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Der USA Bären-Thread


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Anti Lemming:

FTD: Der Dollar wird altersschwach

9
24.05.09 11:06
Neue Leitwährung

Der Dollar wird altersschwach

von André Kühnlenz und Mark Schrörs (Frankfurt)

 

Chinesen, Russen und Brasilianer arbeiten an der Ablösung des Dollar als wichtigster Reservewährung. Seine Schwankungen bedrohen die Schwellenländer. Ökonomen sehen in der Fixierung auf den Greenback gar eine Ursache für die Finanzkrise. Auf einem Uno-Gipfel Anfang Juni wird es ernst.

(Links im Original...)

So drastisch hat noch kein westlicher Ökonom den Dollar angegriffen: "Es ist klar, dass eine Reservewährung nicht auf einer nationalen Währung basieren sollte, denn dies führt dazu, dass die Disziplin im Finanzsystem verloren geht - mit desaströsen Folgen für das Reservewährungsland sowie die Weltwirtschaft." Kein Geringerer als Nobelpreisträger Joseph Stiglitz formulierte diesen Frontalangriff, nachzulesen in den Vorschlägen, die eine Kommission unter seinem Vorsitz für den UNO-Gipfel vom 1. bis 3. Juni erarbeitet hat. Erstmals haben es Pläne für eine neue Weltwährung auf die Tagesordnung einer internationalen Konferenz geschafft.

 

Der wichtigste Vorwurf der Kommission, der auch Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) angehört: Mit dem Dollar als wichtigster Handels- und Reservewährung sei es zu heftigen Wechselkursschwankungen gekommen. Das setzt vor allem Schwellenländer unter Druck. Sie haben gewaltige Währungsreserven in Dollar angehäuft. So hat China gut zwei Drittel seiner Reserven von 2000 Mrd. $ in US-Wertpapieren investiert. Sinkt der Wert des Greenback, schmilzt auch der Wert der Devisenreserven.

...

Den Dollar kleinreden können die Schwellenländer also im eigenen Interesse nicht. Brasilianer, Russen und Chinesen können nur auf eine neue Reservewährung hoffen, um unabhängiger von der Geldpolitik der USA und den Dollar-Schwankungen zu werden. Vorgewagt hat sich mit dieser Forderung Chinas Notenbankchef Zhou Xiaochouan Ende März. Unterstützt werden die Forderungen in jüngster Zeit von US-Starökonom Nouriel Roubini und Berkeley-Professor Barry Eichengreen. Vor der UNO-Konferenz, bei der Minister aus 192 Staaten über die Folgen der Finanzkrise für die Entwicklungspolitik beraten, stellen sie den Dollar infrage.

Viele Ökonomen sehen in der Leitrolle des Greenback eine Ursache für die vielen Finanzkrisen seit Anfang der 70er-Jahre. Damals war das Nachkriegssystem der festen Wechselkurse - mit dem Dollar im Zentrum - kollabiert. Doch Exporteure und Notenbanker bevorzugen bis heute den Dollar für ihre Geschäfte.

Die Amerikaner hoffen, dass das so bleibt. Denn dann müssten alle Länder weiter ihre Devisen in der größten Wirtschafts- und Militärmacht anlegen. Verbraucher, Unternehmen und Staat in den USA könnten sich auch in Zukunft günstig verschulden, so die Logik.

Der USA Bären-Thread 5878080
Nobelpreisträger Joseph Stiglitz
<!-- /ISI_IGNORE ý<!--nopý<pý<span style="color: rgb(0, 0, 255);"ýEs ist unwahrscheinlich, dass sich alle 192 Staaten bereits Anfang Juni konkret auf eine neue Weltwährung einigen. In der diplomatischeren zweiten Version der Expertenvorschläge heißt es nur noch, dass sie <span style="color: rgb(0, 0, 255);"ýpr<pý<pý<pý<pýNoch gibt es aber keinen Markt fWährungsexperten erwarten darum, dass die US-Valuta noch über Jahre die Rolle der Weltwährung behalten wird. "Der Dollar wird erst mal seine besondere Stellung behalten, auch wegen der aggressiven Antwort der US-Politiker auf die Krise", sagt Peter Hooper, US-Chefvolkswirt der Deutschen Bank. "Der Verfall des Dollar wird mehr als ein Jahrzehnt dauern, es könnte jedoch schneller gehen, wenn wir unser Finanzsystem nicht in Ordnung kriegen", so Ökonom Roubini.

 

 

 

 

Der Weg zu einer neuen Weltwährung, wie ihn die Stiglitz-Kommission vorschlägt, sei ohnehin auf viele Jahre angelegt, sagen Experten. Zunächst sollen der IWF oder die Uno von Jahr zu Jahr mehr SZR ausgeben. Daneben braucht es eine Tauschstelle, bei der jeder SZR in Euro, Dollar oder andere Währungen wechseln kann. Als weiteren Schritt sollten Staaten und Firmen Anleihen ausgeben, die auf SZR lauten. Allmählich würden sich Exporteure und Notenbanker so an das neue Geld gewöhnen, Volumen und Bedeutung der neuen Reservewährung sollte wachsen.

Als erster Schritt in die Richtung kann der Beschluss der G20-Staaten Anfang April auf ihrem Londoner Gipfel gesehen werden: Der IWF will bis September SZR für 250 Mrd. $ an seine Mitglieder verteilen. Zum Vergleich: Derzeit halten sie etwas mehr als 30 Mrd. $ in der Kunstdevise.

Bevor sich daraus eine echte Währung entwickelt, müsse das Volumen mindestens auf 3000 Mrd. $ steigen, schätzt Onno Wijnholds, Ex-Direktor des IWF und ehemaliger Vertreter der Europäischen Zentralbank in den USA. Er favorisiert einen schnelleren Weg zu einer neuen Reservewährung: So könnte der IWF "Substitutionskonten" einrichten, auf denen Länder überschüssige Dollar in SZR anlegen. Der Vorteil: Die Staaten müssten nicht auf dem Devisenmarkt tauschen, was den Wert des Dollar schont. Die Pläne liegen seit Ende der 70er-Jahre in den IWF-Schubladen, umgesetzt wurden sie nie.

Eile ist nach Ansicht von Experten geboten, denn viele Schwellenländer schaffen bereits Fakten. So hat China kürzlich mit einigen Schwellenländern Währungsabkommen geschlossen, um den Dollar im Handel zu umgehen. Nach Argentinien könnte schon bald Brasilien folgen. Die beiden Staaten haben einen Pakt untereinander bereits geschlossen. Die asiatische Staatengemeinschaft Asean Plus Three, zu der auch China, Japan und Südkorea gehören, beschloss Anfang Mai, ihren Hilfsfonds kräftig auszuweiten, worin Experten Anfänge eines asiatischen Währungsfonds wittern. Wie diese Woche bekannt wurde, hielten die Russen 2008 schon mehr ausländische Währung in Euro als in Dollar. "Die Frage ist nicht, ob wir uns von einem Dollar-Währungssystem wegbewegen", sagte Stiglitz kürzlich in einem Interview mit "Emergingmarkets.org". "Die Frage ist, ob dies auf chaotischem oder organisiertem Weg geschieht."


Euro Seit 1999 hat sich der Euro als zweitwichtigste Währung fest etabliert: Sein Anteil an den weltweiten Währungsreserven ist gestiegen, bei Neuemissionen von Firmen- und Staatsanleihen liegt er in manchen Jahren bereits vor dem Dollar. Inzwischen ist mehr Euro- als Dollar-Bargeld im Umlauf. In der Finanzkrise hat er die Mitgliedsländer vor Währungsturbulenzen wie Anfang der 90er-Jahre bewahrt. Jetzt aber gibt es verstärkte Sorgen um ein Auseinanderbrechen der Währungsunion. Besteht der Euro den Test der Finanzkrise, kann er an Gewicht gewinnen. Die EZB hat eine neutrale Position zu seiner internationalen Rolle - sie fördert sie nicht, behindert sie aber auch nicht.

 

Renminbi Der Angriff Chinas auf die führende Rolle des Dollar lässt namhafte Ökonomen spekulieren, ob der Renminbi zur Weltreservewährung aufsteigen könnte. Voraussetzung wäre aber erst mal, dass er frei tauschbar wird. Mitte 2005 hat China die feste Bindung des Renminbi an den US-Dollar gelockert, ihn aber an einen Korb verschiedener Währungen gebunden. Mit Deviseninterventionen verhindern die Chinesen eine zu starke Aufwertung. Nötig wäre auch ein transparenter und liquider Kapitalmarkt, der für ausländische Investoren interessant ist. Zuletzt hat Peking Währungsabkommen mit Argentinien, Indonesien und Weißrussland abgeschlossen.

Sonderziehungsrechte (SZR) SZR wurden 1969 zu Zeiten des Bretton-Woods-Systems fester Wechselkurse eingeführt. Sie dienen heute als Recheneinheit des Internationalen Währungsfonds (IWF) und anderer Organisationen. Die IWF-Mitgliedsländer halten SZR entsprechend ihrer Anteile am Währungsfonds. Bei Bedarf erhalten sie dafür Devisen wie Dollar oder Euro. Den Wert eines SZR errechnet der IWF täglich aus den Kursen von Dollar, Euro, Yen und Pfund. Viele Experten und Politiker sind skeptisch, wie aus den SZR eine Weltreservewährung entstehen kann. Andere betonen, dass auch der Euro zunächst aus einer künstlichen Währungseinheit entstanden ist.

Rohstoffwährung Bereits auf der Konferenz von Bretton Woods schlug der Ökonom John Maynard Keynes 1944 eine internationale Währung vor, die er "Bancor" nannte. Sie sollte ursprünglich an einen Korb aus 30 Rohstoffen gebunden werden. Dahinter stand die Idee, den Preis von Rohstoffen zu stabilisieren und so auch den Wert einer globalen Reservewährung. Außerdem wollte Keynes Länder mit großen Leistungsbilanzüberschüssen mit einer Steuer belegen, um globale Ungleichgewichte zu verhindern. Der Brite scheiterte jedoch mit seiner Idee. Stattdessen wurde der Dollar an das Gold gebunden, und viele andere Staaten koppelten ihre Währung an den Greenback.

Goldstandard Anfang der 70er-Jahre brach die Währungsordnung der Nachkriegszeit zusammen. So wie die großen Wirtschaftsmächte bis in die 30er-Jahre, versprachen die Amerikaner, jederzeit Dollar zu einem festen Kurs gegen Gold zu tauschen, und andere Industriestaaten koppelten ihre Devisen an den Greenback. Die Goldmenge stellt jedoch eine Grenze für die Expansion der Geld- und Kreditmengen dar. Das Wechselkurssystem scheiterte auch, weil die USA zuvor große Leistungsbilanzdefizite aufbauten, worauf die anderen Länder verstärkt Dollar in Gold tauschen wollten.

FTD

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Malko07:

#43476: Voll an der wirklichen

11
24.05.09 11:52
Problematik vorbeigeschossen. Eine andere Weltwährung würde nicht die Problematik der Handelsungleichgewichte lösen sondern nur die US-$- Probleme aufsaugen und daran krepieren. Die Handelsungleichgewichte wurden ja gerade durch zu stabile Währungsverhältnisse zementiert. Hätten die Asiaten ihre Währungen frei gelassen und die starken Manipulation gelassen, wären die Exportüberschüsse in die USA ausgebremst worden. Die Chinesen müssen nun mal akzeptieren, dass längerfristig ihre US-$-Bestände immer wertloser werden. Das ist die zwanghafte Folge ihrer eigenen Politik. Festgezurrte Währungsverhältnisse können nur bein einem ausgeglichenen Handel funktionieren und nicht durch die Schaffung immer neuer Währungen.

Ich wäre hocherfreut, wenn mir jemand erklären könnte, wie eine neue Weltwährung die Probleme der Handelsungleichgewichte lösen könnte. Von den Chinesen erwarte derartige Erläuterungen nicht. Sie haben bis jetzt nachhaltig bewiesen, dass sie wenig Ahnung von Märkten haben.
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daiphong:

Malko07, richtig, aber

10
24.05.09 13:07
an den Handelsungleichgewichten sind die USA selbst bisher sehr interessiert, davon leben sie seit langem "besser" als als alle anderen. Die permanente Überbewertung des Dollars gegen alle Währungen ist ein Überbleibsel und Missverständnis aus vergangenen Zeiten, das die Chinesen nur verstärkt haben. Dass sie lange schon über ihre Verhältnisse leben, entdecken die USA nun, wo sie vor dem Ruin stehen. Natürlich sind alle anderen Schuld. Sie hätten entscheidende Schritte zur Korrektur schon lange unternehemn können, haben aber genau das Gegenteil getan: Konjunkturprogramme und Verschuldungsprogramme wie jetzt, aber auch schon Häuserboom, Finanzmarktbooms, Spekulationsbooms usw. Solange die Welt ihren Lebenswandel finanzierte, hatten sie auch nicht soo viel gegen Handelsungleichgewichte, sie galten ihnen ja als Stärke. Moral hazard.

Das ist für mich schon lange eine Tatsache:
"Es ist klar, dass eine Reservewährung nicht auf einer nationalen Währung basieren sollte, denn dies führt dazu, dass die Disziplin im Finanzsystem verloren geht - mit desaströsen Folgen für das Reservewährungsland sowie die Weltwirtschaft."
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daiphong:

hätten die Chinesen ihre Währung frei gelassen,

7
24.05.09 13:22
wäre sie unglaublichen Spekulationen und Schwankungen ausgesetzt gewesen. Selbst einfachste Steuerungen der Wirtschaftsentwicklung im Inneren wären ihnen misslungen. Ein offenerer Finanzmarkt hätte dazu geführt, dass der internationale Finanzmarkt sie geplündert hätte. Dem Kapitalismus beizutreten ist ein schwierige Geschäft für alle, besonders wenn in ihm aus vordergründigen und kurzfristigen Interessen kein Regulierungsinteresse besteht.
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Anti Lemming:

D-process - weltgrößter Hedgefonds bleibt bärisch

9
24.05.09 14:07

Lesenswertes Interview in Barron's mit Ray Dalio, CIO der weltgrößten Hedgefonds der Bridgewater-Associates-Gruppe. Diese HF verwalten 30 Mrd. Dollar und haben selbst 2008 noch (nach Kosten) fast 10 % Rendite erwirtschaftet. Die Langzeitrendite lag bei 15 % pro Jahr. Mit anderen Worten: Der Mann weiß, wie man Geld verdient. Zurzeit ist er sehr bärisch. Das Interview (Link stammt von Stöffen) wurde im Feb. geführt, ist aber in seinen generellen Aussagen immer noch aktuell - insbesondere in seinen Aussagen zu GM.

Dalio meint, dass die meisten US-Banken in der Verstaatlichung enden werden. Außerdem sei das Schicksal von GM (Schulden-"Restrukturierung") ein Menetekel für die Zukunft der USA - d.h. auch die Nation insgesamt wird mit ihrem Schulden-Debakel kein gutes Ende nehmen.

 


 

Why are you hesitant to emphasize either the words depression or deflation? Why call it a D-process?

Both of those words have connotations associated with them that can confuse the fact that it is a process that people should try to understand.

You can describe a recession as an economic retraction which occurs when the Federal Reserve tightens monetary policy normally to fight inflation. The cycle continues until the economy weakens enough to bring down the inflation rate, at which time the Federal Reserve eases monetary policy and produces an expansion. We can make it more complicated, but that is a basic simple description of what recessions are and what we have experienced through the post-World War II period. What you also need is a comparable understanding of what a D-process is and why it is different.

You have made the point that only by understanding the process can you combat the problem. Are you confident that we are doing what's essential to combat deflation and a depression?

The D-process is a disease of sorts that is going to run its course.

When I first started seeing the D-process and describing it, it was before it actually started to play out this way. But now you can ask yourself, OK, when was the last time bank stocks went down so much? When was the last time the balance sheet of the Federal Reserve, or any central bank, exploded like it has? When was the last time interest rates went to zero, essentially, making monetary policy as we know it ineffective? When was the last time we had deflation?

The answers to those questions all point to times other than the U.S. post-World War II experience. This was the dynamic that occurred in Japan in the '90s, that occurred in Latin America in the '80s, and that occurred in the Great Depression in the '30s.

Basically what happens is that after a period of time, economies go through a long-term debt cycle -- a dynamic that is self-reinforcing, in which people finance their spending by borrowing and debts rise relative to incomes and, more accurately, debt-service payments rise relative to incomes. At cycle peaks, assets are bought on leverage at high-enough prices that the cash flows they produce aren't adequate to service the debt. The incomes aren't adequate to service the debt. Then begins the reversal process, and that becomes self-reinforcing, too. In the simplest sense, the country reaches the point when it needs a debt restructuring. General Motors is a metaphor for the United States.

As goes GM, so goes the nation?

The process of bankruptcy or restructuring is necessary to its viability. One way or another, General Motors has to be restructured so that it is a self-sustaining, economically viable entity that people want to lend to again.

This has happened in Latin America regularly. Emerging countries default, and then restructure. It is an essential process to get them economically healthy.

We will go through a giant debt-restructuring, because we either have to bring debt-service payments down so they are low relative to incomes -- the cash flows that are being produced to service them -- or we are going to have to raise incomes by printing a lot of money.

It isn't complicated. It is the same as all bankruptcies, but when it happens pervasively to a country, and the country has a lot of foreign debt denominated in its own currency, it is preferable to print money and devalue.

Isn't the process of restructuring under way in households and at corporations?

They are cutting costs to service the debt. But they haven't yet done much restructuring. Last year, 2008, was the year of price declines; 2009 and 2010 will be the years of bankruptcies and restructurings. Loans will be written down and assets will be sold. It will be a very difficult time. It is going to surprise a lot of people because many people figure it is bad but still expect, as in all past post-World War II periods, we will come out of it OK. A lot of difficult questions will be asked of policy makers. The government decision-making mechanism is going to be tested, because different people will have different points of view about what should be done.

What are you suggesting?

An example is the Federal Reserve, which has always been an autonomous institution with the freedom to act as it sees fit. Rep. Barney Frank [a Massachusetts Democrat and chairman of the House Financial Services Committee] is talking about examining the authority of the Federal Reserve, and that raises the specter of the government and Congress trying to run the Federal Reserve. Everybody will be second-guessing everybody else.

So where do things stand in the process of restructuring?

What the Federal Reserve has done and what the Treasury has done, by and large, is to take an existing debt and say they will own it or lend against it. But they haven't said they are going to write down the debt and cut debt payments each month. There has been little in the way of debt relief yet. Very, very few actual mortgages have been restructured. Very little corporate debt has been restructured.

The Federal Reserve, in particular, has done a number of successful things. The Federal Reserve went out and bought or lent against a lot of the debt. That has had the effect of reducing the risk of that debt defaulting, so that is good in a sense. And because the risk of default has gone down, it has forced the interest rate on the debt to go down, and that is good, too.

However, the reason it hasn't actually produced increased credit activity is because the debtors are still too indebted and not able to properly service the debt. Only when those debts are actually written down will we get to the point where we will have credit growth. There is a mortgage debt piece that will need to be restructured. There is a giant financial-sector piece -- banks and investment banks and whatever is left of the financial sector -- that will need to be restructured. There is a corporate piece that will need to be restructured, and then there is a commercial-real-estate piece that will need to be restructured.

Is a restructuring of the banks a starting point?

If you think that restructuring the banks is going to get lending going again and you don't restructure the other pieces -- the mortgage piece, the corporate piece, the real-estate piece -- you are wrong, because they need financially sound entities to lend to, and that won't happen until there are restructurings.

On the issue of the banks, ultimately we need banks because to produce credit we have to have banks. A lot of the banks aren't going to have money, and yet we can't just let them go to nothing; we have got to do something.

But the future of banking is going to be very, very different. The regulators have to decide how banks will operate. That means they will have to nationalize some in some form, but they are going to also have to decide who they protect: the bondholders or the depositors?

Nationalization is the most likely outcome?

There will be substantial nationalization of banks. It is going on now and it will continue. But the same question will be asked even after nationalization: What will happen to the pile of bad stuff?

Let's say we are going to end up with the good-bank/bad-bank concept. The government is going to put a lot of money in -- say $100 billion -- and going to get all the garbage at a leverage of, let's say, 10 to 1. They will have a trillion dollars, but a trillion dollars' worth of garbage. They still aren't marking it down. Does this give you comfort?

Then we have the remaining banks, many of which will be broke. The government will have to recapitalize them. The government will try to seek private money to go in with them, but I don't think they are going to come up with a lot of private money, not nearly the amount needed.

To the extent we are going to have nationalized banks, we will still have the question of how those banks behave. Does Congress say what they should do? Does Congress demand they lend to bad borrowers? There is a reason they aren't lending. So whose money is it, and who is protecting that money?

The biggest issue is that if you look at the borrowers, you don't want to lend to them. The basic problem is that the borrowers had too much debt when their incomes were higher and their asset values were higher. Now net worths have gone down.

....(mehr im Link oben)

 

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Anti Lemming:

Verschuldungs-Blase ist auf Stand von 1930

4
24.05.09 14:35
Als Ergänzung zum letzten Posting ein im Original enthaltener Chart, der die Schuldzins-Zahlungen der US-Haushalte in Prozent des verfügbaren Einkommens zeigt. Die Preiskurve erreichte ihr letztes Top in der Großen Depression. Erst 15 Jahre später - 1945 - war die Rate von 14 % auf 2 % gesunken, was die Basis für nachhaltiges Wachstum (Nachkriegs-Wunderjahre) bildete.

Um 2005 hatte die Preiskurve knapp 15 % erreicht - und toppte aus. Vergleicht man den historischen Rückgang mit dem aktuellen, wird offensichtlich, dass noch erheblicher "Rückabwicklungsbedarf" besteht. Erst DANN werden die Banken wieder in größerem Umfang zu leihen beginnen. Sie verleihen zurzeit deshalb so wenig, weil die Risiken in Anbetracht der Überschuldung der Verbraucher und Firmen (Gewerbeimmobilien usw.) viel zu groß sind. Sie würden zurzeit vermutlich nicht mal dann Geld verleihen, wenn sie zig Milliarden frei verfügbar hätten (was nicht der Fall ist, da ihr Kernkapital negativ ist, was offiziell freilich nicht zugegeben wird). Das Risiko ist bei den drohenden Massenpleiten einfach viel zu groß.

Link: siehe letztes Posting
Der USA Bären-Thread 234612
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wawidu:

Wirtschaftsprognosen und Budget-Projektionen

7
24.05.09 14:37
Zwei interessante - oder vielleicht besser: schockierende - Links:

www.cbo.gov/ftpdocs/100xx/doc10086/...of_Economy_Testimony.pdf

Optimismus hoch drei oder Realitätsverlust?

www.cbo.gov/

Innerhalb der nächsten zehn Jahre sollen allein die Schulden der Bundesregierung auf etwa 80 % des GDP ansteigen. Wohl bekomm´s!
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Malko07:

#43478: Ich bin der Meinung, dass wir weder

4
24.05.09 17:57
Zentralbanken noch eine Reservewährung brauchen. Beides führt nur zu Unsinn und verhindert sinnvolle Korrekturen des Marktes. Bin und bleibe ein Anhänger der Gleichgewichte. Ich bin aber auch der Meinung, dass es Situation gibt, in denen der Staat eingreifen muss. Sicherlich stimmt, dass man sich nicht einfach blauäugig so plötzlich dem Weltmarkt aussetzen soll. Wenn man aber steuert, soll man nicht massiv in die falsche Richtung steuern. Wenn doch muss man eben auch die Konsequenzen tragen.

Hätten wir eine internationale Reservewährung, könnten die USA die Importüberschüsse trotzdem nur in US-$ zahlen und würden/müssten notfalls Geld drucken. Die Chinesen würden später die überschüssigen US-$ in die internationale Reservewährung tauschen. Das ist dann je nach Steuerung möglich oder nicht möglich. Erlaubt man es, hat man dem US-$ nur einen anderen Namen gegeben. Erlaubt man es nicht, bleibt die Lage wie heute. Es ändert sich also in beiden Fällen nichts.  Ich finde, dass noch sehr viel am Kern der Probleme vorbeidiskutiert wird. Alle beteiligten Staaten, ob nun die Export- oder die Importmeister, scheuen die notwendige und richtige Diskussion. Der Bedarf an Umstrukturierungen ist auf beiden Seiten inzwischen so groß, dass Angst davor hat.

Angst den Problemen ins Auge zu schauen hat man auch in der Finanzkrise. Schon letztes Jahr hätten die betroffenen Banken in den USA und auch bei uns verstaatlicht gehört und entsprechend sinnvollen Regelwerken auf ihren ursprünglichen Sinn zurückgebaut gehört. Jetzt doktert man  solange daran rum, bis man es doch tun muss. Nur hat man zwischenzeitlich viel Geld verbrannt und die Krise verlängert. Auch die Handelsprobleme geht man nicht geordnet an. So rutschen wir eben schleichend in einen ständig steigenden Protektionismus und die Lage wird dann erst richtig mies.
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wawidu:

Total verrückt - typisch BSE!

5
24.05.09 19:10
(Verkleinert auf 65%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 234621
Antworten
wawidu:

Ergänzung zu # 43484

 
24.05.09 19:14
Hier nun ein BSE-Tageschart mit Twiggs Money Flow Indicator:
(Verkleinert auf 82%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 234622
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pfeifenlümmel:

Schulden über Schulden,

9
24.05.09 19:55
das ist das Problem. Die Masse der Privathaushalte hat hohe Schulden und kann nicht mehr konsumieren, viele Unternehmen sind hoch verschuldet und suchen Unterschlupf beim Staat, der Staat ist hoch verschuldet und die Mehrheit der Banken müsste schon lange Pleite sein. An den Abbau der Schulden ist nicht zu denken. Der Rubel rollt einfach nicht mehr. Computerprogramme fordern sogar negative Zinsen, was natürlich auch Quatsch ist. Volkswirte wundern sich, dass die Billigkredite nicht nachgefragt werden. Allerdings ist die mangelnde Kreditwürdigkeit nur ein Grund; eine wesentlich anderer ist, dass die Unternehmen nicht mehr wagen, sich weiter zu verschulden, weil die Umsätze einfach wegbrechen. Um über die Runden zu kommen werden Radiergummis und Bleistifte abgezählt, aber keine neuen Kredite aufgenommen.
Die Lösung wäre eine Entschuldung, die aber eine Enteignung der Kreditgeber, also letzlich der Sparer, bedeuten würde.
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wawidu:

Wie oder wo wird das noch enden? (1)

10
24.05.09 21:36
In # 43486 hat pfeifenlümmel den wohl zentralsten Aspekt der derzeitigen globalen Wirtschaftskrise auf den Punkt gebracht. Zwischen Juli 2002 und Dezember 2008 sind die durchschnittlichen Preise der Langläufer unter den Schuldtiteln der US Treasury um über 100 % gestiegen - weitgehend quasi parallel zum Aktienmarkt. Wie ich in einem Folgeposting zeigen werde, ist deren relativer Wert (in Relation zum Goldpreis) jedoch deutlich gefallen und tendiert eindeutig in Richtung neue Tiefs. Was wir nun im Chart des ETF TLT sehen, dürfte den "Machern" von Treasury und Fed noch schlaflose Nächte bescheren. Die Fed wird wohl oder übel mit Geld, von dem sie "wertgedeckt" keins mehr hat, Treasuries aufkaufen müssen, um den ausufernden Staatshaushalt zu bedienen. Da kommt aber noch viel mehr sie zu: Die Haushalte der Einzelstaaten und Kommunen werden in zunehmendem Maße notleidend, die Finanzierungsbasis der staatlichen Pensionsfonds und der diversen Sozialkassen (Arbeitslose, MediCare, MediAid) ist erheblich unterdeckt. Ich möchte ehrlich gesagt aktuell weder den Posten des Präsidenten, noch den des Treasurers, noch den des Fed-Chefs haben.

ME werden wir in den kommenden Monaten einen massiven Verfall des USD Index sehen, was wohl primär zu Lasten Treasuries-Käufe seitens ausländischer Zentralbanken gehen dürfte. Und damit würden die Politiker und ihre Gehilfen gewaltig in die Zwickmühle geraten. Unter diesem Szenario sehe ich auch keinerlei Aussichten auf eine wirtschaftliche Erholung und damit auch keine für einen weiteren Anstieg der Aktienmärkte. Die Karre ist völlig in den Dreck gefahren.
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Der USA Bären-Thread 234629
Antworten
wawidu:

Wie oder wo wird das noch enden? (2)

 
24.05.09 21:52
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Der USA Bären-Thread 234634
Antworten
wawidu:

Kupfer in Relation zu Gold

 
24.05.09 23:18
Im Anhang zeige ich einen Vergleichschart innerhalb der gleichen Assetklasse: Commodities.

Kupfer hatte seine große Zeit in der Phase zwischen Ende 2003 und Ende 2006. Dies war eine historische Ausnahmephase, deren Hintergründe wir alle kennen. Seither bewegt sich der Ratioschart Kupfer zu Gold parabolisch gen Süden, und auch aktuell gibt es keinerlei Anzeichen für einen "Boden". "Professor Gold" entlarvt alle anderen Assetklassen! (Dies ist in Analogie zur amerikanischen Bezeichnung "Doctor Copper" zu verstehen!).
(Verkleinert auf 65%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 234639
Antworten
Katjuscha:

wawidu, was hälst du (und andere) vom CRB Index?

2
24.05.09 23:27
Rohstoffe auf dem jetzigen Niveau mittelfristig (2-3 Jahre) für euch ein Thema? Oder erwartet ihr da weiter sinkende Kurse, aufgrund mangelnder Wirtschaftsperspektiven?
Soll übrigens nur ne Depotbeimischung von 10% des Depots sein. Nicht für mich, aber ein Freund hat mich heute nach dem CRB gefragt. Und da ich mich mit Rohstoffen nicht auskenne, ...
"Bankraub: eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank."

Bertolt Brecht
Antworten
Katjuscha:

Chart und Zusammensetzung

 
24.05.09 23:30
Zusammensetzung des CRB Index

www.rogersrawmaterials.com/page3.html#returns

Und Chart

Der USA Bären-Thread 5879316x.onvista.de/...ION=8550355&TIME_SPAN=10Y&QUALITY=EOD" style="max-width:560px" />
"Bankraub: eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank."

Bertolt Brecht
Antworten
wawidu:

katjuscha - # 43491

4
25.05.09 00:38
Mit über einem Drittel ist Rohöl im CRB deutlich übergewichtet. Z.Z. gibt es keinerlei Indizien für eine deutlich gesteigerte globale Nachfrage nach Rohöl. Die letzte Rallye beim $WTIC sehe ich als rein spekulativ/manipulativ an.
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 234647
Antworten
Anti Lemming:

Das Kapital - Sorge vor der Flut neuer Anleihen

4
25.05.09 09:15

Das Kapital
Nur ein Vorgeschmack

Auf die Liebhaber von Staatsanleihen kommt einiges zu: zunächst eine Emissionsflut, dann vermutlich Inflation. Da sind starke Nerven gefragt.

(Links weggelassen)

Komische Sache, die Turbulenzen auf dem Anleihenmarkt. Denn eigentlich sind steigende Renditen auf Staatspapiere das Letzte, was die vielerorts überschuldete Wirtschaft derzeit gebrauchen kann. Das gilt zum einen deshalb, weil diese als Referenz für alle anderen Zinsen dienen. Zum anderen belasten höhere Refinanzierungskosten die maroden Staatshaushalte noch zusätzlich.

Eingedenk der trüben wirtschaftlichen Aussichten erscheinen Renditen auf zehnjährige Staatspapiere von nunmehr rund 3,5 Prozent in Amerika und Deutschland bei Inflationsraten von minus 0,7 Prozent und 0,7 Prozent da fast unwiderstehlich. Nur werden laut IWF dieses Jahr eben allein die entwickelten Volkswirtschaften neue Staatsschulden von 3338,5 Mrd. $ anhäufen (wie etwa China sein Fiskalprogramm finanziert, wollen wir lieber nicht fragen).

Das entspricht - zusätzlichen - Staatskrediten von
64 Mrd. $ je Woche. Zum Vergleich: Im ersten Quartal haben die US-Verbraucher 14 Mrd. $ je Woche gespart - brutto, also vor Abschreibungen. Die privaten Haushalte im Euro-Raum haben 2008 knapp 17 Mrd. Euro je Woche auf die hohe Kante gelegt. Die laufenden Ersparnisse in Ländern wie Britannien oder Japan sind kaum der Rede wert. China hat 2008 einen Handelsüberschuss von 5,7 Mrd. $ pro Woche verzeichnet.

...

Unterdessen werden selbst die Finanzminister nicht darauf hoffen, dass die Firmen ihre schwindenden Mittelzuflüsse plötzlich in Staatsanleihen statt in Investitionen stecken. Kurzum: Es reicht hinten und vorne nicht, selbst wenn die Sparquoten in den angelsächsischen Ländern spürbar zunehmen sollten, da das vermutlich ja noch zusätzliche Löcher in die Staatshaushalte reißen würde.

Die Inflation kommt

Auch die aufkeimende Konjunkturzuversicht unserer Zentralbankiers macht Staatsanleihen nicht gerade attraktiver. Denn dass die Staatsdefizite - direkt oder über den Umweg des Geschäftsbankensystems - mit frischem Zentralbankgeld gedeckt werden, hat ohnehin schon genügend Inflationsangst geschürt. Dabei verficht auch der Einwand der Deflationsmahner nur bedingt: dass das Zentralbankgeld wegen der gestörten geldpolitischen Transmission, der sinkenden Umlaufsgeschwindigkeit des Geldes sowie des riesigen Kapazitätsüberhangs nicht inflationär wirken kann.

Vorläufig mag das so sein. Doch während die industriellen Kapazitäten in den USA wegen unterlassener Investitionen und Firmenpleiten bereits sinken, könnte die Geldumlaufsgeschwindigkeit schon bei den geringsten Anzeichen eines Preisauftriebs anspringen, ... [A.L.: Glaub ich nicht, wo soll der Preisauftrieb herkommen, wenn die Nachfrage Rezssions- bzw. Depressions-bedingt sinkt - Effekte der Pump-Programme wirken nur temporär und verpuffen, da sie nicht auf organischem Wachstum beruhen.]... wobei die Fastverdoppelung des Ölpreises infolge zartester Konjunkturhoffnung nur beunruhigen kann. Von dem ohnehin vorhandenen Geldüberhang einmal abgesehen, haben viele Zentralbanken derweil so wütend auf die Krise reagiert, dass die Geldmengen trotz der gestörten Transmission zulegen.

Und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Zentralbanken ihre Bilanzen bei Bedarf tatsächlich wieder hinreichend verkürzen, wenn die Staatsschulden der G7-Länder 2010 im Durchschnitt auf 115 Prozent des BIP steigen, wie es der IWF vermutet? Das ist ja gerade das Dumme bei der wirtschaftspolitischen Antwort auf die Krise: dass diese auf noch höhere Schulden hinzielt. [A.L.: Wenn daraus die insgeheim von USA, dem weltgrößten Schuldner, gewünschte globale Inflation resultiert, können die Amis schulterzuckend sagen: Sorry, ist leider dumm gelaufen. Würden sie hingegen allein Geld drucken und die anderen nicht, wären sie der Buhmann. Daher Obamas "Appelle" an die Restwelt, ebenfalls Mega-Konjunkturprogramme aufzulegen.]

Werden die Zentralbanken den Finanzministern und Privaten da wirklich unangenehme Refinanzierungsbedingungen aufbürden, zumal in einer Zeit, in der die Gesellschaften rapide altern? Und werden die Staaten die dadurch - und wegen der Qualifikationsverluste infolge der jetzigen Arbeitslosigkeit - ermattenden Angebotskräfte mit Abgabenerhöhungen noch weiter lähmen wollen? Oder werden anhaltend hohe Budgetdefizite und/oder Inflation die privaten Investitionen und damit die Angebotsseite der Wirtschaft sabotieren?

Und was, falls die nun verordnete Medizin nicht anschlägt? Das ist durchaus denkbar und würde Staatsanleihen vorübergehend auf die Sprünge helfen. Nur würden Geld- und Fiskalpolitik dann wohl noch viel höhere Dosierungen verabreichen, so lange, bis sie die gewünschte Inflation kriegen.

Denn wie Japan zeigt, steigen die Staatsschulden bei hohen Defiziten eben ganz rapide im Verhältnis zum BIP, sofern dieses nominal stagniert. Darauf werden nicht zuletzt die Amerikaner verzichten können. Und über Wechselkursmechanismen wird ihre Wirtschaftspolitik auf die ganze Welt ausstrahlen. Über kurz oder lang dürfte es hoch hergehen auf dem Markt für Staatsanleihen.


FTD vom 25.05.2009

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pfeifenlümmel:

Wallstreet hat

5
25.05.09 09:40
Washington offenbar fest im Griff, Marktwirtschaft im eigentlichen Sinne, gesteuert durch Angebot und Nachfrage, funktioniert im Ölmarkt nicht mehr. Öllager sind bis zum Rand gefüllt, Tankerflotten dienen nicht zum Transport des Öl, sondern als Auffangbecken. Der hohe Ölpreis verstärkt die Krise durch Entzug von Kaufkraft und hemmt  eine mögliche Erholung der Weltwirtschaft, Washington schaut nur zu.

Stärkster Rückgang der Ölnachfrage seit 1981
Wegen der weltweiten Rezession rechnet die Internationale Energieagentur (IEA) in diesem Jahr mit dem stärksten Rückgang der Ölnachfrage seit 1981.Foto: AFP

PARIS - Der Ölbedarf werde voraussichtlich um drei Prozent auf 83,2 Millionen Barrel pro Tag sinken, teilte die Organisation der Ölverbraucherländer am Donnerstag in ihrem Monatsbericht in Paris mit. Dies seien 2,6 Millionen Barrel weniger als im vergangenen Jahr. Noch im April hatte die IEA für 2009 nur mit einer Nachfrage von täglich 83,4 Millionen Barrel gerechnet. Der Verbrauch sei aber in Ländern wie China, den USA und Russland "schwächer als vorhergesehen".
Die Energieagentur zeigte sich verwundert mit Blick auf die Ölpreise, die von gut 30 Dollar pro Barrel (159 Liter) Ende 2008 auf zuletzt wieder über 60 Dollar gestiegen sind. Die Märkte würden "dem Gesetz der Schwerkraft weiter die Stirn bieten", erklärte die Organisation. Sie verwies darauf, dass das Ölangebot wegen Fördererhöhungen des OPEC-Kartells im April sogar wieder um 230.000 Barrel pro Tag gestiegen ist. Dass die Preise hoch blieben, liege an der "Kurzsichtigkeit" der Ölhändler, die sich für die Nachfragebeurteilung an den Finanzmärkten und nicht an der Realwirtschaft orientierten. So liege die wirkliche Ölnachfrage in den USA auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren.
www.dasjournal.net/news/130/ARTICLE/21025/2009-05-14.html
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Ischariot MD:

Kurzfristige Bremse für die Dollar-Skeptiker

3
25.05.09 09:40
FTD: China überrascht mit Dollar-Käufen

Trotz der zunehmend öffentlich geäußerten Sorge um die Stabilität des Dollar kauft China weiter amerikanische Staatsanleihen auf. Peking gibt dafür Rekordbeträge aus.

Das Land ist nach Einschätzung von Pekinger Regierungskreisen in eine "Dollar-Falle" gefangen: Man habe kaum eine andere Wahl, als den größten Teil der wachsenden Devisenreserven in US-Staatstitel zu investieren. Dieser Markt sei als einziger liquide und groß genug, um derart umfangreiche Käufe wie die chinesischen zu verkraften.

Die Informationen über anhaltende chinesische Käufe amerikanischer Wertpapiere überraschen. Denn in den vergangenen Monaten hatten sich Regierungsvertreter, darunter Ministerpräsident Wen Jiabao, immer wieder besorgt gezeigt, dass die aktuelle Politik der US-Regierung zu einem Zusammenbruch des Dollar und einer weltweiten Inflation führen könnte.

(... Kürzung für Modz ...)

Während China nach Angaben von Regierungsvertretern und eines westlichen Beraters der staatlichen Devisenverwaltung (Safe) US-Wertpapiere kauft, verkauft das Land britische Pfund Offenbar rechnet die Devisenverwaltung mit einer erneuten Schwäche der Währung. Anlagen in Euro sieht sie dem Berater zufolge als neutral an - baut sie also weder auf noch ab. Beim australischen Dollar erwartet sie dagegen Kursgewinne.


(... Kürzung für Modz ...)

www.ftd.de/politik/international/...ollar-K%E4ufen/518086.html
_________________________
"Bremse" hat aber nur übernacht gewirkt. Gerade EUR/USD wieder 1,3999
>>> ist wahrscheinlich schon als Verbalinterventionen zu interpretieren
Antworten
Anti Lemming:

katjuscha - # 43491

6
25.05.09 09:41
Man könnte auch etwas zynisch behaupten, dass die Tatsache, dass Du Dir diese Frage jetzt stellst, zum Anstieg des CRB-Index wider widrige Fundamentals geführt hat. Kleine Trader sehen dessen Anstieg seit dem Tief in Winter, setzen ihn in Beziehung zum Hoch vom letzten Sommer ("da scheint nach oben noch viel Luft zu sein") und "kaufen mal schnell" ein Rohstoff-Zerti. Dabei wird übersehen, dass das Rohstoff-Hoch von 2008 auf exorbitanter Spekulation basierte, die GS mit dem "Öl-200-Dollar"-Call schürte. Es war aus heutiger Sicht ganz klar eine Blase.

Überleg mal, ob man nicht mit ähnlich schräger Argumentation "darauf setzen" könnte, dass die US-Hauspreise bald wieder den Höchststand von 2005 erreichen werden, nachdem sie nun schon so schön um -30 % korrigiert haben.

Mein Tipp: Kauf das Rohstoff-Zerti lieber nicht. Du wirst sonst dafür an der Tankstelle abkassiert. ;-)
Antworten
Ischariot MD:

US commercial RE - Sinkflug

7
25.05.09 09:51
nix wirklich Neues hier im Thread, aber eine nette Zusammenfassung von FTD:

FTD: Angst vor leeren Shoppingmalls  (24.5.09)

Die dramatische Lage auf dem Markt für Geschäftsimmobilien entwickelt sich zum zentralen Problem für den amerikanischen Bankensektor. Auch deutsche Banken bekommen es mit der Angst zu tun.

(... Kürzung für Modz ...)

"Die Geschäftsimmobilienkredite sind für den Sektor äußerst besorgniserregend", sagte Ron Hermance, Vorstandschef der Hudson City Bank in New Jersey. Das Problem sei auch für Finanzlaien mit bloßem Auge feststellbar: "Wer die Highways in den USA entlangfährt, sieht inzwischen rechts und links leer stehende Shoppingmalls."

Nach einer Schätzung des "Wall Street Journal" werden sich die Verluste in diesem Bereich bis Ende 2010 für 900 kleine und mittlere US-Banken auf 100 Mrd. $ summieren. Berücksichtigt sind in dieser Schätzung Kredite für Einkaufszentren, Büroimmobilien, Apartmentkomplexe und Hotels.             >>> deshalb kreisen gerade die Geier besonders über den US-Regionalbanken (Isc.)

(... Kürzung für Modz ...)

Die Entwicklung lässt auch für deutsche Banken weitere Verluste befürchten. Wie stark unter anderem Landesbanken auf dem kriselnden Markt involviert sind, wurde im April bei der Pleite des Shoppingmall-Betreibers General Growth offensichtlich. Die bisher größte US-Immobilienpleite traf vor allem die Commerzbank-Tochter Eurohypo, bei der das Unternehmen mit 2,6 Mrd. $ in der Kreide stand. Auch die Deutsche Bank, die Landesbank Hessen-Thüringen, die WestLB und die BayernLB hatten General Growth Kredite in mindestens zweistelliger Millionenhöhe gewährt.

Einer Studie der Deutschen Bank zufolge dürften die Preise für US-Geschäftsimmobilien in diesem Jahr um 35 bis 45 Prozent fallen. Somit dürften auch die Ausfallraten weiter zunehmen. Dies würde sich wohl auch negativ auf den Markt für Wertpapiere auswirken, die auf Krediten für Geschäftsimmobilien basieren.

Auch an diesem Zweitmarkt hatten sich deutsche Landesbanken stark engagiert. In Boomzeiten verwiesen sie stolz auf ihr Engagement in dem 700 Mrd. $ schweren US-Markt, der seit Mitte 2008 zum Stillstand gekommen ist.

Inzwischen ist es um das Engagement der deutschen Institute ruhiger geworden. Die Landesbank Baden-Württemberg benennt in ihrem Jahresbericht einen vergleichsweise geringen Besitz der nur schwer handelbaren Papiere: Von 248 Mio. $ hatten demnach Ende 2008 Titel über 225 Mio. $ die Topbewertung "AAA". Stärker betroffen ist die US-Allianz-Tochter Allianz Life, die Ende 2008 mit Gewerbeimmobilienkrediten unterlegte Wertpapiere über 6,85 Mrd. $ hielt. Bei Hartford Financial, an der die Allianz beteiligt ist, summiert sich der Bestand auf mehr als 9 Mrd. $.

(... Kürzung für Modz ...)

www.ftd.de/boersen_maerkte/immobilien/...pingmalls/518026.html
Antworten
Malko07:

##43494: Der Journalist sollte

11
25.05.09 10:06
einen Grundkurs in Volkswirtschaft belegen. Seit wann steigert Staatsverschuldung das Risiko der Inflation? Der Staat entzieht dabei dem Markt Geld, das vorhanden war und sonst woanders wirken würde und steckt es in seine geplante Aufgaben. Dieses Geld steht also für Konsum und für Investitionen der Privatwirtschaft nicht mehr zur Verfügung. Staatsverschuldung führt dann später zu erhöhten Abgaben die wiederum dem Konsum sicherlich nicht zuträglich sind. Billiges Geld feuert, wenn die Gesellschaft nicht überschuldet ist, die Inflation an. Eine Steigerung der Staatsschulden verteuert jedoch das Geld. QE habe ich bewusst außen vor gelassen. Es spielt mengenmäßig noch keine bestimmende Rolle.
Antworten
Ischariot MD:

ein grosses Wort, gelassen ausgesprochen

6
25.05.09 10:16
Ifo-Chef Sinn: Banken sind "im Durchschnitt pleite"

München (BoerseGo.de) - Die Finanzkrise ist nach Ansicht von Hans-Werner Sinn, Präsident des Münchener Ifo-Instituts, noch lange nicht ausgestanden. In einem Gastbeitrag für die Zeitschrift "WirtschaftsWoche" weist Sinn darauf hin, dass erst ein geringer Teil der tatsächlich notwendigen Wertberichtigungen von den Banken vorgenommen wurde. "In den Bilanzen der deutschen Banken stehen die strukturierten Papiere heute großenteils noch zu wesentlich höheren Werten als den Marktwerten", schreibt der Wirtschaftsforscher. Die Banken hätten bei ihrer Bilanzierung einen "erheblichen Gestaltungsspielraum". Würde der auf sie entfallende Anteil der laut IWF weltweit notwendigen Abschreibungen von den deutschen Banken vorgenommen, wären sie "im Durchschnitt pleite", so Sinn. "Dass die amerikanischen und Schweizer Banken noch viel mehr in der Tinte sitzen, ist da nur ein schwacher Trost."

Inoffiziell liege der Bestand deutscher Banken an toxischen Papieren bei 800 Milliarden Euro, betont Sinn unter Bezugnahme auf Presseberichte. Der Eigenkapitalbestand der konsolidierten Bankenbilanz betrage hingegen nur etwa 300 Milliarden Euro. Sinn unterstreicht die Notwendigkeit, den Banken neues Kapital zur Verfügung zu stellen, kritisiert aber zugleich die Bad-Bank-Pläne der Bundesregierung. "In der Tat ist zu befürchten, dass der Steuerzahler bei den Bad Banks draufzahlen wird, denn da die Beteiligung freiwillig ist, werden die Banken nur mitmachen, soweit sie sich davon Vorteile erhoffen." Bei den Bad Banks handele es sich um Kontrakte, "bei denen den Banken in versteckter Form Mittel geschenkt werden", meint Sinn.

Scharfe Worte findet Sinn in seinem Beitrag für die "WirtschaftsWoche" auch zur Ursache der Krise. "Der Grund für den Wertverfall liegt in einem institutionellen Schwindel, an dem die amerikanischen Ratingagenturen, die lasche Regulierung der Investmentbanken, das Rechtsinstitut der regressfreien Kredite und nicht zuletzt die amerikanische Wohnungspolitik ihren Anteil hatten."
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