Versorger unter Druck
Dax verliert mehr als 100 Punkte
Der unklare Ausgang der Bundestagswahl und die Möglichkeit einer der an den Märkten unbeliebten Großen Koalition haben den Dax am Montag unter Druck gesetzt.
HB FRANKFURT. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer eröffnete mit einem Minus von rund zwei Prozent und fiel unter die 4900 Punkte-Marke. Wenige Minuten nach Handelsbeginn stand der Index bei 4.878,45 Punkten. Alle 30 im Dax notierten Aktien starteten den Handel im Minus. Der deutsche Leitindex hatte am Freitag bei einem Stand von 4986,50 Punkten geschlossen. Der MDax gab 2,06 Prozent auf 6791 Punkte nach. Der TecDax büßte 1,02 Prozent auf 592 Zähler ein.
Als Grund nannten Händler die Unzufriedenheit der Investoren mit der Möglichkeit einer Großen Koalition, der keine tiefgreifenden Wirtschaftsreformen zugetraut werden. Der Dax könnte zunächst mit einem Kursrückgang eine erhoffte politische Wende auspreisen. Dann könne eine Phase der Underperformance oder Relativen Schwäche zu den europäischen Börsen einkehren, bis schließlich eine neue Regierung gefunden sei.
Unter Druck standen im frühen Handel vor allem die Aktien der Versorger RWE und Eon, die 3,8 Prozent auf 54,70 Euro beziehungsweise 4,7 Prozent auf 75,80 Euro nachgaben. Händler nannten als Grund die mit einer Großen Koalition schwindende Hoffnung auf eine Abkehr von dem von der rot-grünen Bundesregierung eingeleiteten Ausstieg aus der Atomenergie.
Die Aktie der Post verbilligte sich in den ersten Handelsminuten um 2,80 Prozent auf 19,40 Euro. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben den britischen Logistikkonzern Exel für 5,5 Milliarden Euro übernehmen.
Etwas weniger skeptisch als die meisten Analysten äußert sich Heino Ruland, Aktienstratege und Analyst von Steubing. Die Dax-Unternehmen seien wenig inlandsabhängig. Und die Anleger „schmerzende“ Gesetze zu Veräußerungsgewinnen, Dividenden- und Zinsbesteuerung dürften am Widerstand der Länder scheitern.
Achim Matzke, technischer Analyst und Index-Spezialist von Commerzbank Corporates & Markets erwartet, dass sich die seit Anfang August laufende Konsolidierung zwischen 4 800 und 5 000 Punkten nun ausdehnt.
Quelle: HANDELSBLATT, Montag, 19. September 2005, 09:16 Uhr
...be invested
Der Einsame Samariter
Dax verliert mehr als 100 Punkte
Der unklare Ausgang der Bundestagswahl und die Möglichkeit einer der an den Märkten unbeliebten Großen Koalition haben den Dax am Montag unter Druck gesetzt.
HB FRANKFURT. Das wichtigste deutsche Börsenbarometer eröffnete mit einem Minus von rund zwei Prozent und fiel unter die 4900 Punkte-Marke. Wenige Minuten nach Handelsbeginn stand der Index bei 4.878,45 Punkten. Alle 30 im Dax notierten Aktien starteten den Handel im Minus. Der deutsche Leitindex hatte am Freitag bei einem Stand von 4986,50 Punkten geschlossen. Der MDax gab 2,06 Prozent auf 6791 Punkte nach. Der TecDax büßte 1,02 Prozent auf 592 Zähler ein.
Als Grund nannten Händler die Unzufriedenheit der Investoren mit der Möglichkeit einer Großen Koalition, der keine tiefgreifenden Wirtschaftsreformen zugetraut werden. Der Dax könnte zunächst mit einem Kursrückgang eine erhoffte politische Wende auspreisen. Dann könne eine Phase der Underperformance oder Relativen Schwäche zu den europäischen Börsen einkehren, bis schließlich eine neue Regierung gefunden sei.
Unter Druck standen im frühen Handel vor allem die Aktien der Versorger RWE und Eon, die 3,8 Prozent auf 54,70 Euro beziehungsweise 4,7 Prozent auf 75,80 Euro nachgaben. Händler nannten als Grund die mit einer Großen Koalition schwindende Hoffnung auf eine Abkehr von dem von der rot-grünen Bundesregierung eingeleiteten Ausstieg aus der Atomenergie.
Die Aktie der Post verbilligte sich in den ersten Handelsminuten um 2,80 Prozent auf 19,40 Euro. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben den britischen Logistikkonzern Exel für 5,5 Milliarden Euro übernehmen.
Etwas weniger skeptisch als die meisten Analysten äußert sich Heino Ruland, Aktienstratege und Analyst von Steubing. Die Dax-Unternehmen seien wenig inlandsabhängig. Und die Anleger „schmerzende“ Gesetze zu Veräußerungsgewinnen, Dividenden- und Zinsbesteuerung dürften am Widerstand der Länder scheitern.
Achim Matzke, technischer Analyst und Index-Spezialist von Commerzbank Corporates & Markets erwartet, dass sich die seit Anfang August laufende Konsolidierung zwischen 4 800 und 5 000 Punkten nun ausdehnt.
Quelle: HANDELSBLATT, Montag, 19. September 2005, 09:16 Uhr
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