WOCHENAUSBLICK: Uneinigkeit unter Experten - Schwanken zwischen Bulle und Bär
Unter Experten herrscht große Uneinigkeit über die Entwicklung des Deutschen Aktienindex DAX in der kommenden Woche. Während manche Beobachter einen Rückgang Richtung 3.000er Marke befürchten, sind andere sehr optimistisch. So rechnet die Commerzbank mit einem satten Kursanstieg. Sowohl DAX als auch der US-Leitindex Dow Jones haben ihrer Einschätzung nach den Abwärtstrend durchbrochen. Damit sei mittelfristig der Weg frei bis auf 3.800 Punkte.
Nach Ansicht von Joachim Goldberg von cognitrend sollten Gewinnmitnahmen "ein Fortkommen des DAX bis auf 3.700 nicht mehr so stark wie zuvor" behindern. Bei etwaigen Abgaben sollten immer noch 3.060 Zähler auf der Kurstafel stehen. Schließlich sollten diejenigen, die den Zug bislang verpasst haben, allmählich zugestiegen sein.
Weniger optimistisch äußerte sich Christian Schmidt von der Helaba: "Die Stimmung am Markt ist schlecht, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verleiten nicht gerade zu Luftsprüngen.“ Er rechnet damit, dass der DAX in der kommenden Woche "eher seitwärts" tendiert. Allerdings sei auch ein Rutsch bis auf 2.980 Punkte möglich. Positive Nachrichten würden "nur kurzfristig freudig aufgenommen". Allein der Halbleitersektor - vor allem in den USA - sei "sehr volatil", sagte Schmidt. Auch die Experten der Hamburger Sparkasse halten einen Rückgang im DAX auf 3.000 Punkte für wahrscheinlich.
Eine Menge von Unternehmensdaten werden für Spannung an der Börse sorgen. Am Montag berichten Degussa und HeidelbergCement über das dritte Quartal, am Dienstag Bayer . An dem Tag veröffentlicht auch die Commerzbank ihre Bilanz für das dritte Quartal. Die Analysten sind sich uneins, ob die viertgrößte deutsche Geschäftsbank im dritten Quartal ein positives Ergebnis ausweisen kann. International warten Axa und UBS , Air France sowie Vodafone mit Zahlen auf.
Außerdem entscheidet die Deutsche Börse am Dienstag auf einer außerordentlichen Sitzung, wie sich die Aktienindizes künftig zusammensetzen sollen. Ein Wackelkandidat ist der Bauelemente-Spezialist Epcos - Marktkapitalisierung und Börsenumsatz rechtfertigten einen Platzverweis. Nutznießer könnten Beiersdorf , Continental oder die Deutsche Börse AG sein.
Am Mittwoch berichtet Siemens über den vorläufigen Abschluss des Geschäftsjahres und T-Online über das dritte Jahresviertel. In den USA veröffentlicht Applied Materials Daten über das vierte Quartal.
Am Donnerstag lädt BASF zur Herbstpressekonferenz. Epcos bittet zur Jahreskonferenz. E.ON , die DAB Bank am Neuen Markt und Linde berichten über das dritte Quartal - ebenso die Allianz .
Die Deutsche Telekom wird am Donnerstag voraussichtlich den Nachfolger von Interimschef Helmut Sihler vorstellen. Fünf Kandidaten stehen zur Auswahl, darunter T-Mobile-Chef Kai-Uwe Ricke. Dahinter wird möglicherweise verblassen, dass die Telekom im dritten Quartal mehr Verlust als noch vor einem Jahr ausweisen muss. Am Freitag legt Finanzdienstleister MLP Quartalszahlen vor./ak/tw/mur
--- Von Antje Kasper, dpa-AFX ---
11.11.2002 - 06:00
Quelle: dpa-AFX