Bewertung zum 23.09.2005
Heute Abend steht eine Umschichtung vom Lotto Depot an. Deshalb führen wir eine neue DAX-Bewertung durch. Seit unserer letzten Bewertung hat sich viel getan. Trotz Terroranschlägen, explodierenden Rohölpreisen und Naturkatastropen hat sich der DAX wacker geschlagen und ist wesentlich besser gelaufen als viele seiner ausländischen Konkurrenten. Die Weltkonjunktur ist weiterhin intakt, wir bekommen eine neue Bundesregierung und der € stabilisiert sich trotz weiterer Zinserhöhungen im US-$-Raum. Wie wird es weiter gehen? Machen wir als erstes eine Standortbestimmung.
Ausgangsdaten
CodeNameISINKursDividendeKGVGewicht1ADSADIDAS-SALOMONDE0005003404141,501,30171,23 %2ALVALLIANZ DE0008404005104,411,75107,86 %3ALT ALTANA DE000760080145,700,95160,61 %4BASBASF DE000515100559,091,70125,89 %5HVMBAY.HYPO-VEREINSBK.DE000802200523,130,00172,64 %6BMWBAY.MOTOREN WERKEDE000519000337,510,62112,37 %7BAYBAYER DE000575200029,230,55164,06 %8CBKCOMMERZBANKDE000803200422,040,25172,28 %9CONCONTINENTALDE000543900466,320,80121,83 %10DCXDAIMLERCHRYSLERDE000710000042,011,50196,95 %11DBKDEUTSCHE BANKDE000514000874,711,70117,35 %12DB1DEUTSCHE BOERSEDE000581005577,000,70221,55 %13DPWDEUTSCHE POSTDE000555200419,410,50102,29 %14DTEDT.TELEKOMDE000555750814,980,62137,53 %15EOAE.ON DE000761440675,942,35129,99 %16FMEFRESEN.MED.CAREDE000578580275,391,12160,49 %17HEN3HENKELDE000604843274,201,30140,84 %18IFXINFINEON TECH.DE00062310047,740,00-0,90 %19LINLINDE DE000648300160,201,25160,93 %20LHALUFTHANSA DE000823212510,920,30210,87 %21MANMAN DE000593700741,591,05151,11 %22MEOMETRO DE000725750340,461,02141,11 %23MUV2MUENCH.RUECKVERS.DE000843002690,002,0093,15 %24RWERWE DE000703712954,251,50144,80 %25SAPSAP DE0007164600138,861,10295,62 %26SCHSCHERING DE000717200950,801,00171,68 %27SIESIEMENS DE000723610162,101,25179,88 %28TKATHYSSENKRUPPDE000750000116,560,6091,30 %29TUITUI DE000TUAG00016,690,7780,71 %30VOWVOLKSWAGEN DE000766400551,861,05192,17 %Basis sind die Xetra-Schlusskurse vom 23.09.2005. Die Kurse und das jeweilige Gewicht einer Aktie im DAX sind von der Deutschen Börse. Die Dividenden mit denen die Dividendenrendite (DVR) berechnet wird, das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)(Basis: September 2005) der Aktien und die Umlaufrendite (€)sind aus der Süddeutschen Zeitung (Schätzungen IBES - Quelle Thomson Financial/Datastream). Die DAX-Bewertung wird gewichtet ausgeführt ( siehe Bewertungsregeln). D.h. eine Aktie mit sehr großer Marktkapitalisierung geht stärker in das Ergebnis ein als eine Aktie mit einer weit geringeren Marktkapitalisierung. Seit dem 24.06.2002 wird dabei nur noch der sogenannte frei handelbare Anteil berücksichtigt. Dieser Anteil wird regelmäßig überprüft und verändert damit ebenso wie der Kurs das Gewicht der Aktie im DAX. Seit unserer letzten Bewertung hat es keine Umstellung im DAX gegeben. Die in dieser Tabelle aufgeführten Dividenden sind immer ohne Sonderzahlungen (es liegen keine vor). War das Geschäftsjahr kleiner als ein Kalenderjahr, wird die Dividende hochgerechnet (es liegt kein Fall vor). Eine besondere Problematik stellt das KGV dar. Wie soll man Firmen in eine gewichtete KGV-Bewertung einrechnen, die voraussichtlich keinen Gewinn ausweisen werden? Das Problem lösen wir durch eine zweimalige Bewertung. In der Ersten so als ob diese Firmen nicht existent wären und in der Zweiten so als ob sie ein sehr hohes KGV (100) hätten (nur Infineon Tech.). Im zweiten Durchlauf bekommen auch alle Firmen deren KGV über 100 liegt, dieses auf 100 reduziert (es liegt kein Fall vor).
Umlaufrendite
Die Tagesgeldern sind sich seit unserer letzten Bewertung leicht gefallen. Sie liegen zwische 2 und 2,75%. Zahlt Ihre Bank weniger? Wenn ja, tragen Sie Ihre Tagesgelder zur Konkurrenz! Die Rendite bei Bundesschatzbriefen ist weiter gefallen. Sie rentieren momentan mit 2,51 bis 2,75%. In den USA steigen die Zinsen am kurzen Ende und die Inflationsängste weiter an und haben sich schon erheblich von den Unserigen entfernt. Bei uns markiert die Umlaufrendite ein Nachkriegstief nach dem anderen. Die Gefahr, dass durch die starken Ölpreissteigerungen Inflation importiert wird steigt und erste merkliche Preiserhöhungen sind zwischenzeitlich spürbar. Die EZB wird bald Gegensteuern müssen und die Zinsen werden auch bei uns anziehen. In den USA entweicht inzwischen laut hörbar die Luft aus der Anleiheblase. Auch bei uns sollten sich die Überlegungen eher um einen Ausstieg als um einen Einstieg in den Rentenmarkt drehen.
Datum Insgesamt 3-5 Jahre 5-8 Jahre 8-15 Jahre 15-30 Jahre 1 € in US-$ 23.09.05 2,88 % 2,44 % 2,74 % 2,97 % 3,50 % 1,208 23.03.05 3,49 % 3,00 % 3,39 % 3,66 % 4,16 % 1,298 29.12.04 3,41 % 2,88 % 3,27 % 3,57 % 4,22 % 1,359 23.09.04 3,70 % 3,10 % 3,56 % 3,89 % 4,55 % 1,226 26.05.04 3,97 % 3,29 % 3,83 % 4,25 % 4,95 % 1,211 29.12.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,248 25.09.03 3,77 % 3,08 % 3,62 % 4,00 % 4,64 % 1,149 12.06.03 3,27 % 2,47 % 2,98 % 3,48 % 4,48 % 1,177 10.04.03 3,94 % 3,30 % 3,86 % 4,20 % 4,87 % 1,077 27.12.02 3,93 % 3,26 %3,78 %4,17 % 4,86 % 1,041 27.09.02 4,12 % 3,57 % 4,00 % 4,30 % 4,92 % 0,98026.07.02 4,52 % 4,07 % 4,48 % 4,70 % 5,16 % 0,985 26.06.02 4,73 % 4,34 % 4,65 % 4,87 % 5,21 % 0.980 25.01.02 4,74 % 4,37 % 4,71 % 4,90 % 5,27 % 0,865Diese Tabelle zeigt die Umlaufrendite (Pfandbriefe, AAA-Anleihen - EURO-Raum) und der Stand des € im Verhältnis zum US-$ zum Stichtag an. In den USA herrschen erheblich andere Zinsen. So rentieren z. B. AAA-Anleihen bei 3 Monaten mit 3,47, bei 2 Jahren Jahren mit 4,02 , bei 5 Jahren mit 4,07, bei 10 Jahren mit 4,25% und bei 30 Jahren mit 4,52%.
Die regelmäßigen Leitzinserhöhungen in den USA zeigen Wirkung und mit dem furiosen Aufstieg des €'s ist es vorbei. Momentan scheint er sich bei einem Stand vom 1,20 US-$ zu stabilisieren. Sollten weitere Leitzinserhöhungen in den USA anstehen, ist ein weiterer Verfall des €'s nicht ausgeschlossen. Die allerdings wesentlich günstiger bewerteten europäischen Aktien locken weiterhin US-amerikanische Investoren nach Europa und steuern so gegen. An den allgemeinen fundamentalen Ursachen für den relativ niedrigen US-$ hat sich noch nichts geändert. Die Staatsverschuldung und das US-amerikanische Leistungsbilanzdefizit haben sich bis jetzt nicht merklich verringert. Eine Überraschung wäre also ein erneuter Verfall des US-$ nicht. Sollte die Inflation in Europa noch stärker werden, muss die EZB die Leitzinsen auch bei uns erhöhen. Dies könnte den € wieder erstarken lassen. Auf jeden Fall bleibt ein Urlaub in den USA empfehlenswert und aus rein währungstechnischer Sicht spricht nichts gegen den Kauf von US-Aktien. Die Überbewertung ist dort allerdings teilweise schon sehr stark.
Die weiter gut laufende Weltkonjunktur, technische Förderschwierigkeiten und politisch motivierte Ängste und letzendlich die Schäden an den Ölförderanlagen und in der verarbeitenden Ölindustrie in den USA durch die Wirbelstürme, treiben den Rohölpreis auf Basis US-$ weiter und scheinbar unaufhörlich nach Norden. Während wir in 2004 die Steigerungen des Rohölpreises teilweise durch den Verfall des US-$ kompensieren konnten, werden in 2005 die weiteren Rohölpreissteigerungen durch den stärker werdenden US-$ voll wirksam. Trotzdem schützt und der hohe € weiterhin. Bei einem Preis von z.B. 65 US-$ für ein Fass Rohöl beträgt der Preis heute in € 53,8. Würde der € noch bei 0,83 US-$ stehen, würde das Fass 78,31 € kosten. Der schon länger sehr hohe Ölpreis zeigt, trotz am Boden liegender Binnenkonjunktur, inzwischen seine inflatorischen Wirkungen auch bei uns. Wir müssen uns also langsam mit dem Gedanken an steigende Zinsen, auf kurzfristige und mittelfristige Sicht, anfreunden. Die Probleme am Rentenmarkt klopfen an die Tür.
Das letze Mal glaubten wir, die Zinsen hätten die Talsohle durchschritten. Aber es ging weiter runter zu immer neuen Nachkriegstiefs. Trotzdem ist auch heute bei dem noch extrem niedrigen Niveau die Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen steigen werden höher als dass sie gleich bleiben oder sinken werden. Geht man von einem maximalen Risikozuschlag von 1,5 % bei Blue Chips gegenüber Anleihen aus, dürfte das KGV vom DAX (1,5 + 2,88) 22,83 nicht überschreiten. Ohne Risikozuschlag dürften 34,72 nicht überschritten werden. In der heutigen Sondersituation sollte, unter mittelfristigen Gesichtspunkten, ein Zins von 5% angenommen werden. Mit einem Risikozuschlag von 1,5% würde ein faires KGV bei 15,4 liegen.
DAX-Ergebnis
Die Tabelle zeigt die Entwicklung vom DAX seit der Januarbewertung 2002. Die DAX-Aktie gibt den Preis eines fiktiven DAX-Papiers wieder (1/30). Die Dividende wäre dabei die für diese Aktie in den verflossenen 12 Monaten gezahlte Dividende. KGV(1) gibt den aktuellen KGV an, wobei alle Aktien ohne KGV mit einem Wert von 100 eingeflossen sind (diesmal Infineon Tech.). KGV(2) gibt den aktuellen KGV an, der entsteht, wenn man die Aktien ohne KGV (diesmal Infineon Tech.) außen vor lässt. Alle Berechnungen berücksichtigen das jeweilige Gewicht der Aktien im DAX ( siehe< script type=text/javascript>Bewertungsregeln");//-->< /script> Bewertungsregeln).
Datum DAX-Stand DAX-Aktie Dividende Rendite KGV(1) KGV(2) 23.09.05 4882,58162,75 € 2,31 € 1,42 % 15,56 14,79 23.03.05 4317,20143,91 € 1,92 € 1,34 % 14,38 14,38 29.12.04 4247,75141,59 € 1,91 € 1,35 % 14,43 14,43 23.09.04 3905,66130,19 € 2,08 € 1,60 % 16,91 16,91 26.05.04 3867,52128,92 € 2,14 € 1,66 % 19,60 17,52 29.12.03 3952,72 131,76 € 2,04 € 1,55 % 20,57 20,57 25.09.03 3326,27 110,88 € 2,42 € 2,18 % 30,28 17,99 12.06.03 3219,47 107,32 € 2,48 € 2,37 % 28,42 22,9310.04.03 2697,10 89,90 € 3,26 € 3,46 % 24,34 13,8927.12.02 2840,00 94,67 € 2,94 € 3,11 % 20,09 11,2427.09.02 2918,90 97,30 € 2,89 € 3,06 % 20,71 13,39 26.07.02 3579,00 119,30 € 2,38 € 2,04 % 23,82 14,31 26.06.02 4099,05 136,30 € 2,08 € 1,55 % 21,77 17,66 25.01.025156,33 171,89 € 2,04 € 1,20 % 31,50 23,57In den letzten 12 Monaten hatten wir Dividendenausfälle bei Bayerischer HypoVereinsbank und Infineon Tech. (Anteil am DAX: 3,54%) zu beklagen. Die Sanierungsarbeiten in den Firmen tragen also schon sichtbare Früchte. Die Gewinnsituation der DAX-Teilnehmer hat sich insgesamt erheblich gebessert. Bei vielen Unternehmen sind die Dividenden höher als im vergangenen Jahr ausgefallen und viele Nichtzahler schütten wieder eine Dividende aus. Die Dividendenrendite hat sich, trotz stark gestiegenen Kursen, verbessert. Sie liegt immer noch wesentlich höher als viele Banken für die kurzfristige Geldanlage bereit sind zu zahlen. Sie sollte auf keinen Fall ignoriert werden.
Die Gewinne der DAX-Teilnehmer haben in voller Breite stark zugelegt und der DAX ist nun schon das dritte Mal, seit wir ihn bewerten, absolut fair bewertet, ja man könnte behaupten er wäre leicht unterbewertet. Sollte es keinen weltwirtschaftlichen Einbruch geben, sind aus fundamentaler Sicht weitere Kurssteigerungen erlaubt. Sollten die Zinsen auf dem heutigen niedrigen Niveau verharren, ist der DAX ein Schnäppchen. Er ist immer noch wesentlich günstiger bewertet als der S&P500. Die sauber bilanzierten Gewinne seiner Teilnehmer sind immer noch höher als die Proformaergebnisse der Teilnehmer bei seinem amerikanischen Konkurrenten. Trotzdem werden diese den weiteren Weg vorgeben. Eine Unabhängigkeitserklärung wurde noch nicht unterschrieben.
Anmerkung: Oft wird baer45 darauf angesprochen, dass seine KGV-Berechnung sich von anderen unterscheidet. Diese Bewertung unterscheidet sich dadurch, dass das KGV hier das gewichtete KGV entsprechend dem Freefload ist, d.h. es gehen nicht alle DAX-Teilnehmer vollständig und gleich ein. Es ist allerdings, bezüglich KGV, die einzig richtige Grundlage bei der Entscheidung zum Kauf von Indexpapieren.
Rangfolge - Dividendenstrategie (Burr/Graham)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht geniessen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.
RangCodeNameDividendenrendite1TUITUI 4,61 %2DTEDT.TELEKOM4,14 %3TKATHYSSENKRUPP3,62 %4DCXDAIMLERCHRYSLER3,57 %5EOAE.ON 3,09 %6BASBASF 2,88 %7RWERWE 2,76 %8LHALUFTHANSA 2,75 %9DPWDEUTSCHE POST2,58 %10MEOMETRO 2,52 %Die Bewerber:
RangCodeNameDividendenrendite11MANMAN 2,52 %12DBKDEUTSCHE BANK2,28 %13MUV2MUENCH.RUECKVERS.2,22 %14ALT ALTANA 2,08 %15LINLINDE 2,08 %Anleger in andere Varianten der Dividendenstrategie, können sich diese sehr einfach aus obigen Tabellen zusammenstellen. "Top 12" entspricht Rang 1 bis 12. "Top 5" entspricht Rang 1 bis 5.
Rangfolge - Dogs of the ... - Low Five (O'Higgins)
Die Kandidaten:
Man sollte nachfolgende Tabelle mit genügender Vorsicht genießen. Zu Empfehlen ist auf jeden Fall die Lektüre von Bärische Warnungen unter Strategien.
RangCodeNameKurs1LHALUFTHANSA 10,922DTEDT.TELEKOM14,983TKATHYSSENKRUPP16,564TUITUI 16,695DPWDEUTSCHE POST19,41Die Bewerber:
RangCodeNameKurs6MEOMETRO 40,467DCXDAIMLERCHRYSLER42,018RWERWE 54,25Rangfolge nach Gewicht
RangCodeNameGewicht1EOAE.ON 9,99 %2SIESIEMENS 9,88 %3ALVALLIANZ 7,86 %4DTEDT.TELEKOM7,53 %5DBKDEUTSCHE BANK7,35 %6DCXDAIMLERCHRYSLER6,95 %7BASBASF 5,89 %8SAPSAP 5,62 %9RWERWE 4,80 %10BAYBAYER 4,06 %Die 10 größten Aktiengesellschaften haben heute im DAX ein Gewicht von 69,93%. Ihr Anteil hat, seit unserer Bewertung Ende März 2005, leicht abgenommen. Im gleichen Zeitraum hat auch das Gewicht der Technologie (23,93%) abgenommen. Die großen Technologieunternehmen laufen also weiterhin schlechter als der Markt. Die Münchener Rück hat es immer noch nicht zurück in die Titanenliste gebracht. Es gibt immer noch zu große Naturkatastrophen mit zu großen Schäden (Wirbelstürme in den USA). Diese führen zu Beitragserhöhungen und dann in ruhigeren Jahren zu einer Gewinnexplosion in der Rückversicherung. Da unser Staat klamm ist, läuft der Verkauf seines Aktienbesitzes, ohne große Rücksicht auf die aktuellen Kurse, weiter. Inzwischen ist die Deutsche Post vollständig privatisiert und die Deutsche Telekom wird es wahrscheinlich in 2006 sein. Beide Unternehmen liefen deshalb in den vergangenen 12 Monaten schlechter als der Markt. Dies bleibt wahrscheinlich auch noch das Schicksal der Deutschen Telekom für die nächsten Monate. Die Ertragssituation von den früheren Staatsunternehmen hat sich stark verbessert. Ein KGV auf weiter exotisch hohem Niveau hat die SAP. Man sieht daran, dass die Spekulanten sich mental noch nicht vollständig von der alten Technologie-Blase verabschiedet haben.
Kurzer Blick auf den Chart
In den ersten 3 Monate des Jahres war der DAX um gemütliche 1,64% gestiegen. Im jetzigen Bewertungszeitraum legte er einen Zahn zu und stieg um 13,10%. Es könnte also ein besseres Ergebnis als 2004 werden (+7,46%). Mehrmals hatte der DAX in dieser Periode die Marke von 5000 Punkten überschritten, wurde allerdings immer wieder vom steigenden Rohölpreis zurückgepfiffen. Am Chart ist klar ersichtlich, dass der DAX immer noch ein vergleichbares Verhalten wie die US-Börsen hat. Deshalb wird die Entwicklung in den USA im wesentlichen auch den Verlauf des Restjahres bestimmen. Die Weltwirtschaft ist immer noch gut in Schuss und die Binnenkonjunktur ist alles andere als berauschend. Die Stimmung im Inland ist stark schwankend und ohne klare Richtung. Allerdings droht der hohe Rohölpreis immer stärker eine Gefahr für die Weltkonjunktur zu werden. Es werden die Inflations- und Zinsängste zunehmen. Da die Stimmung an den Börsen alles andere als berauschend ist, könnten wir am Jahresende über der Marke von 5000 Punkten stehen. Also eine typische Zeit weiter investiert zu bleiben. Allerdings ein Neueinstieg birgt auf mittelfristige Sicht schon größere Risiken.
Grund für diese Bewertung ist die Umschichtung des DAX-Lotto Depots am Samstag Abend, das sehr wahrscheinlich nur eine sehr kurze Lebenszeit haben wird (DAX-Umstellung: Verabschiedung der HypoVereinsbank). Wir brauchen also nicht zu hoffen, dass der Zufall uns diesmal sinnvolle Hinweise liefern wird.
Quelle: Eigene Hompage: http://people.freenet.de/baer45/dax/dax230905.html