In den USA sind die Kapazitäten in der Hochtechnologie seit 1980 knapp 35-mal schneller gestiegen als das reale BIP. Dass die Preise für Computer und Software dauernd nachgeben, kann insofern kaum verwundern. Seit 1994 wächst das Hightech-Angebot so stark, dass sogar die industriellen Kapazitäten insgesamt schneller zunehmen als das BIP.

Infolge des hohen Angebots sinkt der US-Deflator für Ausrüstungsinvestitionen seit Sommer 1995. Was der Preisdruck für die US-Firmen bedeutet, zeigt sich in ihren Gewinnen; sie stagnieren seit Mitte 1997. Zu Recht hoffen jetzt alle darauf, dass die Investitionen wieder anspringen, wodurch die konjunkturelle Wende markiert würde. Die Börse, die an den Frühindikatoren gemessen ohnehin reif für einen Lauf ist, würde das goutieren. Sofern die Ausgaben jedoch in neue Computer-, Netzwerk-, Chip-, Telefon-, aber auch in Stahl- und Autofabriken fließen, werden die investierenden Firmen kaum profitieren, weil ihre Preise dann noch stärker unter Druck geraten.
Inzwischen hat sich die Wirtschaft natürlich auf die Neue Ökonomie eingerichtet - und auf ihre Wachstumsraten. Die Ausgaben für IT und Software machen in den USA ein Viertel aller privaten Investitionen aus. Das Problem ist, dass es Zeit braucht, bis andere Sektoren in die Bresche springen können, schon aus organisatorischen Gründen. Auch insofern wird es die US-Wirtschaft in den kommenden Jahren per saldo schwer haben, von der Verschuldung, dem Leistungsbilanzdefizit und den Konsequenzen einer geplatzten Börsenblase ganz abgesehen.
Natürlich spürt die Konkurrenz die Krise genauso, weshalb sich die Marktanteile nicht groß verschieben. Schließlich bringt RTL vorwiegend auch nur weitere Folgen von erfolgreichen Serien und die bekannten Plaudersendungen. PSMs Strategie könnte also Früchte tragen. Und so schätzt der Konsens den laufenden Gewinn pro Aktie auf 0,34 Euro, was nur knapp unter dem Vorjahrsniveau läge. Das entspricht einem KGV von knapp 27. Für andere, etwa den französischen Sender TF1 oder Viacom, muss man da schon den 30- und 35fachen Gewinn hinlegen.
Der Abschlag zum Sektor ist angesichts der ungewissen Zukunft des Senders zu rechtfertigen. Die Gefahr ist, dass ein neuer Mehrheitsaktionär ebenfalls PSM als Kunde für seine hauseigenen Produkte verwenden würde, der zu hohe Preise zahlt. Auch die lang ersehnte Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien dürfte sich verzögern. Bis dahin sollte man sich PSM nur in Schutzkleidung nähern. Denn man weiß nie, was für Brocken noch so vom Kirch-Turm fallen.
Leider wird es nicht reichen, um die Franzosen zu retten. Der Umsatz ist bisher organisch statt der erhofften drei bloß um 2,5 Prozent gewachsen. Für das Gesamtjahr werden jetzt nur noch zwei Prozent erwartet. Ein schwerer Schlag, denn die Umsatzmarge lag schon im Vorjahr netto bei mageren 1,16 Prozent, bei teils beträchtlichen Fixkosten.
Sodexho leidet unter den Werkschließungen von Großkunden. Dazu kommt die zunehmende Konkurrenz durch den Marktführer Compass, besonders in Großbritannien. Dort hat sich das Wachstum auf 0,5 Prozent verlangsamt. Sodexho will einige wenig lukrative Großaufträge abgelehnt haben. Trotzdem ein schlechtes Omen.
Der angestrebte Gewinn von 210 Mio. Euro liegt zwar am unteren Ende der Analystenschätzungen. Die dürften aber purzeln, auch weil die beim Kauf von Sogeres and Wood versprochenen Einsparungen auf sich warten lassen. Trotzdem eine Margenverbesserung auf 1,4 Prozent unterstellt, bleiben unterm Strich 180 Mio. Euro. Sodexho würde dann den 29fachen laufenden Gewinn kosten, deutlich mehr als die schneller wachsende Elior. Für den Abschlag zu Compass ist nur der geringere Goodwill verantwortlich. Nicht mal mit transatlantischer Schützenhilfe können die Franzosen den Briten Paroli bieten.

Infolge des hohen Angebots sinkt der US-Deflator für Ausrüstungsinvestitionen seit Sommer 1995. Was der Preisdruck für die US-Firmen bedeutet, zeigt sich in ihren Gewinnen; sie stagnieren seit Mitte 1997. Zu Recht hoffen jetzt alle darauf, dass die Investitionen wieder anspringen, wodurch die konjunkturelle Wende markiert würde. Die Börse, die an den Frühindikatoren gemessen ohnehin reif für einen Lauf ist, würde das goutieren. Sofern die Ausgaben jedoch in neue Computer-, Netzwerk-, Chip-, Telefon-, aber auch in Stahl- und Autofabriken fließen, werden die investierenden Firmen kaum profitieren, weil ihre Preise dann noch stärker unter Druck geraten.
Inzwischen hat sich die Wirtschaft natürlich auf die Neue Ökonomie eingerichtet - und auf ihre Wachstumsraten. Die Ausgaben für IT und Software machen in den USA ein Viertel aller privaten Investitionen aus. Das Problem ist, dass es Zeit braucht, bis andere Sektoren in die Bresche springen können, schon aus organisatorischen Gründen. Auch insofern wird es die US-Wirtschaft in den kommenden Jahren per saldo schwer haben, von der Verschuldung, dem Leistungsbilanzdefizit und den Konsequenzen einer geplatzten Börsenblase ganz abgesehen.
Pro Sieben Sat 1
Irgendwo in den Ruinen des Kirchschen Medienimperiums verbirgt sich Pro Sieben Sat 1 Media (PSM). Deren Umsatz ist im Vergleich zum ersten Halbjahr 2001 um vier Prozent zurückgegangen. Das hat niemanden überrascht, sind doch die Werbeeinnahmen allgemein rückläufig. Doch die Branche hat ein bewährtes Rezept: Das Aufbacken alter Brötchen. Ziel ist es, mit Zweit- und Drittausstrahlungen den Programmaufwand zu senken. Der machte vergangenes Jahr knapp 1,4 Mrd. Euro oder stolze 70 Prozent des Umsatzes aus. Nun dürfen sich Zuschauer bundesweit auf Altbekanntes freuen.Natürlich spürt die Konkurrenz die Krise genauso, weshalb sich die Marktanteile nicht groß verschieben. Schließlich bringt RTL vorwiegend auch nur weitere Folgen von erfolgreichen Serien und die bekannten Plaudersendungen. PSMs Strategie könnte also Früchte tragen. Und so schätzt der Konsens den laufenden Gewinn pro Aktie auf 0,34 Euro, was nur knapp unter dem Vorjahrsniveau läge. Das entspricht einem KGV von knapp 27. Für andere, etwa den französischen Sender TF1 oder Viacom, muss man da schon den 30- und 35fachen Gewinn hinlegen.
Der Abschlag zum Sektor ist angesichts der ungewissen Zukunft des Senders zu rechtfertigen. Die Gefahr ist, dass ein neuer Mehrheitsaktionär ebenfalls PSM als Kunde für seine hauseigenen Produkte verwenden würde, der zu hohe Preise zahlt. Auch die lang ersehnte Umwandlung der Vorzugs- in Stammaktien dürfte sich verzögern. Bis dahin sollte man sich PSM nur in Schutzkleidung nähern. Denn man weiß nie, was für Brocken noch so vom Kirch-Turm fallen.
Sodexho
Die US Marines haben die Belle Cuisine entdeckt. Der französische Catering-Riese Sodexho wird demnächst 55 amerikanische Kasernen bekochen. Soll noch einmal jemand sagen, die Amerikaner würden unter George W. Bush alles selber machen.Leider wird es nicht reichen, um die Franzosen zu retten. Der Umsatz ist bisher organisch statt der erhofften drei bloß um 2,5 Prozent gewachsen. Für das Gesamtjahr werden jetzt nur noch zwei Prozent erwartet. Ein schwerer Schlag, denn die Umsatzmarge lag schon im Vorjahr netto bei mageren 1,16 Prozent, bei teils beträchtlichen Fixkosten.
Sodexho leidet unter den Werkschließungen von Großkunden. Dazu kommt die zunehmende Konkurrenz durch den Marktführer Compass, besonders in Großbritannien. Dort hat sich das Wachstum auf 0,5 Prozent verlangsamt. Sodexho will einige wenig lukrative Großaufträge abgelehnt haben. Trotzdem ein schlechtes Omen.
Der angestrebte Gewinn von 210 Mio. Euro liegt zwar am unteren Ende der Analystenschätzungen. Die dürften aber purzeln, auch weil die beim Kauf von Sogeres and Wood versprochenen Einsparungen auf sich warten lassen. Trotzdem eine Margenverbesserung auf 1,4 Prozent unterstellt, bleiben unterm Strich 180 Mio. Euro. Sodexho würde dann den 29fachen laufenden Gewinn kosten, deutlich mehr als die schneller wachsende Elior. Für den Abschlag zu Compass ist nur der geringere Goodwill verantwortlich. Nicht mal mit transatlantischer Schützenhilfe können die Franzosen den Briten Paroli bieten.