angehen oder untergehen"

All das ist richtig, bis auf eines: kontinuierliche Abwertung vermindert (nicht: verhindert) die zerstörerische Nullsummenkampf-Energie nach innen.

Dass es Griechenland sowieso dreckig geht, egal auf welchem Kurs, das liegt einfach daran, dass sie von einem künstlich hohen Wohlstandsniveau fast schlagartig herunterfallen werden, egal was sie machen.

Antworten
Anti Lemming:

Bafin zur Aktienrallye

5
07.03.10 11:34
Hamburg - Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat nach SPIEGEL-Informationen deutliche Hinweise darauf, dass Spekulanten in jüngster Zeit verstärkt auf Aktienanstiege wetten. Im Februar hielten Anleger aller Art, von Banken über Hedgefonds bis zu Zentralbanken, Aktien-Futures im Wert von 443 Milliarden Dollar, neunmal so viel wie noch ein Jahr zuvor im März 2009, heißt es in einer Expertise der BaFin für das Bundesfinanzministerium.

Um die Spekulation künftig einzudämmen, schlagen die BaFin-Experten eine europaweite zentrale Meldestelle für die umstrittenen Finanzinstrumente vor. So könnten die Behörden sofort erkennen, wo sich durch Spekulation eine Blasengefahr zusammenbraut. Ein generelles Verbot für Future- und sonstige Derivategeschäften lehnen die Bankenaufseher aber als "nicht zielführend" ab. Unterdessen mehren sich in der Finanzwirtschaft und in der Politik Stimmen, die für die Einrichtung eines Europäischen Währungsfonds plädieren, um notleidenden Bären zu helfen.

www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,682136,00.html
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fkuebler:

AL #630: Uff, die gröbsten Idiotien brauchen wir..

2
07.03.10 11:40

"Ein generelles Verbot für Future- und sonstige Derivategeschäften lehnen die Bankenaufseher aber als 'nicht zielführend' ab"

... wir dann anscheinend erstmal doch nicht zu fürchten ;-)

Antworten
fkuebler:

AL #630: Freud oder Witz? ;-)

5
07.03.10 12:09

"die für die Einrichtung eines Europäischen Währungsfonds plädieren, um notleidenden Bären zu helfen"

Als erfahrener Analytiker tippe ich mal auf Witz ;-)

Antworten
skunk.works:

..über den Zaun: Elektroautos + Staatshilfen

4
07.03.10 12:43

Sollte das nicht auch in D kommen oder werden doch die Steuern erhöht....?

Entschieden und 1 Monat später geht's los.......China wird grün. Kein krieg Geld für Schrott Autos und neuen Schrott kaufen, sondern....

 

Subsidy plan for private electronic cars to be released  

The details of a plan to subsidize private purchases of electronic motor cars will be released after the "two conferences," Miao Wei, vice-minister of Industry and Information Technology and deputy to the National People's Congress disclosed on Saturday, the Beijing Youth Daily reported.

In the near future, Beijing residents will have the chance to purchase electronic cars for private use and receive subsidies of up to 50,000 to 60,000 yuan ($7,324.29 to 8,789.15), provided by central and local governments, the report said.  

The subsidy plan is likely to be released within this month and five cities will be chosen as pilot cities for the trial program, Miao said.  According to the report, the aim of the subsidy plan is to build an energy-efficient and low-emissions society

Antworten
Anti Lemming:

Böse Vermutung zu den CDS-Wetten auf die Griechen

12
07.03.10 13:05
"What “complex debt securities”, exactly, can banks issue more easily if CDS reduce the risk to purchasers? "

Kohl hat den Euro eingeführt, damit die deutsche Industrie hemmunglos gen Süden expandieren kann. Der Euro beseitigte störende Währungs-Barrieren und versprach, unter den Argusaugen Brüssels hart zu werden wie einst die DM.

Die Südstaatler willigten begeistert ein. Eine Hartwährung hatten sie sich schon immer gewünscht.

Leider jedoch gaben ihre schwächlichen, ineffizienten Wirtschaftsstrukturen eine Eins-zu-Eins-Anbindung an den Euro im Grunde nicht her. Das schien aber kein Problem, denn es gibt ja Kredite. Wenn die Südstaaten auf Kredit expandieren, könnte/sollte/würde sich solides Wachstum und Stabilität schon von allein einstellen, irgendwie. Denn mit den Krediten werden ja größtenteils Investitionen getätigt, die Anschub bringen.

Um das Südstaatler-Geschäft in die Gänge zu bringen, liehen die reichen Nordstaatler den PIIGS-Habenichtsen folglich Geld. Das geschah auf sehr geschickte Weise, denn die Kredithilfen wurden als Kauf getarnt. Die Nordstaatler kauften nämlich die fließig von den Südstaatlern emittierten Staatsanleihen. Ein Währungsrisiko gab es ja nicht mehr, und die 3-%-Neuverschuldungs-Grenze und sonstige strenge Maastricht-Kriterien hielten die Südstaatler an der kurzen Leine.

Die Trick mit der 3-%-Grenze ist, dass sie sich auf das BIP bezieht. Das BIP der Südstaatler ist aber eine Variable. Es wuchs stark, weil auch Maschinen und Fertigungsanlagen auf Kredit gekauft wurden und einen Industrie- oder Bau-Boom (Spanien) auslösten. Je höher das BIP, desto mehr kann man auch mit der 3 %-Neuverschuldung "losmachen".  

Die deutsche Industrie freute sich über den damit losgetretenen Export-Boom. Er half, die inländische Nachfrageschwäche im Gefolge der 2000-2003-Krise (begleitet von Reallohn-Abbau) überzukompensieren.

Der Haken an der Sache: Die Südstaatler-Kredit-Arie ist ein verkapptes Schneeball-System. Denn ob die blühenden Wirtschaftsräume wirklich entstehen würden und in punkto Effizienz (Lohnstückkosten usw.) mit der deutschen Wirtschafteutschen mithalten könnten, stand in den Sternen.

Die Hauptkäufer der Südstaaten-Staatsanleihen waren die deutschen Banken. Sie "schufen" damit das Geld, mit denen die Südstaatler bei der deutschen Industrie einkaufen konnten. Banken sind jedoch (idealerweise) risikobewusst. Manch einer mag geahnt haben, dass etwa die griechische Schafskäse, Ouzo-, Oliven- und Korruptionswirtschaft wahrscheinlich niemals die Effizienz der deutschen erreichen wird. Zuvor hatte das bei den Griechen ja auch nie geklappt.

Daher war abzusehen, dass die Griechen irgendwann ein Problem mit dem Euro bekommen würden. Folglich begannen die deutschen Banken, ihre griechischen und sonstigen PIIGS-Staatsanleihen gegen Ausfall der Schuldner abzusichern. [Dies war im Grunde ein Eingeständnis, dass der Euro ein Fehlkonstruktion ist...]  Sie kauften dazu bei den einschlägigen Emittenten (GS und Co.) Credit default swaps (CDS) auf einen Ausfall der PIIGS-Staaten. Solange keine Probleme gemeldet wurden, waren diese Versicherungen auch noch recht billig.

Doch je mehr dunkle Gerüchte aus der Akropolis sickerten und sich wie ein Schleimteppich über Athen legten, desto größer wurden die Absicherungsinteressen. Mehr und mehr deutsche Banken kauften CDS - und die Spreads stiegen. Jetzt erst sind vermutlich Hedgefonds und Zocker auf den Trend aufgesprungen. Sie haben ja die Eigenschaften, Trends nicht zu erzeugen, sondern bestehende Trends bis zum Exzess weiterzureiten. Das ist viel einfacher und effektiver, als das Rad bzw. den Trend neu zu erfinden.

Für die deutschen Banken und Frau Merkel sind die Hedgefonds nun ein wohlfeiler Sündbock. Die Geschäfte mit den Griechen, wollen sie nun weismachen, waren "eigentlich in Ordnung" und solide, aber dann kamen die bösen GS-Buhmänner und haben die Böden aus den Retsina-Fässern rausgetreten.

Die Problemlösung  soll nun darin bestehen, die zockenden Hedgefonds "besser zu regulieren". Dies verkennt, dass Hedgefonds überhaupt erst dann einen Ansatzpunkt zum (Schad-)Zocken bekommen, wenn sich reale strukturelle Schieflagen offenbaren. Die HF setzen dann nur noch eins drauf und verstärken die ohnehin vorhandenen Tendenzen.

Dies nährt den Verdacht: War nicht vielleicht die gesamte Nord-/Süd-Konstruktion samt Euro-Einführung in besseren Bauernstaaten von Vornherein ein anfälliges Fehlkonzept - geschaffen von der expansiven Nord-Industrie und ihren politischen Lakaien? Entpuppt sich eine Währungsunion ohne wirksame politische Union nun als das, was es ist, nämlich als riskantes Wagnis, das in Krisenzeiten schnell ins Debakel führen kann? Und dies sogar ganz ohne Hedgefonds?

Solche ketzerischen Gedanken möchten Merkel und Co. sicherlich lieber nicht aufkommen sehen. Denn Kohls Euro-Konstruktion gilt ja als Jahrhundertwerk. Der Euro ermöglichte den lukrativen Süd-Kreditboom - in ganz ähnlicher Weise, wie in USA die Kreditverbriefungen den globalen Kreditboom auslösten. Und die Risiken konnte man ja - hüben wie drüben - mit Derivaten "wegversichern". Jedenfalls bis zur Sollbruchstelle....

Beides brachte eine vordergründig großartige Kredit-Sause, um aus dem Loch nach dem Platzen der Dot.com/Tech-Bubble herauszukommen.

Wachstum auf Kredit stößt jedoch irgendwann an seine Grenzen, wenn wirkliches organisches Wachstum ausbleibt. Geld löst nicht alle Probleme. Außerdem schuf der Kreditboom weltweiter Überkapazitäten, vor allem im Automobilbau.

Die  deutschen Lösungen für Griechenland - (verkappte) Kredite und/oder Kredit-Garantien, Anleihenkäufe der KfW usw. - sind von der Struktur her ähnlich fragwürdig wie die neue Staatskredit-Sause in Amerika. Alte Substanz-Probleme werden mit neuem Geld "zugeschissen".

Wozu Opel oder GM mit viel Staatsgeld retten, wenn die Firma auch ebensogut von der Bildfläche verschwinden könnte, weil es eh zu viele KFZ-Hersteller gibt? Wozu hüben wie drüben eine Abwrackprämie, um auf Kosten kommender Generationen unnötige Überkapazitäten künstlich am Laufen zu halten?

Die wirkliche Lösung kann nur darin bestehen, Luft abzulassen, kürzer zu treten und den kreditgetriebenen Überschwang der letzten 20 Jahre - die Billigzins-Sause - als historischen Fehler anzuerkennen. Nun gilt es, den Mut zu haben, Deflation zuzulassen. Das Mantra "ewigen Wachstums" war an seine Grenzen gestoßen und ließ sich auch "auf Kredit" und mit Billigzins-Gepumpe nicht künstlich über die Runden retten.

Das Schulden-Experiment ist gescheitert. Wird Zeit, dass realistische Politiker weltweit dies einzugestehen wagen.

.
Antworten
Malko07:

fkuebler, wir haben offensichtlich

10
07.03.10 13:25
unterschiedliche Meinungen über die Lage Griechenlands. Eine Abwertung im Bereich der angedachten Sparmaßnahmen (4% des BIP/Jahr) würde bei weitem nicht reichen. Eine Abwertung reagiert anders. Eine schleichende Abwertung wäre damit nicht möglich respektive auch nicht durchzustehen. Griechenland hätte nicht die Kraft (Geld) die Abwertung zu steuern. 30-50% im ersten Jahr, auf Druck der Märkte, wären normal. Würde die Eurozone den neuen Drachmen stützen, für die schon umlaufenden Anleihen (ca. 300 Milliarden) aufkommen und neue Anleihen garantieren, könnte es funktionieren. Eine teurere Lösung ist kaum vorstellbar. Da finde ich es schon besser die Griechen für den Schaden selbst aufkommen zu lassen und notfalls am langen Arm verhungern zu lassen. Dann kostet es uns nur 40 Milliarden. Die Exporte nach Griechenland werden eh stark zurück gehen, egal welche Methode man wählt auch wenn unsere Westerwelle den Griechen beim Erstbesuch neue Jagdflugzeuge aufquatschen wollte, natürlich gegen Kredit.
Antworten
Malko07:

A.L. (#58634), ich würde an deiner

13
07.03.10 13:42
Stelle mich nicht mehr über die Zockerbanken und ihre Hedgefonds aufregen welche die Aktien nach Norden treiben. Sie verstärken eh nur einen vorhandenen Trend. Oder sind G.S. und Konsorten nur "böse" wenn du nicht mit ihnen konform gehst?

Viele Derivate gehören reguliert und zum Teil verboten. Es ist ein Witz der Geschichte, dass das klassische Bankgeschäft stark reguliert ist und überwacht wird, andere Finanzgeschäfte in einem wesentlich größeren Volumen aber in dunklen Hinterzimmer laufen und wenn es dann wieder kracht der Steuerzahler dafür aufkommen muss. Es gibt keinen Grund z.B. Versicherungen auf Anleihen zuzulassen. Es gibt einen Grund die Finger vom Schrott zu halten. So haben wir momentan wieder die perverse Situation, dass Banken die griechische Staatsanleihen halten sie sich gegenseitig versichern. Über die Versicherungen wird das damit zusammenhängende Volumen stark aufgebläht und damit der Steuerzahler in Pflicht genommen im Falle eines Falles einzuspringen. Wären diese Versicherungen nicht, könnte man die griechischen Anleihen ruhig abrutschen lassen.
Antworten
Anti Lemming:

Das Problem der CDS

10
07.03.10 14:08
besteht darin, dass sie riskante Kreditgeschäfte (z. B. Kauf von Griechen-Staatsanleihen durch deutsche Banken) weniger riskant aussehen lassen, als sie ihn Wirklichkeit sind. Sie verleiten daher dazu, übermäßige Risiken einzugehen - immer darauf vertrauend, dass im Notfall ja die "CDS-Versicherung" greift.

Da der CDS-Markt nicht reguliert ist, kann jeder Hans und Franz als Stillhalter CDS verkaufen. Wirkliche Sicherheit bietet er damit jedoch nicht. Die meisten "Schreiber" von CDS würden im Versicherungsfall insolvent - wenn nicht sofort, dann spätestens, wenn die "Domino-Welle" einsetzt. Viele sind kleine Hedgefonds, die große Wetten eingehen und hoffen, dass nichts passiert.

AIG hatte das CDS-Schreiben in großem Umfang gewagt. Hätte die US-Regierung AIG nicht mit knapp 200 Mrd. Dollar ausgebailt, hätte sich der "CDS-Schutz", den die Goldmänner und DB-Zocker dort gekauft hatten, als wertlose Luftnummer entpuppt.

Der gefürchtete Derivate-Crash (wenn er denn jemals kommen sollte) droht dann, wenn den Derivate-Spielern in einer extremen Krisensituation (z. B. GB-Pleite...) klar wird, dass ihr CDS-Schutz wirkungslos ist.  Dann wird ihnen klar, dass sie in anderen Bereichen viel zu große und verantwortungslose Risiken eingegangen sind.



Zu Goldman (Malko): Ich finde eklig, dass GS und andere Hedgefonds jedwede Märkte nach Belieben und unkontrolliert  "aufmischen" -  egal ob sie Griechenland durch CDS-Käufe destablisieren oder Rohstoffe auf Kosten der gesamten Menschheit hochzocken. Ihr Aktiengezocke passt mir natürlich auch nicht, doch ich sehe die Chancen nicht schlecht, dass sie demnächst die von Dir schon lange angekündigte "Reise nach Jerusalem" antreten und sich dabei wechselseitig fertig machen. Man muss, wie Du immer so schön sagst, "Geduld haben".
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Anti Lemming:

Spinnt man diesen Gedanken fort

8
07.03.10 14:24
- den, dass CDS "gemeingefährlich" und tendenziell wirkungslos sind - , kann man aber auch zu dem Schluss (im Sinne von # 54634) kommen, dass die indirekte Kreditvergabe an die Eurozonen-Südstaaten durch massive Käufe von deren Staatsanleihen ein unvertretbar hohes Risiko darstellte. Die Banken glaubten irrtümlich, dieses Risiko durch CDS im Griff zu haben.

Ohne CDS hätte es schadenbegrenzende Risikoaversion gegeben. Die Griechen hätten dann gar nicht erst so viele Staatsanleihen an deutsche Banken verkaufen können. Durch das hohe Emissions-Volumen sind Griechen nun "too big to fail" - d.h. die CDS haben die Griechen "systemrelevant" gemacht. Man hätte sich sonst seelenruhig zur Drachme zurückkehren lassen können.

Hätten die Banken das Südstaaten-Schuldenrad nicht so weit drehen können, hätte man auch den Euro gar nicht erst einführen müssen. Für die Südstaaten war er von Vornherein eine Nummer zu groß.

Argentinien ist 2002 auch daran zerbrochen, dass der Peso eins zu eins an den US-Dollar gebunden war. 1987 löste die feste Anbindung der Tigerstaaten-Währungen (Thailand usw.) an den US-Dollar die Asienkrise aus.

Experimente mit Währungen können gewaltig nach hinten losgehen. Versicherungen dagegen sind "heiße Luft".
Antworten
Malko07:

Es gilt nicht den Absturz von

12
07.03.10 14:27
Preisen zu verhindern, aber es gilt eine sinnlose Volatilität zu verhindern welche das Leben der realen Wirtschaft fast unmöglich macht und das nur um einigen Zocker eine Freude zu bereiten.

Viele Spekulanten verdienen an der Bewegung, egal in welche Richtung. Sie würden nur Geld verlieren, wären die Bewegungen gering. Über Finanzkonstrukte sind sie mit riesigen Hebeln unterwegs und können alles bewegen. Es ist in der realen Welt nicht so, dass sich die Volkswirtschaften und die Leistungsbilanzen so schnell verändern wie die Währungen hin und herspringen. Auch die Nachfrage nach Rohstoffen variiert heute und in einem Jahr nicht andeutungsweise so heftig wie es uns die Preisveränderungen klar machen wollen. Diese virtuelle Finanzwelt zockt die gesamte reale Welt ab und macht jedwede Planung unmöglich. Bei jedem kleinsten Schritt kassieren sie eine Wegelagerungsgebühr. Blöd wer noch arbeitet. Siemens sollte alles veräußern und mit dem Geld nur noch spekulieren.

Eine Gesundung erleben wir nur wenn brutal mit dem gesamte Versicherungsunwesen aufgeräumt wird. Jede Firma und jeder Privatmensch sollte weitgehend die Risiken seines Handelns selber tragen. Die überflüssigen Großbanken gehören zerlegt/aufgelöst. Kreditvergabe an Spekulanten gehört verboten. Glücksspiel in Hinterzimmer ist schon jetzt verboten. Das sollte auch für sehr große Summen im Finanzcasino gelten.

Es ist ein Blödsinn zu glauben, diese Finanzindustrie würde wesentliches zum Bruttosozialprodukt beitragen. Ihre Umsätze und Gewinne gehen zwar ein aber keinem Menschen geht es schlechter wenn sich das bIP um diese Summe verringert. Weltweit würde es nur Gewinner geben, bis auf Großbritannien.
Antworten
Anti Lemming:

Korrektur

 
07.03.10 14:28
Die Tigerstaaten-Krise (bzw. Asienkrise) war 1997, nicht 1987.
Antworten
fkuebler:

Malko #636: Na das'is aber mal 'ne naive Frage :-o

4
07.03.10 14:28

"Oder sind G.S. und Konsorten nur "böse" wenn du nicht mit ihnen konform gehst?"

Jo mei, was denn sonst wohl? Für einen Shortie sind die GSse böse, wenn sie die Kurse hochtreiben. Und wenn sie (AL #637)...

"doch ich sehe die Chancen nicht schlecht, dass sie demnächst die von Dir schon lange angekündigte 'Reise nach Jerusalem' antreten und sich dabei wechselseitig fertig machen. Man muss, wie Du immer so schön sagst, 'Geduld haben'"

... die Kurse endlich runtertreiben, dann wird sich AL persönlich mit seiner gesamten Autorität bei Obama dafür verwenden, dass die GSse nicht unnötig reguliert werden (oder halt nur nach unten reguliert werden).

Soviel Augenmerk auf die wirklich wichtigen Dinge muss schon möglich sein... ;-)

Antworten
Anti Lemming:

fk - Regulierte Rückabwicklungen

4
07.03.10 14:40
Zum Zockerbanken-Sterben bei der "Reise nach Jerusalem": Bei diesem Kollaps muss nicht viel reguliert werden. Es reicht eine staatliche Auffanglösung samt Enteignung der Ex-Inhaber.

.Im Sinne der Entropie fällt ein energetisch überspanntes System in einen Zustand niedrigerer Gesamtenergie zurück.
Antworten
fkuebler:

AL #637/638: Das halte ich für eine wirklich ...

5
07.03.10 14:42

"Ohne CDS hätte es schadenbegrenzende Risikoaversion gegeben. Die Griechen hätten dann gar nicht erst so viele Staatsanleihen an deutsche Banken verkaufen können. Durch das hohe Emissions-Volumen sind Griechen nun 'too big to fail' - d.h. die CDS haben die Griechen 'systemrelevant' gemacht"

... gute und interessante Analyse. 

Mein persönlicher Schluss daraus (man kann auch zu anderen kommen) ist aber immer noch nicht, dass man CDSse verbieten sollte, sondern dass man sie transparent machen und regulieren sollte. Letzteres könnte z.B. bedeuten, dass sie selbst und das unterliegende Versicherungsgut erhöhte Eigenkapitalforderungen nach sich ziehen.

Aber das ist wirklich eine komplizierte Materie...

Können wir uns stattdessen nicht lieber wieder so einfachen Themen zuwenden, wie der Frage, wo der Dax am 16. April steht?

Antworten
Malko07:

A.L. (#58638), große Wirtschaftsräume

10
07.03.10 14:42
machen aus vielen Gründen Sinn. Haben diese Mitglieder alle frei schwankende Währungen funktioniert der Handelsraum nur noch sehr eingeschränkt. Nicht der Euro ist schuld, schuld ist die Finanzierung exzessiver  Verschuldung. Und diese Verschuldung hätte genau so bei unterschiedlichen Währungen funktioniert. Hätte man die Verschuldung nicht finanziert, hätten auch die großen Handelsungleichgewichte nicht entstehen können. Und es hätte Möglichkeiten gegeben diese Verschuldung zu verhindern (auf der Gläubigerseite).

Die größte und umfangreiche weltweite Spekulation findet schon seit über 20 Jahren an den Devisenmärkten statt. Jeder kleinerer Währungsraum ist dieser Spekulation ausgeliefert und wird deren Spielball, auch wenn weitgehend alles in Ordnung ist. Haben wir in der Vergangenheit in Europa öfters erlebt.  

Die Währung eines Landes welches sich im Ausland stark verschuldet, verliert erst mal nicht an Wert sondern gewinnt an Wert. Eine Problematik, die vielen nicht bewusst ist. Erst wenn die Gläubiger die Schulden veräußern geht es mit der Währung abwärts. Dann liegt das Kind meisten schon im Brunnen. Das Geschäft ist etwas mühsamer als nur unterschiedliche Währungen zu haben.  

Japan, China und die USA sind ein schönes Beispiel, dass unterschiedliche Währungen keinen Unsinn verhindern.
Antworten
Malko07:

Hat folgendes was mit der Währung zu tun?

7
07.03.10 14:56

Trotz EU-Spardiktat

Westerwelle  drängt Griechenland zum Kauf von Kriegsflugzeugen


05. Februar 2010

Der USA Bären-Thread 7584165[ngo] Dem Informtionsdienst "German  Foreign Policy" zufolge drängt Deutschland Griechenland zum Kauf von  Kriegsflugzeugen - dem dramatischen Spardiktat  der EU-Kommission gegen Griechenland zum Trotz. Griechenland soll  Kampfflugzeuge vom Typ "Eurofighter" kaufen, die von einem  Rüstungskonsortium mit Sitz in Hallbergmoos (Bayern) hergestellt werden.  Laut "Deutscher Welle" (02. Feb. 2010) verlangte Deutschlands  Außenminister Guido Westerwelle (FDP) bei einem Besuch in Athen, die  dortige Regierung solle sich ungeachtet ihrer akuten Finanznot für den  Eurofighter entscheiden.

Deutsche Bemühungen,  das teure Militärflugzeug auch an Kunden im Ausland zu verkaufen und  damit die Gewinne der kerneuropäischen Rüstungsindustrie zu erhöhen,  hatten in den vergangenen Jahren bereits zu heftigen  Auseinandersetzungen geführt.

Zwangsmaßnahmen auch gegen Portugal und Spanien möglich

Wirtschaftskreise warnen, die Zwangsmaßnahmen gegen Griechenland könnten  Vorbild für gleichgerichtete Schritte etwa gegen Portugal und Spanien  sein. "Die Peripherie der Euro-Zone, ob es nun Griechenland, Italien,  Portugal oder Spanien ist, hat sehr große Probleme mit dem  Budgetdefizit, aber auch mit ihrer Wettbewerbssituation", erklärte  kürzlich ein prominenter US-Ökonom - die Folgen der Niedriglohnpolitik  Berlins bleiben in der Tat keinesfalls auf Griechenland beschränkt.  Portugal hat mittlerweile auch Sparmaßnahmen in die Wege geleitet -  gezwungenermaßen.

Foto: EADS, Airbus, ATR, Dornier  GmbH, EADS CASA, Eurocopter, MBDA

www.ngo-online.de/ganze_nachricht.php

Antworten
fkuebler:

AL #642: Für einen Nicht-Physiker schon beachtlich

4
07.03.10 14:58

"Im Sinne der Entropie fällt ein energetisch überspanntes System in einen Zustand niedrigerer Gesamtenergie zurück"

... gut allegorisiert ;-)

Ausschliesslich für die Moderatoren erlaube ich mir hier noch die vor Löschung schützende Präzisierung, dass Entropie nicht ab-, sondern zunimmt ;-)

Gegen die Abnahme der Gesamtenergie ist trotz Energieerhaltungssatz nichts einzuwenden, da es sich dank Steuerzahler ja nicht um ein abgeschlossenes Gesamtsystem handelt ;-)

 

Antworten
Anti Lemming:

Malko - Euro und CDS

8
07.03.10 15:02
Vielleicht können wir uns dahingehend einigen, dass

1. die übermäßige Verschuldung der Südstaaten (speziell Griechenland) durch die Staatsanleihenkäufe der Nord-Banken ein Fehler war, der in Krisenzeiten Instabilität bringt;

2. die CDS diese Anleihenkäufe forciert haben, weil sie die Nord-Banken in falscher Sicherheit wogen;

3. der Euro diese Entwicklung ebenfalls begünstigte, weil er störende Währungsschwankungen innerhalb der Eurozone beseitigte,...

4. ...dafür allerdings den Südstaaten eine Währung aufdrängte, die für ihre schwächlichen Ökonomien eine Nummer zu groß war?
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fkuebler:

Malko #645: Genau das ist der hochmoralische Zweck

3
07.03.10 15:05

"Wirtschaftskreise warnen, die Zwangsmaßnahmen gegen Griechenland könnten  Vorbild für gleichgerichtete Schritte etwa gegen Portugal und Spanien  sein. 'Die Peripherie der Euro-Zone, ob es nun Griechenland, Italien,  Portugal oder Spanien ist, hat sehr große Probleme mit dem  Budgetdefizit, aber auch mit ihrer Wettbewerbssituation', erklärte  kürzlich ein prominenter US-Ökonom - die Folgen der Niedriglohnpolitik  Berlins bleiben in der Tat keinesfalls auf Griechenland beschränkt.  Portugal hat mittlerweile auch Sparmaßnahmen in die Wege geleitet -  gezwungenermaßen"

... des Griechenland-Plattmachens, eben im SInne des grossen Führers Mao "Bestrafe einen, erziehe Hundert" ;-)

Und in diesem Sinne könnte ich mich deiner beharrlich vorgetragenen Forderung, den Griechen die Drachme vorzuenthalten, dann auch anschliessen ;-)

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Anti Lemming:

fk - Entropie

5
07.03.10 15:20
"Ausschliesslich für die Moderatoren erlaube ich mir hier noch die vor Löschung schützende Präzisierung, dass Entropie nicht ab-, sondern zunimmt ;-)"

Die Entropie nimmt zu, indem die "Unordnung" zunimmt.

Wenn Du eine Steinplatte auf einem Berg senkrecht aufstellst (hohe potentielle Energie), und sie dort einige Jahrzehnte stehen lässt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie bei der nächsten Vor-Ort-Begehung umgefallen ist (niedrigere potenzielle Energie). Die beim Umfallen frei gewordene kinetische Energie wurde kurzfristig in Wärme umgewandelt, die aber dann aus dem System "heraus-dissipierte". Die potenzielle Energie der umgefallenen Platte ist niedriger als zuvor.

Wenn Du Zockerbanken ungestört mit Derivaten hyper-ventilieren lässt (hohe potenzielle Wertvernichtungs-Energie) und einige Jahre vor sich hinwirtschaften lässt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie bei der nächsten Begutachtung zusammengebrochen sind (finanzielle Selbst-Vernichtung). Energetisch liegt ein System mit niedriger potenzieller (bzw. "deflatonierter") Gesamtenergie vor. Das Äquivalent zur "Reibungswärme beim Umfallen" entsteht beim Steuerzahler, der dafür länger für weniger Geld arbeiten muss. Das vernichtete Geld dissipiert ins Universum.

Ich gebe zu: Wir schweifen ab ;-)
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permanent:

Das Wetter ist einfach zu genial für einen Tag

7
07.03.10 15:22

am Rechner. Somit schaue ich nur kurz rein.
Griechenland wird uns so oder so eine Menge Geld kosten. Der einzige Antrieb Griechenland zu retten ist Eigennutz.
 

Eine moralische Verpflichtung hierzu gibt es nicht immerhin geht es den Griechen noch viel besser als dem Durchschnitt der Weltbevölkerung. Sollten viele Staaten so extrem in die Sparsamkeit getrieben werden, so sehen wir die destruktive Deflation viel schneller als uns in Sicherheit bringen können.

Zu Goldman S.: Der Markt tötet seine Spekulanten früher oder später, nur wer auf Nachhaltigkeit setzt kann überleben. Das mag nicht spannend sein, aber sicher.
Ein kleines Beispiel: Jesse Livermore
http://www.ariva.de/forum/...Livermore-404495?pnr=7584243#jump7584243

 Wünsche euch einen schönen Sonntag.

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