23.06.2008 11:26
ifo/Nerb: Würde für unveränderte EZB-Leitzinsen plädieren
DJ ifo/Nerb: Würde für unveränderte EZB-Leitzinsen plädieren
MÜNCHEN (Dow Jones)--Der Leiter des Bereichs Branchenforschung des Münchener ifo Instituts für Wirtschaftsforschung, Gernot Nerb, hat sich gegen eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank (EZB) ausgesprochen. Er würde für unveränderte Zinsen plädieren, weil keine Zweitrundeneffekte sichtbar seien und das konjunkturelle Lagebild gegen höhere Zinsen spreche, sagte Nerb am Montag Bloomberg TV.
Nerb verwies darauf, dass in der aktuellen Konjunkturumfrage gewisse Abschwächungen in der Industrie, der Wachstumssäule der deutschen Wirtschaft, auffielen. Zwar seien die Auftragspolster noch gut, sie würden aber dünner, sagte Nerb. Der Trend in der Industrie gehen nach unten.
Der ifo-Geschäftsklimaindex war im Juni auf 101,3 (Vormonat: 103,5) Punkte gefallen, wobei sich die aktuelle Lagebeurteilung auf 108,3 (110,1) Punkte verschlechterte und die Erwartungskomponente auf 94,7 (97,2) Zähler nachgab.
DJG/hab/ptt
(END) Dow Jones Newswires
EZB-Chefvolkswirt Stark stimmt auf baldige Zinserhöhung ein
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Die Europäische Zentralbank (EZB) stimmt die Märkte zunehmend auf eine baldige Zinserhöhung ein. Im "Spiegel"- Interview kündigte EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark vor dem Hintergrund steigender Preise einen verschärften geldpolitischen Kurs der Währungshüter an. Angesichts der hohen Inflationserwartungen halte er es für notwendig, "dass wir ernsthaft das derzeitige Leitzinsniveau überprüfen", sagte Stark dem Nachrichtenmagazin. "Es spricht vieles dafür, dass wir rasch zu einem Ergebnis kommen werden." Die EZB trifft am 3. Juli ihre nächste Zinsentscheidung.
EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte nach der letzten EZB-Sitzung Anfang Juni im Kampf gegen die Rekordinflation die erste Zinserhöhung seit einem Jahr angedeutet. "Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Rat die Zinsen beim nächsten Treffen im Juli um einen kleinen Betrag anheben wird", hatte Trichet gesagt. "Es ist nicht sicher, aber es ist möglich." Die Währungshüter seien "in einem Zustand erhöhter Alarmbereitschaft". Ökonomen erwarten eine Zinsanhebung im Juli auf 4,25 Prozent. Die Zinsen im Euro-Raum liegen seit einem Jahr unverändert bei 4,0 Prozent.
Die Finanzmarktkrise, wegen der die EZB von einem bereits im vergangenen Sommer erwarteten Zinsschritt nach oben abgekommen war, hält Stark für weitgehend ausgestanden. Er hoffe, "dass das Schlimmste hinter uns liegt"./jb/DP/jha/
AXC0012 2008-06-22/14:40
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