Guten Tag zusammen,
vorab möchte ich mich erstmal herzlich bei allen für die gute Informationsweitergabe bedanken. Ich lese seit einigen Monaten in diesem Forum quasi passiv mit und konnte bisher aber nichts an Mehrwert beitragen. Einen besonderen Dank möchte auch ich ausdrücklich guxx1 nochmal aussprechen.
Da bis dato leider auch noch keine Information von Swen hierzu (ADR) gekommen ist, möchte ich nachfolgend meine Umsetzung aufzeigen: Da auch ich Delek bisher bei der comdirect gehalten habe, habe ich die Information bzgl. des Tausches erhalten. Aus meiner Sicht ist die Gebührenkonstellation hinsichtlich des Stundensatzes transparent jedoch nicht im gesamten Gebührenumfang.
"Vorsorglich weisen wir darauf hin, dass bei einem Umtausch von ADRs in die
Stammaktien fremde Spesen unserer Lagerstelle anfallen können, die je nach
Lagerland der unterlegten Aktien variieren. Zusätzlich werden pro Transaktion
eventuell einmalig USD 17,50 plus weitere USD 0,05 pro ADR vom Transfer Agent
in Rechnung gestellt. Für den anfallenden Arbeitsaufwand berechnen wir
Gebühren in Höhe von EUR 51,13 pro Stunde zzgl. Mehrwertsteuer, Minimum EUR
51,13 zzgl. Mehrwertsteuer."
Da der anfallende Arbeitsaufwand (in Stunden) anscheinend nicht verlässlich seitens der comdirect geschätzt werden kann, habe ich mich dafür entschieden kurzfristig bei Interactive Brokers (IB) ein Konto zu eröffnen um Delek direkt an der TASE zu kaufen. Ich muss an dieser Stelle dazu sagen, dass ich die Kontoeröffnung eh für das Ende des Jahres geplant hatte.
Die Kontoeröffnung hat, inklusive Geld einzahlen, in ILS konvertieren und vollständiger Trading-Aktivierung, ca. 1 Woche gedauert. Es sind noch einige Nachfragen bezüglich meiner Einkommensquellen gekommen. Alles in allem ging die Eröffnung jedoch sehr schnell und weitestgehend reibungslos. Ich habe meine Position bei der comdirect vollständig verkauft (2,62€) und heute morgen an der TASE für (2,72€) wieder gekauft. Der Spread ist sicherlich nicht optimal, meiner Ansicht nach aber im Verhältnis zu den Kosten der comdirect vertretbar.
Ein paar Anmerkungen noch zu IB: IB ist ein US-Broker mit dem man Aktien quasi an den weltweiten Börsen handeln kann. Die Kosten sind dabei in der Regel sehr niedrig. Damit man nicht in den USA ebenfalls steuerpflichtig wird, muss man das Formular W-8Ben ausfüllen, dass einem nach der Kontoeröffnung zugeschickt geworden soll. Aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommen kann man die Kapitalerträge (fast) wie gewohnt in Deutschland versteuern. Da der US-Broker nun aber keine Abgeltungsteuer automatisch abführt, ist es notwendig diese selbständig in seiner Steuererklärung mit anzugeben (Anlage KAP). Ebenfalls müssen evtl. auftretende Verlustvorträge selbständig in der Steuererklärung aufgenommen werden. Es entsteht an dieser Stelle also ein (kleiner) Mehraufwand. Diesen sollte man vor einem potenziellen Wechsel auf jeden Fall sich einmal durch den Kopf gehen lassen. Zusätzlich sei zu erwähnen, dass wenn man (wie ich) in Delek einen Buchverlust bei der comdirect aufweist, dieser in den "Büchern" bei der comdirect realisiert wird und dort stehen bleibt und nicht mit zu IB übernommen werden kann. Eine Ausnahme stellt hier die komplette Depotschließung inklusive Depotübertrag zu IB dar. Es besteht hier also in Zukunft eine diskrepanz zwischen realisierten Verlust (comdirect) und einem hoffentlich zukünftigen Gewinn (IB) hinsichtlich der Besteuerung. Wer genug andere Positionen bei der comdirect hat und grundsätzlich langfristig orientiert ist, den sollte dieser Umstand jedoch nicht stören.
Abschließend kann ich sagen, dass die letzte Woche etwas holprig von statten gegangen ist, ich aber grundsätzlich froh bin diesen Weg gegangen zu sein. Für alle die langfristig aktiv GLOBAL in Einzelaktien investieren wollen möchte ich hier an dieser Stelle Mut machen sich aus seinen alten Gewohnheiten zu lösen um neue Wege zu gehen. Die gesamte Situation mit der ADR-Beendigung ist zur Zeit für Deleks Kostenstruktur sicherlich positiv hervorzuheben, für uns Kleinaktionäre jedoch sehr schade, wenn wir uns nur deswegen aus der Aktie drängen lassen. Nichthandeln ist im übrigen für mich (insbesondere bei der comdirect) absolut keine Option. Denn a) wissen wir nicht welche Kosten uns dort erwarten und b) zu welchem Kurs unsere Anteile liquidiert werden.
Ich bin nun sehr gespannt was bis zu den Q4 Results 2020 uns noch erwartet.
Zukünftig werde ich (mit kürzeren Texten - versprochen!) an den Diskussionen teilnehmen.