Der Preis des Schnupfens


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Der Preis des Schnupfens

 
29.11.06 09:58

Der Preis des Schnupfens

Zu den wichtigsten Faktoren, die über Wohl und Weh von Corporate America bestimmen, gehört das Wetter. Der Einzelhandel beruft sich bei schwachen Umsätzen auf Regen, der Ölpreis steht und fällt mit der Vorhersage für den Winter, und in den nächsten drei Monaten hoffen Unternehmer, dass Kälte und Nässe nicht zu einer teuren Grippewelle führen.

Gibt es eine solche, könnte das für Corporate America teuer werden. Jedes Jahr erkranken zwischen 15 und 60 Millionen Amerikaner an Influenzia, was zu einem Arbeitsausfall von bis zu 70 Millionen Tagen führt, an denen Schnupfende zuhause im Bett schwitzen anstatt die Produktivität ihres Arbeitgebers zu fördern.


Die Arbeitgeber jedoch haben durchaus ein Interesse daran, dass Infizierte zuhause bleiben. Büros gelten unter Ärzten als der perfekte Ort, eine Grippe weiter zu tragen und eine richtige Welle auszulösen. Viele Mitarbeiter auf einem Raum, klimatisierte Räume mit wenig Frischluft, die gemeinsame Benutzung von Telefonen, Tastaturen und anderen Gegenständen für Viren ist nichts einfacher, als an einem durchschnittlichen Arbeitstag von einem Träger auf den nächsten zu springen.

Mit teuren Folgen vor allem für mittelständische Betriebe. Die Arbeitsmarkt-Experten von Challenger Gray & Christmas warnen davor, dass Firmen mit bis zu dreißig Mitarbeitern schnell in große Not geraten können, wenn ein kranker Arbeitnehmer das Grippevirus einschleppt. „Eine Emidemie kann schnell die ganze Belegschaft flachlegen“, meint John Challenger. „Für viele Firmen steht das Geschäft mehrerer Tage auf dem Spiel.“

Große Unternehmen sind gegen einen grippemäßig erhöhten Krankenstand natürlich etwas besser abgesichert. Doch auch bei riesigen Konzernen kann es zu Problemen führen, wenn beispielsweise eine einzige Abteilung ausfällt, von der die Produktion in anderen Unternehmenszweigen abhängt.

Wie teuer eine mögliche Grippewelle Corporate America kommen kann, beziffern Challenger Gray & Christmas ausgehend von Daten aus früheren Jahren recht präzise. Den Krankenstand mit dem durchschnittlichen Lohn oder Gehalt multipliziert kommt man auf 9,45 Milliarden Dollar. Diese Ausgaben mögen ihrerseits, gleichmäßig verteilt, nicht mehr als ein kleiner Schnupfen für die Konjunktur sein, Vorsicht ist dennoch das Gebot der Stunde.

Experten raten Firmen, Arbeitnehmer im Krankheitsfall lieber einen Tag länger zuhause zu lassen, als eine Grippe-Ausbreitung im Unternehmen zu riskieren. Leichter fällt das natürlich dem, dessen geschicktes Outsourcing Mitarbeiter möglicherweise von zuhause aus arbeiten lässt. Doch selbst wenn das nicht der Fall sein sollte, dürfte Unternehmern einleuchten, dass eine mögliche Grippewelle teurer kommen kann als ein Krankkeitstag für einen Schnupfenden.

Lars Halter - © Wall Street Correspondents Inc.

Quelle: http://www.wsc.de/index.php?id=11634 

Beste Grüße vom Gesellen     Der Preis des Schnupfens 2936902

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