Ich bin z. T. in Bayer und überlege aufzustocken- wohlwissend, dass die Stimmung hier eher negativ ist :-).
Verschuldungsproblem ist bekannt, das Unternehmen ist grundsätzlich profitabel und wird es wohl in Zukunft bleiben. Xarelto und Eylea laufen aus, aber in der Pipeline sind mögliche Nachfolger. Consumer Health ist Nr. 2 im Markt (sehr zersplittert), könnte aber auch solide Cash bringen, wenn man sich auf die beiden Sparten Pharma und Crop-Science/Agrar beschränken wollte. Monsanto war zu teuer, die Pipeline hinsichtlich Crop Science ein Grund für den Erwerb. Vor dem Hintergrund anziehender Inflation und der Möglichkeit zur Preisgestaltung müsste man auch die Strafzahlungen betrachten. Viel Negatives dürfte eingepreist sein, ein Marktrückgang scheint ja derzeit im Gange. da wird Bayer vermutlich nicht gegenschwimmen...
Nun ist erstmals ein Prozess für Bayer entschieden worden, wobei der große Brocken vor dem Supreme Court (Anfanf November) wartet. Daneben hat der Konzern kürzlich "Schützenhilfe" erhalten vom Retail Litigation Center (www.supremecourt.gov/DocketPDF/21/21-241/...cus%20Brief.pdf). Ein bisschen politisches Gewicht steckt da schon hinter.
Zumindest die Zulassung vor dem SC (Urteil gegen Bayer sinngemäß auch weil Warnhinweise fehlten, die aber von einer Bundesbehörde untersagt waren, also die Frage nach dem Vorrang vor Bundes- vor Staatenrecht) wird von den meisten als wahrscheinlich angesehen und könnte positiv wirken.
Bayer hat durch den Erwerb Monsantos eine führende Rolle im Bereich CropScience/Argrarchemie übernommen, ein Bereich, der größtenteils zukunftträchtig scheint (wachsende Weltbevölkerung, Klimawandel) und in dem man ggf. als Marktführer auch preislich flexibel wäre.
Bayer hat 11 Milliarden Dollar verglichen und weitere Milliarden zurückgestellt. Der gewonnene Prozess ist zumindest ein gutes Signal in Richtung weiterer Kläger. Umweltaktivisten sind eher keine Fans der AG, allerdings ein bisschen wie beim ÖL in Teilen alternativlos.
Bliebe die Frage, wie frei ein SC inhaltlich in der Sache entscheidet. Nicht zum ersten Mal steht ein großer deutscher Konzern in den USA vor Gericht, diesmal mit zweifelhafter Begründung (die Umweltbehörde untersagt bspw. die Kennzeichnung als krebserregendes Mittel).
Die USA, bzw. Richter in den USA können sich diesbezüglich als größte Wirtschaftsmacht sicher einiges leisten. Frage wäre, ob der SC eine brauchbare Begründung findet, die das VErtrauen in den Markt dort nicht zu schwer schädigt und rechtlich trägt. Sprüche gegen Glyphosat hätten auch ggf. Auswirkungen auf einheimische Unternehmen und ob man jetzt Unternehmen von außerhalb derart schwer beschädigen möchte im Zweifel, ist fraglich.
Wie schätzt ihr die Chancen eines positiven Spruchs vor dem SC vor dem Hintergund ein, dass man gut Geld bereits verdient hat und ein Restvertrauen in sein Rechtssystem erhalten möchte und ein negatives Urteil auch für einheimische Firmen Konsequenzen haben könnte?
2. Thema, was schätzt ihr bez. BASF, macht die es nochmal unter 60?
@ Pfaelzer777 ich verstehe das Problem mit Linux nicht. Heißt doch Daimler und andere Werte... Qualitätsvergleiche von Linux und MS sollten da doch drunterfallen