Die DB ist also unterkapitalisiert, wird uns da schlau vorgerechnet. Nach welchen Kriterien eigentlich? Ich bitte dich folgendes zu bedenken:
- Die DB hat mit dieser "Unterkapitalisierung" die schlimmste Krise seit 1930 locker überstanden. Von Unterkapitalisierung kann daher keine Rede sein, denn ein gewisses Risiko muss man als Unternehmen nun mal eingehen, sonst sind Gewinne (auch für die Kreditnehmer der Bank) unmöglich, die Bank kann ihre volkswirtschafltichen Aufgaben nicht wahrnehmen. Weil die DB also die letzten Krise überstanden hat fährt sie bewiesenermaßen ein recht geringes Risiko, wird aber auch im folgenden Aufschwung weniger profitieren.
- Man kann sich nicht gegen alles versichern. Wieviel EK ist angemessen? 1%, 5%, 10%, 20%, 100%? Darüber zu diskutieren ist müßig, weil Risiken nun mal nie 100% kalkulierbar sind. Die Kriterien des Stresstest wurden mE sinnvoll gewählt. Wer mehr Versicherung erwartet muss damit leben, dass der Aufschwung wegen Kreditknappheit (wg. Hochfahren der EK-Quote bei den Banken) nicht stattfindet. Und das wollen wir doch nicht, oder?
Fazit: Augen zu und durch. Klingt zwar platt, aber so funktioniert Wirtschaft nun mal oft.
Am Ende des Konjunkturzyklusses müssen die Banken ihre EK-Quoten dann wieder hochfahren, um die folgende Krise zu überstehen. Allerdings bin ich diesbezüglich sehr skeptisch - es bleibt leider oft wie es ist. Man kann nur hoffen, dass sich die Stresstests als jährliche Veranstaltung etablieren, um an die Risiken zu erinnern...
„Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist.“
- Theodor Heuss